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Grübelmännchen

Grübelmännchen.
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(In meinem folgenden Text geht es um Einsamkeit in Freundschaften, nicht um Einsamkeit in der Liebe.)

Ich dürfte mich nicht über Einsamkeit beklagen, denn ich bin nicht allein. Ich sollte mich glücklich schätzen, in meinem Leben einige Menschen an meiner Seite zu haben, für die ich sehr dankbar bin. Dennoch überkommt mich oft das Gefühl der Einsamkeit. Manchmal schon, wenn die Türe hinter mir zugefallen ist.

Selbst fühlt es sich an wie ein Überbleibsel meiner Schulzeit. Ich war der Außenseiter. Ich war der, den man mied, nicht verstand und über den man vor hochgehaltener Hand tuschelte, während alle ihren Finger auf mich zeigten. Damals war ich wirklich allein und einsam. Damals war dieses Gefühl begründet und nachvollziehbar.
Nun nicht mehr.

Ich brauche ab und an meine Tage, in denen ich zur Ruhe kommen kann und genieße die Stille. Trotzdem fühlt es sich falsch an. Früher gelang mir das sehr gut. Ich war allein und blieb für mich. Zwar war ich einsam, aber war ich es nicht anders gewohnt. Die Zeiten, in denen ich viele Freunde um mich hatte, waren längst vorüber und diese Schuhe passten mir schon lange nicht mehr. Ich mochte es, allein zu sein.
Gegenwärtig fühlt es sich noch immer so an, obwohl nun die eben beschriebenen Zeiten vorüber sind.
Mein schlechtes Gewissen ist groß, immerhin fühlt es sich ungerecht gegenüber meinen Freunden und meiner Familie an, mich so zu fühlen. In mir bin ich noch immer der Außenseiter von damals.
Fällt es mir deswegen so schwer, allein zu sein? In mir schlägt noch immer das Herz eines 14-Jährigen.
Das Gefühl der Einsamkeit tut weh. Es könnten vergeudete Tage sein, verpasste Gelegenheiten, nie Erlebtes oder immerzu Erträumtes, das mich so fühlen lässt. So ganz weiß ich das nicht. Ich weiß bloß, dass es kein schönes Gefühl ist ich unter diesem leide.

Ich möchte mich nicht einsam fühlen, denn ich bin es nicht. Ich möchte mich nicht einsam fühlen, denn ich sollte es nicht.
Wie fühle ich mich nicht mehr einsam?

21.05.2026 x 1 #1


1 Antwort ↓

G
Hallo (:
Es tut mir sehr leid, dass du so unter diesem Einsamkeitsgefühl leidest. Vorab möchte ich festhalten, dass du meiner Meinung nach kein schlechtes Gewissen haben brauchst, wenn du dich einsam fühlst. Das heisst ja nicht automatisch, dass du deine Lieben nicht wertschätzt. I.d.R. wollen uns diese negativen Gefühle ja etwas mitteilen - dass uns etwas fehlt oder etwas nicht gut ist. Es ist auch völlig in Ordnung mal ein paar Tage Ruhe haben zu wollen und dann Tage zu haben, an denen man die Ruhe nicht erträgt.

Ich denke diese negativen Gefühle, können viele Hintergründe haben, was es schwierig macht, eine schnelle Lösung zu präsentieren. Und am besten wäre es wohl mit einer Fachperson darüber sprechen zu können. Ich bin mir allerdings der Wartezeiten auf einen Therapieplatz bewusst.

Ich würde dir deshalb empfehlen, dich intensiver mit diesen Gefühlen auseinanderzusetzen, damit du herausfinden kannst, weshalb du so empfindest. Vielleicht hilft es schon, die Situationen, an denen die negativen Gefühle auftauchen und auch deine Gedanken und deine Bedürfnisse in diesem Moment zu notieren. Das könnte dir allenfalls helfen, Lösungen zu suchen und zu testen. Wenn du z.B. Abends nach der Arbeit in deine Wohnung kommst und dich einsam fühlst und Gesellschaft wünschst, wenn du alleine bist, könntest du vielleicht versuchen, soziale Treffen mit deinen Lieben auf den Abend zu legen oder ein Hobby mit anderen Menschen in deine Woche planen. Vielleicht sind auch deine sozialen Bedürfnisse allgemein zu wenig befriedigt und du könntest versuchen, neue Menschen kennenzulernen um mehr Freunde zu gewinnen.

Ich finde es zudem auch sehr plausibel, dass deine schlimmen Erfahrungen aus der Vergangenheit Narben in der Gegenwart hinterlassen haben. Auch hier bräuchte es meiner Meinung nach professionelle Unterstützung in der Aufarbeitung. Vielleicht hilft es dir aber bereits, dich selbst zu fragen, ob du diesen Menschen von früher glaubst und du dich selbst als der Aussenseiter, der der anders ist, siehst. Wenn ja könnte es vielleicht helfen an deinem Selbstwert und deiner Selbstliebe zu arbeiten.

Wenn es die Angst ist, etwas verpasst zu haben, könntest du ja auch versuchen, das nachzuholen, sofern möglich, oder dich mit den bestimmten Situationen befassen und dich fragen, ob du da wirklich so viel verpasst hast bzw. daran überhaupt Spass gehabt hättest.

Ich hatte vor ein paar Jahren ebenfalls grosse Schwierigkeiten mit dem Eisamkeitsgefühl. Mit Unterstützung von meiner Therapeutin habe ich mir dann über mehrere Jahre ein Umfeld aus lieben Menschen geschaffen und an meinem Selbstwert gearbeitet und heute habe ich das Einsamkeitsgefühl kaum noch. Aber wie gesagt, das ist sehr individuell.

Ich hoffe, dass du einen Weg aus diesem Einsamkeitsgefühl findest und wünsche dir alles Gute 🍀

x 2 #2






Dr. Reinhard Pichler
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