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Zitat:Aber genauso, wie du mich jetzt missverstanden hast, verstehst du vielleicht auch die Welt miss. Natürlich ist es altruistisch der Nachbarin mit ihren Einkaufsbeuteln zu helfen, der Frau mit dem Kinderwagen oder irgendwas aufzuheben, was irgendjemandem heruntergefallen ist, den du nicht mal kennst.
Das tut man nicht, damit man selbst sich besser fühlt, sondern weil wir alle Menschen sind.
Ich respektiere Deine Meinung. Ein anderer Standpunkt ist aber auch nicht "falsch". Es ist sehr wohl fern dem Altruismus, wenn man einem anderen Menschen hilft. Im Beispiel schreibst Du, dass man so etwas nicht tut, damit man sich selbst besser fühlt, sondern weil wir alle Menschen sind. Doch, man tut es sehr wohl, damit mach sich besser fühlt. Und dabei gibt es viele Aspekte, die für mich sofort in den Fokus rücken. Je nach dem, ob du ein, sagen wir weit gegriffen, "guter" Mensch oder "schlechter" Mensch bist, gehst du anders an die Sache ran. Entweder hilfst du nicht, weil du eben ein "schlechter" Mensch bist und/oder keine Lust hast - also negativ gepolt. Dann befriedigst du durch das Unterlassen der Hilfe dein inneres Bedürfnis. Du hast es für dich getan, der andere Mensch war dir egal, Empathie gab es in diesem Szenario höchst wahrscheinlich keine oder wenig. Egal wie, du hast es getan um Dich zu befriedigen. Dein Bedürfnis, deine Emotion, dein Verlangen. Es war egoistisch motiviert. Oder im anderen Beispiel, Du hilfst, und tust es gerne. Was war hier die Motivation. Altruismus? Möglich, aber wahrscheinlicher ist nach meiner Einschätzung ein ähnliches Konzept wie für den "schlechten" Menschen. Nur mit anderen Emotionen und Inhalten. Du hast vielleicht, wenn du es nicht tust ein schlechtes gewissen, oder du tust es, weil du einfach so erzogen bist, oder du tust es, weil du emphatisch bist und auch erwarten würdest, dass man dir hilft oder es zumindest hoffst. Egal wie, Fakt ist hier, Du tust es nicht aus Altruismus, sondern um deine Emotionen und eigenen Ansprüche die du hast zu befriedigen. Im Ergebnis machst du es für dich. Der Unterschied zum "schlechten" Menschen besteht hauptsächlich darin, dass der "gute" Mensch eine WINWIN Situation geschaffen hat. Aber das ist der Beste Fall, den ich selbstverständlich jedem unterstelle, der anderen Hilft - den Besten Fall . Aber leider zum grössten Teil für sich selbst. Negativ gepolt oder positiv gepolt alles sind letztendlich nur Formen davon. Alles was man tut ist aus dem tiefen Bedürfnis der SB entstanden.
Fakt ist aber auch, dass es egal ist. Denn das ist nun mal das, was das Leben bietet. Nimm es oder lass es. Ändern kannst du das auf keinen Fall. Schon klar.
Aber diese Tatsache ist es auch nicht, die mir zu schaffen macht. Es ist die Tatsache, dass die Menschen es nicht meistern, eine echte WINWIN Situation für die Menschheit zu schaffen. Kein gutes Gleichgewicht. Und sie sind zu oft "schlecht". Zu viele Dinge laufen aus dem Ruder. Zu viele unüberlegte Handlungen in der Politik. In der gesamten Geschichte der Menschheit. Zu viele unnötige und zum Großteil schwachsinnige Entscheidungen, Ansichten, Ausführungen. Oder mit zu krassen Auswirkungen. Zerstrittene Familien, Milliardenausgaben für Luxus, während andere Menschen nichts zu essen haben. Dekadent und Überheblich. Wir fahren Autos manche zwei. Haben Motorräder, Fussbodenheizung. Wir essen Fleisch ohne Ende. Viel zu viele Menschen benehmen sich noch "schlecht". Sie treffen schlechte Entscheidungen. Das verletzt mich zu tiefst, weil ich genau weiss, dass der Mensch auch anders sein könnte. Weil viele Menschen in vielen Dingen anders sind. Aber eben zu wenige! In zu wenigen Dingen. Die meisten Menschen stellen kein Gleichgewicht zwischen ihrem Egoismus und einer WINWIN Situation her. Schlechter Egosimus ist scheinbar mächtiger als guter Egoismus. Ich bin keine Moralinstanz und könnte ich auch nicht sein, denn ich leide ja auch an diesen Problemen. Die betreffen mich genau so und noch mehr!
@Die breite Masse gibt mir Sicherheit/ Ich fürchte mich, weil die breite Masse aus Individuen besteht.
Der Gedanke ist sehr interessant finde ich. Für mich vielleicht gegenteilig zu formulieren aber interessant. Ich würde mich dabei eher so beschreiben:
Ich fürchte mich vor der breiten Masse und der Einzelne gibt mir Sicherheit. Also genau andersrum. Warum? Weil ich weiss, dass der einzelne Mensch unter „4 Augen“ genau weiss, was richtig und falsch ist. Und zumindest viel besser als er selber lebt. Aber auch jeder Mensch ist so gut er eben sein kann, auch wenn das leider oft nicht reicht. Zu oft. Aber ich weiss zu schätzen, dass viele Menschen tun, was sie können. Ich rechtfertige es damit, dass mein Anspruch zu hoch ist. Aber das glaube ich nicht wirklich. Ich denke wir müssen uns mehr Mühe geben. Das ist alles. Aber ich habe eher Verständnis für den Einzelnen als für die Masse. Die Masse macht mir angst. In der Masse oder sagen wir aus der Hubschrauberperspektive mit Blick auf die Welt und das Leben, schwimmen wir seit 1000en Jahren zwischen Kriegen und anderem Mist hin und her. Keine Entwicklung, nur Wiederholungen aller Fehler die schon seit 1000en Jahren gemacht werden. Zu gierig, zu überheblich, zu rücksichtslos, zu stolz. Zu Negativ-Egoistisch. No WINWIN!
@Plattitüden
Aber die Masse. Und die Masse besteht nun einmal aus Individuen. Es ist nichts persönliches, es ist die Masse, die es mir "schwer" macht.
@Messen, Werte, Liebe
Du sagst es. Keiner ist mehr Wert. Aber warum scheint das niemand zu schnallen. Oder sagen wir, warum schnallen es so unglaublich viele nicht? Jeder versucht dem anderen überlegen zu sein. Jeder versucht seinen Lebensstandard immer weiter zu erhöhen. Erfolgreich oder nicht erfolgreich, aber alles soll immer weiter höher schneller stärker gehen. Das ist doch Wahnsinn. Es bleiben im laufe der Jahrzehnte unglaublich viele Menschen auf der Strecke, die eben ihre Rolle nicht authentisch als "stark genug" spielen können. Selbst Menschen in "hoch entwickelten" Industrieländern fühlen sich gestresst, wollen weiter kommen ob wohl es ihnen objektiv super geht, streiten sich mit der Familie, wollen Ihre Freunde übertrumpfen oder das Geschäft noch weiter vergrössern. Niemand scheint zu schätzen was er hat und zufrieden damit zu sein. Argumentativ könnte man aber auch den Spruch anführen: "Der Stillstand gehört den Zufriedenen, und der Fortschritt gehört den Nörglern." Ich gebe zu, ein wenig Fortschritt von der Art Fortschritt, den die Menschheit in den letzten Jahrtausenden gemacht hat, ist auch gut und hilfreich. Aber der grösste Anteil, von dem, was wir als Fortschritt bezeichnen ist Matsch. Gewachsen aus negativ-egoistischen Entscheidungen. Eigentlich wäre es doch selbstverständlich, dass wir die WM alle boykottieren. Es wäre doch selbstverständlich, dass wir bereit sind mehr als 1,99 für ein halbes Huhn zu bezahlen. Das wir einfach weniger "schlecht" sind in der Masse sondern eher "gut" und nur ein bisschen schlecht. Aber ich empfinde es mit allem was ich bin nicht so. Die Masse der Menschen ist schlecht. Oder sagen wir trifft zu viele schlechte, egoistische und in vielen anderen Belangen nicht hilfreiche, sogar menschheitsschädigende (lauter Individuen!) Entscheidungen.
@Mensch
Klar bin ich ein Mensch. Alles was ich schreibe ist ein fundamentaler Standpunkt den ich eingenommen habe. Oder um es Dir näher anzutragen ein fester und massiver Bestandteil meiner Haltung, meines "geschlossenen Systems". Aber: wie jeder Mensch, habe ich auch andere Standpunkte in mir und kann auch, wie jeder Mensch, in einem Gewissen Rahmen bestimmte Standpunkte einnehmen und authentisch behaupten. Doch bestimmte Standpunkte sind einfach bombenfest. Echte Glaubensgrundsätze. Und bei mir sind die nicht gerade menschenfreundlich. Denn wir könnten so toll sein, sind wir aber nicht.
@Therapeut
Anonym, weil ich weiss, dass hätte einen therapeutischen Wert für mich. Eine grosse Hilfe. Sagen wir es wäre wie eine Handpuppe, die für mich spricht, weil ich anonym bin mir selbst gegenüber, nicht dem Therapeuten gegenüber. Wenn ich eine Handpuppe nehmen soll, dann passe ich lieber. Natürlich ist das eine Allegorie.
@Das möchte ich nicht unbemerkt lassen.
Dadurch, dass Ihr so auf mich eingeht, erfahre ich sehr viel über Euch. Irgendwie sogar viel mehr, als in so mancher Direkter Nachfrage. Aber es fällt mir eben sehr schwer, die Dinge positiv zu bewerten. Ich hinterfrage die Dinge so intensiv, bis die *beep* Fakten auf dem Tisch liegen. Und ich weiss das ist nicht Hilfreich. Nun, wenn ich weiss, was richtig wäre, was ich glaube, warum fällt es mir dann so unendlich schwer, das Richtige auch einfach zu tun und durch zu ziehen. Wie bringt man jemanden dazu etwas zu tun, dass er theoretisch perfekt beherrschen würde? Auch wenn ich überzeugt bin, dass die Menschheit zu "schlecht" ist, weiss ich, dass ich niemandem Rechenschaft ablegen muss, ausser mir selbst. Also wäre es ja legitim, mich so zu manipulieren, dass ich ein halbwegs glückliches Leben führen könnte. Ich habe das Recht und ich weiss um die Manipulation und das diese ok wäre, aber ich finde es doch falsch und darum schaff ich es nicht.
Wie auch immer. Mehr hab ich nicht zu sagen.
