Zitat von Snoopy:"Noch" war es keine schriftliche, worauf ich jedenfalls hingewiesen wurde wenn dies nochmal passiert bekomme ich eine schriftliche.
Wenn es so war, wie du sagst, dann hat er nicht recht. Dann solltest du erst recht mit deinem Ausbildungszuständigen in der Kammer darüber sprechen.
Auf jeden Fall aber spätestens, wenn du wirklich mal eine schriftliche Abmahnung bekommen solltest. Unbedingt! Sonst verdorben er dir dein Ausbildungszeugnis, und dann bekommst du später schwer eine Stelle!
DAS solltest du auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen.
Zitat:Zitat:Trotzdem: Du bist jetzt um zwei Erfahrungen reicher, die du beachten solltest.
1) Wenn dich jemand nach deiner "ehrlichen Meinung" fragt, will er/sie die häufig trotzdem nicht wissen, sondern möchte seine eigene Meinung bestätigt bekommen. Wenn du diese Person nicht verärgert willst, solltest du dir dann eine diplomatische oder direkt ausweichende Antwort überlegen.
1. also um es direkt zu sagen einfach "Ja" sagen und gut ist?
Das kann manchmal das beste sein, aber nicht immer. Es kommt darauf an, was der andere gesagt hat und worum es geht. Wenn du dabei mit "Ja" ungestört weiterarbeiten kannst und das keine negativen Folgen für dich hat, dann ist ein "Ja" das einfachste und geeignet.
Es kommt auf der Arbeit nicht darauf an, gegen jemanden zu "gewinnen" oder Recht zu bekommen, sondern darum, dass die Arbeit getan wird und man am Monatsende seinen Lohn ausbezahlt bekommt, und das möglichst langfristig.
Es ist nicht wie in der Schule oder im Verein oder ähnlichem, wo man richtige Redefreiheit hat und nix wirklich Schlimmes daraus folgen kann. In der Arbeitswelt bestimmt im Prinzip der Arbeitgeber, was getan wird. Wenn er jemenden, der Widerworte gibt oder einfach eine andere Meinung hat als er selber, nicht mag und nicht ertragen kann oder will, dann muss er das nicht. Er kann sich weigern, so jemanden einzustellen und kann ihn auch nach der Einstellung auf mehrfache Arten wieder loswerden. Im schlimmsten Fall muss er dann - wenn du ihn wegen unzulässiger Kündigung, falscher Bahauptung o.ä. verklagst - eine Abfindung an dich zahlen. Aber es kommt praktisch nicht vor, dass ein Gericht einen Arbeitgeber zwingt, jemanden zu behalten, den er nicht will. Wir haben ja eine freie Marktwirtschaft, dazu gehört die Vertragsfreiheit. Der Arbeitnehmerschutz greift nur in wenigen Fällen.
Ich schreibe dir das so ausführlich und bis zum Extrem, damit du dir klarmachst, dass es in der Arbeitswelt kein "Recht zur Selbstentfaltung" gibt und auch nicht wirklich geben kann. Dazu gehört auch das "Recht auf freie Meinungsäußerung". Die gibt es auf dem Papier - in Wirklichkeit ist dieses Recht da zu Ende, wo dein Arbeitgeber oder auch dein Kunde (falls du dich selbstständig machen würdest) auf dich sauer wird. Ein saurer Chef oder ein saurer Kunde bedeutet für dich: weniger oder kein Geld.
Und das kann nicht dein Ziel sein, denn du arbeitest ja schließlich genau für den Zweck, dass du Geld bekommst - oder?
Es sei denn, du bist Künstler. Aber auch die brauchen Kunden, die ihnen
wohlgesonnen sind und ihnen etwas abkaufen.
Zitat:Zitat:2) Jetzt weißt du, was dein Chef von dir erwartet: dass du arbeitest und möglichst wenig Zeit mit Reden vergeudet wird und dass es keinen Streit geben soll. Es heißt nicht umsonst: "Wer zahlt, schafft an." Im Prinzip solltest du dich soweit möglich daran halten, wenn du deine Stelle behalten willst.
2. einem gesellen stehen am tag 1-2 std. mit dem azubi zu wo er eigentlich nur erklärt. Mein chef sagt jedoch "Der azubi soll nicht denken sondern arbeiten" nur durch arbeiten alleine bekommt man nicht das nötige verständnis wieso man das "so und so" macht. Ich würde nicht von mir selbst behaupten das ich als azubi nur herumstehe und löcher in die wand starre.
Ich verstehe, was du meinst, und es wäre schön, wenn dein Chef und die Gesellen sich freundlich und ausbildend verhalten würden.
Du hast übrigens als Azubi das RECHT darauf, dass du AUSGEBILDET wirst und nicht einfach nur "arbeiten" musst. "Der azubi soll nicht denken sondern arbeiten" ist eine völlig falsche Einstellung deines Chefs = Ausbildenden. Hast du nicht eine männliche Vertrauensperson, die dir bei der ganze Sache beistehen könnte?
Weißt du, ob dein Chef jemals eine Ausbldungseignungsprüfung gemacht hat?
Früher war das nötig, dann wurde es wieder abgeschafft, weil es zu wenige Ausbildungsstellen gab. Aber das wäre dann mal ein Hinweis, ob der Mann überhaupt eine Ahnung hat, wie man ausbildet.
Zitat:Vor 2 jahren fing ich die ausbildung an. Ich habe jedoch nicht vor nach der ausbildung in diesem betrieb weiter zu arbeiten.
Wie gesagt, das Ausbildungszeugnis des ausbildenden Betriebes hat Einfluss darauf, ob du einen anderen (und dann hoffentlich besseren?) Arbeitsplatz findest.
Und selber ablehnen, wenn es ein Übernahmeangebot gibt, solltest du besser nur dann, wenn du schon einen anderen Arbeitsvertrag in der Tasche hast. Andernfalls hast du nichts, und das Arbeitsamt streicht für 3 Monate dein Arbeitslosengeld, weil du die Arbeitslosigkeit selbst verschuldet hast.
Die ganze Arbeitswelt ist eine beständige Gratwanderung zwischen Selbstbehauptung und kleine Brötchen backen. Auch diese Balance sollte man in der Ausbildungszeit erlernen. Da bist du offenbar gerade dabei.
(Vielleicht ist es in Beziehungen mit Menschen eigentlich immer so. Ist nicht immer leicht.)