Lieber Mario,
das sind ja tolle Neuigkeiten. Ich freue mich sehr für euch!
Die Aufwachphase kann etwas länger dauern und bitte rechne damit, dass deine Frau erst mal verwirrt ist. Viele Patienten ( mein Vater hatte das auch ) leiden nach dem Koma an einem "Durchgangssyndrom". Manche sind verwirrt, aggressiv, beleidigt, reden wirres Zeug, sind nicht nett zu Angehörigen, usw. Mein Vater hat z.B. immer nach einer Waffe gesucht, der Vater einer Freundin nach einer Kugel, die Jesus ihm gegeben hat

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Was auch sehr merkwürdig war, mein Vater hatte nach dem Koma einen ganz anderen Geschmack - plötzlich mochte er Tee und Marmelade. Hat sich aber alles wieder gelegt!
Ich nehme an, dass deine Frau in Reha kommt - da kann sie sehr viel wieder erlernen. Mein Opa (hatte einen recht schweren Schlaganfall) ist im Rollstuhl in die Reha und gehend wieder raus. Das Gehirn ist unglaublich flexibel und es kann vieles wieder hergestellt werden.
Mario, wichtig ist, dass du gut auf dich Acht gibst. Auch du bist wichtig, mit deinen Sorgen und Ängsten.
Ich kann deine Angst vorm Alleinsein sehr gut verstehen - das ist auch eine Angst von mir. Aber dieser Angst musst du dich nicht jetzt auch noch stellen. Es ist vollkommen ok, wenn du dich ablenkst, geh zu Freunden oder Verwandten.
Ich wünsche euch alles Gute und bin in Gedanken bei euch!
LG
KDA