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Fjedor
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Ich mache keineswegs immer, aber doch oft die Erfahrung, daß ich von anderen nach meiner Wahrnehmung nichts zurück bekomme, obwohl ich ihnen etwas gebe. Ich meine damit nicht materielle Dinge, sondern geistig-seelische wie etwa Vertrauen oder Offenheit oder auch Liebe.
Ist das nun die heutige Zeit oder mache ich was falsch?

03.09.2026 x 3 #1


20 Antworten ↓

Schlaflose
Wen genau meinst du? Die Familie? Da sollte ein gegenseitiges Geben und Nehmen auf emotionaler Ebene selbstverständlich sein. Aber ansonsten eher nicht, höchstens in sehr engen Freundschaften.

x 7 #2


A


Geben und nehmen

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User_0815_4711
Zitat von Fjedor:
Ich meine damit nicht materielle Dinge, sondern geistig-seelische wie etwa Vertrauen oder Offenheit oder auch Liebe.

Wie @Schlaflose schon schrieb, das ist ein breites Spektrum.
Kannst du bitte ein paar Beispiele nennen?

Bei mir ist es grundsätzlich so, dass ich für gegebenes nichts erwarte, dafür ist mein Umfeld zu dement, zu gebrechlich und zu sehr mit sich selber beschäftigt. Manchmal kommt dennoch etwas zurück, soll so sein.

x 4 #3


F
Ich gebe auch immer aber erwarte Nichts zurück. Vielleicht nur mal ein Danke.
Selbst in meiner Familie haben mein Vater und meine Schwester nur immer genommen. 😟

x 2 #4


cats49
gelöscht

#5


F
Zitat von Schlaflose:
Wen genau meinst du? Die Familie? Da sollte ein gegenseitiges Geben und Nehmen auf emotionaler Ebene selbstverständlich sein. Aber ansonsten eher nicht, höchstens in sehr engen Freundschaften.

Na ja, wen meine ich? Im Grunde die Menschen allgemein.
Ich habe zwei Brüder, die sind verheiratet und haben ihre eigenen Familien. Obwohl das Verhältnis keineswegs feindlich ist, würde ich von denen schon mehr Zuwendung erwarten.
Freunde - nun ja, ich habe eher nur gute Bekannte.
Aber die Menschen allgemein, also auch Fremde. Es muß ja nichts Großes sein, aber ein bißchen Liebenswürdigkeit kostet doch nichts.

x 2 #6


MorpheusM
Die Menschen haben keine Zeit, jeder ist genug mit sich selbst beschäftigt und dann fällt es vielen schwer ein Auge für andere zu behalten. Ja es ist komisch, ich komme vom Dorf, da grüßt man sich zum Beispiel auf der Straße, ist für mich in einer Stadt teilweise komisch

x 5 #7


User_0815_4711
Zitat von Fjedor:
Ich habe zwei Brüder, die sind verheiratet und haben ihre eigenen Familien. Obwohl das Verhältnis keineswegs feindlich ist, würde ich von denen schon mehr Zuwendung erwarten.

Und du bist Single?
Sorry, die haben selber genug zu tun und können sich nicht auch noch um dich kümmern.
Es ist dein Job, dort ev. einzuspringen, wenn Not am Mann ist. Und: Bitte keine Gegenleistung erwarten!

x 1 #8


boomerine
Das ist auch so ein Thema
Für mich eigentlich normal, geben und nehmen aber nehmen war schon immer einfacher.
Es fängt schon bei Gesten, reden, zuhören und Respekt an und hört beim Geld auf.

x 3 #9


Sonja77
Also ich gebe gerne und erwarte auch nichts dafür

Wenn ich gebe dann gebe ich von Herzen
Ich gebe nicht um etwas dafür zurückzubekommen falls ich dann doch einmal etwas zurückbekomme freue ich mich sehr darüber und bin auch sehr dankbar dafür denn es ist nicht selbstverständlich im Leben etwas zu erhalten

x 7 #10


Mila40
Ich sehe das immer etwas anders.
Wenn man etwas gibt,sei es Liebe, Aufmerksamkeit, Hilfe, Zeit oder auch etwas Materielles und das insgeheim an die Bedingung knüpft, dasselbe zurückzubekommen, gibt man eigentlich nicht bedingungslos. Man schließt eher ein Geschäft ab.

Menschen befinden sich auf völlig unterschiedlichen Ebenen, was ihre emotionalen oder materiellen Möglichkeiten angeht. Jemand kann dir vielleicht nicht das Gleiche zurückgeben, weil er oder sie es schlicht gerade nicht kann(emotional überfordert, andere Lebensphase etc.). Ich für mich gebe gerne und ohne Erwartung an den anderen. Für mich ist es auch so etwas wie Freiheit.

Vielleicht bin ich da aber auch etwas komisch oder so.

x 5 #11


Dunkelbunte
Wer gibt, dem wird gegeben werden...

Die Erfahrung mache ich schon sehr lange... Ich gebe gerne. Es gibt nur eine Person in meinem Leben wo ich etwas geizig bin, wg schlechter Erfahrungen.

Ansonsten kommt alles Gute wieder zurück. Ich bekomme viel. Interesse, Sympathien, materielle Hilfe, offenes Ohr...

Und was zuvor schon geschrieben wurde, ich erwarte selten und freue mich daher umso mehr wenn dann was kommt.

In jungen Jahren habe ich überhaupt nicht so empfunden. Da war ich unersättlich. Habe erwartet, sogar gefordert und natürlich gehen Menschen dann auf Abstand.

x 2 #12


Mila40
@Schlaflose

Streng genommen ist nichts selbstverständlich im Leben. Tut mir leid, dass ich dir hier meine Gedanke gerade um die Ohren schmeiße. Ich möchte dir damit nichts Böses. Es ist nur meine Sicht.

Ich finde wir Menschen haben in vielen Dingen eine komplett falsche Wahrnehmung von dem wie es wirklich im Leben ist oder sein sollte. Ein kurzes Beispiel

Menschen bauen sich Regeln und Normen auf, um sich in der Welt sicher zu fühlen. Das Wort „selbstverständlich“ gibt ihnen nur die Illusion von Kontrolle und Verlässlichkeit in einer unvorhersehbaren Welt. Ist es nicht so?

#13


Dunkelbunte
Zitat von Schlaflose:
Wen genau meinst du? Die Familie? Da sollte ein gegenseitiges Geben und Nehmen auf emotionaler Ebene selbstverständlich sein.

Vom Werteverständnis her gebe ich dir Recht. Aber ich fürchte, Blut (Familie) ist schon lange nicht mehr dicker als Wasser (Freunde).

Wenn ich die Zähne auseinander bekomme, sind meine Freunde für mich da 😉 Ich muss halt auch was sagen. Hellsehen kann keiner.

#14


R
Ich denke, das Eine schließt das Andere nicht aus..oder mit anderen Worten, es sollte beides in einer Beziehung/Freundschaft nach Möglichkeit in einem gewissen harmonischen Wechselspiel zum Ausdruck kommen..wenn z. B. in einer Freundschaft der Eine für den Anderen immer da ist, aber nicht umgekehrt, läuft definitiv was schief..oder wenn sich Partner grundsätzlich nicht gegenseitig unterstützen, auch dann stimmt was nicht. Aber das heißt im Umkehrschluss nicht, dass man für jede Zuwendung, jedes Geschenk, jede liebevolle Geste immer sofort eine Gegenleistung erwarten sollte..und es kommt natürlich immer auf den Einzelfall darauf an..im Allgemeinen sollte es wohl u.a. darum gehen, dass beide Protagonisten sich grundsätzlich wertgeschätzt und geliebt fühlen, sonst funktioniert es auf Dauer sowieso nicht..wir alle haben legitime Bedürfnisse, die wir mit Freundschaften/Beziehungen verknüpfen (die aber natürlich nicht komplett identisch gespiegelt werden können..), insofern ist eine "bedingungslose" Beziehung/Freundschaft natürlich eine Illusion..wichtig ist aber vor allem auch (bzw. die Mindestanforderung einer reifen Beziehung..), dass man den anderen nicht für seine emotionale Lage in einer Beziehung alleinig verantwortlich macht..so ziemlich alles, was in einer Beziehung entsteht, ist immer von beiden Partnern zu verantworten..(auch wenn es sich manchmal so gar nicht danach anfühlt, kennt sicher jeder hier..)

#15


Schlaflose
Zitat von Fjedor:
Ich meine damit nicht materielle Dinge, sondern geistig-seelische wie etwa Vertrauen oder Offenheit oder auch Liebe.


Zitat von Fjedor:
Aber die Menschen allgemein, also auch Fremde.

Gibst du etwa Fremden all das? 🤔 Fremden gegenüber verhält man sich normalerweise einfach neutral bis freundlich. Erst wenn sich engere Beziehungen mit jemandem ergeben, kann man mit Liebenswürdigkeit, Vertrauen und Offenheit anfangen. Ich glaube, du hast einfach viel zu hohe Erwartungen an deine Mitmenschen.

x 1 #16


Schlaflose
Zitat von Mila40:
Streng genommen ist nichts selbstverständlich im Leben. Tut mir leid, dass ich dir hier meine Gedanke gerade um die Ohren schmeiße. Ich möchte dir damit nichts Böses. Es ist nur meine Sicht


Bei uns in der Familie war das immer selbstverständlich. Genauso selbstverständlich war es, dass es außerhalb der Familie kein Geben und Nehmen auf emotionaler Ebene stattgefunden hat. Wir hatten es nie nötig, das Emotionale außerhalb zu suchen. Die Familie war alles.

#17

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Ich bekomme vieles zurück.

Ich weiß auch, dass ich bei den Menschen, denen ich geholfen habe, das Recht habe zu fragen, ob sie mir helfen.

Da ich nach aussen relativ "hilfsunbedürftig" wirke muss ich auch ganz gezielt ansprechen, wenn ich Unterstützung, Zuspruch oder Gesellschaft möchte.

Generell würde ich gerne mehr geben und nehme mir mit zunehmendem Alter auch vor, mehr zu nehmen.

[Persönlicher Exkurs: Wo ich mir tatsächlich etwas mehr Kooperation, Einsatz oder wenn ich es hart ausdrücken würde "Rückgabe" wünschen würde, ist von meiner 12jährigen Tochter, in Sachen Selbstständigkeit und aktiver Mitarbeit. Auf der anderen Seite erkenne ich auch einen dankbaren Blick, eine Umarmung und ein "Hab dich lieb, tschuldigung, dass ich nicht geholfen hab" als Rückgabe. Und ich bin mir sicher, dass wir Eltern ihr auch nicht alles geben/geben können, was sie sich von uns wünscht. Aber meine Tochter und ich "arbeiten" an diesem Thema.]

x 1 #18


F
Zitat von Schlaflose:
Gibst du etwa Fremden all das? 🤔 Fremden gegenüber verhält man sich normalerweise einfach neutral bis freundlich. Erst wenn sich engere Beziehungen mit jemandem ergeben, kann man mit Liebenswürdigkeit, Vertrauen und Offenheit anfangen. Ich glaube, du hast einfach viel zu hohe Erwartungen an deine ...

Das kann sein.
Allerdings will ich ja auch nicht von jedem Fremden Liebe.
Ich meine aber, wer in der Liebe ist, der kann auch einem Fremden Liebe entgegenbringen.
Solch eine Liebe kann sich auf vielfältige Art zeigen, zum Beispiel durch Beachtung, Zuhören, auf den anderen eingehen etc.
Liebe hat nur in Einzelfällen etwas mit Sexualität zu tun, und die Liebe auf bestimmte Personen zu beschränken, ist mE nur das Eingeständnis, daß man nicht wirklich in der Liebe ist.
Ist aber ein komplexes Thema, ich freue mich über die vielen Reaktionen, die ich von dir und anderen hier schon erfahren habe.

x 2 #19


Mila40
@Schlaflose

Das klingt nach einem wahnsinnig starken Zusammenhalt und einer Sicherheit, die du da erlebt hast. Das kann ein großes Geschenk sein. Ich glaube, genau da liegt der Unterschied in unserer Wahrnehmung: Wenn man das Glück hat, in so einem geschützten Kreis aufzuwachsen, fühlt sich dieses Geben und Nehmen natürlich absolut selbstverständlich an. Meine Perspektive war eher ein Blick auf das große Ganze, dass dieses Glück eben nicht jedem gegeben ist und die Welt außerhalb oft anderen Regeln folgt. Aber ich verstehe jetzt besser, woher deine Sichtweise kommt.

#20


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Dr. Reinhard Pichler
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