Noch kann jeder weitestgehend seinen Interaktionsrahmen selber bestimmen, doch ob er sich der Konsequenzen desselben bewusst ist, ist eine andere Frage. Darüber zu richten bringt wohl mehr Verdruss für den Richter als für den Betroffenen - das liegt in der Natur dieser Sache.
Die "Übergrifflichkeit" jeglicher medialer Einflüsse gab es schon immer. Das begann mit den ersten schriftlichen Niederlegungen und gipfelt heute in voraussortierender Social Media bzw. vor-voraussortierenden Leitmedien (Light-Medien?

).
Man kann einen Konzertbesucher von 1969 nicht mit einem heutigen Konzertbesucher vergleichen und somit fehlt auch ein wertender Bezugsrahmen. Dass wir uns den jedoch gerne wünschen, hat sich nicht groß verändert. Das liegt an unserer ego-inhärenten Neigung zur Dualisierung und Bewertung. Ein subjektives Erlebnis unmittelbar "teilen" zu wollen, hat früher eben darin funktioniert, es
vollumfänglich zu erleben und man fühlte sich dabei mit Allen und Allem verbunden (zumindest ging es mir auf Konzerten so). Es war sozusagen die temporäre Aufhebung der Dualität und somit - biblisch gesprochen - die Rückkehr ins Paradies

(Gruß an @superstes ..)
Heute neigt der "medial-strukturierte" Geist des Menschen dazu, dieses Einheitsgefühl eben dadurch zu erleben, indem er die Technik (begleitet von der dafür notwendigen Infrastruktur) nutzt. Fehlt diese, kann es jedoch durchaus vorkommen, dass er seine mitgebrachte Fähigkeit zur "autonomen" Verschmelzung mit dem Augenblick erfährt - was ich persönlich jedem jungen Menschen wünsche.
Aus meiner Sicht bedeutet die als technischer Fortschritt verstandene (und verkaufte) Entwicklung einen faktischen
Rückschritt was unser Potenzial bzgl. der Verbundenheit mit uns selbst angeht.
Was macht man nun mit dieser (Ein-)Sicht? An der Entwicklung verzweifeln? Die Täter und Opfer verurteilen? Sich selbst dazu ins Verhältnis setzen und davon seinen Selbstwert ableiten?
Ich sehe es wie @-IchBins- und denke auch, dass es die Aufgabe (und Chance!) jedes Einzelnen von uns ist, aus derlei Reflektionen zu lernen und ein Stück weit mehr zu verstehen, um was es
uns wirklich geht.