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E
Hallo an alle da draußen.
Erstmal zu meiner Person. Ich bin 27 Jahre alt und Wohne in Thüringen.
Leider habe ich ein dickes Problem, eigentlich sind es viele Probleme.
Ich weiss nicht mehr weiter und deswegen bin ich hier
Desweiteren hoffe ich, dass dieses Thema jemanden interessiert und mir vielleicht weiterhelfen kann.

Ich hatte ein Leben. Eines mit wenig Geld (800,00 EUR Netto) aber dafür eine wunderhübsche Freundin (24 Jahre) und einen großen Freundeskreis.
Zwar hatte ich (wir) nur wenig Geld aber ich (wir) waren glücklich. Im Februar hat mich dann meine Freundin verlassen (Nach 6,5 jahren).
Sie hatte sich nicht mehr wohlgefühlt. Ein Brief war das letzte was ich vorfand. Dieser Satz Tut mir leid, ich musste es tun. Hab mich nicht mehr wohl gefühlt hat sich in meinen Kopf und in mein Herz gebrannt. Jedenfalls zerbrach mit der Beziehung auch mein kompletter Freundeskreis. Ich habe nur noch einen guten Freund in meinen Wohnort, der aber selbst genug um die Ohren hat.
Meine Familie wohnt in Hessen, sehr weit weg also. Die Familie kann mir leider nur immer kurze Zeit am Telefon zuhören, dannach ist es wieder still in meiner Wohnung.

Mittlerweile arbeite ich bei einen der größten Onlinemodehändler in Deutschland und verdiene wesentlich viel viel mehr.
Wenn ich arbeite spreche ich oft mit Kollegen, unterhalte mich über die Schicht ect aber über mehr nicht.
Ich bin sehr dankbar dafür diese Arbeit zu haben, denn durch sie habe ich wenigstens ein minimum an sozialen Kontakten.
Wenn man sich gut versteht, fragt man irgendwann ob man sich mal treffen kann. Bis jetzt wurde ich immer versetzt oder abgewimmelt.
Ich bin so frustriert, traurig, zerrissen und verbittert wie ich es lange nicht mehr war.
Meine Einsamkeit führte mich sogar auf den Weg in ein Bord..
Klar, es kam zu sexuellen Handlungen. Aber eigentlich habe ich das nur gemacht um wieder einmal Zuneigung zu bekommen.
Andere Haut, Berührungen, Umfeld und Körperwärme eines anderen Menschen zu spüren. Bitte bitte bitte, denkt nicht schlecht über mich wenn ihr den Satz oben gelesen habt. Ich fühle mich so hilflos und weiss garnicht wie ich die Fesseln der Einsamkeit loswerden soll

Wisst ihr ich habe so große Angst vor dem verlassenwerden und vorm alleinsein.
Ich trauere kaum noch um die verlorene Beziehung, obwohl wenn ich ehrlich bin schon.
Der Fernsehr läuft, das Radio aber es ist niemand hier. Es ist still obwohl das Radio oder der Fernseh läuft.
Stille, stille in meiner Seele die alles zerfrisst und alles durchdringt.

Niemand sagt mir vor der Arbeit guten morgen.
Oder nach der Schicht schön dass du wieder hier bist
Niemand mit dem ich weg gehen kann. Langsam bekomme ich schon seltsame Gedanken, wie ich sie schon früher hatte.

Wer nicht stabil ist bitte JETZT WEGKKLICKEN !

In meiner Jugend diagnostizierte man eine Borderlinestörung/PTBS bei mir.
Das ganze Programm mit Selbstverletzung. Über das Warum und Wieso möchte ich jetzt nicht sprechen.
Jedenfalls spiele ich manchmal mit dem Gedanken mir eine Pistole zu besorgen oder Rasierklingen um vor der Tür meiner Ex-Freundin den Suizid zu begehen.
Warum? Ganz einfach! Die Liebe die mir gegeben wurden ist, war für mich damals die beste Medizin, wirksamer als jedes Medikament.
Nahe bei einem Menschen zu sterben, der mir eine so schöne Zeit und Liebe schenkte wäre ein schönes Ende.

DENNOCH WERDE ICH NIE EINEN SUIZID BEGEHEN AUCH WENN ICH DIE GEDANKEN HABE
Warum? Auch ganz einfach! Wie kann ich etwas am unglücklichsein ändern, wenn ich gehe?
Soll ich anderen Menschen nicht die Chance geben in mein Leben zu kommen? Wäre es nicht egoistisch jetzt alles zu beenden?

Aber ich weiss nicht wie ich aus diesem Käfig ausbrechen kann
Ich bin nicht gerade schlank, eigentlich bin ich sogar eine richtige Wuchtbrumme.
Der Zweifel jemanden zu finden, der mich nochmal genauso oder besser Lieben kann ist sehr groß.
Auch der Zweifel daran, dass jemand mit mir befreundet sein möchte ist sehr groß.

Ich danke euch für die Aufmerksamkeit.

05.07.2014 22:53 • 06.07.2014 #1


5 Antworten ↓


S
Guten Abend Einsamkeit87,

dass dich deine Ex-Freundin nach dieser Beziehungszeit verlassen hat und du nun wieder allein bist, kann einen schon runter ziehen. Dass einige Leute den einen oder anderen Gedanken hegen, dem eigenen Dasein ein Ende zu bereiten, kommt mal mehr, mal weniger häufiger vor. Wichtig ist, dass man weiß, dass man innerlich eine Notbremse für die Notbremse (nämlich für die des Lebens) hat, die man jederzeit betätigen kann- es sogar dringend sollte, wenn es zu arg wird.

Über deine Besuche in Etablissements kannst nur du über dich selbst urteilen. Du bist erwachsen, und solange du den Frauen nichts antust (wovon ich definitiv ausgehe), ist das doch deine Sache

Du hast Kontakt zu deinen Kollegen auf der Arbeit. Das ist besser, als gar keinen Kontakt zu irgendwem zu haben. In meiner Familie beispielsweise ruft von meinen Eltern und meinen beiden Brüdern auch nur meine Mutter an, und das auch nur dann, wenn sie Zeit hat. Aus diesem Grunde melde ich mich meistens nur noch sehr wenig von mir aus, weil ich eben auch berufstätig bin. Meine Freunde, Bekannten und meine Wahlfamilienmitglieder sind fast allesamt verschrobene, skurrile Gestalten wie ich und sind in Sachen freiwillige Meldeschaften auch eher eigen.

Habe mal gelesen, dass bei einer echten Borderline-Persönlichkeitsstörung (viele, nicht alle, Therapeuten diagnostizieren diese Krankheit wie es ihnen beliebt, ohne, dass die Leute wirklich daran erkrankt sein müssen) keine hundertprozentige Heilung möglich ist, dass es jedoch möglich ist, dass man mit dieser Krankheit umgehen kann. Es halt für sich selbst und/oder mit Hilfe von Außen eben lernt, für sich selbst mit dieser Krankheit umzugehen.

Schau mal, es ist doch jetzt wichtiger, dass du dich erstmal auf dich konzentrierst. Du hast den Anfang gemacht und verdienst jetzt zum Beispiel wieder mehr. Wenn man immer nur vom Leben verlangt, aber dem Leben, dass sich die Dinge auch von allein regeln können, nicht vertrauen kann, dann erzeugt das natürlich Frust und Traurigkeit. Und schnell wird daraus eine Art Teufelskreis. An deiner Stelle würde ich jetzt erstmal mir mein Privatleben Stück für Stück wieder aufbauen. Das Wie ist zwar die schwierigste Frage, beantwortet sich in der Regel von selbst. Oft nicht heute, aber sehr bald.

Viele Grüße,

Schokoschnepfe

05.07.2014 23:36 • #2


A


Einsam, unglücklich, ungeliebt und hilflos

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S
Hallo Einsamkeit87,

zu Hause kannst Du natürlich keine Leute kennenlernen, deshalb gehe in Vereine, zum Single Stammtisch oder gib eine Anzeige in der regionalen Zeitung auf, dass Du Freunde für gemeinsame Unternehmungen suchst.

Du kannst auch eine Kontaktanzeige aufgeben, aber da solltest Du dann auch Deine Figur erwähnen. Wer sich dann meldet der weiß worauf er sich einlässt und es gibt keine Enttäuschung diesbezüglich.
Ich glaube bei Kontaktbörsen im Internet ist es schwieriger, weiß es aber nicht.

Du hast ja keine soziale Phobie, sondern bist nur einsam.

Ich wünsche Dir viel Erfolg.

Liebe Grüsse

06.07.2014 01:08 • #3


B
Hallo E27!
Es ist mal ganz schön, eigene Gefühle und Gedanken niederzuschreiben, wie du es gemacht hast. Der erste Schritt, Probleme zu lösen, finde ich.
Ich kann das alles gut verstehen und deine Einsamkeit nachfühlen. Momentan fühle ich mich auch etwas allein und traurig, vielleicht bin ich deswegen so empfänglich dafür.
Das, was mir an deinem Bericht zuerst auffällt, ist die Unruhe und Panik, die dich umtreibt.
Ich glaube, das wichtigste ist im Moment, aus diesem Unruhezustand herauszukommen. Egal welche zwischenmenschlichen Konflikte hinter dir liegen: Erkenne die Stille, die dich so quält, als Stille, die beruhigt. Schalte den Fernseher und das Radio aus und höre nur auf dich selber.
Mir geht es so: Je mehr Ablenkung im Umfeld, umso mehr machen mich die Gefühle, die ich unterdrücke, krank und unzufrieden. Ich versuche die Angst und die Unruhe deutlich wahrzunehmen und zu erleben, mit dem Wissen, dass das alles vorbei geht!
Bevor ich mir Zuwendung von außen suche, weiß ich eigentlich, dass ich mich mir selbst zuwenden muss, weil so bin ich sicher, dass ich nicht abhänge von meiner Umwelt, um zu überleben.
Der Mensch ist ein soziales Wesen, und ohne Kontakt wird es wirklich schwierig. Aber aus der Isolation heraus fruchtbare Kontakte finden ist aus meiner Sicht nur mit einer entspannten Haltung möglich. Wenn du Frieden und Verständnis in dir und für dich spürst, löst sich der Knoten, und alles ergibt sich irgendwie von selbst.
Nimm deine Einsamkeit als Verschnaufspause, als Gelegenheit herauszufinden, was dir gut tut, wer du überhaupt bist und wie wertvoll deine erlebten Geschichten für dein Leben sind.

06.07.2014 11:49 • #4


E
Hallo Bird70. Danke für deine Antwort ich denke du kannst verstehen was ich sage, darum antworte ich dir nun.

Zitat:
Das, was mir an deinem Bericht zuerst auffällt, ist die Unruhe und Panik, die dich umtreibt.

Richtig, die Panik vor dem alleinsein!

Zitat:
Erkenne die Stille, die dich so quält, als Stille, die beruhigt. Schalte den Fernseher und das Radio aus und höre nur auf dich selber.

Schlechte Idee, sehr schlecht. Ich mein das nicht Böse. Warum wirst du gleich lesen

Zitat:
wer du überhaupt bist und wie wertvoll deine erlebten Geschichten für dein Leben sind.

Die Geschichten in meinen Leben haben mich zu einen Menschen gemacht der ohne einen anderen Menschen verloren ist.
Es wurde wie gesagt bei mir eine Borderlinestörung bzw. eine Postraumatischebelastungsstörung diagnostiziert.
In der frühen Kindheit war mein Vater Alk. der meine Familie mit nonverbaler Gewalt quälte.
Von der Grundschule bis in die Berufsschule war ich Mobbingopfer und ein Außenseiter.Sie beleidigten mich, schlugen mich, und kränkten mich täglich.
Alle sagten damals dass ich nie einen Menschen finde der es ein lebenlang mit mir aushält. Was ich mir vom Herzen wünsche, nichts wie alles andere ist eine Partnerin bzw. die große Liebe.
Die Hoffnung daran die ich im Herzen trage gibt mir Kraft und bringt so manch böse gedanken zum verstummen (manchmal)
Ich hatte nie wirklich viele Freunde bis ich nach Thüringen gekommen bin. Ich hatte ein echt super Leben und dachte die Zeit der Jugendisolation sei vorbei.
Die Zeit in der mich meine Krankheit(en) beeinflusst haben waren vorüber und nun? Alles für den Ar..
Das mit Zwang nichts zu finden ist, weder Freundschaften noch Liebe, weiß ich ganz genau und sogar aus Erfahrung.
Aber der Wunsch, die Sehnsucht sind so überwältigend dass ich es kaum aushalte bzw. dass ich mich kaum dagegen währen kann.

06.07.2014 17:41 • #5


M
Hallo Einsamkeit87,

auch wenn das für dich seltsam klingen mag, möchte ich dir dennoch sagen, dass deine Sehnsucht nach irgendjemand, nach Liebe etc. eine Sucht ist. Genauso wie es körperliche Süchte gibt - nach Alk., Dro., Tbk, Sex - so gibt es auch seelische Süchte.
Deine Sehn-sucht gehört zu diesen Süchten. Und Süchte müssen bekämpft und wenn notwendig behandelt werden. Heute ist es fast zur Selbstverständlichkeit geworden in einem solchen Zustand zu verharren und über Einsamkeit zu klagen in dem Glauben, dass es ja angeblich normal sei, dass man leidet oder sich unwohl fühlt, wenn man niemand um sich herum hat. Aber es ist nicht normal. Wäre es normal, würdest du nicht darunter leiden. Das Leid ist immer widernatürlich und ein Indiz dafür, dass etwas nicht stimmt. Als deine Freundin dich verlassen hat, hättest du in der Zeit danach gelitten, klar. Aber nur deshalb, weil sie dich verlassen und damit einen Treuebruch begangen hat, und nicht wegen der Einsamkeit. Der Schmerz wäre dann im Laufe der Zeit auch wieder verschwunden.

Du solltest unbedingt etwas dagegen unternehmen. Sprich mit einem Therapeuten darüber, falls du es noch nicht getan hast. Möglicherweise gibt es Medikamente, die solche Gemütszustande entschärfen.

Allein zu sein ist in Wirklichkeit sehr schön. Es ist unglaublich wohltuend und bringt einen überirdischen Frieden mit sich. Und auch das Bewusstsein der eigenen Kraft und Macht. Doch dafür muss die Seele erst einmal gesund sein/werden.

LG Maro

06.07.2014 19:33 • #6





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