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andijo64
Mitglied

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Hallo,
ich denke, hier schreiben eher jüngere Leute, aber ich versuche es trotzdem mal. Ich bin letzten Monat 60 geworden, weiblich, habe Zwillinge, 19 Jahre alt. Ich bin seit 8 Jahren von meinem langjährigen (32 Jahre) Lebensgefährten getrennt und hatte bis jetzt noch im gemeinsamen Haus gewohnt. Er möchte sein Geld und so habe ich das Haus verkauft und bin in eine kleine Eigentumswohnung gezogen. Meine Tochter ist nicht mehr mitgezogen, mein Sohn schon, aber ich denke, auch seine Zeit bei mir ist gezählt, was ja auch normal ist. Meine Mutter ist 84 Jahre und schwer herzkrank, sie war die letzten Jahre meine Vertraute.
Ich habe seit der Trennung wenig Freunde, eigentlich nur eine gute und ansonsten war da zwischen Job, Kindern, Versorgung der Mutter kaum Zeit. Ich bin auch nicht der Typ, der in Vereine geht und schnell Freunde findet. Ich habe mich nie im Leben so einsam, alt und alleine gefühlt. Mich hat eine Grippe erwischt und ich war wirklich ganz auf mich alleine gestellt, den ganzen Tag im Bett alleine, krank. So sehe ich auch meine Zukunft gerade und ich kann diese Gedanken nicht verdrängen. Alles, was so wertvoll für mich war, das Haus, die Zeit mit den Kindern, ist einfach weg. Auch meine Arbeit - ich musste vor 2 Jahren noch wechseln, da ich in der Fa. meines Lebensgefährten gearbeitet habe und er das nicht mehr wollte wegen neuer Frau, etc. - ist nicht gut, die Chefin ein Drache und die Leute zwar oberflächlich nett, aber nichts tiefgehendes.
Ein paar Menschen, mit denen man enge Bande knüpfen kann, das wäre schön, aber wie finden.
Danke für's Lesen.

Liebe Grüße

28.11.2024 x 6 #1


63 Antworten ↓
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realo
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Hallo,
habe den ganzen Thread überflogen und lese oder schreibe hier, weil Einsamkeit im Alter ein großes Thema ist. Bin männlich und letzte Woche 59 geworden, nun gehe ich stramm auf die 60 zu. Ich bin und fühle mich nicht einsam, obwohl ich als Single und einsamer Wolf wenig Bespaßung um mich habe. Jedoch die Gefahr sich einsam zu fühlen ist groß, wenn man nicht familiär eingebunden ist. Deshalb beschäftige ich mich mit dem Thema vorbeugend.

Du bist eine 60-jährige Frau, noch ganz fit, nur die Finger wollen nicht so richtig, der Daumen, aber ansonsten keine Depressionen und keine größeren körperlichen Schmerzen. Da ist also noch einiges Neues im Leben möglich, über das Beklagen der Verluste hinaus. Was mich so zuversichtlich macht, obwohl ich heute Abend am Montag alleine in der Wohnung sitze und etwas in die Tasten haue hier im Forum, für viele Menschen nicht der prickelnde Lebensinhalt, dass ich gelernt habe, was Selbstliebe bedeutet. Alleinsein ist dann nicht Einsamkeit, sondern All-ein-sein, eins sein mit allen. Dieses Gefühl der Verbundenheit zwischen den Menschen gibt auch im Moment der Isolation eine Wärme und Fülle der Möglichkeiten, ist natürlich besonders notwendig in der Zeit einer akuten Erkrankung. Es kommt niemand und tröstet beim Erwachsenen, der einzige Trost ist, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und zu spüren, wie der Schmerz langsam nachlässt und das genießen.

18.11.2024 19:17 • x 1 #58


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A


Einsam mit 60 Jahren

x 3


R

romance78nrw
Mitglied

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@andijo64
Hallo andijo64,

ich bin noch etwas jünger mit 46, keine Kinder und Single. Hundemama einer süßen Chihuahuahündin. Dennoch kann ich Dich sehr gut verstehen. Ich hatte, wenn ich Freundinnen hatte immer wenige. So zwei, drei. In den letzten Jahren unter anderem durch Corona brachen sie den Kontakt ab. Gerade bei einer, sie war in Deinem Alter, hat mich das schwer getroffen. Wir haben uns von Anfang an super verstanden und es war als würden wir uns schon ewig kennen. Wir fuhren zusammen in Urlaub und ihre beiden Hunde und meine verstanen sich bombig. Wir verbrachten viel Zeit miteinander da ich ihr im Gegenzug zu den Urlauben, die ich mir alleine nicht hätte leisten können half ihre Ferienwohnung, die sie vermietete zu putzen. So sahen wir uns häufig, da ich dann auch bei ihr einige Tage übernachtete. Sie war für mich wie eine ältere Schwester, die ich nie hatte (bin Einzelkind). Als der Kontakt wegbrach war ich total fertig. Von jetzt auf gleich war ich alleine Tag für Tag in der Wohnung. Meine Hündin schenkt mir Halt und hilft gegen die Einsamkeit, doch auch sie vermisst ihre beiden Kameraden. Eigentlich wollte ich gar nicht so mein Leid klagen, aber ich dachte es hilft Dir vielleicht zu lesen, dass Du mit Deinen Gefühlen nicht alleine bist.

Im Saarland war ich vor einigen Jahren mal für ein paar Tage in Saarbrücken. Mir fehlt ein regelmäßiger Kontakt/Austausch selbst via Whats App, Telefon gibt es da niemanden. Es tut mir sehr leid, was Dir passiert ist und fühle mit Dir. Habe auch mal mit einem Lebensgefährten zusammengearbeitet und nach der Trennung musste ich noch anwaltlich mein restliches Gehalt einklagen. Ich liebe meine Kleine aber sie kann leider nicht reden. Das Kuscheln hilft schon aber es fehlt auch einfach mal in den Arm genommen zu werden. Ein tröstendes Wort. Gemeinsam lachen, Quatsch machen, laut Musik hören, tanzen, gemeinsam essen. Ich hofffe das mit dem Haus ist jetzt bei Dir soweit durch und Du konntest Dich etwas erholen. Von jetzt auf gleich nicht mehr arbeiten und viel Zeit haben ist auch schwer, kann ich verstehen, da grübelt man umso mehr und es ist viel zu viel Zeit den Gedanken nachzuhängen. Mein Vater fiel damals auch in ein Loch als er in Rente ging.

Du sprachst an, Du würdest Dich über jemand aus der Nähe freuen. Ich wohne am Niederrhein, ist jetzt nicht um die Ecke. Aber wenn Du magst, können wir gerne Kontakt halten über E-Mail oder auch gerne Whats App oder mal telefonieren. Möchte mich nicht aufdrängen, aber Kontakt halten Freundschaft schließen bedeutet Engagement, was ich gerne einbringe. Doch möchte ich es nicht einbringen, wenn ich von vorne herein weiß, der andere möchte das nicht.

Liebe Grüße
romance78nrw

29.10.2024 10:46 • #32


Zum Beitrag im Thema ↓


M
Hallo andijo64,

was für Interessen hast du denn so? Ich finde es immer gut, über gemeinsame Hobbies Leute kennenzulernen. Das muss kein Verein sein - es gibt sogar unverbindliche gemeinsame Leseabende in vielen Städten.

Ein Ehrenamt ist auch gut - da kannst Du auch Zeit mit anderen verbringen und fühlst dich gebraucht.

Du könntest es auch über Bumble Friends versuchen, da habe ich schon nette Leute kennengelernt.

Mehr-Generationen-Häuser werden ja auch immer beliebter.

x 1 #2


Q
@andijo64 Herzlich willkommen. Hier wirst du bestimmt Ansprache und einen guten Austausch finden.

x 2 #3


main
Hey,

kann es wirklich nachvollziehen.

Normale Ratschläge wie Hobbies suchen sind für die Tonne.
Vergiss das.

Du hast doch Ahnung davon was dich bewegt und antreibt oder?

Ich glaube es ist an der Zeit nochmal das Leben etwas aufzuarbeiten und nachzudenken was einem wirklich wichtig ist.
Ich weiß Leben gehen in eine Richtung. Manchmal nur wie eine Dachrinne. Gefühlt aber leider geht es so.
Ich kenne das.

Vertrau einigen Leuten, mache treffen und versuche zu genießen.

LG

x 1 #4


Sonja77
Ich möchte dich hier im Forum herzlich willkommen heißen und wünsche dir einen guten Austausch und viele nette Gespräche

Liebe Grüße Sonja

x 1 #5


Karimma
Hallo, herzlich willkommen. Ich kann dich schon mal beruhigen. Hier sind doch noch viele in deinem Alter, nicht nur junge Menschen.

x 2 #6


Karimma
Aus welcher Ecke Deutschlands kommst du denn?

x 1 #7


A
Hallo und danke für Eure Antworten. Schön, dass sich jemand die Zeit dafür nimmt. Ich komme aus dem Saarland.

x 3 #8


Wildrose
Herzlich Willkommen. 🌻

Bin auch kein junger Hüpfer mehr.

x 2 #9


Coffeebean
Mir geht es ähnlich. Im letzten Jahr brachen fast alle engen Kontakte weg.
Ich probiere seither verschiedene Dinge aus, um Menschen kennen zu lernen.
Auch Freizeitclubs oder Sportkurse. Zwar ohne Erfolg..Und daher hat sich jetzt eine Art soziale Angst eingestellt.
Man darf trotzdem nicht aufgeben, sonst verliert man die Kraft und Mut, es weiter zu versuchen..
Ich verstehe das Gefühl jedenfalls sehr gut. Bin auch über 60.

x 4 #10


Z
Ich kann dich beruhigen es gibt schon einige ältere Teilnehmer hier.
Ich werde Ende des Jahres 58 Jahre.
.....und ich finde mich in deinem Beitrag wieder. Ein Punkt ist bei mir auch das mir private Kontakte fehlen.
Beruflich bin ich gut eingebunden.
und habe nette Arbeitskollegen, da ist aber niemand dabei mit dem ich intensivere Kontakte haben möchte und meine Arbeitsstelle ist 30km entfernt. GEHE MACHMAL mit meinen Arbeitskollegen essen aber für mehr reicht es nicht.
Mal mit jemaden einen Kaffee trinken gehen, spazieren gehen oder Konzert besuchen mit jemaden wäre schön.
Verwandtschaft habe ich gar nicht mehr. Wie du habe ich auch eine Gute Freundin die aber auch 80km entfernt.
Da sie seid einigen Jahren einen Freund hat mag ich bei ihr auch nicht immer angedackelt kommen.
Schade das du am anderen Ende von Deutschland wohnt. Ansonsten wäre ich an einem Treffen interessiert gewesen

x 1 #11


A
Das tut mir leid....aber nicht aufzugeben ist ja eine gute Einstellung. Mit zunehmendem Alter wird es noch schwieriger, glaube ich...

#12


A
@Zaubermond Danke für Deine Antwort und ja, schade, dass wir weit auseinander wohnen... Ich hätte mich gefreut.

x 1 #13


A
@MarieLuisa Vielen Dank für Deine Antwort und die Tipps, da schaue ich nach! Leseabend klingt auch gut!

#14


Karimma
Es ist echt schade, dass man nie auf Leute aus der Heimat trifft.
Ich habe auch wenig Kontakte. Meine Cousine war meine beste Freundin, aber ihr Mann ist Rentner, sie geht noch komplett arbeiten. Da bleibt nicht mehr viel Zeit. Am Wochenende ist sie mit ihrem Mann jetzt immer unterwegs. Ich habe mir im letzten Jahr einen Näheres aufgebaut und gehe in eine Selbsthilfegruppe. Da habe ich jetzt 2,3 nette Frauen kennengelernt, aus dem vielleicht was werden könnte.
Einen Job habe ich aktuell nicht, aber ich hoffe, dass ich wieder etwas neues finde, wenn es mir wieder besser geht.

x 1 #15


Z
Du kannst ja auch hier im Forum in der Treffpunkt Ecke eine Anfrage stellen, vielleicht findet sich ja jemand aus deiner Ecke

x 2 #16


A
@Karimma Das klingt doch gut. Wünsche Dir, dass Du einen Job findest.

x 1 #17

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A
@Zaubermond Das mache ich.

#18


Q
@andijo64 Ehrenamt finde ich auch eine gute Idee, zum Beispiel beim Roten Kreuz, vielleicht gibt es in deiner Nähe auch irgendetwas wie ein Kulturzentrum, wo Kurse angeboten werden oder Frühstückstreffpunkte am Wochenende sind. Eine Bekannte von mir hat über Zeitungsanzeigen andere Frauen zwecks Freizeitgestaltung wie Theater oder Kartenspielen gefunden. Guck doch mal in die Kleinanzeigen, manchmal steht da was.

Wenn man eine Sache in Bewegung bringt und erfolgreich ist, dann folgen andere nach. Da geht bestimmt noch was, ist schwer, aber es geht. Gib nicht auf.

x 1 #19


A
@Quitzil Ich danke Dir. Vielleicht probiere ich das mal, wenn ich wieder fit bin und die Wohnung fertig habe. Fühle mich leider ziemlich energielos z Z, die Belastung war zu groß das letzte Jahr..

x 1 #20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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