Zitat von Gnomenreigen:da treffen wir uns 100% das geht nun schon seit zig Jahren so, ich werde immer älter, und dann denke ich mir, dass es dann noch schwerer wird, mal wieder ein soziales Leben zu haben. Am Ende fürchte ich dann manchmal, ob man zu den einsamen Alten gehört, die jeden ansprechen, jeden Verkäufer, Kellner, Krankenschwester in ihrer Hilflosigkeit versuchen, in ein Gespräch zu verwickeln, damit sie überhaupt mal mit jemandem 3 Sätze reden können.
Witzig (oder vielmehr traurig), wir haben oft exakt dieselben Ideen und Gedanken. Sehe mich auch als so eine Alte enden, die jeden anquatscht. Manchmal mache ich das ja sogar schon jetzt, trotz meiner Schüchternheit! Wenn ich merke, jemand ist offen, dann fange ich Smalltalk an (den ich eigentlich hasse), nur um zu merken, dass ich noch lebe, weil ich was sage und ein anderer Mensch was antwortet, was zum Gesagten passt. Da komme ich aus der bloßen Beobachterrolle raus. Nachher fühle ich mich besser. Aber meist ist die Angst vor Zurückweisung größer. Meine Stadt ist nämlich nicht wirklich dafür bekannt, dass die Menschen hier offen, freundlich und gesprächig sind. Spätestens in der Pension ziehe ich von hier weg. Ich wollte nie wirklich hierher und bin in den 20 Jahren, die ich nun hier bin, nie heimisch geworden.
Dass ich als Frau von Männern angequatscht werde, die Gefahr besteht kaum. Bin nämlich ein sehr unauffälliger Typ. Da habe ich also keine Bedenken. Mein Problem ist eher das "Outing" als einsamer Mensch. Frauen, die am Wochenende allein sind, haben keine Freundinnen und keinen Partner. Männer, die allein sind, sind halt grad heute mal ohne Frau und Freunde unterwegs. Den Quatsch rede ich mir zumindest ein. Mensch, oft merke ich erst unter dem Schreiben, wie unnötig schwer ich es mir mache!
Zur Ausstellung: Das sind alte Zeichnungen, u.a. von Dürer, sowas mag ich, weil ich früher selbst sehr gerne gezeichnet habe.