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#21


F
Das Thema ist ja: Wie schützt man sich vor solchen Äußerungen. Wenn ich weiß dass ich in eine Selbsthilfegruppe gehe, werde ich anders über meine Behinderung oder Psyche mit Rente reden, als vor Nachbarn die es gut haben, mit Kindern, Erfolg und BMW.
Ich weiß dass sie soweit gesund sind um anscheinend arbeiten zu gehen, oder eine Familie gründen zu können oder ein großes Auto zu haben, oder sich vernetzt haben und Besuch bekommen und niemand im Rollstuhl ist. natürlich kann jemand Krebs haben, aber sie machen ein gesundes Bild ohne große Sorgen zu haben. Sonst hätten sie ja nicht die Familie gründen können oder das dicke Auto fahren können.
Was heißt langfristig, ich habe keine lange Lebensprognose, aber bis ich ins Hospiz muss, wäre es schon toll, wenn mir mal jemand winken würde.

Mir geht es nicht um 1:1 auswendige Sätze, sondern wie ich mich schütze, wenn Angriffe kommen vomn Leuten die es nicht verstehen was eine Agoraphobie oder Soziale Anpassungsstörung ist.

#22


A


Durch Soziale Isolation keine Gesprächsthemen und langweilig

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Elly79
Ich hoffe, dass dir niemand mehr antwortet. Deine Art und Weise User hier in anderen Themen anzugehen, geht überhaupt nicht.
Aber das wirst du mit Sicherheit wissen, wirkt nämlich sehr berechnend.

x 3 #23


Azure
Wie schützt man sich vor solchen Aussagen?

Du akzeptierst, dass diese Aussagen zu jedem Zeitpunkt fallen können. Wenn sie nicht von deinen Nachbarn in deiner Gegenwart geäussert werden, so werden sie eventuell in einem Internetforum geäußert, oder sie entstehen in deinem Kopf bzw. sie werden dort wiedergegeben. Oder die Nachbarn sprechen es nicht aus, denken aber so oder so ähnlich...

Die Erkenntnis, dass du dich nicht vor diesen Äußerungen schützen kannst, ist vermutlich erstmal schmerzhaft, aber eventuell dann in der Situation ganz hilfreich - egal ob etwas in der Hinsicht ausgesprochen wird oder sich jemand etwas entsprechendes denkt oder du annimmst, dass jemand etwas entsprechendes denkt.

Zitat von fragehase:
Mir geht es nicht um 1:1 auswendige Sätze, sondern wie ich mich schütze, wenn Angriffe kommen vomn Leuten die es nicht verstehen was eine Agoraphobie oder Soziale Anpassungsstörung ist.


Wenn es von ihnen angesprochen wird: Kurz und sachlich erklären, was es ist.
Wenn sie einen Funken an Sozialgefühl haben, dann erkennen sie, dass du aktuell einen großen Schritt machst.


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Lege dir eventuell auch parat, wie du auf Hilfsangebote reagieren möchtest. Z.b. wenn dir jemand gegenüber anspricht, dass er jeden Samstag einkaufen sowieso fährt. Ob er etwas mitbringen soll (Getränke etc...) Das könnte tatsächlich eintreten. Inwiefern es die etwas hilft und du die Person dann am nächten Samstag darauf ansprichst ist für beide beteiligten dann auch noch einmal eine Herausforderung.

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Ich habe noch ein wenig über die Aussage Und wir bezahlen deine Rente damit du zu Hause TV gucken kannst oder vergleichbares nachgedacht.

Ja, es beschäftigt dich persönlich, dass du staatliche Unterstützung bekommst. Du bist vermutlich dankbar dafür, dass es objektive Kriterien gibt, die Leuten, die in Notlage sind, eine Existenzsicherung ermöglichen, was eben auch nicht mehr ist.

Was du ihnen in dem Kontext dann nicht unterbreiten musst, ist, dass viele Unternehmer und andere Bevölkerungsteile ja auch Subventionen, Steuererleichterungen und Bezuschussungen bekommen.

#24


Lingu
Erst einmal, fühl dich gedrückt fragehase.

Ich kann deine Gedanken wirklich nachvollziehen und fühlte mich ähnlich in so einer Situation.
Ich selbst war 8 Jahre isoliert (bin es teils immer noch) und bin auch gerade dabei wieder Kontakt zu anderen aufzubauen.
Ich kenne deine negativen Gedanken und Probleme, bin wegen der Isolation selbst im Rollstuhl gelandet, hab einige gesundheitliche Baustellen (auch den Rücken) und bin selbst ein Schmarotzer.


Hättest du mich vor 2 Jahren gefragt, hätte ich dir wegen meinem Selbsthass auch keine Antwort auf deine Fragen geben können aber heute sehe ich vieles etwas anders.

Zitat von fragehase:
Wie kann ich da in Gesprächen was beitragen? Ich kann doch nichts erzählen von Familie, Kinder, Urlaub, Beruf, Freunde, Hobby, Aktivität, Vereine, Sport usw, ich habe Angst entweder langweilig zu sein oder ausgestoßen zu werden. Wie macht ihr das, oder wie fühlt ihr euch?

Da ich auch nicht viel im Alltag erlebe und nicht viel über mein Leben erzählen kann, habe ich gelernt auch Fragen zu stellen.
Nicht nur, dass man Interesse am Gegenüber zeigt, es bietet auch zur Not einen Themenwechel und man lernt den Gegenüber besser kennen.

Man kann ja auch nur Fragen stellen, welche man auch nur selbst beantworten könnte. So bist du sogar drauf vorbereitet, wenn eine Gegenfrage kommt.

Redet über Interessen, Wünsche, Träume oder über Meinungen zu etwas. Es muss nicht immer das eigene Leben sein.
So ist man auch nicht immer nur still und man bringt sich auch mit in das Gespräch ein.

Zitat von fragehase:
Ich versuche Antworten vorzubereiten: Was würdet ihr antworten, wenn man wieder sowas kommt:

1. Schmerzen haben wir doch alle, ich hatte auch 3 Wochen Rücken Verspannungen.
2. Ach die Psyche,ja manchmal bin ich auch schlecht gelaunt.
3. Und wir bezahlen deine Rente damit du zu Hause TV gucken kannst.

Danke.


Ich finde es wäre auch gut zu wissen, ob du eingeladen wurdest oder ob du deine Nachbarn eingeladen hast.

Wenn ich eingeladen werde, dann hätte ich mir wohl weniger Gedanken gemacht ob sie solche Antworten geben würden, da ja die Einladung dann von den Nachbarn kam und sie anscheinend dann Interesse haben mich kennenzulernen. Hätte ich sie eingeladen dann würde ich mir wohl auch so ein Kopf machen, ob sie es nur aus Freundlichkeit/Höflichkeit tun oder nicht.

Wiederum wäre es auch blöde zu denken, Menschen hätten Interesse ihr Silvester für jemanden zu verschwenden, der langweilig/uninteressant für sie wäre also sieht es für mich aus als ob sie dich besser kennenlernen wollen.

1. Wenn so etwas nach meinen Erzählungen kommt, - was meiner Meinung nach schon recht unhöflich wäre, was ich auch erwähnen würde - dann würde ich trotzdem dazu sagen:
Ja, die Einen mehr und die Anderen weniger. Sei froh nur Verspannungen zu haben, das kann sich auch schnell ändern. War bei mir auch mal so!

2. Wenn man sich damit nicht auskennt hat man halt keine Ahnung.
Einige Menschen sind halt Unwissend was die Psyche angeht.
Da hast du Glück nicht das zu haben, womit ich mich jeden Tag rumschlagen muss!

3. Wie Azure schon erwähnt, wäre ich dann wohl auch gegangen aber mittlerweile wohl nicht wortlos.
Und dafür bin ich dankbar! So dankbar, wie du sein solltest, dass du nicht in meiner gesundheitlichen Situation steckst!

Ehrlich gesagt kann sich das Leben der Personen von heute auf morgen auch ändern und sie stehen vor einem Scherbenhaufen. Auch wenn alles so toll von Außerhalb aussieht, weißt du nicht womit sich auch die anderen Nachbarn so plagen.
Geld, Familie und so ein Status zu halten macht auch nicht immer glücklich -und (man/es) verlangt teils noch mehr/oder anders- als in unserer gesundheitlichen/psychischen Situation. Wir plagen uns mit der Gesundheit, mit der Psyche und Andere mit anderen Problemen, die wir dann vielleicht nicht sehen oder kennen.

Das Leben allgemein ist nicht leicht und einiges erreicht zu haben auch nicht. Es gibt immer 2 Seiten der Medalie.

Du denkst schlecht von dir.
Das heißt aber nicht, dass andere direkt schlecht von dir denken. Das muss/musste ich mir auch immer wieder einreden.

Und noch ein kleiner Rat am Rande:
Wenn dir deine Gesprächsthemen nicht ausreichen, gibt es immer genug Zeit um neues zu lernen!
Erweitere dein Horizont, auch wenn du nicht raus gehst oder mit Leuten privat redest.
Lerne neue Dinge, entwickle dich trotzdem weiter - das geht auch im Rollstuhl oder im Bett - lass dich, deine Seele und dein Hirn nicht ganz verkümmern. Wenn nicht für ein Gespräch mit anderen, dann tu es für Dich.

x 1 #25


Hope25
Also ich hab die Erfahrung gemacht, umso mehr Gedanken ich mir vorher um ein Gespräch gemacht habe, umso mehr blockierter war ich, als es soweit kam. Hört sich irgendwie so banal an, aber wenn du dir einredest, dass du Spaß haben wirst, dass es ein schöner Abend wird und ihr tolle Gespräche haben werdet, Dann kommt es meist auch so. Bei mir selber scheitert es manchmal an der Umsetzung aber es stimmt, dass wir die Welt mit unseren Gedanken formen.
Und zudem, ob du über deine Probleme sprechen solltest oder nicht, würde ich dir raten, nur zu erzählen, wenn Fragen diesbezüglich gestellt werden. Angsthase1976 schreibt das du auf keine Fall darüber erzählen sollst, weil gesunde Menschen sowas nicht hören wollen. Das ist sehr auf einen Kammgeschert und tut mir leid zu hören aber das ist definitiv nicht, die Realität. Menschen, die sowas nicht hören können oder wollen, haben meist einfach keine Kapazität dafür, sich die Probleme anderer anzunehmen. Aus zig verschiedenen Gründen. Das sollte man jedenfalls nicht persönlich nehmen.

#26


R
Auch bei sozialer Phobie geht es nicht darum, etwas auswendig zu lernen, um so Sicherheit zu bekommen, das klappt nicht, eine kleine Blockade und alles ist weg. Es geht darum, sich selbst zunächst im Rollstuhl zu akzeptieren und dann auch die Anderen zu akzeptieren, falls sie ein dickes Auto haben und jede Woche ins Fitnessstudio gehen. Jedoch Du formulierst immer wieder Dein Selbstmitleid als Frührentnerin und Schwerbehinderte, da ist es virtuell sehr schwer dagegen anzukommen. Mensch ist Mensch, egal mit welchen Attributen, das ist der Wert und den kann jeder verkörpern. Da ist Destruktivität einfach nur eine Feigheit, einen Schritt nach vorn zu machen. Bin schwerbehindert mit 60 Punkten, aber danach fragt im zwischenmenschlichen Umgang niemand, denn es ist wirklich so, jeder hat seine seelischen Konflikte. Die sollte man bei einer Party nicht zum Thema machen, das mögen viele Menschen nicht, sie verdrängen lieber. Ich sitze nicht im Rollstuhl, bin seelisch behindert, das sieht kein Mensch, so nimmt auch niemand Rücksicht. 'Wir verdienen Deine Rente', wie oft habe ich das schon gehört? Dann sage ich: Danke, wie nett von Dir. Bin im Moment nicht depressiv und habe keine soziale Phobie.

x 1 #27


A
Dann berichte mal wie der Abend heute gelaufen ist

#28


R
Zitat von Angsthase1976:
Dann berichte mal wie der Abend heute gelaufen ist

Jetzt habe ich das Datum gesehen, 'heute' bezieht sich auf den 31.12., also Silvester. Habe in einem anderen Thread darüber schon geschrieben. Heute ist bei mir Freitag, der 2.1., also ist Silvester schon lange vorbei. Im Moment habe ich andere Dinge im Kopf als über Silvester zu berichten, aber vielleicht morgen. Obwohl, morgen ist Samstag, das ist für mich der lebendigste Tag der Woche, da passiert am meisten, weiß noch nicht, ob ich hier zur virtuellen Welt kommen. Jedoch ich berichte gerne über Silvester und artikuliere mich schriftlich, versprochen, denn das tut gut.

#29


A
@realo
Ja,
Es ging doch um Silvester bei dir.

#30


R
Ja, es geht um Silvester. Jedoch habe ich an diesem besonderen Tag weniger Sentimentalitäten als an Weihnachten. Silvester verbringe ich allein, kein Problem, dachte ich. Hatte schon ein Sekt-Brunch erlebt und war so guter Dinge. Tradition ist die Ananasbowle an diesem Tag. Das ging auch alles gut, ich hatte mir vorgenommen, um zwölf das Feuerwerk über der Stadt anzuschauen. Nur dann war ich um elf schon so müde, Fernsehen schauen war langweilig, wäre am liebsten ins Bett gegangen. Jedoch ich rief mich zur Disziplin, wollte durchhalten, die Zeit zog sich wie Blei, schaltete dann die Musiksendung auf 3Sat um zur Silvesterliveshow aus Hamburg im ZDF als Aufmunterung und da kam dann der erlösende Countdown bis zwölf. Schaute mir dann das Feuerwerk vom Fenster aus an, es ging etwa eine viertel Stunde und das neue Jahr war angebrochen. Silvester war geschafft, hatte eine gute Nacht und ich bin Neujahr mit guter Laune aufgestanden.

Wolltest Du nicht zu einer Party gehen? Was ist daraus geworden?

#31


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Dr. Reinhard Pichler
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