Erst einmal, fühl dich gedrückt fragehase.
Ich kann deine Gedanken wirklich nachvollziehen und fühlte mich ähnlich in so einer Situation.
Ich selbst war 8 Jahre isoliert (bin es teils immer noch) und bin auch gerade dabei wieder Kontakt zu anderen aufzubauen.
Ich kenne deine negativen Gedanken und Probleme, bin wegen der Isolation selbst im Rollstuhl gelandet, hab einige gesundheitliche Baustellen (auch den Rücken) und bin selbst ein Schmarotzer.
Hättest du mich vor 2 Jahren gefragt, hätte ich dir wegen meinem Selbsthass auch keine Antwort auf deine Fragen geben können aber heute sehe ich vieles etwas anders.
Zitat von fragehase: Wie kann ich da in Gesprächen was beitragen? Ich kann doch nichts erzählen von Familie, Kinder, Urlaub, Beruf, Freunde, Hobby, Aktivität, Vereine, Sport usw, ich habe Angst entweder langweilig zu sein oder ausgestoßen zu werden. Wie macht ihr das, oder wie fühlt ihr euch?
Da ich auch nicht viel im Alltag erlebe und nicht viel über mein Leben erzählen kann, habe ich gelernt auch Fragen zu stellen.
Nicht nur, dass man Interesse am Gegenüber zeigt, es bietet auch zur Not einen Themenwechel und man lernt den Gegenüber besser kennen.
Man kann ja auch nur Fragen stellen, welche man auch nur selbst beantworten könnte. So bist du sogar drauf vorbereitet, wenn eine Gegenfrage kommt.
Redet über Interessen, Wünsche, Träume oder über Meinungen zu etwas. Es muss nicht immer das eigene Leben sein.
So ist man auch nicht immer nur still und man bringt sich auch mit in das Gespräch ein.
Zitat von fragehase: Ich versuche Antworten vorzubereiten: Was würdet ihr antworten, wenn man wieder sowas kommt:
1. Schmerzen haben wir doch alle, ich hatte auch 3 Wochen Rücken Verspannungen.
2. Ach die Psyche,ja manchmal bin ich auch schlecht gelaunt.
3. Und wir bezahlen deine Rente damit du zu Hause TV gucken kannst.
Danke.
Ich finde es wäre auch gut zu wissen, ob du eingeladen wurdest oder ob du deine Nachbarn eingeladen hast.
Wenn ich eingeladen werde, dann hätte ich mir wohl weniger Gedanken gemacht ob sie solche Antworten geben würden, da ja die Einladung dann von den Nachbarn kam und sie anscheinend dann Interesse haben mich kennenzulernen. Hätte ich sie eingeladen dann würde ich mir wohl auch so ein Kopf machen, ob sie es nur aus Freundlichkeit/Höflichkeit tun oder nicht.
Wiederum wäre es auch blöde zu denken, Menschen hätten Interesse ihr Silvester für jemanden zu verschwenden, der langweilig/uninteressant für sie wäre also sieht es für mich aus als ob sie dich besser kennenlernen wollen.
1. Wenn so etwas nach meinen Erzählungen kommt, - was meiner Meinung nach schon recht unhöflich wäre, was ich auch erwähnen würde - dann würde ich trotzdem dazu sagen:
Ja, die Einen mehr und die Anderen weniger. Sei froh nur Verspannungen zu haben, das kann sich auch schnell ändern. War bei mir auch mal so!
2. Wenn man sich damit nicht auskennt hat man halt keine Ahnung.
Einige Menschen sind halt Unwissend was die Psyche angeht.
Da hast du Glück nicht das zu haben, womit ich mich jeden Tag rumschlagen muss!
3. Wie Azure schon erwähnt, wäre ich dann wohl auch gegangen aber mittlerweile wohl nicht wortlos.
Und dafür bin ich dankbar! So dankbar, wie du sein solltest, dass du nicht in meiner gesundheitlichen Situation steckst!
Ehrlich gesagt kann sich das Leben der Personen von heute auf morgen auch ändern und sie stehen vor einem Scherbenhaufen. Auch wenn alles so toll von Außerhalb aussieht, weißt du nicht womit sich auch die anderen Nachbarn so plagen.
Geld, Familie und so ein Status zu halten macht auch nicht immer glücklich -und (man/es) verlangt teils noch mehr/oder anders- als in unserer gesundheitlichen/psychischen Situation. Wir plagen uns mit der Gesundheit, mit der Psyche und Andere mit anderen Problemen, die wir dann vielleicht nicht sehen oder kennen.
Das Leben allgemein ist nicht leicht und einiges erreicht zu haben auch nicht. Es gibt immer 2 Seiten der Medalie.
Du denkst schlecht von dir.
Das heißt aber nicht, dass andere direkt schlecht von dir denken. Das muss/musste ich mir auch immer wieder einreden.
Und noch ein kleiner Rat am Rande:
Wenn dir deine Gesprächsthemen nicht ausreichen, gibt es immer genug Zeit um neues zu lernen!
Erweitere dein Horizont, auch wenn du nicht raus gehst oder mit Leuten privat redest.
Lerne neue Dinge, entwickle dich trotzdem weiter - das geht auch im Rollstuhl oder im Bett - lass dich, deine Seele und dein Hirn nicht ganz verkümmern. Wenn nicht für ein Gespräch mit anderen, dann tu es für
Dich.