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Somersault

Vor gut 3 Monaten starb mein geliebter Ehemann. Seitdem bin ich in einem Loch, gefangen durch Wut, Traurigkeit, Angst, Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen und bisher noch schmerzenden Erinnerungen. Ich hoffe, dass ich eines Tages dankbar zurückblicken kann auf die schöne Zeit mit ihm. Der Gedanke an den Tod begleitet mich ständig, so sehr, dass ich am liebsten mit ihm gegangen wäre. So schön wie vorher wird nichts mehr sein. Obwohl oft liebe Menschen um mich sind, fühle ich mich einsam und überfordert mit allem. In Therapie bin ich, doch es bessert sich nichts, ganz im Gegenteil....
Gibt es Menschen hier, denen es ähnlich geht?

29.03.2018 18:23 • 30.03.2018 x 1 #1


11 Antworten ↓


Bauer-Jani

Bauer-Jani


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Mein Beileid!
Das tut mir sehr sehr leid!
Fühl dich lieb gedrückt

29.03.2018 18:27 • x 1 #2


portugal

portugal


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Liebe Somersault,

nein, ich habe in dem Sinne keine Trauer erlebt aber trotzdem kann ich natuerlich verstehen, wie Du dich fuehlst und wie traurig Du sein musst. Mach' Dir bitte keine Selbstvorwuerfe, das wuerde Dein Mann doch nicht wollen, dass Du so zurueckbleibst und so traurig bist. Ich sende Dir erstmal eine grosse Umarmung, Du bist nicht allein, hier sind viele, die traurig und verzweifelt sind.

29.03.2018 18:29 • x 1 #3


Somersault


Ich danke euch, ihr seid lieb. So leicht lassen sich diese Selbstvorwürfe nicht wegwischen. Es fallen mir so viele Dinge ein, die ich noch hätte tun oder sagen können, oder natürlich auch Dinge, die ich nicht hätte machen oder sagen sollen. Man denkt immer, man hat noch so viel Zeit, und dann ist es mit einem Male zu spät für alles Ohne meinen Schatz komme ich mir vor wie ein Niemand.

29.03.2018 18:38 • x 1 #4


Shyunicorn

Shyunicorn


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Hallo Sommersault,

ich habe vor 2 Jahren plötzlich und unerwartet meinen Mann mit einem Herzinfarkt verloren.
Die Zeit heilt auf jeden Fall 'die Wunden' und ich kann sagen, dass ich jetzt erst an den Punkt angekommen bin, dass ich nicht mehr vor Schmerzen weinen muß. Meine eigene Erfahrung ist, dass man tatsächlich mindestens das Trauer Jahr benötigt. Traurigkeit und die Gedanken, man hätte..... ist in der Zeit etwas ganz Normales. Man macht in dem Trauerjahr eigentlich viele Emotionen durch, bevor man sich von ihnen verabschieden kann. Es vergeht/verblasst und wird dann tatsächlich durch Freunde und Umstände durch etwas Positives ersetzt. Setze Dich nicht unter Druck und lass es einfach zu.

29.03.2018 21:38 • x 2 #5


Icefalki

Icefalki


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Mein aufrichtiges Beileid. Ich kann dir nur sagen, dass Worte dir nicht helfen werden, Trauer muss durchlebt werden. Ist immer furchtbar, diesen Schicksalsschlägen ausgesetzt zu sein.

Schreib hier mit uns, wir werden versuchen dich aufzufangen. Hier triffst du Menschen, die auch Extremsituationen ausgesetzt sind oder waren. Insofern verstehen wir. Ich mag diese Platitüten von Beileidsbekundungen nicht wirklich, allerdings werden sie ausgesprochen und auch ernst gemeint. Trauer ist so unfassbar, dass sie schreckliche Qualen beinhaltet.

Ich hoffe, du hast Menschen, die dich einfach nur festhalten können. Mehr geht im Moment nicht. Lass sie zu.

29.03.2018 22:04 • x 4 #6


Schokopudding

Schokopudding


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Das tut mir sehr leid, das zu lesen.
Ich kann leider auch keinen wirklichen Rat geben, außer die die ganzen Gefühle mal zuzulassen und sie zu akzeptieren.
Es ist gut, dass du in Therapie bist und offenbar auch ein Umfeld hast, dass dir zugewandt ist.

29.03.2018 22:15 • x 2 #7


Somersault


Ich danke euch allen. Es tut gut sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliches erlebt /durchlebt haben.

30.03.2018 11:05 • #8


portugal

portugal


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Gern geschehen, wir versuchen uns hier, alle gegenseitig zu unterstuetzen. Ich leide unter Depressionen und im Moment geht nicht wirklich viel, aber ich mache kleine Sachen, setze mir keine grossen Aufgaben und versuche dann, mich damit aufzubauen, wieder etwas geschafft zu haben. Bin heute 1.5 Std. im Regen spazierengegangen, jetzt fuehle ich mich besser. Jeder Tag ist ein Kampf, ob es einem wieder besser gehen wird, und wahrscheinlich geht es Dir genauso.

30.03.2018 12:14 • x 1 #9


Shyunicorn

Shyunicorn


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Es gibt Tage, an denen es mir so vor kommt, dass ich vergessen habe, den Vorhang aufzuziehen. Inzwischen kann ich damit umgehen, auch mal im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln zu sitzen, umso mehr freue ich mich dann über so schöne Tage wie heute. Es geht mir genauso, ein Spaziergang in der Natur öffnet den Vorhang und erhellt die Seele, gibt Energie für schwierige Zeiten. Ich wünsche Euch in diesem Sinne ein schönes Osterfest und erholsame Tage.

30.03.2018 16:47 • x 1 #10


portugal

portugal


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Danke, Dir auch. Ich brauchte immer viel Licht, ich mag nicht im dunkeln sitzen. Mochte ich nie.

30.03.2018 17:47 • x 1 #11


Somersault


Zitat von portugal:
Gern geschehen, wir versuchen uns hier, alle gegenseitig zu unterstuetzen. Ich leide unter Depressionen und im Moment geht nicht wirklich viel, aber ich mache kleine Sachen, setze mir keine grossen Aufgaben und versuche dann, mich damit aufzubauen, wieder etwas geschafft zu haben. Bin heute 1.5 Std. im Regen spazierengegangen, jetzt fuehle ich mich besser. Jeder Tag ist ein Kampf, ob es einem wieder besser gehen wird, und wahrscheinlich geht es Dir genauso.


Ja, mir geht es genauso. Jeder Tag ist ein Kampf. Bis nachmittags hab ich alles gut gemeistert, aber jetzt sitze ich dennoch wieder wie ein Häufchen Elend hier.

30.03.2018 20:50 • #12



Dr. Reinhard Pichler


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