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Ich bin eine sehr engagierte junge Frau (20 Jahre alt). Vor den ganzen Corona Lockdown war mein Kalender immer voll, Studium, Training, soziales Engangement und am Wochenende Spiele oder Projekte die umgesetzt wurden. Der Lockdown hat diesen ganzen Sachen eine Zwangspause verpasst.

Die auch ehrlich gesagt mal ganz gut tat. Um sich auf sich selbst zu fokussieren, neue Sachen zu entdecken und Ideen für die Zukunft zusammeln. Der zweite Lockdown traf mich aber ziemlich hart, ich habe zwar einen großen Bekanntenkreis aber dafür einen kleinen engen ausgewählten Freundeskreis. Dieser wurde durch den Lockdown gefühlt aber nochmal verringert. Ich bin unglaublich engagiert und war bis dahin eigentlich mind. 5 Tage, die Woche mit irgendwas noch beschäftigt, da blieb wenig Zeit für Treffen mit Freunden. In dem Corona Lockdown bestand nun für mich die Möglichkeit diese Freundschaften zu intensivieren, aber es passierte genau das Gegenteil. Meine "Freunde" hatten nach wenigen Treffen von mir genug, meinten sie hätten keine Lust mehr mit mir was zu machen. Andere meldeten sich bis heute plötzlich nicht mehr. Natürlich, kann immer etwas in Ihnen vorgehen, was man nicht weiß oder ein schwerer Schicksalschlag sie getroffen haben. Sie bedeuten mir aber so viel, dass ich mir darüber sehr lange Gedanken gemacht habe, jetzt mir aber vorgenommen habe abzuwarten, bis sie sich melden und bis dahin diese Sache zu akzeptieren. Nun stehe ich mit zwei engen Freunden da, davon eine sehr introvertiert, genießt auch mal die Zeit für sich selber, brauch die Zeit aber auch um für sich einen angenehmen Lernalltag zu gestalten. Der andere ein Medizinstudent (1.Semester), der mit der ganzen Lockdown Atmosphäre und den Leistungsdruck sich auch sehr in sich kehrt. Folglich haben die beiden auch eher weniger Zeit für gemeinsame Unternehmungen, was ich natürlich auch komplett verstehe.

Die Leute um mich herum sagen, dass ich ein Macher bin, die Person, die Sachen anfängt, andere Leute begeistert. Nur leider schlägt, dass gefühlt momentan nicht an. Mit einer kleinen Gruppe von meinen Studienleuten, habe ich probiert einen virtuellen Spieleabend mit Among US zu starten, was ich bis dahin noch nie gespielt habe, und bis jetzt auch nicht gespielt habe. Eine Stunde vor Spielbeginn, kam dann die erste Absage, daraufhin folgte die nächste - schließlich fand nichts statt. Mit meiner Mannschaft wollte ich einen virtuellen Mannschaftsabend durchführen, der Trainer stand allerdings nicht dahinter, ist auch nichts draus geworden. Eine aus meiner Mannschaft wohnt in meiner Kleinstadt, für ein gemeinsames Individualtraining fand sie bisher immer irgendwas was dazwischen kam, nach 1 1/2 Monaten fragen, hatte ich auch irgendwie keine Lust mehr nachzufragen. Ein Jahrgangsübergreifende Aktion zu planen, scheiterte an zu wenigen Rückmeldungen.

Der Corona Lockdown hat mir auf jeden Fall gelernt, dass es nur wenige Leute gibt, die wirklich mit mir etwas am Hut haben möchten. Er macht auch viel mit Menschen, sehr viele von meinen Bekannten isolieren sich.

Und was macht er mit mir? Ich würde alles wieder für gemeinsame Unternehmungen geben. Vermisse das unter Leuten zu sein und etwas für die Gesellschaft zu tun. Fühle mich sehr einsam. Bin mit dem Fokus auf mein Studium und mich selber unterfordert bzw. nicht glücklich, ich liebe es Ideen und Pläne mit anderen zu machen, gemeinsam etwas zu erreichen.

Außerdem habe ich als junge Person, sehr doll, das Gefühl, dass ich die beste Zeit meines Lebens eingeschränkt im Lockdown verbringe.

Ich würde gerne wissen, wie es anderen jungen Leuten in dieser Situation und einen Austausch gerne anzetteln.

04.01.2021 10:44 • 07.01.2021 x 2 #1


37 Antworten ↓


Nordhörnchen
Das sich deine Bekannten isolieren ist ja auch verständlich, Corona ist ja nicht weg nur weil Lockdown ist.

Mich nervt es auch tierisch... bin im Juni in eine neue Stadt gezogen und habe mit dem Tanzen angefangen und habe eine Badminton Gruppe gefunden, hatte Leute in der Stadt kennengelernt mit denen ich ins Kino und Essen gehen konnte. Alles dicht, bin maximal frustriert und genervt, schlafe schlecht, kann mich nicht genug bewegen (jeden Tag joggen habe ich auch kein bock). Immerhin gibt es noch Leute in meinem bekannten Kreis die sich weiterhin treffen. Trotzdem neben arbeiten geht einfach fast nichts...
Ausharren und hoffen das es bald besser wird, versuche Gesund zu kochen um die mangelnde Bewegung auszugleichen...

04.01.2021 11:07 • #2



Coronaeinsamkeit - junge Leute zum Gedankenaustausch gesucht

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Veritas
Dieser ganze Lockdownsch_ gibt mir noch den Rest, wirklich. Hier kannst Du das (leider) kaum diskutieren. Viele verstehen es nicht (oder wollen es nicht verstehen), das es Leute gibt, für die es eine Belastung ist, wenn sie sich nicht ausleben können, damit meine Ich bspw. in Clubs zu gehen, vernünftig Silvester zu feiern, Essen zu gehen usw. Für sie mag es nicht schlimm sein, also DARF es für andere auch nicht schlimm sein, das ist bei vielen (die immer einen auf supertolerant machen) die Devise. Dann immer diese legendären Vergleiche: Ist ja nicht so schlimm, schau' doch mal nach Afrika! Was interessiert mich Afrika?! Zum Göbeln. Ich könnte noch mehr dazu schreiben, aber das wäre zu systemkritisch.

04.01.2021 19:59 • x 7 #3


christian17
Ich kann dieses Thema auch nicht mehr hören. Ich lese auch kaum noch in den Corona-Threads.
Ich bin so froh wenn wieder alles normal läuft und ich wieder auf Veranstaltungen und zum Fussball gehen kann.
Zum Glück habe ich einen Bekannten, mit dem ich mich manchmal draußen treffe. Sonst habe ich Im Moment kaum soziale Kontakte.

04.01.2021 20:29 • x 3 #4


Zitat von Veritas:
Dieser ganze Lockdownsch_ gibt mir noch den Rest, wirklich. Hier kannst Du das (leider) kaum diskutieren. Viele verstehen es nicht (oder wollen es nicht verstehen), das es Leute gibt, für die es eine Belastung ist, wenn sie sich nicht ausleben können, damit meine Ich bspw. in Clubs zu gehen, vernünftig Silvester zu feiern, Essen zu gehen usw. Für sie mag es nicht schlimm sein, also DARF es für andere auch nicht schlimm sein, das ist bei vielen (die immer einen auf supertolerant machen) die Devise. Dann immer diese legendären Vergleiche: Ist ja nicht so schlimm, schau' doch mal nach Afrika! Was interessiert mich Afrika?! Zum Göbeln. Ich könnte noch mehr dazu schreiben, aber das wäre zu systemkritisch.

Es fehlt allen, manchen mehr, manchen weniger. Durch Jammern verschlimmert man die Situation. Und durch Leugnen bringt man sich und andere in Gefahr. Bis das Virus gestoppt ist, muss man leider größte Vorsicht walten lassen und dazu gehören Lockdowns. Vielleicht änderst du deine Einstellung ein wenig, wenn du über diesen traurigen Fall liest: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/...D-19-Party

04.01.2021 20:53 • #5


Veritas
Nein, das ändert meine Einstellung (Ich bin kein Leugner, falls Du das denken solltest) nicht. Hier geht es auch nicht um den Lockdown ansich (wir wissen ja: Die Partei hat immer recht), sondern um die Resultate wie Einsamkeit.

04.01.2021 21:06 • x 1 #6


Julia_ne
Zitat von coronalockdown:
Außerdem habe ich als junge Person, sehr doll, das Gefühl, dass ich die beste Zeit meines Lebens eingeschränkt im Lockdown verbringe.

Dieses Gefühl habe ich teilweise auch ein bisschen. Ich habe den Eindruck diese Zeit zu verlieren und etwas zu verpassen.

Zitat von Veritas:
das es Leute gibt, für die es eine Belastung ist, wenn sie sich nicht ausleben können, damit meine Ich bspw. in Clubs zu gehen, vernünftig Silvester zu feiern, Essen zu gehen usw.

Das stimmt. Für mich war es manchmal wirklich sehr belastend, weil mir diese Dinge oft auch Kraft gegeben haben und dieser Ausgleich dann eben fehlt.
Natürlich ist Corona ernst und viele Maßnahmen sind auch sinnvoll, aber teilweise macht es die Situation eben auch schwerer, wenn man auf vieles das Spaß macht verzichten muss.

04.01.2021 21:30 • x 1 #7


derdude
Hallo, hier meldet sich ein Mensch in deinem Alter und in ähnlicher Situation.

Ausbildung und Finanzen laufen gut, Familie und Freunde blieben glücklicherweise vom Virus verschont und die Tage ziehen ins Land ohne große Aufregung. Trotzdem ist bei mir zur Zeit auch vollkommen die Luft raus.

Ich bin eher das Gegenteil deiner Person: Ich bin kein Mensch, der großartig durchgeplante Wochen- oder gar Tagespläne besaß und besitzt. Ich lebte und lebe meist in den Tag hinein. Obwohl ich trotzdem viele schöne Erinnerungen sammeln konnte und auch stolz behaupten kann, dass ich schon ein ordentlichen Hauch vom "Leben" genommen habe, hat diese Passivität sehr an meiner Gesundheit genagt.

Bis für mich 2019/2020 der "Bruch" kam. Alles Schlechte fand hier seinen Höhepunkt.

Ausgangspunkt für eine darauffolgende Reihe guter Entscheidungen war der Besuch einer Improgruppe Februar 2020 dank einer Freundin. Von März bis August war ich überwiegend "zwangsbeurlaubt". In dieser Zeit wurde mir über meine Person und meine Ziele vieles klar. Und - durch die positive Erfahrung "Impro" beflügelt - wurde ich vor allem aktiv. Ich probierte das Gitarre spielen und machte daraus eine Gewohnheit, der ich ohne viel Nachdenken bis heute quasi jeden Tag nachgehe. Dann besuchte ich einen Gesangsverein und ein Bogenschuss-Training. Damit hatte ich erst richtig "Blut geleckt." Für mich war der Grund meines Verfalls nun klar: verdrängte Einsamkeit. So viel Energie und Lebensfreude hatte ich bis dato nie verspürt, mein Hoch hielt sich über Wochen - und dann kam das, was nun bis Ende Januar 2021 gilt. Zurück in die Einsamkeit.

Bei mir haben sich 2 sehr gute Freunde seit Anfang des Jahres nicht mehr gemeldet. Dafür konnte ich mit anderen meine Freundschaft vertiefen. Dennoch: Der Großteil meines Umfeldes igelt sich ein.

Mir haben sehr ausgedehnte Spaziergänge, das Ausprobieren von Neuem, Telefonate und Treffen mit Freunden und Verwandten (im Rahmen des Möglichen) geholfen, nicht total der Einsamkeit und dem Koller zu erliegen.

Wie meine Vorredner schon schrieben: Wir sitzen alle im selben Boot. Jeder hat seine Weise damit umzugehen. Und Jammern tut kurzzeitig gut, bringt aber keine Veränderung. Bleibt gesund und alles Gute

05.01.2021 20:54 • x 2 #8


Veritas
Die 15 km-Beschränkung ist auch toll...
Verdammt, Ich finde den Wisch vom Chef nicht mehr, Ich bin über 15 km.

06.01.2021 00:39 • x 1 #9


Liebe @te

Ich kenne das problem ansich recht gut, bzw wie wir alle durchmachen momentan, es ist einfach richtig nervend mir fehlt einfach mein Gym, die leute mit denn ich dort rede einfach das gesamte fehlt einfach, das Dating is schwieriger geworden was mich auch leicht nervt aber gut ist eben so, aber man merkt auch unter freunde ist es einfach schwieriger gerade die mit Kinder die meisten wollen sich deshalb erst garnicht treffen wegen die Kid´s einerseits verständlich anderseits bissen nervend..auch so freunde die momentan wie du schon sagts isolieren..

Ich freu mich auf Sommer bzw auf denn ersten Warmen Tag in März, denn dann spring ich auf mein Motorrad und fahr erstmal ne lange runde.. achja und zu Among us ^^ schau dir bei Twitch an da findet man die eienn oder anderen wo du mit spielen kannst, ist nettes spielchen ich selbst spiel es ab und an mit parr bzw mit einer streamerin auch.

06.01.2021 00:57 • x 2 #10


portugal
Ich hab heute die Schnauze richtig voll. Frau schreibt SMS o E-Mails und keiner antwortet oder nur ganz kurz und knapp.

Hab leider das Gefühl, dass alle nur mit sich beschäftigt sind und die anderen kümmern einen nicht mehr.

Hab heute morgen erstmal ne Runde geheult und das war bestimmt nicht das letzte Mal.

06.01.2021 01:09 • x 1 #11


Safira
@portugal was ist passiert?

06.01.2021 01:17 • #12


portugal
Einfach nur, dass irgendwie jeder nur noch mit sich beschäftigt ist.

Und weißt Du was ich auch nicht mehr hören kann? Diejenigen die mich arbeiten und motzen, dass sie keinen Bock auf Home office haben (meine beste Freundin).
Ich wär froh, wenn ich ueberhaupt mal wieder arbeiten gehen könnte ....

Danke fürs nachfragen, ist echt lieb.

06.01.2021 01:21 • x 2 #13


Da mein ganzes Leben ein Lockdown ist, muss ich zugeben, dass es mich etwas amüsiert, wenn andere darunter "leiden".

06.01.2021 04:48 • #14


Zitat von Urubu:
Da mein ganzes Leben ein Lockdown ist, muss ich zugeben, dass es mich etwas amüsiert, wenn andere darunter "leiden"


Es amüsiert dich,wenn andere Menschen ihre Existenz,ihr Leben etc.
verlieren?
Wenn du,aus welchen Gründen auch immer so Leben willst,oder musst, ist das sicherlich tragisch,aber für Andere ist das der Supergau.
Ich muss mich "Veritas" anschließen.
Die Menschlichkeit ist hier komplett auf der Strecke geblieben.
Deine Aussage ist erbärmlich und armselig.

06.01.2021 05:38 • x 9 #15


portugal
Zitat von Urubu:
Da mein ganzes Leben ein Lockdown ist, muss ich zugeben, dass es mich etwas amüsiert, wenn andere darunter "leiden".


Wenn es Dir bei Deinem lockdown gut geht Sri Dich froh.

Ich sende Dir ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk:

Ein wenig Emphatie.

06.01.2021 11:41 • x 3 #16


Abendschein
Zitat von Veritas:
Die 15 km-Beschränkung ist auch toll...Verdammt, Ich finde den Wisch vom Chef nicht mehr, Ich bin über 15 km.

Zur Arbeit und zum Arzt dürfen es mehr als 15 km sein. Dem steht nichts im Wege.
Schreib doch was Du denkst, ist doch wichtig.

Damit meine ich jetzt nicht Dich., Manche meinen etwas in der Zeit zu versäumen, so hatte ich das hier
herausgelesen. Es ist jetzt ein paar Monate mit dem Lockdown. Ich habe in der Blüte meines Lebens,
die Ängste bekommen. Da fehlen mir Jahre. Aber ich bin nicht Jammerig, deswegen. Es ist so
und nicht mehr zu ändern.

06.01.2021 11:58 • x 2 #17


Julia_ne
Zitat von Urubu:
Da mein ganzes Leben ein Lockdown ist, muss ich zugeben, dass es mich etwas amüsiert, wenn andere darunter "leiden".

Ich weiß was du meinst, mein Leben ist auch größtenteils wie ein Lockdown. Viele Maßnahmen schränken mich auch nicht ein, aber trotzdem fehlt mir inzwischen manches, auch wenn ich z.B. selten Essen gegangen bin ist es schade, es jetzt gar nicht mehr zu können wenn man Lust drauf hätte.

Ich amüsiere mich auch nicht darüber, jeder kann leben wie er will und wenn man plötzlich auf vieles verzichten muss, dass man immer gerne gemacht hat, ist das immer schwer.

06.01.2021 12:10 • #18


Annalehna
Nein ich verstehe dieses Jammern auch nicht.....ich habe da eine komplett anderen Blickwinkel.....auch weil ich schon viel Elend gesehen habe.
Es gibt soviele Menschen denen es wesentlich schlechter geht.....wir müssen zufrieden sein....wir haben ein Dach über dem Kopf und genügend zu essen......so sehe ich das

06.01.2021 12:18 • x 3 #19


portugal
Zitat von Urubu:
Da mein ganzes Leben ein Lockdown ist, muss ich zugeben, dass es mich etwas amüsiert, wenn andere darunter "leiden".


Wieso tummelst Du Dich dann in diesem Faden wenn es Dich nicht interessiert?

06.01.2021 12:22 • x 1 #20



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