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Hallo zusammen,

Dank google bin ich auf eure Seite gestoßen und ich hoffe ihr könnt mir helfen bzw. Mir ein paar Tipps geben.

Kommen wir mal zu meinem scheinbaren Problem:

Ich habe so gut wie keine Freunde, alle die ich hatte haben sich nach und nach abgewannt oder die haben von mir sprichwörtlich - ein tritt in den Ar. - bekommen.

Ich bin 28jahre, stehe beruflich auf festen Füßen habe eine Frau und eine Tochter.
Viele Leute von damals und zur heutigen Zeit meine Familie sagen ich sei arrogant. 
Immer wenn ich so etwas höre fühle ich mich richtig gut dabei, es ist für mich so als würde man mir ein Kompliment machen.
Vor kurzen sprach ich mit meiner Schwester über mein Problem, keine Leute zu haben.
Sie sagte, ich sei zu ehrlich und gebe mich dabei sehr überheblich (was wieder ein Kompliment für mich war).
Sie gab mir ein Beispiel: wenn mich jemand fragt "bin ich dick" ist meine Antwort: "ja! Auf jeden Fall!"
Sie sagt das ich so ehrlich sei, das damit viele Menschen nicht klar kommen. 
Aber ich kann doch nichts dafür wenn die meisten Menschen "Weicheier" sind und mit der Wahrheit nicht klar kommen - schließlich Lüge ich nicht nur damit der andere ein besseres Gefühl hat.
Ich finde, ich bin so ein Mensch, der sich nicht verarschen lässt. Ich achte sehr darauf was die Leute sagen und passt da etwas nicht zusammen bzw. Geben mir kein logischen Sinn kommt diese Person direkt in eine Schublade.
Wenn ich merke da ist mir jemand geistig unterlegen, ist diese Person direkt uninteressant für mich.
Es ist ja nicht so als hätte ich / wir ein Problem damit andere Leute kennen zu lernen, im Gegenteil wir sind beide doch sehr kontaktfreudig.
Zwischen durch haben wir ja immer mal wieder Leute kennengelernt wo wir dachten es seien Freunde. Aber nach kurzer Zeit stellte sich das Gegenteil raus, entweder wurde meine Frau oder ich von dem anderen Part angebaggert oder ich merkte für mich eine Unterlegenheit bzw. Irgendeine Art an der Person die ich überhaupt nicht ab kann. Naja oder die "Freunde" meldeten sich auf einmal nicht mehr, warum auch immer?!

Es ist jetzt nicht so das ich traurig darum bin "niemanden" zu haben. Ich finde dadurch das ich niemand habe kann ich doch recht gut aus selektieren wer ein "Freund" sein könnte und wer nicht, schließlich habe ich ja nichts zu verlieren.
Es macht mich halt etwas stutzig, wenn ich alte bekannte sehe, die sich in der sozialen Unterschicht aufhalten und die haben "Freunde" ohne Ende.

Bis ich heute hier auf das Forum gestoßen bin, gab es für mich 2 Möglichkeiten:
1. Irgendwas an mir stimmt nicht?!
2. Gibt es in Deutschland keine "normalen" Leute?

Und nun bin ich hier um die erste Möglichkeit auszuschließen - bzw. Euch um eure Meinung zu bitten.

Normal bin ich nicht der Typ der solche Dinge ins Internet postet und fremde Menschen über mich urteilen lässt - das hier ist also mein "erstes mal".
Von daher entschuldigt mein schreib Stiel, falls irgendwas "undurchsichtig" scheint.

Vielen dank schon mal für eure Mühe.

Gruß
Dejen

21.10.2010 00:01 • 21.10.2010 #1


5 Antworten ↓


hallo,
ich erkenne dein Problem teilweise in meiner Umgangsart mit anderen Menschen wieder, jedenfalls bezogen darauf, daß ich mir Eitelkeiten anderer auch nur 1 mal gefallen lasse und meinen Senf dann einfach mal den anderen an die Stirn klatsche, die dann natürlich entsetzt das Feld räumen.

Aber dennoch denke ich, daß du trotzdem ein Gesellschaftsproblem hast. Zunächst unterscheide ich ganz klar zwischen Freunden und einfachen Bekanntschaften. Das ist wichtig, denn meinen Senf bekommen die Bekanntschaften eigentlich mehr ab. Zu meinen Freunden bin ich diplomatischer, denn sie sind zu mir auch rücksichtsvoller, meine Fehler betreffend. Die Sache mit der Wahrheit muß man auch fein dosieren, denn niemand hat das Recht einen anderen Menschen zu be- und verurteilen, nur weil man scheinbar Wahrheiten erkennt. So manche Wahrheit kann sich plötzlich auch als lächerliche Verurteilung herausstellen, weil man voreingenommen und einseitig betrachtet, was in Wirklichkeit sehr komplex daher kommt.
Die Bezeichnung der sozialen Unterschicht finde ich schon sehr arrogant und beschreibt eigentlich von selbst, wie du drauf bist. Vielleicht aber hast du einfach noch nicht verstanden, daß Freundschaft und gegenseitige Hilfe nicht vom gesellschaftlichen Stand abhängen. Diese von dir so Bezeichneten haben leider wirklich wenig zu verlieren und du irrst dich, wenn du schreibst, du hättest nichts zu verlieren. Du hättest sehr zu verlieren, deshalb verteidigst du sofort mit deinen selbstbeschlossenen Wahrheiten und sanktionierst Menschen in Schubladen, viele davon machst du dann noch nicht einmal mehr auf: die Unterliegenden sind ja auch so uninteressant.

Du lässt anderen Menschen gar keine Chance und wer setzt sich denn schon freiwillig einer Gesellschaftsbestie aus, die nur um sich Gift sprüht? Eine Freundschaft hat etwas magisches, hat Charakter und eben den Umstand, daß man sich vieles sagen kann, was man anderen nicht sagen würde und das nennt man Vertrautheit. Auch zu meinen Freunden gehören einige Menschen, die schwieriger sind und einige, die vielleicht nicht mit Intellekt um sich sprühen. Dafür aber sind sie dem Wesen nach loyal und dürfen natürlich auch mir gelegentlich ihren Senf an die Stirn klatschen.

Liebe Grüsse

21.10.2010 08:31 • #2



Zu arrogant oder zu ehrlich für dieses Land?

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Hallo Dejen,

Zitat:
Aber ich kann doch nichts dafür wenn die meisten Menschen "Weicheier" sind und mit der Wahrheit nicht klar kommen - schließlich Lüge ich nicht nur damit der andere ein besseres Gefühl hat.
Ich finde, ich bin so ein Mensch, der sich nicht verarschen lässt. Ich achte sehr darauf was die Leute sagen und passt da etwas nicht zusammen bzw. Geben mir kein logischen Sinn kommt diese Person direkt in eine Schublade.


Aber genau das erwarten die Menschen von einem Freund. Dass er die eigenen Bedürfnisse auch mal hinten anstellt. Dass er eben nicht immer ehrlich ist. Dass er sich einfühlt, mitfühlt, und auch mal genau das sagt was der Andere hören will, auch wenn es garn icht stimmt Das heißt nicht dass du ein ewiger Schleimer und Ar. sein sollst. Aber man muss nicht immer ehrlich sein. Man kann Kritik auch nett verpacken. Wenn ich etwa mit Freundinnen shoppen gehe und auf die Frage "Steht mir das Kleid?" in meinem Kopf ein rotes STOP-Schild auftaucht weil es potthässlich ist muss ich das ja nicht gleich so sagen wie ich es denke. Es gibt einen großen Unterschied zwischen:
"Nee, weil du im letzten Türkei-Urlaub fünf Kilo zugelegt has.t"
oder
"Ich würde an deiner Stelle was nehmen was unten etwas länger ist, und eine andere Farbe die dir besser steht."

Sich überlegen fühlen und immer sofort das raushauen was man denkt sind Charakterzüge die einsam machen. Denn zum Einen lässt du schon von Vornherein niemandem die Chance überhaupt auf einer Ebene mit dir stehen zu dürfen (obwohl es zweifellos Menschen gibt die entweder gleichwertig oder gar intelligenter, hübscher oder netter sind als du ) und zum Anderen vergraulst du auf diese Art und Weise die Wenigen die es gut mit dir meinen. Wenn man einsam ist hat es meist nichts damit zu tun dass die übrigen 82.000.000 Menschen in Deutschland ein Problem haben, sondern meistens macht man dann selbst was falsch. Man kann allerdings lernen sich sicher und charmant in Gegenwart Anderer zu benehmen. Vielleicht würden dir da ein Kompetenztraining, ein Kurs oder ein gutes Buch schon helfen.

Liebe Grüße,
Bianca

21.10.2010 09:31 • #3


trostlos
hallo.
ich stmme anna zu.
es ist besser sich diplomatischer dem anderen gegen über zu verhalten. und was is so schlimm daran, wenn dir jemand unterlegen scheint. man kann doch mit dem jenigen trozdem spass haben. und es gibt an jedem was attraktives, und interessantes...
ich habe auch oft diese erfahrung gemacht... und muss es auch lernen. man kann auch nicht nach kurzer zeit sagen, das sind freunde...
nicht jeder verträgt adhoc deine ansicht... also... z.b. wenn mich jemand fragt "bin ich zu dick ..." dann sage ich du musst dich wohl fühlen oder man kann auch sagen ich find dich ok so wie du bist...

alles gute

21.10.2010 09:37 • #4


Hi

Wow, da kam ja schon einiges an antworten zusammen. Danke an euch.

Ich verstehe euch so als wenn es mir an Takt Gefühl bzw. Respekt anderen Menschen gegenüber fehlt.
Bis her lief das bei mir immer nach folgenden Schema ab:
Leute kennengelernt - Urteil drüber gebildet (darauf achte ich sehr auf Gestik, Mimik, Artikulation etc.) - in Schublade gesteckt - und irgendwie muss ich den Menschen unbewusst das spüren lassen das die Person grade mal total "verkackt" hat.
Dieses Schema ist also für mich völlig normal.
Wie ändert man jetzt also etwas, was als ganz normal empfunden wird ohne wieder in das Schema zurück zu fallen?
Vielleicht habt ihr ja ein paar Ratschläge?
Natürlich ist mir auch schon die Idee gekommen zum Psycho Doc zu gehen, allerdings wird das von meinem Ego vehement bestritten.

Gruß und danke nochmal.

Dejen

21.10.2010 10:49 • #5


hallo,
ganz einfach:

Beispiel: Wie findest du mein neues Kleid?/Outfit?

Wenn eine Freundin/Freund dich danach fragt, dann gilt es hier zu überlegen, warum sich dieser Mensch das Ding gekauft hat. Also sie hätte sich nicht das neue Kleid gekauft, wenn es ihr nicht total gefallen hätte.

Einzige Antwort ist: Das Kleid ist wirklich aussergewöhnlich. (neutrale Antwort), auch wenn es dir selbst nicht gefällt.
Deine Freundin hat es aus Überzeugung gekauft und zu einer Freundin und ihren Entscheidungen steht man ganz einfach. Man schlägt niveauvoll vor, mit dem neuen Kleid einmal auszugehen. Warum denn nicht, auch wenn es unmöglich erscheint! Man steht seiner Freundin auch hierbei einfach zur Seite. Sie hat es ja nicht gekauft, damit du es tragen sollst.

Beispiel: Bin ich zu dick?

Überlegung hierbei ist, daß du schon der Meinung bist, allerdings hilft es keinem weiter, einem das übers Ego zu bügeln. Man sagt dann ganz einfach: Nein, du bist nicht zu dick, deine Kleidung ist nur eingelaufen (spassige Variante). Man kann auch Antworten: Ich wollte dich schon fragen, ob du zugenommen hast. Oder aber: ich habe dich so kennen gelernt und habe einfach nicht den Vergleich.
Man steht also auch bei solchen Dingen zu seiner Freundin/Freund.

Das Gute an Freundschaften ist, daß man unter 4 Augen (aber wirklich nicht vor anderen) auch mal dann sagen kann, daß man das Kleid hässlich fand, aber es akzeptierte, weil es für Freundin wichtig war und das man Freund doch zu dick findet, aber zur Person selbst immer guten Herzen zusteht, weil sowas Figurblödes gar nichts an der Freundschaft ändert.

Liebe Grüsse

21.10.2010 11:27 • #6




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