Hallo Schmetterling,
ich kann mich noch (leider) sehr genau erinnern, wie sich das anfühlt, den Boden unter den Füßen weggezogen zu bekommen. Es ist ein Schock und man steht auch unter Schock. Ich kann deine momentane Hilflosigkeit nachempfinden und genau in diesem Moment beginnt ein Weg, wo ich hoffe, dass du nicht meine Fehler machst, ich zähle mal auf, wie man es besser macht:
- gerade durch die Härte und das asoziale (!) Art, so verlassen zu werden, beginnt man ganz klein zu werden, sich hilflos zu fühlen wie ein Kind. Plötzlich taucht eine Liebe zu diesem Mann auf, die unbeschreiblich ist, obwohl man wütend sein sollte! Man möchte in seiner Hilflosigkeit nichts mehr, als sein altes Leben zurück, dass alles wieder gut ist, dass man nur einen ganz schlimmen Alptraum träumt ... aber versuche irgendwie auch wütend zu werden, idealisiere keinen Mann, der dir so Etwas antut
- such dir deshalb bitte baldmöglichst therapeutische Hilfe. Ich habe 4 Jahre damit gewartet, ich dachte nach langem Hoffen auf seine Rückkehr, ich schaff das alleine und was soll ich da mit wem Fremden drüber reden. Falsch gedacht. Es ist nicht gut, Jahre später über unverarbeitete Verletzungen dieser Art zu reden, da man da ganz viel Vertrauen in sich und die Umwelt verliert, wenn man so überfallen und schlecht behandelt wird und zusätzlich mit keinem reden kann. Ganz egal, was passiert, ob er zurück kommt oder nicht, es ist ganz wichtig nach so einem Schock mit einem Profi zu reden. Die Wartezeit ist sowieso lang, es wird nicht schon nächste Wochen klappen. Bitte kümmer dich darum, auch wenn dir gar nicht der Sinn danach steht. Sonst verschleppst du so Einiges seelsich

- Wenn es da auch nur irgendjemand gibt mit dem du telefonieren oder Treffen kannst, mache ihnen deine schlimme Situation deutlich, sonst kommen nur Floskeln "Zeit heilt alle Wunden", und man traut sich nicht mehr nach 3 Stunden schon wieder anzurufen. Sag diesen Menschen bitte ganz konkret, dass du jetzt alle Hilfe der Welt brauchst, um das durchzustehen, und dass du ihnen jetzt eine Zeit lang wirklich oft auf den Zeiger gehen musst, weil du es alleine nicht schaffst. Ich kenne deine Situation nicht, aber wenn du jetzt nicht um Hilfe bittest, wird dein Umfeld eventuell schnell damit durch sein, während du noch am Anfang stehts, das überhaupt zu begreifen. So war es bei mir.
- meine weiteren Fehler wären vielleicht nicht geschehen, wenn ich rechtzeitig reagiert hätte, deshalb erspare ich dir die Aufzählung, was man noch bei sich selbst vermurksen kann in diesem freien Fall.
Meine deutlichen Worte an dich zur konkreten Ersten Hilfe.
Persönlich denke ich an Dich und wünsche dir viel Kraft, den Tag durchzustehen. Versuche, nicht allzuviele SMS etc. zu schreiben ... falls du das tust/vorhast?
Fühl dich gedrückt und verstanden aus eigenem Erleben.