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KasiaKasia

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Hallo, ich stoße zu Euch um Erfahrungsberichte von Angehörigen zu erhalten, die ihre Lieben in schwer depressiven Zeiten bei der Medikamentenumstellung begleitet haben.
Meine Mama hat seit Jahren Depressionen, kann schwer mit alltäglichen Herausforderungen umgehen (Arztbesuche, Amtsgänge...) pflegt jedoch meine Oma und hatte bisher meist alles gut im Griff. Bis Mai 2018 war sie diesbezüglich durch den Hausarzt mit Citalopram1-0-0 und Alprazolam 0-0-1 eingestellt. Soweit war sie damit stabil, aber wir suchten eine Psychiaterin für sie, die das Citalopram ausschleichen ließ und Trazodon verordnete. Seit der Einnahme von Trazodon bemerkte meine Mutti einen erhöhten Puls und zunehmend innere Unruhe. Sie ging dann von 1,5 Tabletten runter auf eine halbe und nach einigen Tagen noch weiter runter auf eine 1/4 Tablette. Weiterhin ging es ihr sehr schlecht, bis sie einen kleinen Nervenzusammenbruch erlitt. Sie weinte und sagte alles sei ihr zu viel, sie würde das alles emotional nicht verkraften. Damit ist meine Krebserkrankung gemeint, die aber eigentlich durchgestanden ist und die Erkrankung meines Papas ( Schlaganfall, Epileptischer Anfall und Kehlkopfkrebs, der jedoch auch schon behandelt ist. Die Erkrankungen meines Papas schränken ihn mir eben im Alltag massiv ein und meine Mama muss viel allein machen.

Akut bei der Psychiaterin vorgestellt, ermutige diese meine Mama das Trazodon abzusetzen und Venlafaxin 37,5mg zunächst für eine Woche 1-0-0 einzunehmen und dann nach einer Woche auf 2-0-0 zu erhöhen. Das war am Dienstag. Am Mittwoch begann sie die Tabletten zu nehmen. Am Donnerstag ging es ihr so schlecht dass sie hyperventilierte und ich den Krankenwagen rufen musste weil sie anfing zu krampfen. Ihre Hände und Füße wurden ganz steif.

In Absprache mit der Klinik, in der sie nicht bleiben wollte, und in Absprache mit der Psychiaterin (per Mail) soll sie die Medikamente wie verordnet weiter nehmen. Und zusätzlich bei der abendlichen Dosis Alprazolam bleiben. Nur dadurch kann sie ohne Albträume schlafen.

Heute früh hat sie das Venlafaxin zum vierten Mal genommen. Ihr Zutand schwankt von niedergeschlagen, bis ansprechbar, bis teilnahmslos - nur kurze ein bis zwei Mal am Tag ist sie kurz wieder fröhlich und fühlt sich besser. Sie nimmt es mit dem Frühstück ein gegen 08:00/08:15. Danach ging es ihr bisher so drei Stunden miserabel, dann ein/zwei Stunden besser, gegen Nachmittag konnte sie wieder nur liegen und hat wenig Appetit, aber lässt sich zum Essen überreden. Ich hoffe nun dass es Abends , wie die letzten Tage, wieder besser wird. In die Klinik will sie weiterhin nicht. Und ich denke sie dazu zu drängen wäre auch verkehrt, da sie hier umgeben ist von ihren Lieben und muss sich keine Sorgen machen dass Oma schlecht versorgt ist. Oder? Sie kann hier die helleren Momente mit ihren Hunden und mit uns genießen und kommt denke ich dadurch auch besser durch die dunkleren.

Da sie meine Oma pflegt und mein Vati auch gesundheitlich nicht in der Lage ist die Aufgaben am Morgen zu übernehmen bin ich nun seit Dienstag bei ihr und habe alle Pflichten übernommen. Ich denke dass sie das schon psychisch entlastet. Dennoch frage ich mich wie ich dabei helfen kann diese Einstellungsphase besser zu überstehen. Spazieren gehen möchte sie aktuell par tout nicht. Ich überrede sie aber dazu sich ab und an aufzurichten und ein paar Schritte zu gehen. Damit der Kreislauf halbwegs stabil bleibt. Der Fernseher läuft zeitweise damit nicht permanent diese leere Stille ist. Aber ich schaffe auch Stillephasen damit sie sich erholen kann.

Habt ihr Tipps? Wie haben andere das selbst gemacht wenn sie Verantwortung hatten die sie nicht einfach so abgeben konnten? Ich hab grad Urlaub gehabt. Das Wochenende bleibt mein Bruder da und ich bin dann Dienstag bis Samstag früh wieder bei ihr. Er dann wieder von Samstag bis Montag früh...
Soweit ich weiß dauert es 1-4 Wochen bis sich die Wirkung einstellt. Wie habt ihr das gemacht?

Herzliche Grüße und danke schon Mal für Eure Erfahrungen

18.08.2018 14:58 • 18.08.2018 #1


3 Antworten ↓


Ara

Ara


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Zitat von KasiaKasia:
Bis Mai 2018 war sie diesbezüglich durch den Hausarzt mit Citalopram1-0-0 und Alprazolam 0-0-1 eingestellt. Soweit war sie damit stabil, aber wir suchten eine Psychiaterin für sie, die das Citalopram ausschleichen ließ und Trazodon verordnete.


Ich stolpere noch hierüber. Gab es denn einen Grund das Citalopram abzusetzen? Für mich hört sich das so an als lief es damit besser als mit allen anderen...

18.08.2018 20:06 • x 1 #2


Icefalki

Icefalki


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Und ich lese einen abrupten Benzoentzug raus. Verstehe das alles auch nicht wirklich, vielleicht schreibst du die Gründe für den Mediwechsel. Und ob das bewusst angegangen wurde.

18.08.2018 21:09 • #3


nektarine


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Ich wollte auch fragen, warum gewechselt wurde.
Trittico hat eine ganz andere wirkweise als citalopram.
Ich habe übrigens lange escitalopram (cipralex) und trittico In Kombi genommen. In der Früh escitalopram in in die Gänge zu kommen und trittico am Abend um zur Ruhe zu kommen.
Liebe grüße

18.08.2018 21:48 • #4



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser