App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

104

J

joviie
Gast

Hi !
Ich leide schon seit meiner frühen Kindheit an einer ungewönlichen Art von Depression.
Eine lange Zeit wusste ich nicht mal, dass es Depressionen sind, weil ich sie schon immer hatte, und diese Stimmung für mich Normalität war. Ich hab dann mit der Zeit selber gemerkt, dass es unnormal ist. Ich kann mich erinnern, dass ich mich
in der Grundschule so gefühlt habe ( bin jetzt 28 ). Ich hatte damals kein Trauma erlebt, sowohl zu Hause als auch in der Schule wurde ich gut behandelt und immer Freunde mit denen ich mich zumindest in der Grundschulzeit gut verstand. Generell habe ich mich wertgeschätzt gefühlt. Ich bin zwar auch mal gut gelaunt, lache gern, höre gern Musik, bin interessiert an Mode, Männern, bestimmte Sportarten wie Badminton und Fahrrad fahren,
aber generell bin ich schon ziemlich desinteressiert an vielem im Gegensatz zum Durchschnittsmensch.

Mir ist aufgefallen, wie wissbegierig viele Menschen sind und wie viel Vorwissen meine Mitschüler damals hatten. Das Einzige was mich in der Schule interessiert hat war Englisch. Manche Menschen sind nicht ans besonders vielen Dingen interessiert und sind trotzdem glücklich. Das Desinteresse macht mich dennoch zu einem ungewöhnlichen Menschen, genauso wie die Art von Depressionen, die ich habe. Also könnte beides auf eine Weise zusammenhängen. Wie ich schon gesagt habe, gibt es keine äußerlichen Faktoren, die die Depressionen verursacht haben könnten. Dennoch hatte ich mich schon immer unverbunden mit der Welt gefühlt. Damit meine ich nicht die Menschen, ich hatte, wie gesagt, damals in der Grundschule Freunde, mit denen ich mich gut verstand. Ich meine die Welt als Ganzes. Als würde mir das weltliche Gefühl fehlen, aber auch als würde irgendwas mit der Welt nicht stimmen oder irgendwas fehlen, als wäre die Welt irgendwie verdammt und es gibt keine Hoffnung auf Besserung, oder aber auch als würde ich hier einfach nicht hingehören, und deshalb die ganzen negativen Gefühle. Ich weiß noch, wie ich in der Grundschule nicht mehr leben wollte. Jetzt denkt vielleicht einer "Naja, es stimmt ja, dass die Welt kein heiler Ort ist und einige Dinge hier nicht stimmen".

Das Ding ist halt, dass mir das damals nicht bewusst war, weil ich unter perfekten Zuständen aufgewachsen bin, hatte ich keine Ahnung vom Leid der Welt. Ich dachte tatsächlich, die Welt wäre ein viel besserer Ort als er wirklich ist. Ich dachte also alles wäre ja gut, aber ich fühlte mich hoffnungslos. Mein Kopf dachte das eine, mein Herz fühlte das Gegenteil. Normalerweise sind ja Kinder so glücklich und unbeschwert, jedenfalls wenn sie kein Trauma erleben. Oft ist es ja so, ein Kind geht raus, fängt an zu rennen und zu schreien vor Freude. Und ich denk mir "Was gibt es denn, das die so glücklich macht, dass sie schon anfangen zu schreien?". Ich bin noch nie rausgegangen, die Sonne scheinte und ich hab gedacht "Wow, die Sonne scheint, was für ein Wetter, ich fühl mich so glücklich, ich könnt jetzt anfangen zu schreien."

Die Sonne alleine kann doch einen nicht glücklich machen, also was macht die Leute oder vor allem Kinder denn so glücklich ? Warum versteh ich das nicht und warum diese Unverbundenheit mit der Welt und Gefühl der Hoffnungslosigkeit ? Ich hatte mit 2 Psychiatern darüber gesprochen, die hatten wie ich auch schon gedacht hatte, keine Ahnung, ich hab ihnen das Problem aber auch nicht ausfühlich beschrieben, weil ich es damals selber nicht verstand, nun habe ich im September einen Termin mit einem weiteren Psychiater. Aber ich glaub, das Problem ist trotz ausführlicher Beschreibung nicht leicht zu verstehen. Hat einer von euch vielleicht Ahnung oder eine Theorie was die Ursache sein könnte ?

06.09.2024 x 1 #1


120 Antworten ↓
Krylla

Krylla
Mitglied

Beiträge:
1302
Themen:
12
Danke erhalten:
1253
Mitglied seit:
Zitat von joviie:
Aber wayout hat stattdessen an Autismus gedacht, obwohl Autismus ja größtenteils das Sozialverhalten betrifft. Sie weiß nichts über mein Sozialverhalten, und hat auch nicht darüber gefragt. Zudem fand sie es noch autistisch, dass ich in der Schule nur einem Fach wirklich interessiert war, was total unsinnig ist.

Ich denke, dass da ein wenig ein Missverständnis in der Kommunikation bestanden hat. Kann passieren.

Aber ich muss dich ein wenig korrigieren. Das Sozialverhalten ist das, was mit am ehesten auffallen kann. Aber was sagst du nun, wenn ich dir erzähle, als selbst Autistin, dass niemand, der mich trifft, merkt, dass ich autistisch bin, bis ich es erwähne? Das ist masking. Und ich wusste nicht, dass ich es betreibe, bis ich diagnostiziert wurde. Und dazu kann ich auch noch Emotionen lesen und Situationen gut einschätzen, wenn ich nicht von Reizen überfordert oder ängstlich bin. Ich bin nur manchmal ein wenig langsam.
Heißt natürlich nicht, dass du es deswegen haben könntest. Aber ich verstehe ihren Gedankengang. Und auch deinen, weil ich viele Autisten kenne, wo man wirklich merkt, dass etwas anders ist.
Zu Autismus gehört auch, dass man nicht unbedingt greifen kann, wieso sich andere über bestimmte Dinge freuen (da würde mein Beispiel mit der Sonne nicht reinpassen, weil ich den Gedanken verstehe, aber es eben nicht auch so empfinde). Genauso wie es Dinge gibt, über die man sich schrecklich freuen kann und die andere Seite es nicht ganz begreifen kann. Das kann man auch auf Trauer übertragen. Ein Autist kann über Dinge traurig sein, die ein „normaler“ Mensch nicht verstehen kann.
Und ein ganz großes Thema von Autismus ist auch die Reizverarbeitung. In meinem Fall ist diese mit mein größtes Problem. Es ist zu hell, es ist zu laut und manchmal riecht es zu viel. Mit Parfüm kann man mich jagen. Und Menschenmenge... Viel zu viel von allem. Kleidung spielt eigentlich auch bei vielen ein großes Thema, aber da muss man spezifischer werden, als die Frau online, die da nur nach „weiter Kleidung“ gegangen ist. 🫣😃

Und warum ich auch verstehe, dass wayout auf den Gedanken gekommen ist: Wenn man Autismus haben sollte, aber es selbst nicht merkt, auch weil man Weltmeister im Masking ist und quasi selbst dran glaubt, kann es passieren, dass man Augenschein ohne Grund an Depressionen erkrankt. So wurde es bei mir diagnostiziert. Nicht, weil ich Autist bin, sondern weil ich depressiv war ohne augenscheinlich einen Grund zu haben. Ob sowas schon in früher Kindheit passieren kann, kann ich nicht sagen ...


PS: Ich bin ein großer Fan der Theorie „Doppeltes Empathie-Problem“, wenn es jemanden interessiert. Es geht darum, dass ein Autist kein Defizit hat, da Kommunikation untereinander sehr gut funktioniert, sondern das Problem von beiden Seiten kommt. Autismus wird viel von außen betrachtet, aber wenig aus der Sicht eines Diagnostizierten. In dem Fall nicht.




Aber zurück zu dem Thema ... Habe gesagt, was mir gerade eingefallen ist und ich sagen wollte ... Denke ich ...
Zitat von joviie:
Manche Menschen werden mit einer Melancholie geboren, stimmt schon. Sind die dann aber auch mental gesund ? Man sagt ja, wenn man ohne Grund Depressionen hat, ist das krankhaft. Ich denke schon, dass es bei mir krankhaft sein könnte.

Nun. Ich denke, dass es darauf ankommt, wie sehr man sich der Melancholie hingibt. So gesehen ist es ja nichts schlechtes. Es macht die Dosis. So hab ich es gelesen.

Aber ich habe auch schon meiner Psychiaterin gehört, dass bei manchmal die Botenstoffe im Gehirn von Natur aus nicht richtig arbeiten wollen. Lange wurde ich da rein gesteckt, aber ich kann sagen, dass ich nicht dazu gehöre, da ich mein AD nun eine Weile nicht mehr nehme und keine Probleme habe.
Wenn man zu den Menschen gehört, muss man gucken, was man macht. Man hat die Möglichkeit von Medikamenten oder, wenn es möglich ist, einer Therapie, um zu lernen damit besser umzugehen.

Aber eine Therapie ist schon sinnvoll, wenn es dich sehr belastet. Dann ist es schließlich ein Problem.
Aber du hast dich schon um eine Therapie bemüht, wenn ich mich Recht erinnere? Also würde ich sagen, dass du nicht in die falsche Richtung läufst.

03.09.2024 17:33 • x 3 #94


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Ungewöhnliche Depression seit der Kindheit

x 3


M

moo
Mitglied

Beiträge:
5878
Themen:
27
Danke erhalten:
12142
Mitglied seit:
Bezogen auf den Eingangsbeitrag:
Zitat von joviie:
Ich bin zwar auch mal gut gelaunt, lache gern, höre gern Musik, bin interessiert an Mode, Männern, bestimmte Sportarten wie Badminton und Fahrrad fahren,
aber generell bin ich schon ziemlich desinteressiert an vielem im Gegensatz zum Durchschnittsmensch.

Sofern mit fehlendem Interesse kein Leidensgefühl einhergeht, sehe ich das eher als Vorteil an.
Zitat von joviie:
Dennoch hatte ich mich schon immer unverbunden mit der Welt gefühlt. Damit meine ich nicht die Menschen, ich hatte, wie gesagt, damals in der Grundschule Freunde, mit denen ich mich gut verstand. Ich meine die Welt als Ganzes.

Sich "verbunden mit der Welt" zu fühlen wird gemeinhin als positiv, oder gar "naturgemäß" bezeichnet. Doch wie ich mich in der Welt empfinde, hängt von meiner Wahrnehmung ab. Wahrnehmung hingegen, beinhaltet das Wort nehmen. Nehmen ist, ebenso wie Geben, ein aktiver Akt des menschlichen Geistes. Man nimmt (sich) etwas "für wahr" und man gibt (von sich) etwas her ("in die Welt"). Diese Interaktion nennt man gemeinhin "Leben".

Wer sich hingegen "unverbunden mit der Welt" erlebt muss deswegen noch nicht von der Welt getrennt sein. Unverbundenheit ist nicht per se ein Mangel oder Konflikt. Nur wenn Verbundenheit als normal angesehen wird, entsteht aus Unverbundenheit Anomalie. Nur wenn Verbindung als positiv bewertet wird, entsteht aus Nichtverbundenheit Negatives.

Verbal kann man die Probe auf´s Exempel machen, indem man - arbeitshypothetisch - mal anstelle der Unverbundenheit den Begriff "Unabhängigkeit" in Erwägung zieht... zwinkern

Zitat von joviie:
Ich dachte tatsächlich, die Welt wäre ein viel besserer Ort als er wirklich ist. Ich dachte also alles wäre ja gut, aber ich fühlte mich hoffnungslos. Mein Kopf dachte das eine, mein Herz fühlte das Gegenteil.

Das ist eine wirklich treffende Beschreibung und ich möchte wetten, damit bist Du alles andere als alleine.
Zitat von joviie:
Ich bin noch nie rausgegangen, die Sonne scheinte und ich hab gedacht "Wow, die Sonne scheint, was für ein Wetter, ich fühl mich so glücklich, ich könnt jetzt anfangen zu schreien."

Warum auch? Die, die "vor Freude schreien", weinen auch vor Enttäuschung. Denn auf lange Sicht gibt es nirgends ein Phänomen, welches wirklich geeignet ist, dauerhaft Freude zu erzeugen. Die Ambivalenz des Erlebens ist mitnichten einfach erkennbar. Zudem ist es dem Menschsein inhärent, Freudvolles zu wollen und Unfreudiges abzulehnen. Dieser wahrhaftige Zwie-Spalt bedingt den - meist unheilvollen - Weitergang des Leidens.

01.09.2024 10:20 • x 3 #75


Zum Beitrag im Thema ↓


E
Also das was du beschreibst sind meiner Meinung nach ja genau Depressionen…vielleicht gibt es ja Auslöser an die du dich nicht mehr erinnerst? Oder gibt es in deiner Familie vielleicht Fälle von Depressionen?

x 2 #2


J
Danke für die Antwort. Wenn wirklich irgendwas passiert sein sollte, dass ich mich chronisch hoffnungslos fühle, dann muss es ja was ganz Traumatisches gewesen sein und ich müsste mich daran erinnern. Außer dem hab ich ja gesagt, dass ich damals dachte, die Welt wäre ein viel besserer Ort als er in Wirklichkeit ist. Wenn mir wirklich was absolut Traumatisches passiert wäre, würd ich ja nicht so über die Welt denken. Und nein in meiner Familie, gibt es niemanden der an Depressionen leidet oder litt. Auch wenn es einen Auslöser gäbe, wie soll ich mich denn daran erinnern und was sollte ich dagegen tun ?

#3


E
@joviie wieso solltest du denn was traumatisches erlebt haben dass du so denkst? Viele Menschen mit Depressionen denken so über die Welt und das Leben. Und viele „gesunde“ Menschen kennen das ja auch. Begriff Weltschmerz… ich denke du warst schon als Kind vermutlich ein eher depressiver, nachdenklicher Mensch…
Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, den Auslöser zu kennen sondern mehr im hier und jetzt zu versuchen, etwas zu ändern?

x 2 #4


J
Du hast doch selber gesagt, vielleicht gibt es einen Auslöser, an den ich mich nicht erinnern kann ! Ja, aber diese Menschen, die den Weltschmerz fühlen, haben schmerzhafte Erfahrungen gemacht oder haben von schmerzhaften Erfahrungen gehört. Als ich mich als Kind schon so gefühlt habe, war mir doch das ganze Leid was Menschen durchmachen oder durchgemacht haben, gar nicht bewusst ! Wenn einem irgendein Leid nicht bewusst ist, wie kann man dann Schmerz fühlen ? Na, wenn jemanden was belastet, ist doch klar dass derjenige was ändern will. Sonst hätte ich ja auch nicht diesen Text hier gepostet. Also ist es ja auch klar, dass ich nich weiß, was ich ändern sollte. Ich habe einen Freund, mit dem ich mich gut versteh, und geh auch im Sommer öfter mal raus, beschäftige mich nur mit positiven Dingen, aber dieses düstere Gefühl begleitet mich ständig.

x 1 #5


E
@joviie ja, das kann ja auch sein? Aber das ändert ja nichts daran dass du ihn eben nicht kennst…ob es jetzt einen Auslöser gab oder nicht, wirst du also nicht erfahren. Und es ändert ja nichts im hier und jetzt, wie gesagt.
Woher nimmst du denn, dass Weltschmerz immer eine Ursache haben muss oder negative Erfahrungen voraus gehen müssen? Manche Menschen haben einfach auch von Natur aus ein sonniges und positives Gemüt und andere sind eher pessimistisch oder sensibel. Wir sind halt alle verschieden. Alleine wenn man viel mit Kindern zu tun hat, merkt man, was es da für Unterschiede gibt.

x 1 #6


J
Manche Menschen sind von Natur aus introvertierter, sentimental, und man kann auch mal traurig sein, ohne Depressionen haben, stimmt schon. Aber man kann doch nicht behaupten, dass sich manche Menschen einfach von Natur aus größtenteils traurig und hoffnungslos fühlen und nicht auf dieser Welt leben wollen, das ist normal. Ich hab ja auch gesagt, dass ich auch mal gut gelaunt sein kann und dann auch gern lache, besonders wenn ich mit einem Menschen bin, dem ich vertrauen kann und ich mich mit ihm gut verstehe. Ich glaube, eher dass das meine Art ist, aber ich durch mein psychisches Problem, oft ernst bin.

#7


E
@joviie ich habe ja auch gesagt, es wirkt als hättest du Depressionen und wärst schon immer leicht depressiv? Worauf möchtest du denn hinaus oder welche Antwort erhoffst du dir denn? Wir werden doch hier noch weniger den Auslöser wissen als du?
Und wenn man Depressionen hat, heißt es ja auch nicht dass man 24/7 zuhause sitzt und weint, natürlich kann man sich dann auch mal besser fühlen mit Menschen die einem gut tun…

x 1 #8


J
Ja, ich weiß, dass man auch bei Depressionen gute Tage hat, ich meinte nur, dass ich denke, mein wahres Ich ist eher extrovertiert und lacht gerne, obwohl du meintest, ich könnte von Natur aus eher pessmisitisch und sensibel sein, und ich vielleicht gar kein Problem hätte, aber wenn es mich belastet, muss es ja eins sein. Und leichte Depressionen glaub ich kaum, es fühlen sich trotz der seltenen guten Tage wie schwere Depressionen an. Wenn man keinen Lebenswillen hat, dann müssen sie ja schwer sein.

#9


J
Ich hab einfach gehofft, dass sich vielleicht jemand mit diesem Problem auskennt und mir eine Ursache nennen könnte. Aber ich verstehe auch, dass es ein sehr heikles Problem ist, das schwer zu begreifen ist.

#10


P
Was wäre denn, wenn deine Art, die Welt zu betrachten, gar nicht krankhaft wäre, sondern einfach eine normale charakterliche Ausprägung?
Und was wäre, wenn du die Brille, durch die du schaust, ändern könntest?

Belastet es dich überhaupt, dass es so ist oder fragst du dich nur, warum es so ist und was dich von anderen, vermeintlich lebensfrohen Menschen, unterscheidet?

x 1 #11


E
Sollte es dich belasten so zu sein wie du bist wäre eine Therapie das richtige für dich. Depressionen brauchen keinen Auslöser. Es kann auch einfach genetisch schon in dir sein. Die sollte auch besser behandelt werden.

x 2 #12


W
@joviie
Als selbst betroffene klingt das für mich auch ein wenig nach asperger Autismus, um ehrlich zu sein.
Gerade weil es seit Kindheit besteht, in der Schule nur Interesse für englisch (spezialinteresse), keine „normale“ Gefühlswelt…
Ich würde mal schauen, wer in meiner Umgebung auf sowas testet und mit einem fachkundigen Psychiater darüber sprechen.
Klar, Ferndiagnosen sind immer schwer und nicht wirklich möglich, aber ich als betroffene (aber andere Symptomatik) wurde es zumindest in Betracht ziehen.

x 1 #13


J
@Pauline333 Ja, ich hab schon daran gedacht, dass es vielleicht normal sein könnte. Menschen kommen auf die Welt, ohne zu wissen warum sie überhaupt hier sind und was davor war + die Welt ist kein heiler Ort. Obwohl ich damals nichts Schlimmes erlebt habe, wusste ich vielleicht instinktiv, dass die Welt kein guter Ort ist und die Unverbundenheit kommt vielleicht daher, dass man einfach so in die Welt geworfen wird ohne zu wissen warum und woher. Das ist nur meine Theorie, könnte aber auch was ganz anderes sein. Und ja klar, es belastet mich sehr. Ich versuch auch, meine Sicht zu ändern und konzentriere mich schon seit ein paar Jahren deutlich mehr auf das Positive als auf das Negative, aber das düstere Gefühl ist trotzdem immer zumindest im Hintergrund, und ich fühle es auch an meinen besten Tagen.

x 1 #14


J
@Coru Ja, ich denke auch es wird wohl genetisch bedingt sein, obwohl es niemanden in meiner Familie gibt, der dieses Problem hat, aber manche Menschen haben ja auch körperliche Krankheiten, die genetisch bedingt sind und irgendwann einfach ausbrechen ohne dass wer in der Familie sie auch hat. Ich hab ja auch im September ein Gespräch mit einem Psychiater, und schon auf einer Warteliste für eine Therapie, die wohl irgendwann im Winter anfangen wird.

x 1 #15


J
@WayOut Nur weil ich anders über die Welt fühle, bin ich wahrscheinlich Autist ? Ist jemand der keine Cola mag, obwohl die meisten Cola mögen, wohl auch ein Autist ? Es gibt so viele Arten anders zu sein. Denkst du jeder der irgendwie anders ist als die meisten, wird wohl ein Autist sein ?

Spezialinteresse bei Autisten bedeutet doch, dass sie ungewöhnlich viel über etwas viel wissen wollen, z.B. wenn sie an Englisch interessiert sind, ganz viele Wörter wissen möchten, die nicht mal viele Muttersprachler kennen. Mein Ziel war es aber nie das ganze Wörterbuch auswendig zu können, sondern einfach die wichtigsten Wörter zu kennen um mich fließend unterhalten zu können. Und Englisch war nur das einzige Schulfach, das mich interessiert hat. Ich hab ja geschr. dass ich noch andere Interessen habe, Mode, Musik, bestimmte Sportarten. Ich bin auch wenns mir gut geht, eher extrovertiert.

Ein Autist fühlt nicht nur anders, er verhält sich anders. Ich weiß wie Autisten ticken. Sie wirken anders auf mich. Ich merke, dass normale Menschen mir deutliche ähnlicher sind, als Autisten. Zwar nicht von der Gefühlswelt, aber definitiv vom Verhalten her. Ich höre von Autisten ständig nur, dass sie von ihrer Art her anders sind als die meisten und sich deshalb anders fühlen. Ihr Sozialverhalten ist anders, bei mir ist es nur die Gefühlswelt.

#16


P
Zitat von joviie:
Ja, ich hab schon daran gedacht, dass es vielleicht normal sein könnte.


Ich glaube, viele große Dichter und Denker hatten ähnliche Themen wie du.
Ich wollte dir nur mitgeben, dass es nicht unbedingt krankhaft sein muss, sich so zu fühlen. Ich würde denken, das könnte von einer großen Tiefe zeugen. Du bist eben nicht leicht "zu überzeugen", dass alles toll ist, siehst in freudigen Dingen auch gleichzeitig Schmerz etc.
Wenn das bei dir die Ursache ist, unterstelle ich dir eine hohe kognitive Kraft, die du dafür nutzen kannst, immer mehr Positives zu sehen und zu empfinden.

x 2 #17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

E
@joviie Sorry dass ich das jetzt sage aber du reagierst hier teilweise etwas unwirsch und aggressiv auf die Antworten. Auch schon auf meine Antwort heute Morgen. Ich empfinde das nicht ganz passend Leuten gegenüber die dir helfen wollen. Sie hat ja nur aus ihrer eigenen Erfahrung als Betroffene geschildert dass sie da Ähnlichkeiten sieht.

x 2 #18


J
@Pauline333 Ich finds nur komisch, dass ich diesen Schmerz gefühlt habe, wenn ich doch gar nichts Schmerzhaftes als Kind erlebt habe. Ist sich ein Mensch von Natur dem Bösen bewusst, auch wenn er es selber bis zu einem gewissen Alter nicht wirklich erlebt hat ? Das kam für mich nie in Frage, weil es keinen Sinn ergab. Wenn ein Mensch etwas nicht erlebt, dann kann er sich dem nicht bewusst sein. Vielleicht aber ja doch. Ich habe ja als Kind auch mal irgendwas Negatives erlebt, z.B. einen kleinen Streit mit irgendwem. Das selber hat mich ja gar nicht belastet, aber vielleicht wusste ich unbewusst, wenn es möglich ist, etwas Leid zu erfahren, dann ist es auch möglich extremes Leid zu erfahren. Daher das Trauma...ob es auch wirklich so ist. Ich werde mich darüber in 2 Wochen sowieso noch mit einem Psychiater unterhalten.

x 1 #19


J
@Krokodil90 Ich war etwas genervt, als du meintest es könnte doch einen Auslöser geben, obwohl ich ja im Text geschrieben habe, dass mir nie irgendwas passiert ist, dass diese Gefühle ausgelöst haben könnte. Und ich dachte, wenn es einen Auslöser gäbe, müsste ich mich doch daran erinnern, wenn die Gefühle einfach immer da sind, auch wenn manchmal nur im Hintergrund. Ich war aber auch nur in der ersten Antwort genervt, dannach nicht mehr. Und ja, das mit dem Autismus hat mich auch etwas verärgert, weil ich diese Antworten so oft lese, wenn ich das Problem google, und ich mir sicher bin, das ist absolut nicht der Grund. Aber ich hätte mich so oder so genauso ausgedrückt. Woran machst du meine Aggression fest ? An den Ausrufezeichen ? An den aufeinanderfolgenden Fragen ? Ein Ausrufezeichen heißt nicht gleich, dass ich wütend bin. Und ich stelle die Fragen, um klar zu machen, dass es keinesfalls Autismus sein muss. Manchmal wirkt es auch nur so, dass jemand genervt ist. Ich bin dir und allen anderen trotz der Gereiztheit anfangs dankbar für die Antworten.

x 1 #20


A


x 4


Pfeil rechts




Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
App im Playstore