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Bleitränen
Ich weiß einfach nicht mehr weiter..
kürzlich schrieb ich erst das ich Furcht vor der nächsten Downphase habe,zack! da ist sie!.
Sie hat auch gleich ihre kleine und nicht weniger widerwertige Freundin Angst mitgebracht.
Ich komme aus der ständigen Grübelei einfach nicht heraus ,egal was ich auch versuche.
Draussen herum laufen,putzen,kochen,etc. um den Tag rum zu kriegen..
fühle ich mich so erschöpft und gleichzeitig total aufgedreht ,es ist ein permanentes Druckgefühl da,so dass ich es beim Atmen spüren kann.
Mein Verstand versucht immer wieder da gegen zu halten...Das ist nur die Downphase,das geht wieder vorrüber ...doch ist das Empfinden so mächtig,das es mich von allen Seiten zu verschlingen droht...es ergreift Besitz von mir,zerfrisst mich von innen heraus...vernebelt meinen Verstand,lässt mich alles um mich herum vergessen,betäubt meine Sinne...bis ich nichts mehr fühlen kann.Seit mehr als 10 Jahren durchlebe ich diese Hölle immer wieder von neuem...jedes Mal hinterlässt sie mich noch schwächer für ihre nächste Attacke gegen mich.
Niemand sieht es...
Ich kann verstehen ,das Depression sch. ist,Depressive nerven einfach...versauen die Stimmung.
Ich kann es sogar wahrhaftig verstehen...wer will schon einen halb Toten in seiner Nähe haben?
Ich muss mit der selben Art wie ich über andere bezüglich Rücksichtsnahme urteile auch über mich selbst urteilen.
Mit manchen Leuten sollte man einfach nicht herum hängen.
Die ziehen einen voll runter...das Leben ist schon beschissen genug!
Wem sagst du das?

06.11.2017 17:48 • 29.11.2017 x 4 #1


21 Antworten ↓


M
Du bist nicht alleine. Mir geht es im Moment ganz genauso. Ich schleppe mich von Tag zu Tag und versuche, das was ich früher mit links gemacht habe wenigstens halbwegs zu machen. Es ist nicht leicht, das weiss ich. Und die Angst ist auch immer da. Ich kann Dich wirklich sehr gut verstehen, wie du fühlst und denkst.
Nimmst Du Medikamente ?

Liebe Grüße
Maja

06.11.2017 18:10 • #2


A


Depression - fühle mich so erschöpft / permanent down

x 3


J
Auch mir geht es so. Seit April schleppe ich mich auch so von Tag zu Tag. Ich bekomme nichts mehr hin und was ich früher in kurzer Zeit gemacht habe bleibt einfach liegen. Arbeiten ist ganz schwierig. Stehe oft hier stundenlang in meinem Arbeitsbereich rum und starre zum Fenster raus und rege mich dann auf, was ich mit dieser sinnlos weg geworfenen Zeit hätte fertig bringen können. Ich habe noch das Problem das ich Selbständig bin. Habe heute für eine Arbeit die ich früher in zwei Stunden gemacht habe ganze sechs Stunden gebraucht. Muß heute Abend noch Buchhaltung fertig machen. Am Freitag ist der zehnte und so Abgabetermin beim Finanzamt bzw. der Steuerberater braucht das ja noch zuvor. Sitze vor dem Bildschirm und bringe nichts fertig. Meine Schwester hat gesagt ich solle wieder zum Psychiater gehen. Aber diese ganzen Psychogespräche bringen doch einen auch nicht weiter!

06.11.2017 19:35 • #3


S
Hallo liebe Leidensgenossen, wie kündigen sich eure Depriphasen an und woran merkt ihr, dass diese wieder abklingen?

07.11.2017 08:08 • #4


F
Zitat von StubenTigerin:
Hallo liebe Leidensgenossen, wie kündigen sich eure Depriphasen an und woran merkt ihr, dass diese wieder abklingen?


Ankündigung:

Man funktioniert nurnoch,fühlt aber nichts mehr.
Man denkt: das geht vorüber,man kann ja nicht immer gut drauf sein...
Man kann sich kaum noch zu etwas motivieren,versucht es aber trotzdem.


Abklingen:

Man sieht etwas und kann sich freuen.
Die Sonne auf der Haut tut gut und man wird optimistischer,dass man der Zukunft gewachsen ist.
Man geht wieder gerne mit Menschen in Kontakt.
Man hat wieder Lust ,etwas zu tun.

07.11.2017 14:21 • x 3 #5


J
Ich habe einen interessanten körperlichen Anzeiger: schwer erklärbare Übelkeit. Anders als Übelkeit, die vom Magen kommt oder vom Kreislauf. So ein flaues, ungutes Gefühl in der Magengegend. Wenn das auftritt, weiß ich schon: Morgen liegste flach.

07.11.2017 14:29 • #6


F
Zitat von Bleitränen:
Seit mehr als 10 Jahren durchlebe ich diese Hölle immer wieder von neuem...jedes Mal hinterlässt sie mich noch schwächer für ihre nächste Attacke gegen mich.


Hast Du es mal mit Medikamenten probiert?

07.11.2017 14:32 • #7


J
Meine Depriphase hält nun schon sehr lange an. Ich habe es jetzt versucht mit hochdosiertem Vitamin D3, dazu Vitamin K , Hanf Complete, B1, B6, B12 und Johanniskraut.

Denke die Mittel brauchen sehr lange bis da eine Wirkung eintritt.

07.11.2017 14:59 • #8


F
Zitat von jürgenR:
Meine Depriphase hält nun schon sehr lange an. Ich habe es jetzt versucht mit hochdosiertem Vitamin D3, dazu Vitamin K , Hanf Complete, B1, B6, B12 und Johanniskraut.Denke die Mittel brauchen sehr lange bis da eine Wirkung eintritt.


Ach Götterchen....
Wenn Du drinhängst in der Depression nützen diese Dinge wenig.

07.11.2017 15:07 • x 1 #9


Bleitränen
Danke für eure Antworten.

@Flame und Maja

Ja sicher habe ich schon einige Medikamente in meiner Deprikarriere probiert.
Citalopram
Amytriptylin
Valdoxan
Trimipramin
Seroquel
Risperidal


Das Trimipramin *Antidepressivum* bekam ich monatelang in Tropfenform,bis ich dadurch eine leichte Schildrüsenunterfunktion bekam,das wollte ich nicht schlimmer kommen lassen.Der Rest der Aufgezählten landete bei mir im Müll ..von Valdoxan bekam eines Nachts schreckliche Angstzustände und es machte mich auch aggressiv,Seroquel und Risperdal machten mich zu einem Zombie,Citalopram hatte zu starke Wechselwirkungen.

Momentan nehme ich Pregabalin *Lyrica*,allerdings eher gegen meine Angststörung.
Das Zeug ist allerdings auch nicht ohne..und es hat eine sehr schnelle Toleranzentwicklung,sprich man muss die Dosis irgendwann steigern.Momentan bin ich bei ca.215mg..die empfohlene (Hammer)dosis liegt bei 600mg.Das möchte ich mir irgendwie nicht geben.
Nun,habe ich erst Anfang Dezember wieder einen Termin bei meiner Ärztin.
Ich denke ,ich werde sehen ob sie mir eventuell noch etwas anderes verschreiben kann.

07.11.2017 16:32 • #10


F
Zitat von Bleitränen:
die empfohlene (Hammer)dosis liegt bei 600mg


Also 600mg ist die maximale Dosis,die auch nur in Kliniken verabreicht wird.

Ich bekam in der Psychiatrie zum Schluss 400 mg und bin aktuell am runterdosieren.
Aktueller Stand: 200 mg Lyrica,25 mg Amitriptylin.

07.11.2017 16:40 • x 1 #11


B
Zitat von StubenTigerin:
Hallo liebe Leidensgenossen, wie kündigen sich eure Depriphasen an und woran merkt ihr, dass diese wieder abklingen

Gar nicht, daß ist bei mir so ein schleichender Prozess, daß ich es erst wieder merke, wenn ich wieder ein paar Tage nicht mehr schlafen konnte und
mich sonst auch wieder so typisch fühle. Abklingen tun die bei mir auch nicht nach irgendwelchen Regeln. Ich merks, wenn ich wieder schlafen kann
und das öfter als einmal die Woche.

07.11.2017 16:40 • x 1 #12


MaryDP
Huhu

Ihr sprecht mir aus der Seele. Ich fühle mich genauso besch... seit Langem schleppe ich mich durch jeden Tag. Bei mir steht momentan die Angst im Vordergrund. Sie ist von morgens bis abends da. Zugleich bringe ich nichts auf die Reihe. Bin total unruhig und gleichzeitig mega erschöpft. Jeder Tag ist eine Qual.

Ich nehme Escitalopram und Opipramol, aber irgendwie spüre ich keine Wirkung.

LG und an alle viel Kraft.
Mary

07.11.2017 18:08 • x 3 #13


J
Heute bei mir auch ganz besch... Sitze seit heute Morgen 10:00 Uhr an meiner Buchhaltung. Die wär vor dieser Depriphase locker in zwei Stunden fertig gewesen. Jetzt liegen Belege immer noch unsortiert rum und es ist mal wieder nichts fertig. Dadurch verschiebt sich natürlich auch alle andere Arbeit und dann kommt wie jetzt gerade die Angst in mir auf. Innere Unruhe Zittern sind aktuell die Symptome.

07.11.2017 18:43 • x 1 #14


MaryDP
Zitat von jürgenR:
Heute bei mir auch ganz besch... Sitze seit heute Morgen 10:00 Uhr an meiner Buchhaltung. Die wär vor dieser Depriphase locker in zwei Stunden fertig gewesen. Jetzt liegen Belege immer noch unsortiert rum und es ist mal wieder nichts fertig. Dadurch verschiebt sich natürlich auch alle andere Arbeit und dann kommt wie jetzt gerade die Angst in mir auf. Innere Unruhe Zittern sind aktuell die Symptome.


Bei mir ist heute auch besonders bescheiden. Jetzt kommt auch wieder die dunkle Jahreszeit. Ich fühle mich auch total unruhig und voller Angst und muss jetzt auch noch zu einem Treffen mit einer Freundin.

Wünsche dir viel Kraft und dass deine Angst wieder abflacht. Mach es dir gemütlich und denk dran, du bist nicht allein mit deinem Gefühl.

07.11.2017 18:56 • x 1 #15


Robinson
@Bleitränen
Also doch ! Lyrica bildet Toleranz.
Bin bei 300mg und merke eig. nix mehr davon.
Hatte es schonmal, da wirkte es besser.
Gute Besserung dir.

08.11.2017 17:14 • x 1 #16


F
Zitat von Robinson:
Also doch ! Lyrica bildet Toleranz


Lyrica kann eine Toleranz bilden wie jedes andere Medikament auch aber das ist bei jedem unterschiedlich.
Manche nehmen es ein halbes Leben lang und müssen nicht oder nur geringfügig erhöhen,andere merken schon nach einigen Monaten,dass es nicht mehr so wirkt.

Ich selbst rechne eine mögliche Toleranzbildung mit ein,deswegen seh ich jetzt auch zu,dass ich das Lyrica möglichst ganz rausfahre,damit ich es notfalls wieder nehmen kann und dann noch genug Luft nach oben zum aufdosieren ist.

Aber für so schlimme Phasen finde ich sind solche Medikamente ein Segen,man muss nur verantwortungsvoll damit umgehen und nicht jahrelang schlucken,ohne je zu probieren,mal mit weniger auszukommen.

08.11.2017 17:21 • #17

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K
Hallo an Alle
Mir geht es nicht anders,ich nehme keine Antidepressiva mehr,da ich denke das ich auch von dem Medikament so zugenommen habe und mein Übergewicht zieht mich noch mehr runter.
bei der Arbeit versuche ich alles zu geben ,konzentriere mich nehme mir immer viel vor was ich nach der Arbeit noch zuhause machen will. Sobald ich zuhause bin ,bin ich einfach antriebslos,schlafe immer wieder ein und ärgere mich darüber,aber schaffe es einfach nicht.Sitze nur zuhause und gehe auch nicht mehr raus,habe immer das Gefühl,ich wäre überall unerwünscht. Ich denke das sind auch Depressionen?..ich kämpfe jeden Tag um wieder so lebensfroh und aktiv wie früher zu werden,aber ich lass mich einfach hängen..warum ?
Liebe grüsse an Euch

08.11.2017 18:32 • #18


F
Zitat von Katzenomi:
Sitze nur zuhause und gehe auch nicht mehr raus,habe immer das Gefühl,ich wäre überall unerwünscht


Ich denke schon,dass das an den Depressionen liegt.
Man hat ja in der Depression ein massiv (negativ) verzerrtes Selbstbild und glaubt,allen nur eine Belastung zu sein.
Wenn die Depression abklingt,wird das besser ,das braucht halt Zeit.
Mir wurde das während der schweren Depressionen immer wieder gesagt,dass man Geduld mit sich haben muss und es vor allemZeit braucht,bis es besser wird.
Man möchte das natürlich nicht hören,weil man sich wünscht,es am liebsten vorgestern hinter sich zu haben.
So wahnsinnig viel tun (ausser mässige Bewegung und möglichst gut zu sich zu sein und sich Unterstützung beim Partner/in der Familie holen)kann man eigentlich nicht.
Die Selbstheilungskräfte wirken lassen...

Wie wäre es mit einer Selbsthilfegruppe?
Da kannst Du Dich öffnen und musst Dich nicht verstecken mit Deinen Gefühlen.

Habe noch einen Buchtip:Wenn das Leben zur Last wird von Dr.Rolf Merkle.
Mir hat es in den dunkelsten Stunden geholfen,Hoffnung zu schöpfen.

08.11.2017 19:03 • x 1 #19


Bleitränen
Also auch wenn ich es z.T etwas sarkastisch herüber brachte.
Das Gefühl nirgends wirklich willkommen zu sein, ist auch mir wohl bekannt.
Es liegt NICHT IMMER an der Verzerrung der Wahrnehmung durch die Depression etc.
Ich habe es auch schon mehrmals wortwörtlich zu verstehen bekommen.
Auch das ich bloß ein faules Stück Sch***** bin,etc.pp.
Du bist doch gar nicht depressiv...
Wenn dann doch irgendetwas nicht passt,wirds auf die Depression geschoben.
Du bist doch eh krank und irre!
Wie man gerade Bock drauf hat.
Das hat dann mit Einbildung nichts mehr zu tun.
Wenn man mit Menschen schon etliche schlechte Erfahrungen gemacht hat,dann ist es m.E absolut normal ,das man nicht scharf auf Wiederholungen ist.Die Gesellschaft hat einfach,dadurch das sie nicht aufgeklärt ist,zu viele negativ Vorurteile.
Wie ich schon schrieb,ich habe bis heute selten Verständnis entgegen gebracht bekommen.
Ganz schlimm auch meine Ex-Partner,die Menschen die mich doch eigentlich am besten kennen sollten haben in offene Wunden gestochen ,mit voller kalkulierter Absicht mich noch mehr zu verletzen..und ich muss sagen ,das ich bis heute noch an deren verbalen Attacken gegen mich knabbere.
Es ist eine Sauerei,wenn man bedenkt ,das jährlich ca. 10..000(nur in der BRD) Betroffene an Depressionen sterben.
Wenn du nicht mehr funktionierst ,dann bist du einfach nichts mehr wert.Der Wert eines Menschen wird daran gemessen was er erbringt oder besitzt.Traurige ,kalte Welt.

@Flame

So ähnlich wie du halte ich es mit dem Lyrica auch.
Die Toleranz soll nicht zu hoch sein,damit es im akuten Fall noch Wirkung zeigt.

09.11.2017 15:28 • x 1 #20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl