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shiva3011
Hallo!

Nachdem ich einige Zeit überlegt habe, ob ich nochmal einen Beitrag schreibe oder nicht, habe ich mich jetzt doch dazu entschlossen.

Kennt Ihr das auch, dass Ihr das Gefühl habt total alleine zu sein? Nicht im wörtlichen Sinne jetzt!

Ich wünsche mir manchmal eine Freundin, welche die gleichen Probleme hat wie ich. Ich weiß das ist jetzt total egoistisch und eigentlich wünsche ich noch nicht mal meinen Feinden Depressionen oder Panikattacken aber dann hätte man jemanden bei dem man sich verstanden fühlen würde.

Mein Mann versucht zwar mir zu helfen aber als gesunder Mensch kannst Du das alles nicht verstehen. Er versucht mich dann immer in Watte zu packen und dann werde ich meistens noch richtig sauer weil ich sowas überhaupt nicht mag.

Jetzt geht es mir seit Wochen immer schlechter. Ich bin müde, gereizt und antriebslos. Gott sei Dank habe ich momentan keine Schmerzen. Ich hatte schon überlegt meine Medikamente zu erhöhen und meinen Arzt angerufen (Fluoxetin 60mg) aber der meinte das würde nichts bringen. Ich soll einen Termin mit ihm vereinbaren. - Toller Vorschlag, der nächste freie Termin ist im Mai - . Es ist ja schon seltsam - nach außen will ja keiner eine psychische Krankheit haben. Warum sind dann alle Termine bei Ärzten belegt?

Heute morgen hatte ich sogar das Bedürfnis mich bei meiner 7 jährigen Tochter zu entschuldigen, dass ich ihr - meiner Meinung nach keine gute Mutter bin.

Es ist schwer mit niemanden reden zu können und da ich auch noch durch die Krankenkasse in der 2 jährigen Zwangspause für Verhaltenstherapie bin kann ich mich noch nichtmal da ausheulen. Ich habe zwar versucht bei einem anderen Arzt mit einer anderen Form der Therapie Hilfe zu finden aber die Wartezeiten........

Es fällt mir manchmal so schwer morgens aufzustehen. Ich habe das Gefühl als wäre ich am Best festgeklebt.
Aber bis jetzt versuche ich jeden Morgen dagegen anzukämpfen. Es bringt sowieso nichts wenn ich mich krankschreiben lasse. Dann sitze ich zu Hause rum und grübbel noch mehr nach und bekomme noch mehr ein schlechtes Gewissen.

Mein einziger Lichtschein am Horizont ist das ich die nächsten Monate bzw. das nächste Jahr irgendwie überstehe.
Mein Mann und ich haben beschlossen hier unsere Zelte abzubrechen. Viele sagen, dass wir nur vor unseren Problemen weglaufen aber ich bin der Meinung wenn ich diese Probleme nicht mehr andauernd vor der Nase habe (die Familie von mir und meinem Mann) , die auch an meiner Krankheit schuld sind, dann kann ich vielleicht ein Neuanfang schaffen.

Wir haben uns letztes Jahr bei der GreenCard Lotterie beworben (jetzt werden wohl einige aufstöhnen). Ich weiss das der Gewinn reine Glücksache ist und ich werde mich auch nicht darauf ausruhen. Aber wir sind momentan leider trotzdem zum daumen drehen verdonnert. Wir müssen abwarten bis Mai. Zur Erklärung: Mein Mann macht neben dem Beruf seinen Industriemeister und im Mai sind die Zwischenprüfung. Wenn er die bestanden hat und wir wissen ob wir die GreenCard gewonnen haben oder nicht können wir weiter planen. Z.B. ob er die restliche Ausbildung verkürzt und ob wir durch unseren Arbeitgeber ins Ausland gehen (USA oder Canada) oder anfangen Bewerbungen zu schreiben und für wann wir unser Haus verkaufen etc.

So jetzt habe ich mir mal wieder etwas von der Seele geschrieben. Wünsche euch allen noch einen schönen Tag!

07.03.2017 13:02 • 07.03.2017 #1


5 Antworten ↓


Nataraja
Natürlich ist das verständlich, dass du gerne jemanden hättest, der dich versteht. Oft ist es aber so, dass sich Menschen gegenseitig runter ziehen, mit ihrer depressiven Einstellung. Besser ist es sich mit positiven Menschen zu umgeben, die einen Energie geben und motivierten.

Die Familie scheint da leider eher ein Energiefresser zu sein. Ich kann verstehen, dass du davor weglaufen willst. Schöner wäre es, wenn du so viel Kraft erlangen könntest, um dich selbst daraus befreien zu können, ohne wegziehen zu müssen.

Deine Verhaltensweise wird sich nicht ändern, wenn du weg ziehst. Ich weiß, wie belastend eine Familie sein kann. Die Frage ist, ob du dich dann wirklich befreit fühlst, wenn du nicht mehr in der Nähe bist, oder ob dann nicht jeder Besuch oder jedes Telefongespräch zum Graus wird. Wäre es nicht schöner eine Einstellung zu erlangen, mit der dir solche Konfrontationen nichts mehr ausmachen?

07.03.2017 13:12 • #2



Manchmal fühle ich mich so alleine

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shiva3011
Es wird keine Besuche und Telefonate geben da die Familie meines Mannes mich als eine Art Teufel ansieht uns sich noch nicht einmal mehr bei ihrer einzigen enkeltochter melden. Stattdessen hat sich meine Schwiegermutter ein anderes Kind aus deren Familie geschnappt und macht jetzt als wenn sie ihre enkeltochter wäre. Wir wollen nicht nur wegen ihnen weg. Wir fühlen uns generell hier und in Deutschland nicht wohl.

07.03.2017 13:19 • #3


Zitat von shiva3011:
Wir fühlen uns generell hier und in Deutschland nicht wohl.


Das kann ich gut verstehen...ihr müsst selbst entscheiden, ob das für euch DER Weg ist, würde sofort mitkommen
Denke auch, dass es ein Neuanfang sein kann und man dadurch einiges anders angeht, wieder neue Kraft hat, um an sich arbeiten zu können und die Dinge zum Positiven zu wenden. Viel Glück und alles Gute!

07.03.2017 13:34 • #4


shiva3011
Danke

07.03.2017 13:42 • #5


Zitat von shiva3011:
Danke


Spiele auch mit dem Gedanken, allerdings nicht ins Ausland, da ich allein gehen muss. Aber ich denke oft darüber nach...
Also ich drück die Daumen.

LG Annie

07.03.2017 13:45 • #6




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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser