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Toval

Toval
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Hallo zusammen,

Gestern und heute habe ich jeweils eine Tavor genommen. Hatte Zwangsgedanken und Angst wieder in die Depression zu rutschen. Vor circa drei Wochen musste ich das Sertralin plötzlich absetzen, da sich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung entwickelt hat. Ich war wirklich sehr traurig darüber, weil ich da Sertralin am einschleichen war und die Phase super verlief. Jetzt nehme ich im Moment nur Abends Mirtazapin 15mg. Aber eigentlich nehme ich das zum kombinieren mit einem anderen AD…. Ansonsten nehme ich seit drei Wochen nichts. Und gestern ging es dann plötzlich wieder mit Zwangsgedanken und negativspiralen los… und dann bekomme ich Angst das ich wieder in ein tiefes Loch falle, in dem ich länger sein werde. Hab mich dann dazu entschieden eine Tavor zu nehmen, welche mir dann auch geholfen hat. Heute war es wieder das Gleiche. Hab heute nochmal eine Tavor genommen, weil ich meinen Alltag gerne bewältigen können möchte. Nach der Einnahmenvon heute war ich erst bisschen müde und ko, aber jetzt geht es mir gut, so wie wenn nichts wäre. Ist da normal unter Tavor? Also das man da dann seinen Alltag so gut meistern kann? Vor ein paar Wochen hatte ich eine depressive Episode und wenn ich da zur Not eine Tavor genommen habe, habe ich nur geschlafen. Hat jemand auch diese Erfahrung gemacht?
Morgen habe ich kurzfristig einen Termin beim Psychiater. Möchte sogerne wieder ein AD einschleichen, damit ich wieder normal leben kann…. Danke fürs Lesen und ich freue mich auf Antworten.

30.06.2025 x 1 #1


123 Antworten ↓
E

Ex-Mitglied
Gast

@Recondi beim Absetzen nach langer Zeit kann es zu tödlichen Krampfanfällen kommen. Auch die überschießende Puls und Blutdruckreaktion kann zu Herzinfarkten, Schlaganfall etc. führen.
Hat deine Mutter das Tavor denn abgesetzt?
Ich hab Tavor früher echt verteidigt wie es nur geht, ich hab auch nie geglaubt, dass ich ein Problem habe damit. Ich wünschte ich hätte den Waschzettel mal vorher gelesen 😅
Es ist bestimmt so, dass da auch teilweise ein zu großes Ding drum gemacht wird im Internet. Nach kurzer Zeit ist es völlig unproblematisch das abzusetzen und auch hin und wieder kein Thema. Aber über viele Jahre hinweg als Dauermedikation kann ich echt nur dringend abraten. Hab damals auch mit mehreren Ärzten rückblickend über die Thematik gesprochen, weil ich es immer viel zu locker gesehen hab und die meinten, wer es länger als 5-10 Jahre regelmäßig nimmt, der kommt
nicht mehr von los. Ich will nicht abstreiten, dass es teilweise zu dramatisiert wird. Aber ich war damals immer die erste, die gesagt hat, nicht so Drama machen, ich hab ja keine Probleme damit. Und beim Absetzen nach fast acht Jahren kam dann das böse Erwachen. Ich kann nur jedem wünschen das nicht mitzumachen, deshalb halte ich so dagegen. Hätte es vorher niemals erwartet, dass ich so Probleme kriege beim Entzug.

01.05.2025 11:15 • x 3 #101


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A


Kann man sich mit Tavor normal fühlen

x 3


Islandfan

Islandfan
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Zitat von Kinogeist:
@Islandfan Ich würde denken: Wenn du ein Medikament zwei Jahre lang nimmst, weil es hilft. Deshalb kann ich gerade schwer nachvollziehen, wie überhaupt der Gedanke entsteht, es vielleicht nicht mehr zu nehmen. Bitte nicht falsch verstehen, klar, ohne Medikamente ist immer besser.

Ich sage mal so, ich weiß, dass es momentan und die letzten zwei Jahre das richtige war, bin aber trotzdem etwas vorsichtig, weil es eben ein Benzo ist. Klar gibt es auch viele Vorurteile, aber ich fühle mich auch verantwortlich für mich. Das heißt, dass ich es auf jeden Fall versuche abzusetzen und wenn es mir dann sehr schlecht gehen sollte, dann wäre es für mich okay, es wieder zu nehmen.
Ich weiß es nicht so wirklich, die größte Gefahr ist ja die Hochdosierung, die ich aber nicht mache, also ich merke die Wirkung immer noch jeden Tag. Bevor ich sie nehme, bin ich viel agitierter und innerlich nervös und fühle mich nicht so wirklich gut. Etwa 30 Minuten nach der Einnahme merke ich einen Unterschied, ich bin ruhiger und gelassener und das Agitierte ist nicht so stark.
Und man muss auch sagen, dass Tavor ein Mittel der Wahl bei einer agitierten Depression ist, eben weil man weniger anstatt mehr Antrieb braucht. legendär war der Satz des Oberarztes in der Tagesklinik, als er sagte "Frau Islandfan, wir müssen Sie sedieren." Haha, und dafür reicht selbst die Höchstdosis Mirtazapin nicht aus, was eine Tavor mit 0,5 mg bewirkt.
Und ich schlucke Mirta trotzdem noch, aber was ist daran besser als Tavor?

01.05.2025 19:50 • x 2 #112


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Windy
Tavor ist das suchterzeugendste Medikament überhaupt, wäre vorsicht damit, es täglich zu nehmen und sich daran zu gewöhnen. Denn dann funktioniert es nicht mehr bei Notfällen und mit der Zeit wird die Wirkung immer schwächer und man braucht immer mehr davon. Tavorentzüge gehören zu den körperlich anspruchsvollsten überhaupt. Tavor ist nicht dazu gedacht, es dauerhaft wie ein AD zu nehmen, sondern für Notfälle und in Ausnahmen, wenn gar nichts anderes mehr geht.

x 1 #2


Toval
Danke für deine Antwort, ja ich weiß das es sehr gefährlich ist und ich nehme es nur wenn es garnicht mehr geht. Ist im Moment halt ziemlich blöd bei mir, weil ich noch kein neues AD am einschleichen bin. Ich hoffe sehr, dass ich morgen wieder damit anfangen kann. Dann kann ich Tavor auch ohne Probleme weglassen. Aber jetzt in der Not hilft es mir gut.

x 1 #3


Windy
Zitat von Toval:
Aber jetzt in der Not hilft es mir gut.

Dann ist es in Ordnung, hast ja morgen den Termin beim Arzt, wo ihr alles weitere besprechen könnt. Laß dir aber bitte nicht Venlafaxin aufreden, was zur Zeit anscheinend gerne angeboten wird, denn es kann grauslig sein, wenn man es absetzt.

#4


Luce1
Darf ich fragen, wie lange Du das Sertralin schon eingenommen hattest?

#5


Wolken
also ich fühle mich auch relativ normal mit tavor. bisschen schwere beine und vielleicht etwas langsamer.
nehme es nur gelegentlich wenn über tage mit schlafen garnichts geht.

x 1 #6


Toval
@Windy das hatte ich schon mal probiert und war absolut Nix für mich. Die Einschleichphase war absolut Horror. Ich weiß das Einschleichen ist immer nicht einfach, aber unter Venla war es so schlimm. Im Moment ist Paroxetin im Gespräch.

#7


Toval
@Luce1 leider nicht so lange, hab es Ende Januar bekommen und war echt zufrieden… kaum Nebenwirkungen. Dann musste ich es vor drei Wochen von jetzt auf gleich aufhören mit nehmen😢

#8


Luce1
@Toval wie doof. Ich hatte es vor Jahren mal, nahm es lange … es hatte mir innerhalb von Tagen das Leben wieder gegeben.


Vielleicht kannst Du es ja wieder nehmen?

#9


M
Bei dauergebrauch stumpft die Wirkung irgendwann ab. Dann ist man einfach nur "normal" auf das Zeug. War 5 Jahre dauerhaft auf Alprazolam/Diazepam/Tavor (immer im Wechsel) und hatte zum Schluss gefühlt garkeine Wirkung mehr davon so wie es am Anfang war. Der Körper gewöhnt sich halt mit der Zeit daran und baut Umwege, um trotzdem weiter normal zu funktionieren. Ist eigentlich ähnlich wie bei AD's. Würde das trotzdem keinem empfehlen, weil wenn man wirklich mal davon runter muss kann es ziemlich gefährlich werden.

x 1 #10


P
Zitat von Toval:
Hallo zusammen, Gestern und heute habe ich jeweils eine Tavor genommen. Hatte Zwangsgedanken und Angst wieder in die Depression zu rutschen. Vor circa drei Wochen musste ich das Sertralin plötzlich absetzen, da sich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung entwickelt hat. Ich war wirklich sehr traurig darüber, weil ich ...

Alle Psychopharmaka sind, strenggenommen, schlecht. Denn sie alle wirken (bis auf die Benzodiazepine) unzuverlässig, haben viele Nebenwirkungen und können beim Absetzen/Ausschleichen massive Probleme machen. Benzodiazepine wirken mit Abstand am besten, haben so gut wie keine Nebenwirkungen, machen aber abhängig und man kann eine Toleranz entwickeln, außerdem gibt es anscheinend massive Probleme beim Absetzen/Ausschleichen. Es gibt also kein einziges Medikament, das zuverlässig wirkt und bedenkenlos über Jahre eingenommen werden kann. Die Pharmafirmen lügen wie gedruckt und die Ärzte sind von ihren Informationen und Studien (die von ihnen bezahlt werden) abhängig. Sie können uns nur per trial and error nach den ebenfalls fragwürdigen gesetzlichen Zulassungen und Regeln verordnen und „behandeln“. Das Ganze ist eine Art „Ro ulette“ auf dem Rücken der leidenden Patienten.

x 1 #11


Toval
@Luce1 nee leider nicht. Ich habe eine Bauchspeicheldrüsenentzündung davon bekommen… gibt es nur super selten vom Sertralin…. Aber ich hab es bekommen. Das darf ich leider nicht mehr probieren. Bei mir hat es auch nach kurzer Zeit angeschlagen. Cita und Escitalopram hatte ich auch schon, aber da hat leider die Wirkung nachgelassen bzw. bin dann wieder in eine Depression gerutscht.

#12


Toval
Also bitte nicht falsch verstehen. Ich möchte Tavor keinesfalls als Dauerlösung nehmen. Aber heute war ein Notfall um den Tag gut durchzustehen und jetzt geht es mir wirklich gut. Normalerweise bin ich nach einer Tabor extrem müde und möchte nur schlafen.
Deswegen bin ich so verwundert.

#13


K
Zitat von maximilian99:
Bei dauergebrauch stumpft die Wirkung irgendwann ab. Dann ist man einfach nur "normal" auf das Zeug. War 5 Jahre dauerhaft auf Alprazolam/Diazepam/Tavor (immer im Wechsel) und hatte zum Schluss gefühlt garkeine Wirkung mehr davon so wie es am Anfang war. Der Körper gewöhnt sich halt mit der Zeit daran und ...

Mich würde interessieren, über welchen Zeitraum hinweg du eine Wirkung bemerkt hast.

#14


K
Zitat von Toval:
Hallo zusammen, Gestern und heute habe ich jeweils eine Tavor genommen. Hatte Zwangsgedanken und Angst wieder in die Depression zu rutschen. Vor circa drei Wochen musste ich das Sertralin plötzlich absetzen, da sich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung entwickelt hat. Ich war wirklich sehr traurig darüber, weil ich ...

Nach der Einnahme von Tavor fühle ich mich oft bis zu drei Tage lang stabil und belastbar. In dieser Zeit habe ich das Gefühl, so zu funktionieren, wie es für andere vielleicht ganz normal ist. Danach folgt meist eine Phase, in der mein Schlafbedürfnis deutlich zunimmt

#15


M
Zitat von Kinogeist:
Mich würde interessieren, über welchen Zeitraum hinweg du eine Wirkung bemerkt hast.

Eigentlich nur die ersten paar Monate. Muss aber dazu sagen eine Wirkung hat man die ganze Zeit, nur merkt man irgendwann kaum noch was davon, wegen der Gewöhnung.
Also ich bin auf 10mg Tavor/Tag vollzieht arbeiten gegangen und habe da auch funktioniert. Im Gegenteil ging es mir rasant schlechter und ich habe nicht mehr funktioniert, wenn ich mal nichts hatte.

x 1 #16


Sonnenzauber
@Recondi das sind wieder so pauschale Aussagen mit denen doch keiner was anfangen kann. Vielen Menschen helfen sie z.B. aus der Depression oder zum schlafen. Sei doch einfach froh dass du keine brauchst aber red den Menschen hier nicht ein Psychopharmaka wären schlecht. Die meisten hier nehmen welche und haben kaum Nebenwirkungen die treten meistens nur am Anfang ein. Und es gibt auch Menschen mit Krankheitsbildern die müssen ihr ganzes Leben welche nehmen.

x 2 #17

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Islandfan
Ich nehme Tavor in der Niedrigdosis 0,5 nun seit 2 Jahren und ich weiß es nicht genau, aber ich kann meinen Alltag (vor allen meinen Beruf) gut bewältigen. Ich habe keine Ängste mehr, nur noch Depressionen. Ob die Ängste durch das Tavor weggegangen sind oder ob sie durch meine Lebensumstellung weggingen, das weiß ich nicht, ist mir momentan aber egal. Ich kann bei 0,5 bleiben und es wirkt nach wie vor gut, denn ich erkenne einen Unterschied nach der Einnahme. Ich traue mir wieder Sachen zu, die ich früher nie getan hätte.
Wie lange ich es noch nehme, das weiß ich nicht, aber ich habe mit 4 Ärzten gesprochen, die es in der Niedrigdosis für vertretbar momentan halten.

x 1 #18


Toval
@Sonnenzauber danke für deinen Beitrag. Ich bin nämlich auf der Suche nach einer Dauermedikation, damit meine depressiven Episoden weg bleiben und nicht mehr kommen. Vielleicht muss ich auch ein lebenlang Medikamente nehmen, aber das macht mir nichts, so lange es mir hilft. Hab leider schon ein paar Episoden durch… Dann nehme ich lieber ein lebenslang was bevor wieder eine Episode kommt.

#19


P
Zitat von Sonnenzauber:
@Recondi das sind wieder so pauschale Aussagen mit denen doch keiner was anfangen kann. Vielen Menschen helfen sie z.B. aus der Depression oder zum schlafen. Sei doch einfach froh dass du keine brauchst aber red den Menschen hier nicht ein Psychopharmaka wären schlecht. Die meisten hier nehmen welche und haben kaum ...

Du verstehst mich nicht: ich nehme selbst Medikamente, ich habe drei zur Auswahl. Ich habe viel Erfahrung mit den Medikamenten. Meine Aussagen stimmen alle und viele können damit etwas anfangen. Es ist ein reines Trial und Error, und es gibt keine zuverlässig wirkenden Medikamente, außer die erwähnten Benzodiazepine. Siehst du das etwa anders?

#20


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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