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Monjah

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Hallo Lyn, schaust du hier noch ab und zu rein? Es wäre schön zu hören, was es so Neues bei dir gibt. Neues Altes und umgekehrt.

11.04.2019 17:57 • #61


Lyn

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Ja, liebe Monjah, das tue ich. Hatte einfach keine Energie mehr zum Schreiben.

Plötzlich ist alles so still.All das, was über zwei Monate sehr intensiv in mir gewütet hat. So still. Die mächtigen zerrissenen Gefühle sind wie abgeschalten. Keine Trauer, keine Wut, keine Verzweiflung, kein Selbsthass, kein innerliches Ertrinken. Die Beklemmung ist da. Der Druck im Kopf spürbar. Jedoch alles dumpf. Geräuschlos. Alles dunkle ist da, aber der Ton ist aus. Freude oder sowas ähnliches ist auch nicht da. Total leer.

Ich kann meinen Mitmenschen sagen, es geht mir besser. Ich spüre eine Empfindung, dass ich da raus möchte. Nicht diejenige sein, der es nicht gut geht.

Ich war vergangene Woche kurz davor, nicht mehr stark zu sein. Doch es gelang mir, mich selbst wieder soweit zu sammeln, dass das Netz von all den Fachleuten, die auf einmal die Alarmglocken läuten hörten, sich untereinander austauschten und mir Gespräche aufbrummten, die mich in die Enge trieben , mich nicht soweit umschloss, dass ich nicht mehr selbst über mich bestimmen kann.

Können Sie gewährleisten, dass in nächster Zeit nicht alles noch schlimmer wird?

Wo bleibt der Mensch? ICH fühlte mich nicht mehr menschlich. Krank, ganz klein, in die enge getrieben. Und auch meine ausbildnerin, die ebenfalls anwesend war spürte es. Empfand es ähnlich, wie sie mir danach anvertraute. Ich spürte es, auch ohne Worte. Ihr Wesen tut mir gut.
Dieser Satz schärfste auf seltsame Art meinen Verstand. Ich spüre, diese Art von Hilfe tut nicht gut. Ich spüre, dass ich mich wieder von meiner psychologin, von meiner jobbetreuerin, und jenen "Fachleuten" zurückziehen muss. Sonst fängt mich dieses Netzt, das eine Hilfe sein soll, ein... Bringt mich auf einen Weg der nicht gut ist. Kein Auffangen. Ich vertraue nicht darauf. Auch wenn sie es "alle" gut meinen.

Habe mich einverstanden erklärt in nächster Zeit zu einem Psychiater zu gehen und mich wegen Medikamenten beraten zu lassen. Ansonsten möchte ich in Ruhe gelassen werden. All die Hilfe wurde zu viel... Zu einer Bedrohung.

Bei der Arbeit finde ich wieder ein Gefühl von Ablenkung.

Ansonsten, naja ich lebe. Ist doch irgendwie egal. Irgendwann ist eh alles vorbei. Und dann spielt esauch keine Rolle ob es einem gut ging oder nicht. Ob man einzig kämpfte oder zurückblicken kann und dankbar sein kann. Freud oder leid. Irgendwie ist doch alles nicht wichtig. Hauptsache alles ist gerade leichter auszuhalten . Und ich kann irgendwo in mir noch wahrnehmen, dass es Menschen gibt die ich von Herzen liebe, mich Lieben. Das ist der einzige halt. Der wichtigste. Für jene Menschen geb ich mich nicht auf.

Ich habe einfach furchtbare angst, dass ich auf einmal diesen halt nicht mehr wahrnehmen kann. Ich habe z. B. Ferien gebucht im Sommer mit meinen besten Freunden. Aber ich spüre keine vorfreude. Einfach nichts. Ich habe solche angst, dass sich die "Liebe" diese Gefühle von freundschaft und Familie auflösen. Ich verlor diese Empfindungen in letzter Zeit immer wieder völlig. Nur noch diese Schwere. Angst dass sich diese guten Gefühle. Verbundenheit verschwindet... Schwierig dies zu erklären....

16.04.2019 19:47 • #62


Monjah

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Kann ich verstehen. Man kann sich zu kaum mehr etwas aufraffen und fühlt sich bereits bei den scheinbar kleinsten Dingen überfordert.
Ich hoffe einfach, dass es dir zumindest hilft, deine Gedanken und Empfindungen besser einzuordnen, wenn du sie mit uns teilst. Ohne Druck, dass du es musst.
Und ich finde es noch nicht mal schlecht, dass du Abstand zu manchen Fachleuten nimmst, von denen du denkst, das macht es noch schlimmer. Genau dann kümmerst du dich ja um dich. Und das ist ein gutes Zeichen.
Und dass du jetzt nichts spürst, ist auch ein Zeichen dafür, dass es sich ändern kann. Etwas kommt da in Bewegung.

Bitte denke daran, dass du niemandem etwas schuldig bist. Ich werde dich immer wieder daran erinnern, weil aus deinen Zeilen häufig zu lesen ist, wie sehr du dich versuchst unter Druck zu setzen. Mache ihn dir nicht.
Und bürde dir auch nicht zu viel auf. Versuche von Stunde zu Stunde und Tag zu Tag einfach zu schauen, was dir gerade gut tun könnte. Natürlich nicht, dass es in pure Euphorie übergehen soll, nein, das nicht. Nur halt etwas, von dem du weißt, es tut dir nicht schlechter. Da reicht es einfach schon, sich ans Fenster zu stellen und einmal in den Himmel zu schauen.

Was hältst du denn davon, wenn du dir einen anderen Psychotherapeuten suchen würdest? Vielleicht würden andere Ansätze/Zugänge helfen? Neues?
Wenn es dir aber zu viel wird, dann schau, dass du dich nicht überforderst. Das hast du ja jetzt getan. Und dann warten wir mal ab, was die Medikamente so bringen. Es ist gut, dass du dir einen Termin geben lassen hast.

Ich wünsche dir Stunden, in denen du einfach nur auf dich acht gibst, nicht mehr und nicht weniger.

18.04.2019 22:23 • #63


Lyn

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Zitat von Monjah:
Was hältst du denn davon, wenn du dir einen anderen Psychotherapeuten suchen würdest? Vielleicht würden andere Ansätze/Zugänge helfen? Neues?

Liebe Monjah,
Ich dachte, ich brauche es unbedingt, dass ich einfach über gewisse Dinge schonungslos ehrlich sprechen kann... Einfach mal die seele erleichtern.
Nun wurde mir wieder bewiesen, dass es nicht sinnvoll ist. Ich habe mich sehr geöffnet. Meiner Berufsbetreuerin einiges anvertrauen können. Der neuen Psychologin auch einen Teil. Doch nur annähernd einen kleinen Teil, wie es wirklich in mir gerade ausschaut und wozu hat es geführt? Dazu, dass auf einmal Sich alle sehr stark einmischen und beginnen darüber nachzudenken andere Massnahmen einzuleiten. Es hätte wohl nicht mehrviel gebraucht, dass sie über mich angefangen hätten zu bestimmen. Diesmacht mich misstrauisch. Dies darf nicht geschehen. Nun habe ichRuhe und bin froh. Geholfen hat das alles vielleicht in dem Sinne, dass es mir unbewusst eine Art Anstoss gegeben hat, mich wieder zusammenreissen zu können. Ich habe einige Menschen mit einem Schiksal kennengelernt, die von Klinik zu Klinik geschubstwurden. Die vom ganzen "System" von dem ich schreibe eingefangen wurden. Eins kommt nach dem anderen, Klinik, Psychiater, arbeitsunfähig, Geschütze Arbeitsstätte, nicht mehr fähig ohne "Hilfe"zu leben. Wie in einem Hamsterrad. Ich will niemandem zu nahe treten. Es macht mich nur sprachlos, weil ich glaube, dass einige Menschen von Fachleuten in ein System hineingezwungen werden, dass ihnen nicht hilft, sonder sie unbewusst in eine Krankheit tiefer hineinverfrachtet. Irgendwann beginnt man doch auch zu glauben man sei "krank"... Dies finde ich eine Gefahr an diesem ganzen System, an diesem unbegrenzten Wissen, was wir Menschen besitzen.
Und ich hoffe, dass ich immer genug Kraft habe um nicht in solch eine Situation reinzugeraten. Ich habe immer wieder an Mir beobachtet, dass ich darauf reagiere, wenn ich andere menschen von Dingen sprechen höre, Die für viele wohl verrückt oder ungreifbare sind. Andere Ansätze, andere energien... Nur habe ich noch nie Zugang dazu gefunden..... Und im moment fehlt die Energie zu "Suchen"....
Nein, ich möchte auch nicht schon wieder zu einem neuen Therapeuten...
Möchte nun einfach meine Ruhe. Und ja ich spüre es selbst als ein auf mich achten.
Nur dass ich mich mehr hilflos fühle. Denn alles scheint wieder mehr unterdrückt zu sein, gegen aussen geht es mir wieder besser, im Innern? Vielleicht bewegt sich etwas.... Denke nicht. Ich habe den Anspruch, meine mitmenschen wieder zu beruhigen. Zu vermitteln, es geht mir besser. Meinen Eltern, meinen besten Freunden, meiner Ausbilderin, meiner Berufsbegleiterin use. Weiss nicht, ist das auch wieder Das Gefühl, dass ich es Ihnen schuldig bin? Hm.... Vielmehr denke ich, dass ich so handle, oder diesen Anspruch jetzt an mich habe, weil ich diese Menschen entweder sehr gerne habe und sie auch der Grund sind, weshalb ich trotzallem immer wieder unerklärliche Kräfte in mir habe und alles irgendwie durchstehen. Oder bei meiner Ausbilderin ist es auch die Dankbarkeit für Ihre Reaktion, ihr Wesen... Deshalb wächst in mir wieder die Entscheidung, dass ich von nun an alles wieder mit mir alleine ausmache. Auch wenn ich es ja nicht bewusst so geschehen liess, dass meine Gefühle vergangene Zeit aufeinmal überall mehr nach Aussen drangen als sonst....

Keine Ahnung.
Zitat von Monjah:
Versuche von Stunde zu Stunde und Tag zu Tag einfach zu schauen, was dir gerade gut tun könnte. Natürlich nicht, dass es in pure Euphorie übergehen soll, nein, das nicht. Nur halt etwas, von dem du weißt, es tut dir nicht schlechter

Danke, monjah. Diese Worte, ein kleiner anstups.
Genau Dies gelingt mir im Moment Gottseidank besser. Und so möchte ich es sehen.
Ich wünsche mir ja auch nicht die pure Euphorie oder die höchsten Glücksgefühle. Eigentlich wünsche ich nur Ruhe in meinem Innern. Endlich ein Gefühl von Ankommen können. Einfach ein Gefühl von LEBEN WOLLEN, EINFACH nur so .... Du schreibst oft über Akzeptanz. Ich habe auch in anderen Themen Beiträge von dir gelesen. Und sie berühren mich. Deine Worte geben Mut. Irgendwie

... Ich habe noch viel mehr im Kopf, was ich schreiben möchte. Aber für den Moment sind diese Worte genug

21.04.2019 15:48 • #64


Lyn

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Manchmal habe ich Angst. Kaure in der Ecke, verwerfen meine Gliedmassen, nicht wissend wohin mit ihnen. Nichts gehört zu mir. Im Innern rinnt schwarzes Pech durch meine Adern. Klebende Masse. Ein Flüstern, ich bin doch nicht alleine, verdammt ich bin nicht alleine! Tränen kommen, während ich hilflos zittern mir verzweifelt einreden ich will doch Leben! wahrhaftig, lebendig. Während Gedanken sich in die Hirnzellen fressen, dass ich lieber tot wäre. Weshalb diese finsteren besessenen Gedanken?! Nicht wahr, gelogen, abgrund tief. Ich will. Ich will. Ich will. ICH WILL DOCH! Ich will so zerreissend wahrhaftig einen Weg finden. Ich will doch. Wörter, so falsch, so verzerrt. Ich bin doch hier. Hier um da zu sein. ICH KANN NICHT. Taub. Flucht. Ich will Rennen weit weg. Fort von mir. Ich will doch Leben. Du bist nicht genug. Du spielst ein Spiel. Du bist selbst schuld. Du wirst versagen. Du hast keine Kraft. Du wirst auseinanderfallen. Alles Gute weicht. Du musst wieder lachen. Nach Aussen stark sein. Alles wird vergehn. Was ist wahr in mir, was ist gelogen. Verbrenne. Es geht mir gut. Zu mir zurück. Was fehlt?
Ich sehe nichts in diesem Nebel. Leer. Wo, ja wo verdammt kann ich sein? Wann kommt die Zeit, in der es so kommt, wie es kommen soll? Ferngesteuert. Selbstverlogen. Gedanken, Gefühle, Herz, Seele, Verstand, Kopf-das System spielt verrückt. Klarheit? Verschwommenen Umrisse? Herz schläge.
Niemand kann verstehen, wie es sich anfühlt. Wie soll es auch jemand verstehen können, wenn ich es selbst nicht verstehe?

Und ich musste die Worte hören: Wie stellst du dir eigentlich deine Zukunft vor? Was willst du eigentlich, willst du dir wirklich alles kaputt machen, was du jetzt erreicht hast? Für was all dieses Bemühen um dich, für was all das Kämpfen mit dir? Für was, wenn du wieder an einen Punkt gelangst, an dem es schon Wieder nicht mehr weitergeht? Willst du wirklich irgendwann von Sozialhilfe Leben?! Denkst du wirklich, uns geht es gut? Ich schlafe nicht mehr ohne Schlaftabletten. Du hast doch alles. Warum wirfst du all deine Stärken weg? Du kämpfst nicht. Du flüchtest immer nur anstatt zu reden. Man sollte andere Mensche wahrnehmen und nicht nur sich selbst, nur dann kann es einem besser gehn

Und alles beginnt wieder zu Rollen. Sitze nur da, erstarrt, weil die Worte meine Gedanken aufwecken. Erstarrt, weil ich nichts mehr sagen oder tun kann. Schutz? Einzig mich ergeben. Weinen unaufhaltbar. Wut. Explodieren. Hilflos.
Ich schlage um mich, weil ich nicht mehr anders kann. Warum nun diese Worte?! Warum. Wenn es doch gerade endlich ruhiger war. Würde jemand einem Krebskranken sagen, für was kämpfen wir mit dir?
Es tut weh. Es tut so unfassbar weh, wenn die Gewissheit kommt, es geht jemand anderem wegen dir nicht gut und du kannst keine Worte finden um zu sagen wie es dir geht ohne das Gegenüber noch mehr in Sorge zu versetzen. Und Wut ist da, weil die Verzweiflung gerade wieder kommt. Wut weil solche Worte ausgesprochen werden müssen. Wut weil ich wieder einzig wütend auf mich selbst sein kann. Kraftraubend, weil wieder nicht verstanden wird. Dieses Unverständnis schneidet sich in mich ein. Nun erneut all die Gedanken aushalten, die schlagen, auf mich schlagen. Schlagen bis ich taub bin. Schlagen lauter als alles andere. Weitergehen, nun wieder mit den scharfen Gedanken. Vergessen. Die Worte sind nur lieb gemeint. Dahinter verbirgt sich wohl Verzweiflung meines Gegenübers. Nichts ahnend was solche Worte bedeuten, für mich.

23.04.2019 07:14 • #65


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Das kann nicht mein Ernst sein. Wie kann es sein, dass mich Immer wieder der Gedanke fesselt, ich wünschte ich wäre TOD KRANK? WIE KANN man sich nur so etwas wünschen?! Ich stelle mir Szenarien vor, in denen ich einfach so umkippe, ins Krankenhaus muss und mir dort dann mitgeteilt wird, ich hätte eine schlimme Krankheit.
Eine Mitarbeiterin ist nun seit ein paar Tagen im Spital, da sie immer wiederkehrendes hohes Fieber hatte und Niemand wusste warum. Mein erster Gedanke, war doch tatsächlich, warum kann Das nicht mir geschehen?
Nein, das erste Gefühl war nicht Sorge um sie, sondern Eifersucht. Und eine Wut, warum muss ihr dies wieder fahren? Sie wäre lieber nicht im Spital, Sie würde gerne nun bei der Arbeit sein.
Es ist absurd und ich kann mich nicht verstehen. Und ich will nicht so sein. Aber ich denke nun mal so. Ich bin stabiler im Moment, nehme wieder Medikamente. Gottseidank ist alles auf einem Level in dem alles wieder aushaltbar ist. Und trotzdem ist es nicht gut.
Ist einfach der Wunsch nach Ruhe ohne mich rechtfertigen zu müssen so stark, bin ich einfach verrückt? Kennt jemand auch solche Gedanken, die einfach nur unverständlich und verkehrt sind?

03.05.2019 18:26 • #66


Lyn

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Und jeden Abend kehrt dieses Gefühl zu mir zurück. Das beissende Gefühl ich kann nicht mehr. Flehe meinen Körper an, bitte, oh bitte hör doch einfach einmal auf zu funktionieren! Ich flehe Dich an. Hör auf stark zu sein! Oh bitte gewähre mir einfach Ruhe! Sacke zusammen. Breche zusammen! Ich kann einfach nicht mehr. Glaubt mir, ich hasse diese Gedanken. Aber das bin ich und es gelingt nicht mir einzureden, dass es einfach Gedanken sind, dass ich es Steuern kann. Es gelingt einfach nicht. Gedanken, tief dunkle Gedanken quälen. Ich will doch nicht wahrhaftig ans Sterben denken. Oh nein, aber ich tue es. Ja, es geht mir am Tag durch wieder besser. Ich bin ruhiger. Alles wieder im erträglichen Bereich. Besser als vergangene Zeit. Ich nehme wieder Medikamente. Ich habe mich besser unter Kontrolle. Ich bin wieder da im Funktionsmodus. Ja, ich bekomme von Mitarbeiter wieder das Feedback, dass ich bessere Laune habe. Sogar gute Laune. Ich bin beruhigt, fällt von Aussen der Druck, es muss jetzt aufwärts gehn wieder weg, da ich wieder vermitteln kann, hey es geht mir wieder gut. Aber tut es das? Egal Stimmung. Es ist mir öfters einfach alles egal. Egal, dass ich keine Freude verspüre. Leer. Egal was mein Leben bringen mag. Tränen kommen nicht mehr allzeit und überall. Sie kommen überhaupt nicht mehr, obwohl mir zum Weinen zu Mute ist. Es scheint als hätte ich keine Kraft mehr ständig weinend zusammenzusacken. Ich habe keine starke Angst mehr wenn die Arbeit zu Ende ist und ich nach Hause gehen muss. Alleine bin. Die Bulimie ist stärker und gibt wieder Kraft. Ich hasse mich dafür. Aber es ist wie es ist. Die Hoffnungslosigkeit noch da. Ich pushe mich Tag für Tag weiter. Auch wenn es sich anfühlt als hätte ich keine Kraft. Bis ich nichts mehr zu sagen habe. Oh ich pushe mich. Ich werde alles können. Ich kann Leben. Auch wenn die Verzweiflung bleibt. Auch wenn das Dunkle nun wieder in mir vergraben wird. Niemand soll es sehen. Es war zu viel. Ich möchte nicht Hilfe spüren, die zu einem Zwang wird. Lieber alles für mich alleine ausmachen. Hier schreiben erleichtert etwas. Warum ich hier schreibe, weiss ich auch nicht mehr. Vielleicht ist es gut solange ich noch Worte schreiben kann, solange ich noch etwas zu sagen habe Angst. Angst, habe angst dass es nicht aufhört.

16.05.2019 20:08 • #67


Lyn

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Brauche es gerade zu schreiben...

Es gibt Momente in denen ich begreife, ich schaffe es nicht alleine. Es gibt Momente in denen es mir bewusst ist, dass vieles nicht gut läuft. Wenn ich alleine bin, esse ich Nichts. Ich esse ja, aber nur zur Betäubung. Ich verschlingen Unmengen und erbreche alles wieder. Es gibt Momente in denen ich begreife, das ist nicht normal! Sonst gelingt es mir nicht etwas zu essen meinem Körper zu liebe, weil ich sowieso weiss , dass ich es hier in meiner Wohnung, wo niemand ist ausser mir, wieder erbrechen MUSS.

Bin ich alleine gelingt es nicht mir etwas Gutes zu tun oder etwas, das mir Freude bereiten würde. Ich tue schon was, aber hauptsächlich tue ich alles dann Nur damit die Zeit vergeht. Fülle so die Lücken zwischen den Essbrechanfällen. Ich schaue, dass ich nicht oft für mich alleine sein muss. Aber manchmal habe ich wirklich keine Kraft etwas zu unternehmen. Ich verspüre auch bei Nichts wirklich Freude. Und dann gibt es Momente in denen es keinen Sinn macht etwas zu unternehmen, da es sowieso keine guten Gefühle auslöst, auch wenn die Vorstellung alleine zu sein unerträglich ist, weil ich alleine schon gar nichts auf die Reihe kriege und oft eine Leere da ist. Und eine Kraft in mir zu mächtig, die mich so stark in ihren Klemmen hält. Dann kommt eine Hilflosigkeit. Was soll man tun wenn Das alleine sein unerträglich erscheint, aber man keine Energie, keinen Antrieb hat sich mit lieben Menschen zu treffen weil es keine Freude im Innern gibt?! Nichts anderes bleibt übrig als sich ergeben, akzeptieren, aushalten einen weiteren Tag angehen ohne LEBEN.

Verdammte verhasste Sinnlosigkeit!

Ich bin im Moment wieder stabiler. Die Medikamente scheinen wohl zu wirken. Stabiler im Sinne von, dass ich nicht mehr immer und überall weinen oder schreien könnte, es kaum mehr aushalte, dass ich am morgen nicht mehr erwache mit Panik und am Abend mir so Sehr wünschte es wäre vorbei und ich würde am nächsten Tag nicht mehr aufwachen müssen. Stabiler im Sinne, dass ich es draussen wieder besser ertrage unter Leuten zu sein. Stabiler im Sinne von, dass ich mich nicht mehr so gefangen in mir selbst fühle mehr anwesend bin, meine Umgebung wieder greifbarer erscheint und ich bei der Arbeit eigentlich wieder wie gewohnt funktioniere.

Und dann gibt es die Momente in denen ich fühle, dass ich mich im Kreise drehe. Dass es mir nicht gut geht. Ich irgendwas tun müsste.

Mit Alk. am Abend drifte ich in eine wärmende Hülle und mag es wenn ich beinahe nicht mehr stehen kann
Warum ich dies tue obwohl ich weiss, wie gefährlich es ist in eine neue Sucht abzurutschen?
Gleichgültigkeit.

Ich sage mir, ich soll mich begnügen jetzt im Moment. Begnügen damit, dass ich stabiler bin. Aber ist es gut, dass all die heftigen Gefühle wie abgeschalten sind? Ich will nicht, dass Medikamente alles wie ausschalten. Weil ich fühle es ist alles noch da, in mir


Es braucht keine Antwort. Klar tut es jeweils gut, zu sehen jemand liest die Worte, aber ich erwarte nichts.
Brauche einfach einen Raum um schreiben zu können, wenn ich das Bedürfnis habe

03.06.2019 16:48 • #68


Lyn

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Leben, was hast du nur für eine Bedeutung für mich?
Wie kann ich sie finden? Wann finde ich den Sinn?
Fokussiere mich auf andere. Schalte mein sein aus. Ich bin nicht wichtig. Aber andere sind es. Auf sie will ich mich konzentrieren. Was beschäftigt sie, was denken und fühlen sie. Ich will einfach nicht mehr mit meiner Gedanken und Gefühlswelt beschäftigt sein. Alles was ich bin, ist egal. Auch wenn ich in zwanzig Jahren noch in gleichen Teufelskreosen drehe. Es ist egal, spielt keine Rolle, dass ich rauche, erbreche, trinke, was auch immer. Ich will mich nicht noch schlechter fühlen in dem ich mir bewusst mache, wie erbärmlich und abnormal alles ist. Vielleicht mein Schicksal. Meine Art zu leben. Warum soll es schlecht sein? Ich bin selbst schuldwenn ich leide. Ich nehme es ja in Kauf. Ich spiele damit. Ich spiele schon lange mit meinem Leben... Wie es endet soll doch endlich egal sein. Ich kämpfe genug. Ich tue genug um irgendeinen Weg zu finden um in Frieden mit mir zu leben. Oder besser gesagt, ich tue was i heben kann. Und mehr kann ich wohl nicht. Ich werde wohl mein Leben lang verdammt sein gegen mich selbst kämpfen zu müssen. Wenn auch ich irgendwann mein eigener Henker bin, soll es so sein. Leben kann man mit allem. Aushalten kann man alles. Irgendwie. Es tut weh. Ja verdammt weh... Dieses Leiden. Wenn ich alles verliere. Wenn alles von Dunkelheit irgendwann aufgefressen wird, dann soll es so sein. Ich habe bessere Momente im Leben. Ich darf etwas als schön empfinden. Ich darf Liebe zu Freunden und Familie empfinden. Ich kann dankbar sein. Wievielen ist auch dies vergönnt? Mir nicht. Also will ich dankbar sein. Dankbar auch in denen Momenten i denen ich nicht leben will, i denen ich beinahe keine Kraft mehr habe... Alles ist wie es ist. Bei allen hier auf der Welt. Und vielleicht erfüllt mir mein Körper ja irgendwann den heimlichen tiefen Wunsch aufhören stark sein zu müssen... Vielleicht.
Und ich werde weiterhin den Körper herausfordern. Weiterhin... Es geht nicht anders....

Vor 7 Minuten • #69



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser


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