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201911.04




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NRW
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Hallo Lyn, schaust du hier noch ab und zu rein? Es wäre schön zu hören, was es so Neues bei dir gibt. Neues Altes und umgekehrt.

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  16.04.2019 20:47  
Ja, liebe Monjah, das tue ich. Hatte einfach keine Energie mehr zum Schreiben.

Plötzlich ist alles so still.All das, was über zwei Monate sehr intensiv in mir gewütet hat. So still. Die mächtigen zerrissenen Gefühle sind wie abgeschalten. Keine Trauer, keine Wut, keine Verzweiflung, kein Selbsthass, kein innerliches Ertrinken. Die Beklemmung ist da. Der Druck im Kopf spürbar. Jedoch alles dumpf. Geräuschlos. Alles dunkle ist da, aber der Ton ist aus. Freude oder sowas ähnliches ist auch nicht da. Total leer.

Ich kann meinen Mitmenschen sagen, es geht mir besser. Ich spüre eine Empfindung, dass ich da raus möchte. Nicht diejenige sein, der es nicht gut geht.

Ich war vergangene Woche kurz davor, nicht mehr stark zu sein. Doch es gelang mir, mich selbst wieder soweit zu sammeln, dass das Netz von all den Fachleuten, die auf einmal die Alarmglocken läuten hörten, sich untereinander austauschten und mir Gespräche aufbrummten, die mich in die Enge trieben , mich nicht soweit umschloss, dass ich nicht mehr selbst über mich bestimmen kann.

Können Sie gewährleisten, dass in nächster Zeit nicht alles noch schlimmer wird?

Wo bleibt der Mensch? ICH fühlte mich nicht mehr menschlich. Krank, ganz klein, in die enge getrieben. Und auch meine ausbildnerin, die ebenfalls anwesend war spürte es. Empfand es ähnlich, wie sie mir danach anvertraute. Ich spürte es, auch ohne Worte. Ihr Wesen tut mir gut.
Dieser Satz schärfste auf seltsame Art meinen Verstand. Ich spüre, diese Art von Hilfe tut nicht gut. Ich spüre, dass ich mich wieder von meiner psychologin, von meiner jobbetreuerin, und jenen "Fachleuten" zurückziehen muss. Sonst fängt mich dieses Netzt, das eine Hilfe sein soll, ein... Bringt mich auf einen Weg der nicht gut ist. Kein Auffangen. Ich vertraue nicht darauf. Auch wenn sie es "alle" gut meinen.

Habe mich einverstanden erklärt in nächster Zeit zu einem Psychiater zu gehen und mich wegen Medikamenten beraten zu lassen. Ansonsten möchte ich in Ruhe gelassen werden. All die Hilfe wurde zu viel... Zu einer Bedrohung.

Bei der Arbeit finde ich wieder ein Gefühl von Ablenkung.

Ansonsten, naja ich lebe. Ist doch irgendwie egal. Irgendwann ist eh alles vorbei. Und dann spielt esauch keine Rolle ob es einem gut ging oder nicht. Ob man einzig kämpfte oder zurückblicken kann und dankbar sein kann. Freud oder leid. Irgendwie ist doch alles nicht wichtig. Hauptsache alles ist gerade leichter auszuhalten . Und ich kann irgendwo in mir noch wahrnehmen, dass es Menschen gibt die ich von Herzen liebe, mich Lieben. Das ist der einzige halt. Der wichtigste. Für jene Menschen geb ich mich nicht auf.

Ich habe einfach furchtbare angst, dass ich auf einmal diesen halt nicht mehr wahrnehmen kann. Ich habe z. B. Ferien gebucht im Sommer mit meinen besten Freunden. Aber ich spüre keine vorfreude. Einfach nichts. Ich habe solche angst, dass sich die "Liebe" diese Gefühle von freundschaft und Familie auflösen. Ich verlor diese Empfindungen in letzter Zeit immer wieder völlig. Nur noch diese Schwere. Angst dass sich diese guten Gefühle. Verbundenheit verschwindet... Schwierig dies zu erklären....



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NRW
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  18.04.2019 23:23  
Kann ich verstehen. Man kann sich zu kaum mehr etwas aufraffen und fühlt sich bereits bei den scheinbar kleinsten Dingen überfordert.
Ich hoffe einfach, dass es dir zumindest hilft, deine Gedanken und Empfindungen besser einzuordnen, wenn du sie mit uns teilst. Ohne Druck, dass du es musst.
Und ich finde es noch nicht mal schlecht, dass du Abstand zu manchen Fachleuten nimmst, von denen du denkst, das macht es noch schlimmer. Genau dann kümmerst du dich ja um dich. Und das ist ein gutes Zeichen.
Und dass du jetzt nichts spürst, ist auch ein Zeichen dafür, dass es sich ändern kann. Etwas kommt da in Bewegung.

Bitte denke daran, dass du niemandem etwas schuldig bist. Ich werde dich immer wieder daran erinnern, weil aus deinen Zeilen häufig zu lesen ist, wie sehr du dich versuchst unter Druck zu setzen. Mache ihn dir nicht.
Und bürde dir auch nicht zu viel auf. Versuche von Stunde zu Stunde und Tag zu Tag einfach zu schauen, was dir gerade gut tun könnte. Natürlich nicht, dass es in pure Euphorie übergehen soll, nein, das nicht. Nur halt etwas, von dem du weißt, es tut dir nicht schlechter. Da reicht es einfach schon, sich ans Fenster zu stellen und einmal in den Himmel zu schauen.

Was hältst du denn davon, wenn du dir einen anderen Psychotherapeuten suchen würdest? Vielleicht würden andere Ansätze/Zugänge helfen? Neues?
Wenn es dir aber zu viel wird, dann schau, dass du dich nicht überforderst. Das hast du ja jetzt getan. Und dann warten wir mal ab, was die Medikamente so bringen. Es ist gut, dass du dir einen Termin geben lassen hast.

Ich wünsche dir Stunden, in denen du einfach nur auf dich acht gibst, nicht mehr und nicht weniger.





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  21.04.2019 16:48  
Monjah hat geschrieben:
Was hältst du denn davon, wenn du dir einen anderen Psychotherapeuten suchen würdest? Vielleicht würden andere Ansätze/Zugänge helfen? Neues?

Liebe Monjah,
Ich dachte, ich brauche es unbedingt, dass ich einfach über gewisse Dinge schonungslos ehrlich sprechen kann... Einfach mal die seele erleichtern.
Nun wurde mir wieder bewiesen, dass es nicht sinnvoll ist. Ich habe mich sehr geöffnet. Meiner Berufsbetreuerin einiges anvertrauen können. Der neuen Psychologin auch einen Teil. Doch nur annähernd einen kleinen Teil, wie es wirklich in mir gerade ausschaut und wozu hat es geführt? Dazu, dass auf einmal Sich alle sehr stark einmischen und beginnen darüber nachzudenken andere Massnahmen einzuleiten. Es hätte wohl nicht mehrviel gebraucht, dass sie über mich angefangen hätten zu bestimmen. Diesmacht mich misstrauisch. Dies darf nicht geschehen. Nun habe ichRuhe und bin froh. Geholfen hat das alles vielleicht in dem Sinne, dass es mir unbewusst eine Art Anstoss gegeben hat, mich wieder zusammenreissen zu können. Ich habe einige Menschen mit einem Schiksal kennengelernt, die von Klinik zu Klinik geschubstwurden. Die vom ganzen "System" von dem ich schreibe eingefangen wurden. Eins kommt nach dem anderen, Klinik, Psychiater, arbeitsunfähig, Geschütze Arbeitsstätte, nicht mehr fähig ohne "Hilfe"zu leben. Wie in einem Hamsterrad. Ich will niemandem zu nahe treten. Es macht mich nur sprachlos, weil ich glaube, dass einige Menschen von Fachleuten in ein System hineingezwungen werden, dass ihnen nicht hilft, sonder sie unbewusst in eine Krankheit tiefer hineinverfrachtet. Irgendwann beginnt man doch auch zu glauben man sei "krank"... Dies finde ich eine Gefahr an diesem ganzen System, an diesem unbegrenzten Wissen, was wir Menschen besitzen.
Und ich hoffe, dass ich immer genug Kraft habe um nicht in solch eine Situation reinzugeraten. Ich habe immer wieder an Mir beobachtet, dass ich darauf reagiere, wenn ich andere menschen von Dingen sprechen höre, Die für viele wohl verrückt oder ungreifbare sind. Andere Ansätze, andere energien... Nur habe ich noch nie Zugang dazu gefunden..... Und im moment fehlt die Energie zu "Suchen"....
Nein, ich möchte auch nicht schon wieder zu einem neuen Therapeuten...
Möchte nun einfach meine Ruhe. Und ja ich spüre es selbst als ein auf mich achten.
Nur dass ich mich mehr hilflos fühle. Denn alles scheint wieder mehr unterdrückt zu sein, gegen aussen geht es mir wieder besser, im Innern? Vielleicht bewegt sich etwas.... Denke nicht. Ich habe den Anspruch, meine mitmenschen wieder zu beruhigen. Zu vermitteln, es geht mir besser. Meinen Eltern, meinen besten Freunden, meiner Ausbilderin, meiner Berufsbegleiterin use. Weiss nicht, ist das auch wieder Das Gefühl, dass ich es Ihnen schuldig bin? Hm.... Vielmehr denke ich, dass ich so handle, oder diesen Anspruch jetzt an mich habe, weil ich diese Menschen entweder sehr gerne habe und sie auch der Grund sind, weshalb ich trotzallem immer wieder unerklärliche Kräfte in mir habe und alles irgendwie durchstehen. Oder bei meiner Ausbilderin ist es auch die Dankbarkeit für Ihre Reaktion, ihr Wesen... Deshalb wächst in mir wieder die Entscheidung, dass ich von nun an alles wieder mit mir alleine ausmache. Auch wenn ich es ja nicht bewusst so geschehen liess, dass meine Gefühle vergangene Zeit aufeinmal überall mehr nach Aussen drangen als sonst....

Keine Ahnung.
Monjah hat geschrieben:
Versuche von Stunde zu Stunde und Tag zu Tag einfach zu schauen, was dir gerade gut tun könnte. Natürlich nicht, dass es in pure Euphorie übergehen soll, nein, das nicht. Nur halt etwas, von dem du weißt, es tut dir nicht schlechter

Danke, monjah. Diese Worte, ein kleiner anstups.
Genau Dies gelingt mir im Moment Gottseidank besser. Und so möchte ich es sehen.
Ich wünsche mir ja auch nicht die pure Euphorie oder die höchsten Glücksgefühle. Eigentlich wünsche ich nur Ruhe in meinem Innern. Endlich ein Gefühl von Ankommen können. Einfach ein Gefühl von LEBEN WOLLEN, EINFACH nur so .... Du schreibst oft über Akzeptanz. Ich habe auch in anderen Themen Beiträge von dir gelesen. Und sie berühren mich. Deine Worte geben Mut. Irgendwie

... Ich habe noch viel mehr im Kopf, was ich schreiben möchte. Aber für den Moment sind diese Worte genug





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Manchmal habe ich Angst. Kaure in der Ecke, verwerfen meine Gliedmassen, nicht wissend wohin mit ihnen. Nichts gehört zu mir. Im Innern rinnt schwarzes Pech durch meine Adern. Klebende Masse. Ein Flüstern, ich bin doch nicht alleine, verdammt ich bin nicht alleine! Tränen kommen, während ich hilflos zittern mir verzweifelt einreden ich will doch Leben! wahrhaftig, lebendig. Während Gedanken sich in die Hirnzellen fressen, dass ich lieber tot wäre. Weshalb diese finsteren besessenen Gedanken?! Nicht wahr, gelogen, abgrund tief. Ich will. Ich will. Ich will. ICH WILL DOCH! Ich will so zerreissend wahrhaftig einen Weg finden. Ich will doch. Wörter, so falsch, so verzerrt. Ich bin doch hier. Hier um da zu sein. ICH KANN NICHT. Taub. Flucht. Ich will Rennen weit weg. Fort von mir. Ich will doch Leben. Du bist nicht genug. Du spielst ein Spiel. Du bist selbst schuld. Du wirst versagen. Du hast keine Kraft. Du wirst auseinanderfallen. Alles Gute weicht. Du musst wieder lachen. Nach Aussen stark sein. Alles wird vergehn. Was ist wahr in mir, was ist gelogen. Verbrenne. Es geht mir gut. Zu mir zurück. Was fehlt?
Ich sehe nichts in diesem Nebel. Leer. Wo, ja wo verdammt kann ich sein? Wann kommt die Zeit, in der es so kommt, wie es kommen soll? Ferngesteuert. Selbstverlogen. Gedanken, Gefühle, Herz, Seele, Verstand, Kopf-das System spielt verrückt. Klarheit? Verschwommenen Umrisse? Herz schläge.
Niemand kann verstehen, wie es sich anfühlt. Wie soll es auch jemand verstehen können, wenn ich es selbst nicht verstehe?

Und ich musste die Worte hören: Wie stellst du dir eigentlich deine Zukunft vor? Was willst du eigentlich, willst du dir wirklich alles kaputt machen, was du jetzt erreicht hast? Für was all dieses Bemühen um dich, für was all das Kämpfen mit dir? Für was, wenn du wieder an einen Punkt gelangst, an dem es schon Wieder nicht mehr weitergeht? Willst du wirklich irgendwann von Sozialhilfe Leben?! Denkst du wirklich, uns geht es gut? Ich schlafe nicht mehr ohne Schlaftabletten. Du hast doch alles. Warum wirfst du all deine Stärken weg? Du kämpfst nicht. Du flüchtest immer nur anstatt zu reden. Man sollte andere Mensche wahrnehmen und nicht nur sich selbst, nur dann kann es einem besser gehn

Und alles beginnt wieder zu Rollen. Sitze nur da, erstarrt, weil die Worte meine Gedanken aufwecken. Erstarrt, weil ich nichts mehr sagen oder tun kann. Schutz? Einzig mich ergeben. Weinen unaufhaltbar. Wut. Explodieren. Hilflos.
Ich schlage um mich, weil ich nicht mehr anders kann. Warum nun diese Worte?! Warum. Wenn es doch gerade endlich ruhiger war. Würde jemand einem Krebskranken sagen, für was kämpfen wir mit dir?
Es tut weh. Es tut so unfassbar weh, wenn die Gewissheit kommt, es geht jemand anderem wegen dir nicht gut und du kannst keine Worte finden um zu sagen wie es dir geht ohne das Gegenüber noch mehr in Sorge zu versetzen. Und Wut ist da, weil die Verzweiflung gerade wieder kommt. Wut weil solche Worte ausgesprochen werden müssen. Wut weil ich wieder einzig wütend auf mich selbst sein kann. Kraftraubend, weil wieder nicht verstanden wird. Dieses Unverständnis schneidet sich in mich ein. Nun erneut all die Gedanken aushalten, die schlagen, auf mich schlagen. Schlagen bis ich taub bin. Schlagen lauter als alles andere. Weitergehen, nun wieder mit den scharfen Gedanken. Vergessen. Die Worte sind nur lieb gemeint. Dahinter verbirgt sich wohl Verzweiflung meines Gegenübers. Nichts ahnend was solche Worte bedeuten, für mich.



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser

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