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8

J

jan085
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Hallo Community,

Ich bin wirklich am verzweifeln. Vor einem Jahr habe ich einen Beitrag gepostet über die Escitalopramaufdosierung von 15 auf 20mg.
medikamente-angst-panikattacken-f76/escitalopram-15-auf-20mg-t135087.html

Nach einem halben Jahr kämpfen, hoffen und Verhaltenstherapien, ging dann nicht mehr und ich entschied mich für einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik.

Dort bin ich jetzt seit 7 Wochen und werde wohl am kommenden Donnerstag entlassen 🫣 also insgesamt 8 Wochen Aufenthalt.

Die Stationsärztin hat zu Beginn der Behandlung mit mir gemeinsam entschieden, dass eine Medikamentenumstellung wohl am sinnvollsten sei.
Also einigten wir uns auf folgendes:

- Escitalopram 15 mg runterdosieren
- Sertralin einschleichen und Enddosis auf 100 - 150 mg festlegen

Hintergrund war, dass ich damals relativ gute Erfahrungen mit Sertralin gemacht habe (was sich wohl später als Irrtum herausstellen musste).

Medikamentöse Umstellung/Ablauf:

- innerhalb 1,5 Wochen: Escitalopram runterdosiert auf 0
- ab dem 18.05. bis zum 10.06.: wöchentliche Erhöhung von 50 auf 100 mg Sertralin.

Bis zum 10.06. hatte ich tatsächlich keine großen Ausschleich-/Einschleichnebenwirkungen feststellen können.
Am 11.06. hatte ich dann ein Visite Gespräch, in dem meine Ärztin meinte: "wir gehen Mal auf 150mg, da ihr Antrieb ja noch nicht genug zu sein scheint." Ich habe dann 2x nachgefragt, ob das wirklich sinnvoll und nötig sei und man nicht erstmal abwarten sollte.
Sie sagte: " das machen wir und es wird Ihnen helfen".

Nach 2-3 Tagen nach der Erhöhung erlebte ich dann den absoluten Horror durch die Aufdosierung zu 150mg:

- starke Derealisation
- Verwirrtheit
- Schwindel

Daraufhin habe ich mir Hilfe gesucht bei meinem Bezugstherapeuten.
Ich habe ihm die Situation geschildert und darum gebeten, nochmal Rücksprache mit der Ärztin zu halten, um mir dann nochmal Bescheid zu geben. Der Therapeut versprach mir, noch am gleichen Tag auf mich zuzukommen, um mir das Blutergebnis mitzuteilen. Letzte Woche Donnerstag und Freitag kam niemand auf mich zu.

Lediglich das Sertralin wurde von den ursprünglichen 150 wieder auf 100mg runterdosiert. Was ich allerdings nur erfuhr, weil ich morgens bei der Medikamentenausgabe gefragt hatte, warum es nur eine Tablette sei.

Im Vorfeld wurde 2 Tage vorher auch nochmal den Medikamentenspiegel im Blut gemessen. Das Ergebnis lag mir allerdings nicht vor.

Ich bin jetzt seit letztem Freitag von 150mg wieder auf 100mg Sertralin und es geht mir total dreckig. Hier in der Klinik will mir keiner helfen/keiner ist ansprechbar.

Die Ärztin bleibt trotz der Verschlechterung bei dem Entlassungstermin in der kommenden Woche und ich befinde mich gerade in einem schlechteren Zustand, als vor Beginn des Klinikaufenthalts. :

- extreme Derealisation und teilweise Verwirrtheitszustände

- übertriebenes Schwitzen und Hitzewellen (auch im Ruhrzustand), sodass mein ganzer Kopf klitschnass ist und das Wasser richtig runterläuft. Also nicht zu vergleichen mit normalem Schwitzen. Wirklich widerlich.

Ich bin wirklich entsetzt über die Behandlung hier in der Klinik und die Entscheidungen, die einfach ohne Absprache mit mir getroffen wurden.

Noch dazu kommt, dass ich jetzt gar nicht weiß, wie es dann weitergehen soll, nach der Entlassung.
Meine Frau ist auch total am Ende und hat schon Angst davor, dass ich wieder nach Hause komme.

Ihr und unser größter Wunsch ist nun, nach der Entlassung nächste Woche, 14 Tage später gemeinsam für 3 Wochen in den Urlaub zu fliegen. Das ist jetzt mein größtes Ziel. .

Ich fühle mich hier völlig auf mich alleine gestellt und vermute auch, dass man hier nichts mehr macht mit mir.

Am kommenden Freitag, nach meiner Entlassung habe ich einen Psychiatertermin in einer Praxis. Eine Umstellung auf ein anderes Medikament in so einer kurzen Zeit bis zum Urlaub, ist ja total unrealistisch. .

Ich muss und möchte unbedingt diesen Urlaub mit meiner Frau antreten! Habe echt die Schnauze mittlerweile voll von dieser miesen Erkrankung.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Ich bin total unruhig und verzweifelt. Aber dieses extreme Schwitzen/ die Hitzewellen, machen mit auch sehr zu schaffen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Was soll ich denn mit dem Psychiater besprechen?
Ich brauche irgendeine Zwischenlösung, damit dieses ekelhafte Schwitzen aufhört am Kopf und ich etwas ruhiger bin. Damit der Urlaub auch klappt.

Nach dem Urlaub muss man wahrscheinlich über ein anderes Medikament nachdenken, weil dieses hier nicht wirkt/starke Nebenwirkungen verursacht.....

04.07.2026 x 1 #1


11 Antworten ↓

B
Guten Abend,

das klingt leider erstmal sehr typisch für Sertralin beim Einschleichen. Das verschwindet spätestens nach ein paar Wochen wieder, aber es so lange durchzuziehen erfordert auch schon richtig Kraft. Das Vorgehen der Klinik finde ich allerdings auch sehr befremdlich. Also ich war auch in einem stationären Aufenthalt und da wurde alles mit mir vorher besprochen.

Es ist natürlich sehr ungünstig, dass die Dosierungen so geschwankt haben.

Ich selbst kenne Escitalopram ganz gut und das hat mir sehr geholfen gegen Zwangsstörungen und Angst- sowie Panikstörung. Leider hatte ich davon Nasenbluten bekommen und ich musste auf Venlafaxin umschwenken.

Aber Venlafaxin hilft mir auch sehr gut gegen die Zwangsgedanken und ich bin etwas aufgeweckter. Es ist ja ein SNRI, also puscht es eher auf und hilft auch gegen Depressionen.
Soweit vertrage ich es gut, klar, Nebenwirkungen sind bei jedem Medikament zu finden, aber das ist tatsächlich sehr gut verträglich auf Dauer. Das könntest du mit deinem Psychiater nach dem Urlaub besprechen.

Kurzfristig bleibt dir tatsächlich erstmal bei der Dosierung zu bleiben, ein abruptes Absetzen würde ich absolut nicht empfehlen.
Gegen die Hitzwellen hilft es wohl, wenn man die Handgelenke unter kühles Wasser hält.
Versuch den Urlaub trotzdem irgendwie mit deiner Frau zu genießen, mit jedem Tag, wo der Körper den gleichen Medikamentenspiegel hat, sollte es langsam besser werden.

Langfristig rate ich dir auf jeden Fall zu einem anderen Medikament. Evtl. halt Venlafaxin.

x 2 #2


A


Escitalopram auf Sertralin Versuch gescheitert?

x 3


Gedeon
Ist der Urlaub denn bereits gebucht? Fliegen = bedeutet ins Ausland? Vielleicht bleibt ihr besser in Deutschland. Das wäre mein Tipp. Es ist sowieso überall gleich heiß, oder?
Deine Erwartungshaltung an den Urlaub ist so groß, dass das schief gehen kann, wenn du es nun erzwingen willst.
Mit ist es mal in der Türkei so gegangen. Der Urlaub war komplett im Eimer und ich musste dort zum Arzt.

x 1 #3


Sonja77
Lieber TE
Gibt es irgendwie eine Möglichkeit das man deinen Aufenthalt in der Psychiatrie doch noch um vielleicht 1 Woche bis 10 Tage verlängern würde um zu schauen ob man dich soweit stabilisieren kann das du es auch zuhause schaffen kannst?
Oder gibt es sonst irgendwie eine Anschlusslösung für ab Donnerstag?

Den Termin beim Psychiater würde ich trotz allem wahrnehmen auch wenn ein neues Medi wohl eher nicht jetzt in Frage kommt da du ja unbedingt in den Urlaub mit deiner Frau willst..obwohl es durchaus auch Medis gibt wo man nicht so extrem reagiert und die relativ rasch positiv wirken können,das ist natürlich bei jedem Menschen anders denn jeder reagiert anders auf die Medis
Das Sertralin ist jedoch schon eher dafür bekannt das es stärkere Nebenwirkungen beim einschleichen erzeugen kann,wenn man so auch alle Beiträge im Forum dazu liest ist es doch in den meisten fällen so

Der Psychiater kann dir jedoch ein Notfallmedi geben wodurch du etwas ruhiger wirst,diese helfen in der Regel jedoch nicht gegen übermäßiges schwitzen

Darf man fragen wohin der Urlaub geht?Du schreibst von 3 Wochen Urlaub also eine ganze Weile,ist es in der Nähe oder eher weit weg?mit Auto?schiff?flugzeug?Reisecar?
Hast du dich über das Gesundheitssystem in dem Land ein wenig erkundet?Oder dich bei deiner KK darüber informiert ob die allgällige Kosten dann übernehmen falls was sein sollte?denn das ist nicht in jedem Land gegeben…ansonsten eine Reiseversicherung abschließen für Unfall und Krankheit dann bist du auf der sicheren Seite egal was passiert

Leider kenne ich es selbst wenn man beim Austritt aus der Psychiatrie schlechter dasteht als wo man rein ist

x 3 #4


J
Erstmal vielen Dank für die ausführlichen Antworten!
Zitat von Bochumer:
das klingt leider erstmal sehr typisch für Sertralin beim Einschleichen. Das verschwindet spätestens nach ein paar Wochen wieder, aber es so lange durchzuziehen erfordert auch schon richtig Kraft. Das Vorgehen der Klinik finde ich allerdings auch sehr befremdlich. Also ich war auch in einem stationären Aufenthalt und da wurde alles mit mir vorher besprochen.

OK. Das komische ist ja auch: während der Erhöhungen von Sertralin bis 100mg hatte ich überhaupt keine Einschleichsymptome. Nur vielleicht etwas vermehrte Müdigkeit.
Dann kam aber der Schlag und mir ging es unter 150mg deutlich schlecht. Da waren aber diesen Hitzewellen noch nicht da.

Erst seit Reduzierung und das zeitverzögert, nach 2-3 Tagen, fingen diese ekelhaften Hitzeanfälle an und allgemeine Unruhe, sowie "neben sich stehen".

Und das so schlimm, dass ich so stark schwitze, dass mir der Schweiß richtig vom Kopf läuft und zwar dauerhaft. Besonders gestern war es fast nicht auszuhalten.

Der Bereitschaftsarzt konnte mir heute auch nicht weiterhelfen. Es wird wohl morgen ein EKG gemacht.
Ein bisschen Sicherheit hätte ich ja schon, wenn man den Aufenthalt noch auf eine weitere Woche verlängern würde.

Also knapp eine Woche nach der Dosisreduktion habe ich nun hinter mir.

Und ihr meint, dass diese Symptome ca. in 1-3 Wochen verschwinden? Ich hoffe es wirklich. Gerade geht es mit schlechter, als vor dem Krankenhausaufenthalt.

Zitat von Sonja77:
Gibt es irgendwie eine Möglichkeit das man deinen Aufenthalt in der Psychiatrie doch noch um vielleicht 1 Woche bis 10 Tage verlängern würde um zu schauen ob man dich soweit stabilisieren kann das du es auch zuhause schaffen kannst?

Bisher, wie gesagt erstmal nichts geplant.... Aber so wie aktuell die Nebenwirkungen sind, schaffe ich das auch nicht zu Hause....
Letzte Woche habe ich das schon angesprochen bei meinem Psychiater. Der meinte, dass wäre wohl schwierig gegenüber den Krankenkasse bzw. Abtechnungstechnisch.....
Frage mich aber wirklich, was sie mit Patienten machen, denen es wohl wie mir, extrem schlecht geht und dann einfach so nach Hause schicken.

Musste das Wochenende auch abbrechen zu Hause und habe mich schon heute frühzeitig, um 13 Uhr wieder in die Klinik fahren lassen, weil ich dachte ich verglühe gleich.

Wenn wenigstens diese Hitzeattacken weggingen. Dann könnte ich einigermaßen den Urlaub schaffen und mich nach dem Urlaub auf ein anderes Medikament umstellen lassen.

Zitat von Sonja77:
Leider kenne ich es selbst wenn man beim Austritt aus der Psychiatrie schlechter dasteht als wo man rein ist

Ja, total! Ich habe auch das Gefühl, solange alles läuft, ist es gut. Aber wenn man Hilfe braucht, oder Fragen hat, wird es eher damit abgetan: "jaja, der einfach Angst nach Hause zu gehen".

Kannst du von deiner Erfahrung erzählen?

Btw: ich habe das Gefühl, die erklären sich meinen Zustand damit, dass ich Angst habe, wieder nach Hause zu kommen. Das ist aber definitiv nicht der Fall. Nichts wünsche ich mir mehr. Aber das auch halbwegs stabil.....

#5


J
Keiner ? Die Hitzewellen sind wirklich unerträglich.....

#6


B
Gehen die Hitzwellen von unten nach oben oder sind die direkt im Kopf?

Was ist, wenn du dir die Arme bzw. Füße abkühlst mit lauwarmen Wasser?

Es gibt auch so ein schönes Wasserspray von DM / Rossmann, was man sich auf die Arme spritzen kann.

#7


J
Naja die Hitzewellen gehen direkt am Kopf los..... Schwitze dann allgemein am Kopf extrem. Aber auch am Rest des Körpers

#8


Z
Ich kenne die Nebenwirkung schwitzen nur zu gut. Habe es schon seit einiger Zeit und gerade im Sommer ist es echt schlimm. Vor allem auch am Kopf. Eine Lösung habe ich noch nicht gefunden, gehe es sehr pragmatisch an, habe immer einen Kältespray und ein kleines Handtuch dabei. Nach der langen Zeit habe ich mich ein bisschen damit arrangiert...

x 1 #9


J
Hallo,

Ich muss nochmal um Eure Hilfe bitten.

Also mittlerweile bin ich seit Donnerstag wieder zu Hause und es geht mit zunehmend schlechter. Nein, nicht aufgrund der Tatsache, dass ich jetzt wieder zu Hause bin.

Meine Frau ist gestern auch zusammengebrochen vor lauter Belastung durch mich und weiß einfach nicht mehr weiter. Habe Angst, dass sie sich nun bald trennt.

Ich wache jeden Tag mit einem depressiven Angstgefühl auf, bin unruhig, extrem am schwitzen und kann kaum meine Gedanken zusammenhalten.

Das ist doch nicht normal.... Momentan geht es mir schlechter als vor dem Klinikaufenthalt.

Ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich möchte unbedingt mit meiner Frau in den Urlaub. Wenn dies nämlich nicht klappt, denke ich auch, dass dies dann ein Grund ist, mich zu verlassen.

Der Psychiater konnte mir gestern aber auch nicht wirklich helfen. Er war selbst erstaunt darüber, warum die Klinik mich in so einem Zustand entlassen hat.
Eine Medikationsänderung ist ja jetzt kurz vor dem Urlaub wirklich unrealistisch.

Er hat dennoch vorgeschlagen, von 100 auf 75mg Sertralin runterzugehen.
Wenn ich jetzt in einem anderen Kontext wäre, der Urlaub nicht bald anstehen würde, hatte ich diesen Schritt auch gewagt.

Aber ohne die Unterstützung eines anderen Medis..... Hatte da jetzt an Risperidon bzw. Quietiaoin gedacht....

Es ist wirklich zum verzweifeln.

#10


J
Kann es denn sein, dass es jetzt nochmal so schlimm wird? Zu Beginn des eindosierens ging es mit überhaupt nicht schlecht. Erst ab 150mg war es schlimm.

Jetzt bin ich seit 2 Wochen auf 100mg und jeder Tag ist eine Qual....

Könnte quietiapin eine Zwischenlösung sein? Um wenigstens den Urlaub zu überbrücken ?

#11


J
Keiner ..... ? 😢😢

#12


A


x 4






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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