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LeftOutLady
Hallo und guten Abend,
ich bin eine 35 jährige Mama von 2 tollen Kindern und die Frau eines sehr lieben Mannes. Vor 4 Monaten hat mein Mann aus Betriebsgründen seinen festen Job gekündigt und konnte direkt bei einer neuen Stelle anfangen. Seitdem hat sich alles verändert. Er hat wahnsinnige Zukunftsangst entwickelt, er glaubt er schafft es dort nicht und er hat wirklich vor allem Angst bekommen. Er hat nicht mehr geschlafen, 7 Kilo abgenommen, vergisst alles und ist absolut down. Ich trage seitdem alles alleine. Kinder, Arbeit, Haushalt, Termine, seine Sorgen, meinen krebskranken Vater und meine Mutter. Er war vor 3 Tagen beim Arzt. Jetzt bekommt er Mirtazapin und er schläft, ja er schläft und schwitzt und ist nach wie vor so depressiv. Ich fühle mich so unglaublich einsam neben ihm, ich bin ganz froh, wenn ich ihn nicht sehe. Ich liebe ihn über alles, daher weiß ich nicht warum ich so denke So, das bin ich in meiner Situation. Ich brauche einfach mal jemanden, ausser einen 6 und eine 3 Jährige. Dankeschön!

13.11.2019 22:24 • 07.01.2020 #1


18 Antworten ↓


soleil
Ich kann mir gut vorstellen, dass du dich einsam neben ihm fühlst und du mit den Belastungen und Herausforderungen des Alltags alleine überfordert bist.
Ist er denn auch in psychologischer Behandlung? Die Symptome die du beschreibst, könnte eine Depression sein. Allein mit Mirtazapin ist ihm wahrscheinlich nicht geholfen. Wer hat sie ihm denn verschrieben? Sein Hausarzt?

14.11.2019 07:05 • x 1 #2



Hallo LeftOutLady,

Ehemann hat Angst wegen neuem Job - brauche Hilfe

x 3#3


LeftOutLady
Danke für deine Antwort. Verschrieben hat die Medikamente der Psychiater. Meine Eltern sind beide dort in Behandlung und so hat er als Familienmitglied kurzfristig einen Termin bekommen. Gesprächstherapie lehnt er noch ab. Er sieht da irgendwo keinen Nutzen für ihn drin. Ja und er ist nunmal erwachsen und hat seinen eigenen Willen. Ich weiß nicht, was ihm sonst noch helfen könnte? Ich lebe mit den Kindern in einer Blase und er in seiner eigenen. Man kann nur zuschauen was so passiert.

14.11.2019 08:06 • #3


soleil
Er hat wohl die Zukunftsängste bekommen, weil er betriebsbedingt die alte Stelle gekündigt hat. Gefällt es ihm denn im neuen Job? Es ist natürlich schwierig zu beurteilen, ob er von alleine aus dieser Depression wieder rauskommt. Alles was du tun kannst ist, deine Bereitschaft erklären, mit ihm zu reden und dass du an seiner Seite bist. Aber er sollte schon auch schauen, dass er Hilfe annimmt. Warum lehnt er denn eine Gesprächstherapie ab?

14.11.2019 08:20 • #4


waage
Guten Morgen,

der Auslöser ist wohl der Job-Wechsel...das ist eine schlimme Situation für euch, aber ich denke das er jetzt unbedingt den Rückhalt seiner Familie braucht. Natürlich kannst du das alles jetzt nicht alleine stemmen. Aber zu ihm halten und viel miteinander reden, ist sehr wichtig. Therapeutische Hilfe ist sicher nötig, er schafft das sicher nicht alleine. Nur Pillen helfen hier nicht, er muß aus diesem Tal raus. Und das schafft er nur mit professioneller Hilfe. Um wieder positiv in die Zukunft zu schauen.

L.G. Waage

14.11.2019 08:33 • x 1 #5


LeftOutLady
Ich stehe auf jeden Fall an seiner Seite. Wir reden auch offen darüber, aber ich habe noch keinen Weg gefunden, wie ich ihm in irgendeiner Weise helfen könnte. Er meint, dass ihm das nichts bringt, mit einem Therapeuten zu sprechen. Ich hab ihm gesagt, dass es durchaus was bringt, da diese Person neutral ist. Aber wie geht man sowas an? Wo kriegt man einen Therapeuten einfach so mal her?

14.11.2019 08:52 • #6


waage
Ich denke auch das es was bringt und sicher normal das er sich erstmal dagegen wehrt, weil er es alleine schaffen möchte.

Du kannst dich bei der Krankenkasse erkundigen...

14.11.2019 09:03 • #7


Icefalki
Hier geht es um Verständnis und das in schwierigen Situationen hinzubekommen, ist nicht leicht.

Anstelle im Schema F zu bleiben, würde ich vorschlagen, dass ihr gemeinsam überlegt, was passieren könnte, sollte dein Mann den Job nicht schaffen. Jede Angst wird weniger, wenn man Plan B hat.

Hier würde ich ansetzen. Er braucht jetzt ein Ventil, um seine Zukunftsängste mindern zu können.

14.11.2019 17:47 • x 2 #8


LeftOutLady
Plan B ist, dass wir was Neues suchen solang er noch dort ist. Aber er will es noch versuchen. Er hat mir gesagt, dass ich ihm sehr sehr wichtig bin. Ich hoffe, dass ich ihm eine gute Schulter zum Anlehnen bin.

14.11.2019 18:11 • #9


Soulclaw90
Fande euer Thema sehr interessant zu lesen, wie ist es jetzt weitergegangen?

06.01.2020 20:49 • x 1 #10


LeftOutLady
Hallo und vielen Dank für das Interesse an unserem Problem. Mein Mann hat eine neue Stelle gefunden. Aber es ist genau das Selbe. Er arbeitet jetzt nur nachts und dadurch, dass er einfach sehr viel Schlaf braucht, nimmt er an nichts mehr Teil. Er ist nach wie vor depressiv und hat große Verlustängste. Die nächsten 3 Bewerbungen sind raus, Stellen wo er nicht mehr nachts arbeiten muss. Aber ich habe angst, dass egal wo er landet, es überall das selbe Leid wird.

06.01.2020 21:00 • #11


Soulclaw90
Das klingt stark nach mir, ich habe ein ganz ähnliches Problem... Deswegen Interessiert es mich noch mehr. Will garnicht nachzählen in wievielen Firmen ich gearbeitet habe bisher, meist auch nur paar Monate

06.01.2020 21:03 • #12


Könnte es sein, dass dein Mann vielleicht von Kollegen gemobbt wird?
Hört sich für mich irgendwie so an, als wäre da was.. Ist ja scheinbar auch unabhängig vom Arbeitgeber?

06.01.2020 21:14 • #13


LeftOutLady
Nein das ist es nicht. Ich weiß auch nicht. Erst war es so, dass er keine innerbetriebliche Ausbildung bekam und plötzlich allein da stand und natürlich nichts konnte. Sein sogenannter Ausbilder hatte sich erst quer gestellt, gesagt dass er keinen mehr ausbilden will. Dann wurde er von der Firma dazu aufgefordert und war dann mal krank und dann im Urlaub und mein Mann stand allein da, total überfordert. Dann hat er schnell nach einer neuen Stelle gesucht, diese auch gefunden. Aber er kommt mit der Nachtschicht nicht zurecht. Nur Nachtschicht und dann auch immer nur 1 Tag frei. Er nimmt zur Zeit auch noch Mirtazapin, das gibt ihm schlaftechnisch natürlich den Rest.

06.01.2020 22:04 • #14


Akinom
Es ist eine sehr schwere Situation für euch eigentlich bewundere ich deinen Mann ,dass er sich mit einer Depression solchen Situationen aussetzen kann.
Bestimmt macht er es aus Liebe zu Dir ! Wie ist es mit einer Umschulung die würde auch vom Arbeitsamt bezahlt?Doch wichtig fände ich schön wenn er sich Hilfe holen würde,damit es ihm gesundheitlich besser ginge. Liebe Grüße

06.01.2020 22:47 • x 1 #15


LeftOutLady
Er macht das, weil wir das alles so machen müssen. Unsere Kinder sind klein, wir müssen das einfach schaffen. Wir haben schon soviel gemeinsam geschafft die letzten 11 Jahre. Ich hoffe, dass alles wieder gut wird.

06.01.2020 22:58 • x 2 #16


LeftOutLady
Eine Umschulung will er nicht, er möchte gern in eine Arbeit, wo er nicht nachts arbeiten muss. Das würde es alles schon relativieren. Er ist depressiv, da er da in einen richtigen Mist reingerutscht ist. Er ist sich sicher, dass er sich erholen wird, sobald das mit der Arbeit stimmt. Ich kenne das von mir auch mit Depressionen, von früher. Eine schlechte Arbeit kann psychisch der Untergang sein, leider.

06.01.2020 23:06 • x 1 #17


WeiserKaiser
Guten Morgen,
wie Icefalki schon ähnlich schrieb, setzt euch an einem Tisch und redet über eure Situation. Mit dir redet er,mit einem Therapeuten wohl nicht, so wie es sich anhört.

Legt euch einen Plan zurecht und führt ihn Schritt für Schritt aus.

Ich kann es echt nicht verstehen, dass so viele hier schreiben, such dir Hilfe und lass dich mit Medikamenten Vollpumpen, das ist das einzige was hilft.

Man sollte es erst immer mit eigener Kraft versuchen.

Wünsche dir, deinem Mann und deinen Kindern alles gute für die Zukunft.

Gruß
WK

07.01.2020 08:55 • #18


Akinom
Sich Hilfe zu holen ist nicht immer verkehrt und es hat nichts mit Medikament zu tun,die er ja ohnehin schon nimmt.Gespräche und andere Sichtweisen können schon viel dazu beigetragen,doch vielleicht klappt es ja auch ohne in einem neuen Job. Liebe Grüße

07.01.2020 16:37 • #19




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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser