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pferd123
Hallo ihr Lieben!

Seit Dezember ist es ein auf und ab. Ich bin schlapp und dennoch unruhig.
Mal gibt es gute Tage und mal sclechtere. Diese Woche bin ich so richtig schlapp und mir tut alles weh. Boxe mich immer durch mit einer Maske auf dem Gesicht. Wer kennt es nicht?!
Ich arbeite in der Pflege. War im Dezember 3 Tage krank, weil ich Ruhe brauchte. Meine Kollegen zerreißen sich das Maul jedesmal, wenn jemand krank ist. Unerträglich!
Fühle mich kaum in der Lage, arbeiten zu gehen und es durchzuhalten. Sicherlich trägt meine Situation auf der Arbeit, sprich Stress usw, dazu bei, dass es mir schlecht geht.
Ich weiß jetzt nicht, ob ich arbeiten soll oder nicht? ! Wie macht ihr das?

08.02.2017 15:14 • 22.02.2017 #1


46 Antworten ↓


Icefalki
Ist insgesamt ein zweischneidiges Schwert. Klar, wenn man nicht mehr kann, hilft ja nix.

So, dann bist du Zuhause und der Druck ist erstmals geringer. Meinst du, das wird dann besser, wenn du wieder ran musst?

Wenn du krank bist, gerade bei psychischen Erkrankungen, würde es deutlich mehr Sinn machen, gleich in eine dementsprechend Einrichtung zu gehen, damit dir überhaupt klar wird, was dein Problem auf Arbeit ist.

Sind es die Patienten, oder die Kollegen? Die körperliche Arbeit, das Klima dort?

Diese Fragen sind wirklich wichtig, um gestärkt aus einem Rückzug zurückzukommen.

Also, wenn du krank bist, dann brauchst du dabei auch eine Therapie. Nur Zuhause rumhocken ändert nicht wirklich den Zustand.

Wie ist es, wenn du nach einem Urlaub wieder mit dem Arbeiten beginnst? Vielleicht bringt dich dieser Gedanke weiter? War es dann Besser?

08.02.2017 15:53 • #2



Depression - Krank schreiben?!

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Fürs erste ist krankschreibung absolut sinnvoll um abstand zu gewinnen und kraft zu sammeln die ursachen anzugehen.

08.02.2017 15:56 • #3


Sehe es ähnlich wie Intimidator. Ich selbst hielt jahrelang mit Depressionen durch, traute mich nicht, in Krankenstand zu gehen, weil wir so ein kleines Team waren und es dadurch natürlich gehörig ins Gewicht fiel, wenn einer fehlte. Dann kam aber der totale Zusammenbruch. Da ging dann gar nichts mehr, Krankenstand musste dann sein. Heute denke ich: Wäre ich doch nur früher gegangen, dann wäre mir vielleicht das ganz tiefe Loch, in dem ich dann lang saß, erspart geblieben.

08.02.2017 16:20 • x 4 #4


Genaus so isses. Den Fehler hab ich selbst schon einmal gemacht und nun stecke ich leider wieder in der situation. Nur bin ich diesmal schlauer und ziehe jetzt die Reißleine bevor es zu spär ist.

08.02.2017 17:37 • #5


Ich habe es damals ganz besonders dumm gemacht: Ich habe, nachdem ich im Krankenstand unter Druck gesetzt wurde (fast tägliche Anrufe "weißt du schon, wann du wieder kommst?" "komm wieder, tut dir gut, vom Daheimsitzen wird es doch auch nicht besser") gekündigt. Das darf man nicht! Ich habe dann nie wieder im Beruf Fuß fassen können, bin bis heute zuhause und musste jetzt um Rehabilitationsgeld (ersetzt die frühere Berufsunfähigkeitspension) ansuchen.

08.02.2017 17:55 • #6


Zitat von pferd123:
Ich weiß jetzt nicht, ob ich arbeiten soll oder nicht? ! Wie macht ihr das?

Da deine Schilderung die Vermutung nahelegt, daß das nicht nur ein Stimmungstief ist, daß man mal so hat, würde ich dir raten, erstmal zum richtigen Facharzt zu gehen. Laß dich an einen Psychiater oder Neurologen mit psychiatrischem Schwerpunkt überweisen. Laß dir auch mal Blut abnehmen und die Werte checken beim Hausarzt. Je nach Befund wird dir ein Arzt auch zur Krankschreibung etwas raten. Du kannst klären, ob eine Psychotherapie nötig und richtig wäre und dich beraten lassen.

So wie die anderen es auch erlebt haben, kam auch bei mir beruflich der Zusammenbruch. Für mich mußte ich auch feststellen, daß ich viel zu spät zum Arzt gegangen bin, bzw. meine Hausärztin zwar immer von Psyche sprach, aber das nie hat mitbehandeln lassen. Ich hatte das ganz verdrängt und einfach immer weiter gemacht - bis nichts mehr ging.

Geh also rechtzeitig zum Arzt.
Grüße

08.02.2017 18:01 • x 1 #7


Zitat von juwi:
Ich habe es damals ganz besonders dumm gemacht: Ich habe, nachdem ich im Krankenstand unter Druck gesetzt wurde (fast tägliche Anrufe "weißt du schon, wann du wieder kommst?" "komm wieder, tut dir gut, vom Daheimsitzen wird es doch auch nicht besser") gekündigt. Das darf man nicht! ...


Das war in der Tat dumm. Wobei die dich auch niemals hätten so unter Druck setzten dürfen. Vermutlich hättest du mit einer Klage auf Annulierung der Kündigung wegen Nötigung und Verletzung der Fürsorgepflicht Erfolg haben können. Aber wer macht das schon. Kenne ich ja von meinem Zusammenbruch selbst. Wenne schon am Boden bist wird fleißig weiter draufgetreten und man hat selbst gar keine Kraft mehr sich zu wehren. Dann ist man froh wenn man einfach nur noch seine hat und macht eventuell dumme Sachen.

08.02.2017 18:15 • #8


pferd123
Danke für die Antworten.
Habe morgen Gott sei Dank einen Termin bei meinem Psychiater. Hoffe; dass er mich Zuhause bleiben lässt.

08.02.2017 20:02 • #9


pferd123
So, habe nicht soeben krank gemeldet. Es tut mir zwar leid, da einige Kollegen jetzt mehr zu tun haben, aber ich brauche erstmal wieder kraft.

09.02.2017 08:23 • #10


"mich", meinst du wohl? Finde ich gut! Das mit dem schlechten Gewissen kenne ich nur zu gut, aber das muss man beiseite schieben. Man hat sich seine Krankheit ja nicht ausgesucht, würde eh viel lieber gesund sein und arbeiten können. Von daher: Denk dir nichts, schau auf dich und komm wieder zu Kräften! Alles Gute!

09.02.2017 08:30 • #11


pferd123
Genau, "mich" meinte ich.
Ich hoffe, mein Psychiater schreibt mich auch krank. Habe um 11 den Termin...
Dann muss ich nochmal auf der Arbeit anrufen, um zu sagen, wie lange ich fehle. Davor grault es mir unheimlich...

09.02.2017 08:48 • #12


petrus57
Da hast du richtig gehandelt. Es ist deine Gesundheit und nicht die deiner "Kollegen". Es ist ja nun mal so dass die heutige Arbeitswelt immer mehr psychische Leiden hervor bringt. Es muss immer mehr in immer kürzerer Zeit geschafft werden.

09.02.2017 10:47 • x 4 #13


pferd123
Es stimmt. Und in der Pflege ist es auch noch körperlich sehr anstrengend. Habe seit 2 Wochen auch einen Hautausschlag, hervorgerufen vom Stress.
Ich werde in den nächsten Tagen viel Zeit beim Sport verbringen und Dinge machen, die mir gut tun. Berichte nachher, was der Doc gesagt hat.

09.02.2017 10:51 • #14


Zitat von pferd123:
Es stimmt. Und in der Pflege ist es auch noch körperlich sehr anstrengend. Habe seit 2 Wochen auch einen Hautausschlag, hervorgerufen vom Stress.
Ich werde in den nächsten Tagen viel Zeit beim Sport verbringen und Dinge machen, die mir gut tun. Berichte nachher, was der Doc gesagt hat.

Das mit dem Hautausschlag hatte ich die letzten Wochen auf der Arbeit auch, als es mir schon mega schlecht ging. Das Immunsystem zeigt sehr deutlich, auch bei psychischem Stress, wenn es nicht mehr kann.

09.02.2017 10:59 • #15


pferd123
Reenchen, bist du momentan auch arbeitsunfähig?

09.02.2017 11:01 • #16


Zitat von pferd123:
Reenchen, bist du momentan auch arbeitsunfähig?

Ich war ein ganzes Jahr krank - jetzt Frührente. Mich hat das richtig entschärft.

09.02.2017 11:05 • #17


pferd123
Bei mir ist es so, dass ich Arbeit brauche. Aber unter den Bedingungen, die bei uns herrschen, geht es nicht mehr. Habe gestern eine anderes Angebot bekommen, mehr Geld und mehr Zeit für die Patienten. Werde nächste Woche kündigen und den anderen Vertrag unterschreiben.

09.02.2017 11:07 • #18


@pferd123 das ist ja großartig! Schön, wenn es Optionen gibt, die positiv Einfluß auf deine Situation haben.

09.02.2017 11:12 • #19


pferd123
Reenchen, wie nutzt deine freie Zeit ohne Arbeit?

09.02.2017 11:16 • #20



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser