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Hallo zusammen

Meine beste Freundin ist 21 und leidet an starken Depressionen. Ich kenne sie nun ca. zwei Jahre. Sie leidet schon länger darunter. Sie wurde früher gemoppt, eine ihrer Brüste wuchs nicht nach. Und sie litt unter fast keinem Selbstwertgefühl.
Sie hatte keine sehr behütete Kindheit. Ihre Eltern haben sich getrennt, beide Elternteile leben ebenfalls unter Depressionen. Daheim gibt es immer wieder Zoff.
Meine beste Freundin nimmt nun schon jahrelang die Tabletten war eine zeitlang auch in Therapie.
Es geht ihr sehr schlecht und ich weiss nicht was ich tun soll. Ich habe bald keine Kraft mehr ihr zu helfen.
Was soll ich tun? Wie kann ich ihr helfen?

22.01.2013 21:15 • 26.01.2013 #1


9 Antworten ↓


Tatsache ist, dass sie zunächst einmal professionelle Hilfe braucht.

Aber auch du kannst für sie etwas tun : Ihr eine gute Freundin sein. Verständnis zeigen, sie annehmen, wie sie ist.
Für sie da sein, wenn es ihr ganz schlecht geht, einfach zu aufmerksam zuhören. Sicher wirst du manches nicht nachvollziehen können, was sie sagt, aber allein darum geht es nicht.

Du kannst keine Therapeutin oder Ärztin ersetzen. Aber als gute Freudin ihr dennoch vieles erleichtern.

Aber : Wenn ihre Probleme dich zu sehr mitnehmen, dann solltes du etwas Distanz schaffen, damit du selber nicht darunter leidest.

Soviel von mit, ich bin mir sicher, dass dir andere Forumsteilnehmer auch gute und sicher noch bessere Ratschläge geben können.

lg

22.01.2013 21:26 • #2



Beste Freundin leidet an starken Depressionen.

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Hallo

den Worten von wernereiskalt möchte ich mich erst mal anschließen.
Hat deine Freundin die Möglichkeit, die Therapie fortzusetzen bei ihrem Therapeuten? Vielleicht wäre ein Klinikaufenthalt auch hilfreich in ihrer Situation. Ausserdem kann man mit Hilfe einer stationären Therapie die Medikamente wieder absetzen.

Meine S. war auch an einer Depression erkrankt und ich begleitete sie zum Arzt und zu einer Psychologin. Danach ging sie in eine Tagesklinik und anschließend in eine psychosomatische Rehaklinik. Ihr hatte der Aufenthalt dort sehr gut getan- Bin auch für sie da, wie ich kann und wir nehmen uns auch in den Arm, reden miteinander.

Alles Gute

23.01.2013 03:03 • #3


Sie möchte keine Therapie machen. Bsw. denkt nicht das es hilft oder sie es braucht.

23.01.2013 08:44 • #4


Hallo,

zuerst einmal musst Du selber auch auf Dich aufpassen. Lass Dich nicht mit herunterziehen, solche Geschichten habe ich schon oft gehört und den Angehörigen/Freunden geht es dann oft schlechter als den Betroffenen.

Sie ist Deine Freundin, OK. Du machst Dir Sorgen, was ja auch sehr lieb und in Ordung ist. Mehr machen, als zu sagen was du für richtig hälst kannst Du leider nicht. Wenn Sie keine Therapie machen möchte, ist das ihre Entscheidung.

Ich weiss ja nicht, wie oft ihr euch seht und ob es nur um Probleme geht, wenn ihr miteinander redet. Aber jeden Tag sehen, wäre wohl zu oft und falls es wirklich um Probleme geht würde ich empfehlen ihr nochmals klar zu machen dass sie in Therapie gehen soll.

Du bist keine Therapeutin und es ist nicht richtig dass Du mit Problemen beladen wirst, zu deren Lösung Du auch nicht wirklich beitragen kannst. Das zieht Dich mit hinunter.

Das klingt jetzt vielleicht hart und ich weiss selbst wie schwer das ist, aber Zeit mit Freunden sollte Spaß machen. Das geht nicht immer und es ist auch in Ordnung über Probleme zu sprechen (manchmal), aber Du bist nicht ihre Therapeutin. Es ist nicht Deine Aufgabe die Probleme zu lösen und als Freundin trifft Dich das auch zu sehr.

Wenn Du, wie beschrieben schon bald keine Kraft mehr hast, sag das Deiner Freundin. Sag ihr, dass Du sie sehr gerne hast und gerade weil Du sie so gerne hast mit ihr kaputt gehst. Sag ihr du willst sie unterstützen auf dem Weg zur Besserung, aber alleine schaffst Du es nicht.

Ich weiss leider zu wenig über Dich oder Deine Freundin, ich kenne euer Wesen nicht und deshalb ist es sehr schwer Tipps zu geben.

Wenn sie Selbstmordgedanken oder Wünsche äußert, sollte man sich sowieso an die Eltern wenden.

Was Dir sicherlich auch helfen könnte, wäre den Rat bei der Telefonseelsorge einzuholen. Da sitzen Leute die täglich mit depressiven Menschen zu tun haben. Sicherlich können die Dir von uns allen noch die besten Tipps geben und zwar für Dich und deine Freundin. Ich denke wirklich das wäre eine sehr gute Anlaufstelle.

Ich wünsche Dir viel Erfolg, pass auf Dich auf.

Liebe Grüße und einen schönen Tag noch,

BrainTrain

23.01.2013 15:12 • #5


wir sehen uns vielleicht einmal monatlich, doch sind täglich in sms-kontakt. sie schreibt mir dann oft wie schlecht es ihr geht.
ich habe ihr vorgeschlagen, ihr zu helfen ihr leben ein wenig umzukrempeln und ein paar dinge zu verändern, wenn sie nicht in therapie gehen will. sie hat sich so viele sachen vorgenommen und ich will ihr helfen die in die tat umzusetzen.

ich hoffe sehr dass ich nicht enttäuscht werde und meine versuche vergebens sind. es kann sein, dass ich fast zu viel energie in sie reinstecke, denn ich leide selbst an angst und panikattacken und die haben in letzter zeit stark zugenommen. ich will gerne für sie da sein, weil sie mir auch zuhört wenn ich probleme habe usw. doch ich habe einfach angst das es nicht klappt und ich mich selbst überfordere.

@braintrain
vielen dank für deine lieben tips. es hat mir klar gemacht, dass ich mich selbst nicht vergessen soll. und hilft mir mit meiner besten freundin umzugehen. Ganz lieben dank dafür.

23.01.2013 20:57 • #6


Ich halte den Beitrag von Brain Train für sehr gut, vor allem auch den Hinweis auf die Gefahr, dass du selbst mit heruntergezogen wirst. Als junger Mensch hatte ich einen Freund, mit dem er immer weiter abwärts ging.
Ich konnte ihm nicht mehr helfen weil er sich teilweise bewußt zerstört hat. Deshalb habe ich mich dann von ihm abgesetzt. Ein Jahr lang hatte ich nichts mehr von ihm gehört oder gesehen um dann in der Zeitung von ihm zu lesen.
Er hatte einen Mann und anschließend sich selbst erschossen.

23.01.2013 21:05 • #7


Hallo,

finde es auch ganz wichtig, als Freund/Angehöriger mit darauf zu achten, dass man nicht mit heruntergezogen wird.
Meiner S. ging es z. B. mal sehr schlecht und ich wollte ihr gern helfen. Begleitete sie zum Arzt, der wollte sie einweisen, sie wollte nicht, ich meine war ihre Entscheidung. Nur ich hatte sie dann wieder nach Hause begleitet und ihr ging es weiterhin sehr schlecht, so das ich täglich bei ihr vorbeischaute und ihr zur Seite stand. Nun war es so, dass es mir eines Tages selbst schlecht ging und meine Angst total schlimm wurde. Ich schleppte mich allein zum Arzt und ich hatte in dem Wartezimmer totale Angst vor den Leuten und Misstrauen. Meine Ärztin wies mich ein in die Klinik (war der bessere Weg in meiner Situation) und ich wurde erneut auf Injektionen eingestellt, wodurch es mir dann erstmal wieder besser ging. War dann irgendwie erleichtert, dass meine S. weiter zu ihrer Therapeutin ging und später in die Tagesklinik bzw. zur Reha. Was ihr sehr geholfen hatte. Hatte sie auch weiter zu diesem Schritt ermutigt.

Alles Gute und viel Kraft

25.01.2013 13:33 • #8


@wernereiskalt

Das tut mir leid mit deinem Freund...

25.01.2013 13:41 • #9


Danke Finja. Ich war damals noch sehr jung und es hat mich enorm belastet.

Aber an seinem tragischem Ende sieht man doch dass es richtig war, mich von ihm abzusetzen. Traurig, aber wahr.

26.01.2013 09:44 • #10



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser