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Hallo ihr Lieben,
Ich (w,42) bin neu hier. Und nach einer schon sehr lange zurückliegenden Depression vor 11 Jahren leider wieder einem akuten Ausnahmezustand seit 8 Wochen. Plötzlicher Auslöser war ein medizinischer Notfall, ich musste wegen heftiger Blutungen plötzlich ins Krankenhaus und konnte auch nur durch eine Not-OP und Bluttransfusionen gerettet werden. Das hat mich so erschüttert, dass ich seit 2 Monaten keine Nacht mehr genug geschlafen habe, und jede zweite Nacht eigentlich überhaupt nicht. Körperlich ist alles wieder in Ordnung grundsätzlich, aber ich bin im Prinzip auf der Strecke geblieben. So fühlt es sich zumindest im Moment an, ich fühle mich wie aus dem Leben gerissen. zunächst hatte ich Panik und Ängste, als ich wieder zu Hause war, schließlich hat mein Kopf dichtgemacht. Dicke Depression. An die paar zunächst von meiner Hausärztin mitgegeben tavor für den Notfall habe ich mich die ersten Wochen nicht rangetraut, seit 4 Wochen nehme ich jetzt mirtazapin, leider hilft das dem Schlaf eigentlich überhaupt nicht- und irgendwie auch sonst nicht. Bin völlig erschöpft und verzweifelt. An Tagen mit Schlaf kann ich mich aufraffen und merke, dass ich mit Schlaf wohl schneller aus dem Loch heraus wäre, aber die Verzweiflung ist immer noch im Hintergrund. Prompt liege ich die nächste Nacht panisch wach. Ich vermisse mein gewohntes Leben so sehr und weiss gerade nicht weiter. Citalopram hat mir vor 11 Jahren geholfen, allerdings hilft das normalerweise ja nicht dem Schlaf auf die Sprünge. Hab hier auch nur eine Hausärztin, die zwar sehr kompetent ist ,aber natürlich auch keine Expertin. Den Alltag kriege ich irgendwie noch ein bisschen auf die Reihe, aber Partner und Kinder leiden natürlich auch darunter, dass ich nicht mehr die Alte bin. Psychotherapieplätze gerade nicht verfügbar, auch die Tagesklinik hat endlose Wartezeiten. Vor Krankenhäusern und Kliniken habe ich Angst und möchte eigentlich Weihnachten nicht in einer solchen verbringen. Bin gerade furchtbar traurig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals wieder normal schlafen kann, dass alles wieder gut wird, obwohl ich weiß, dass nur die verdammte allgegenwärtige diffuse Angst weggehen müsste. :'( Irgendwie muss es
doch weitergehen. Traurige Grüße.

09.12.2019 19:47 • 17.12.2019 #1


11 Antworten ↓


Akinom
Hallo,dass ist sehr schlimm,eine traumatische Erfahrung und ich kann dich sehr gut verstehen.
Was hattest du denn für eine Blutung wenn ich fragen darf?
Mit den Therapieplätzen ist es schon so eine Sache..man muss leider warten,auf jeden Fall brauchst das richtige Medikament mit dem du Zeit überbrücken kannst,gehe am besten zu einem Psychiater
und schildere deine Situation und lasse dir ein anderes Medikament verschreiben. Liebe Grüße

09.12.2019 20:10 • #2



Hallo HalfMoonRun,

Ausnahmezustand seit vielen Wochen

x 3#3


Orangia
Falls du das Mirtazapin von deiner Hausärztin hast, würde ich auch wie meine Vorschreiberin, empfehlen einen Psychiater aufzusuchen. Wird wahscheinlich auch schwer vor Weihnachten noch einen Termin zu bekommen.
Wenn du gar nicht klar kommst, würde ich in die Klinik gehen. Ich habe auch schon mal Weihnachten in einer Klinik verbracht. so schlimm war das gar nicht

09.12.2019 20:13 • x 1 #3


Lunaa
Wieviel mg vom Mirta nimmst du denn? Mir hilft es gut beim Ein- und Durchschlafen. Aber wenn ich unter Zusätzlichem Stress stehe, bin ich auch schon mit Mirta die ganze Nacht wach gelegen.
In dem Fall belastet dich die Situation noch zu sehr... Ich kenne noch das Quetiapin, ein Neuroleptikum.
Vor was genau hast du Angst? Dass sowas wieder passieren könnte?

Kannst du dich entspannen? Mit Musik, oder Meditation oder PMR? Irgendwas was dein Stresspegel runtersetzt. Du wirst auch wieder schlafen können glaub mir.

09.12.2019 20:22 • #4


Das waren gynäkologische Blutungen. Schleimhautpolyp, Zyste.. da kam wohl einiges zusammen. Die ganz genauen Umstände konnte man aber nicht klären. Eisenwerte sind wieder im Lot. das habe ich trotz des ausnahmezustands mit den Eisentabletten hinbekommen. .

09.12.2019 20:23 • #5


Zitat von Lunaa:
Wieviel mg vom Mirta nimmst du denn? Mir hilft es gut beim Ein- und Durchschlafen. Aber wenn ich unter Zusätzlichem Stress stehe, bin ich auch schon mit Mirta die ganze Nacht wach gelegen. In dem Fall belastet dich die Situation noch zu sehr... Ich kenne noch das Quetiapin, ein Neuroleptikum. Vor was genau hast du Angst? Dass sowas wieder passieren könnte? Kannst du dich entspannen? Mit Musik, oder Meditation oder PMR? Irgendwas was dein Stresspegel runtersetzt. Du wirst auch wieder schlafen können glaub mir.


Ich nehme 15 mg. Es kommt mir schon so ewig lange vor. Mittlerweile habe ich vor allem einfach Angst davor, nie wieder zu schlafen und nie wieder fit zu werden und für immer in diesem alptraumhaften Erschöpfungszustand rumzugeistern. So getippt Außenstehende klingt das erstmal unwahrscheinlich, mir kommt das allerdings gerade sehr realistisch vor, und durch Grübeln finde ich absolut nicht den Hebel zurück...aber danke für die lieben Worte.

09.12.2019 20:26 • #6


Lunaa
Zitat von HalfMoonRun:
Es kommt mir schon so ewig lange vor. Mittlerweile habe ich vor allem einfach Angst davor, nie wieder zu schlafen und nie wieder fit zu werden und für immer in diesem alptraumhaften Erschöpfungszustand rumzugeistern. So getippt Außenstehende klingt das erstmal unwahrscheinlich, mir kommt das allerdings gerade sehr realistisch vor, und durch Grübeln finde ich absolut nicht den Hebel zurück...


Ich kann deine Angst nachvollziehen. Auch ich bin nächtelang wach gelegen als ich keine medis nehmen wollte und dachte ich werde nie wieder schlafen können.
Du solltest den Gedanken abändern. Natürlich wirst du wieder schlafen können. Der menschliche Körper holt sich irgendwann den Schlaf nach.
Rede nochmal mit deiner Hausärztin und probiere ggf.ein anderes Medikament.

Seit wann nimmst du das Mirta? Du ist wahrscheinlich nicht die ganze Nacht wach oder?

Die Antidepressive Wirkung kommt erst ab 30mg bei Mirta.

09.12.2019 20:37 • #7


Hallo!
Es gibt Alternativen zum mirtazapin, mir hat es leider auch nicht geholfen zu schlafen.
Mir hilft trazodon sehr gut, andere schlafen mit opipramol besser.
Vielleicht kann dir dein Hausarzt (besser wäre psychiater) etwas anderes verschreiben?
Citalopram kann morgens genommen, helfen etwas besser in die Gänge zu kommen. Wenn es dir schon mal geholfen hat, würde ich an deiner stelle darüber nachdenken es noch einmal zu probieren.
Liebe Grüße

09.12.2019 22:13 • #8


Sells1234
Cipramil hat mir vor 30 Jahren mal gut geholfen. Doch jetzt liege ich ja viel rum wegen den Panik Attacken. Dann nehme ich was zu Beruhigung. (Innere Unruhe). Darauf noch cipramil da weiss ich nicht ob das sich verträgt. Donnerstag habe ich einen artztermin. Mal schauen was er sagt aber so wie jetzt geht es nicht weiter. Ich will nicht in einer Klinik er meinte das wäre besser wegen der Deppression. Aber in den Kliniken wo ich war,war ich froh wenn ich wieder nach Hause konnte. Dann ging es mir noch schlechter. Ich habe schlimme Angst vor solchen Kliniken.

10.12.2019 21:09 • #9


Safira
hey, ich nehme mal nicht an das Du Therapeutische Unterstützung hast? Wenn das jetzt seit 8 Wochen so geht und Du trotz Mirtazapin schlecht schlafen kannst, dann denke einfach mal über einen stationären Aufenthalt in einer Psychiatrie nach. Dort kannst Du richtig eingestellt werden und langsam runterkommen.

10.12.2019 21:17 • #10


17.12.2019 18:00 • #11


Cloudsinthesky
Kannst du vielleicht bei dem ersten Gedanken schon Stopp sagen?
Meine Depressionen werden vermutlich nicht mehr weg gehen, aber gut, ist es eben so.
Ich werde damit leben und es gibt ja auch gute Phasen.

Vielleicht kommst du ja mit Achtsamkeit weiter

18.12.2019 00:25 • #12




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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser