Zitat von Koala000:Mir wird regelrecht übel von diesem Gedanken. Das mag für andere unverstädlich wirken, warscheinlich auch für die Ärzte ... ich kann mir das selber nicht erklären.
Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Wie sicher auch viele andere mit Angststörungen/sozialen Ängsten.
Und die Ärzte erleben das ja auch (immer häufiger). Auch wenn sie es selbst nicht erleben oder nachvollziehen können sehen sie das ja empirisch, dass es das gibt.
Zitat von Koala000:Freunde fragten mich gestern ob ich mit feiern gehen möchte heute Abend, aber ich habe dazu überhaubt keine Lust, und das würden sie auch merken. Ich habe Angst das ich unsere Beziehung gefährde wenn ich die Stimmung in der Gruppe durch meine "Fresse" oder Laune runterziehe.
Das kann ich nachvollziehen. Wenn man eh ko und ausgelaugt ist hat man auch nicht unbedingt Lust auszugehen.
Vielleicht kannst du dich mit den Freunden ja in anderem Umfeld treffen? Nicht unbedingt Feiern, sondern eher etwas ruhiges?
Etwas dass du dir noch zumuten möchtest.
Zitat von Koala000:Aber die Interessen/Hobbys lassen von heute auf morgen komplett nach, sobald ich weiß, dass ich morgen dies oder das tun muss, sprich alles strukturiert ist und ich selber den Tagesablauf nicht mehr bestimmen kann.
Da schaltet dein Verstand um von offen und frei auf Notbetrieb unter Anspannung/Stress.
Ich vermute auch dabei geht es in erster Linie nicht darum dass der Tagesablauf geregelt ist, oder dass du wo hin musst, sondern eher um das was damit einher geht - Ansprüche, Kontakte, Bewertungen, vllt. auch Kontrollverlust.
Zitat von Koala000:Aber ich spühre schon morgens um 6 Uhr wenn der Wecker klingelt, dass ich den Tag nicht packen werde. Ich weiß nicht mal wirklich wieso, nur dass ich anders ticke als die Gesellschaft und starke Anpassungsprobleme habe.
Da kann eine Psychotherapie helfen, das auch zu analysieren, einzuordnen, und den besseren Umgang damit zu lernen.
Zitat von Koala000:Die hatte ich auch schon in meiner Schulzeit, welche von Zwängen, Mobbing und anderen negativen Dingen bestimmt war. Ich habe dort den Unterricht schon regelmäßig geschwänzt und nur gerade so einen Hauptschulabschluss geschaft.
Da hast du natürlich sehr schlechte Erfahrungen gemacht.
Mit Fremden und/oder der 'Gesellschaft'.
Möglicherweise eine der Ursachen für die Abneigung/Ängste.
Zitat von Koala000:Wirklich gut geht es mir nur, wenn ich mit niemanden etwas zu tun haben muss (Mit Ausnahme von Freunden und Familie), frei entscheiden kann und meine Ruhe habe.
Sobald diese Bedürfnisse aber angegriffen werden, falle ich in einen tiefen Sumpf und fühle mich psychisch vergewaltigt. Alles positive spielt dann keine Rolle mehr, und meine Gedanken kreisen sich nur darum, dass ich funktionieren muss, um nicht auf der Straße zu landen. Aber das packe ich nicht.
Vielleicht ein Bedürfnis nach Kontrolle und Ruhe, wohl eher soziale Ängste im breiteren.
Dass das positive und das 'normale Erleben' in Stresssituationen und unter Hochanspannung nicht mehr erlebt werden ist normal.
Eine Therapie/Übung könnte hier helfen die Gedankenkreise und Belastung zu entschärfen, und besser mit den Situationen umgehen zu können.
Zitat von Koala000:Ich weiß nur nicht recht wie ich ihm das alles erzählen soll. Das wird mir nicht leicht fallen. In Schriftform fällt mir das einfacher. Wie läuft das Gespräch dann beim Hausarzt in der Regel ab? Wird er mich arbeitsunfähig schreiben und mich an einen Facharzt überweisen wo ich dann einen Termin holen muss? Das wird doch bestimmt lange dauern. Was passiert in der Zeit bis dahin?
Mach dir nicht all zu viele Gedanken darüber, wenn das in Grübeln und Anspannung endet. Mach dir vielleicht ein paar Stichpunkte und überlege dir einen Anfang. Das reicht.
Das kann natürlich schwer fallen. Aber das ist okay. Einfach durchziehen.
Und der Arzt ist ja dann auch da um zu führen; ggf. Diagnosen und Überweisungen zu stellen.
Wenn du nicht arbeitsfähig bist/das dich zu sehr einschränkt (wonach es sich anhört), dann wird er dich krank schreiben.
Gerade auch im psychologischen Bereich sind die meisten Ärzte überbucht. Da kann es auf dich zukommen erstmal auf eine Warteliste zu kommen, und/oder mehrere verschiedene auszuprobieren. Gerade bei der Psychotherapie natürlich auch wichtig jemanden zu finden den du sympathisch findest, bei dem du offen sprechen kannst, und auf dessen Urteil/Vorschläge du vertrauen kannst.
Überweisen wird er dich bestimmt.
Bis da hin ist vielleicht auch eine Reha möglich, die du über deine Krankenkasse beantragen kannst.
Eine Reha kann einen Start in die Therapie geben, einige Ideen und Kenntnisse geben, und etwas stärken. Eine direkte "Heilung" kann man aber auch dort nicht erwarten.
Danach braucht es trotzdem noch weiterhin eine Psychotherapie zur Begleitung.
Eine Reha kann auch bei der Jobsuche/-orientierung helfen.
Und nach einer Reha kann auch die mögliche Diagnose "nicht mehr arbeitsfähig" stehen, was dann zu Frührente (statt Arbeitslosengeld) geht.
Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit sich selbst zu informieren, etwa über Fachbücher.
Als Ersatz für eine Therapie sollte man es denke ich trotzdem nicht verstehen.
Der Hausarzt wird sich im Übrigen auch nicht unbedingt um die Details interessieren. Dafür ist seine Sprechstunde sicher auch nicht lange genug - er hat noch andere Patienten.
Ihm geht es um eine Einordnung, Symptome, Stärke, Auswirkungen. Damit er eine fundierte Entscheidung treffen kann und überweisen kann an einen Facharzt.
Mit ihm wirst du nichts Ergründen, und auch nicht unbedingt eine Hilfestellung bekommen (über die Krankschreibung und Anträge und Überweisung hinaus).
Trotzdem interessiert ihn natürlich wie es dich belastet, und vielleicht auch Lösungsansätze/Aussichten.