Pfeil rechts

Beobachter, ich habe auch nur eine Beziehung gehabt, die hatte dann 13 Jahre gehalten, sonst war bei mir nix gewesen. Nichtmal Affären. Aber man macht auch so viele Fehler und man weiß nicht, was nicht richtig ist, nur, daß man sich nicht gut dabei fühlt. Aber ob man was Besseres findet, weiß der Geier. Wäre ich in der Ehe geblieben, wäre ich irgendwann zur unfreiwilligen Mama genötigt worden. Aber vielleicht ist das genau das Richtige. Das Alleinsein im Alter kann aber auch Leute mit Kindern treffen. Kinder zu haben bedeutet nicht automatisch, daß diese sich dann auch um einen kümmern. Jedenfalls nicht in dieser Art von Gesellschaft. In Vietnam z.B. ist das ganz anders. Bei den Indianern und Eingeborenen glaube auch, da sind alte Leute verehrt. Hier sind sie eine Last. Doch ist man heute nicht genauso allein und abhängig von anderen? Unabhängig ist nur, wer genug Geld hat. Man könnte sich ja z.B. auch einen Partner suchen, der schon Kinder hat. Ob da aber eine tiefe Bindung entstehen könnte wie bei leiblichen, weiß ich nicht. Hatte die Erfahrung noch nicht. Manchmal denke ich auch an so Sachen wie eine Gemeinschaft gründen, wo jeder jedem hilft, aber funktioniert das? Es soll ja keine Sekte werden, aber auch nichts in der Art, wo sich dann Teile der Gemeinschaft auf anderen ausruhen und nur abzapfen, was geht. Vielleicht wäre das wirklich ein Extrathema. Wie kann man sich als kinderloser Mensch vor Einsamkeit im Alter schützen?

4 Monate im Brutkasten ist ganz schlimm. Ob das wieder aufholbar ist, ich denke schon, aber es ist nicht leicht. In dem Buch, wo das stand mit den Babys, da stand auch drin, daß Menschen, denen diese Erfahrung des Getragenwerdens fehlt, später z.B. gern rasen, weil das Auto sie sozusagen trägt und das eine gute Kompensation sei. Ich rase gern. *g* Es stand auch drin, man soll mehrere Menschen nehmen und die im Kreis hinsetzen, immer einer hinter dem anderen dicht an dicht, daß jeder einen vor sich und einen hinter sich hat. Solche Spielchen habe ich auch mal in Therapien gespielt und es war ansatzweise zu erkennen, daß das wirklich hilft, wenn man es täglich und ausgiebig machen könnte. Nur fehlen dazu die anderen.

Was macht beim Einkaufen Angst? Ist es vielleicht unterschwellig das Geldausgeben? Habe gerade gelesen, man soll sich jede Ausgabe aufschreiben, dann sieht man, was man alles unnütz gekauft hat, ich finde den Tip gut.

Katze, Antidepressiva? Wie wirken die denn so? Hatte glaube 6 Sorten probiert. Eine hatte mich schwindlig gemacht und mein Kopf war wie in Watte, es war sehr unangenehm. Ich habe sie kurz danach abgesetzt. Eine hatte mich 10 kg fetter gemacht (das kann aber auch am guten KH-Essen gelegen haben). Die 4 anderen haben gar nichts gemacht. Seit 2 Jahren nehme ich auch nichts mehr. Hätte aber gern was zur Beruhigung und zur Stimmungsaufhellung. Was soll denn die Wirkung eigentlich sein?

Auf andere zugehen, dazu muß ich mich auch zwingen, besonders wenn ich mir in Erinnerung rufe: die anderen erwarten das. Z.B. in einer Malerausbildung, das hat 1 Jahr gedauert, bis ich mit den Leuten da geredet habe. *g* Inzwischen habe ich gemerkt, man MUSS Smalltalk betreiben, damit die anderen einen richtig einschätzen können. Sonst fangen sie an, einen für arrogant zu halten. Ist mir sehr oft passiert. Dabei hatte ich nur Angst. Und als Nebenprodukt fällt dann oft ab, daß man Dinge erfährt im Gespräch, die man für sich als nützlich erachtet und sonst nie erfahren hätte. Lieber würde ich mich in die Ecke verkrümeln, statt zu reden. Aber das ist genau das Falsche, man muß sich regelrecht zwingen, Kontakte aufrecht zu erhalten, sonst steht man wirklich irgendwann völlig allein da. Das mit den Gruppen in den Therapien fand ich aber immer so übel, und noch übler finde ich Wettbewerbe.

Die Fragen nach den Selbstmordversuchen kamen bei mir auch des öfteren von Ärzten. Ich habe mich gewundert, sowas gefragt zu werden. Wenn ich der Meinung bin, es soll so sein, dann mache ich es und rede nicht drüber. Aber ich will nicht dieses Leben nochmal leben müssen, deshalb mache ich es nicht. Auch wenn ich keine Katzen habe. Ich habe dafür den Glauben, daß man dann das gleiche Leben nochmal leben muß, wenn man es selbst beendet. Das Schlimmste für mich ist nicht die Arbeitslosigkeit oder die Sinnlosigkeit oder die Armut oder das ewige Umherziehen - das Schlimmste ist die Einsamkeit. Und noch schlimmer, keine Aussicht auf Besserung, im Gegenteil, je älter man wird, umso schwerer kommt man da raus. Wenn ich dann die alten Damen auf der Straße sehe, die ihren Hund zuquatschen, weil sie sonst keinen mehr haben, denke ich, so will ich niemals enden.

10.02.2011 19:26 • #41


Zitat von Eloise1965:
Das Schlimmste für mich ist nicht die Arbeitslosigkeit oder die Sinnlosigkeit oder die Armut oder das ewige Umherziehen - das Schlimmste ist die Einsamkeit. Und noch schlimmer, keine Aussicht auf Besserung, im Gegenteil, je älter man wird, umso schwerer kommt man da raus. Wenn ich dann die alten Damen auf der Straße sehe, die ihren Hund zuquatschen, weil sie sonst keinen mehr haben, denke ich, so will ich niemals enden.


Kann es sein, dass dir eine Gemeinschaft fehlt? Auf der Arbeit ist man ja zwangsweise in einer Gesellschaft, und muss/sollte mit den anderen Menschen kommunizieren. Angeblich fühlt man sich ja auch besser, wenn man das Geld selbst verdient. Dies konnte ich bei mir aber nur teilweise beobachten. Ein "gutes Gefühl" habe ich auch nur dann, wenn ich einigermaßen bezahlt werde und nicht für einen Hungerlohn arbeiten muss. Das steigert mein Selbstvertrauen dann auch nicht.

Wie war das denn bei euch auf der Arbeit? Habt ihr euch auf der Arbeit mehr zugehörig gefühlt als ohne Job? Wart ihr mehr "in die Gesellschaft" integriert als ohne Arbeit? Diese Integrations-Sache wird in der Öffentlichkeit halt oft verbreitet, ich bin mir aber nicht sicher, ob das immer zutrifft? Ich bin der Meinung, dass es einem vielleicht wohl zeitweise hilft, wenn man zwangsläufig mit anderen Menschen zu tun hat. Dies ist aber auch nur für die Zeit während der Arbeit so. Wenn man zu Hause ist, dann ist man eben doch (wieder) alleine. Außerdem ist es schwierig, sich zugehörig zu fühlen, wenn man sich selbst doch immer wieder alleine fühlt - ohne es vielleicht augegenblicklich zu sein, oder wie seht ihr das?

11.02.2011 18:43 • #42



Ängste und Depressionen wegen erfolgloser Jobsuche

x 3


Hallo,
ich bin noch da und schreibe am WE mehr dazu

11.02.2011 19:01 • #43


Eloise, das Citalopram hilft bei Depressionen und Panikattacken. Wenn ich gewusst hätte, dass es bei mir so gut anschlägt hätte ich schon viel früher danach gefragt. Ich habe keine innere Unruhe, keine Heulkrämpfe, keine Panikattacken mehr und sehe jetzt alles irgendwie positiver. Ich bin echt froh, dass es mir nun besser geht. Jetzt merke ich auch keine Nebenwirkungen mehr, die hatte ich nur am Anfang. Ich würde lieber ohne Medis auskommen können, aber momentan gehts halt nicht.

Eine Gemeinschaft fehlt mir auch. Nur, bei der Arbeit hat man die nicht automatisch. Wenn man irgendwo neu anfängt ist man doch erstmal Konkurent, muss sich erstmal integrieren, wenn das gelingt, gut. Aber die Wirklichkeit sieht doch oft anders aus. Ich hatte mal einen Job bei dem die Arbeit selbst Mist war und mir überhaupt keinen Spass gemacht hat und außerdem war ich Außenseiter in der Gruppe, das einzige Gute war das Geld. Unter solchen Arbeitsbedingungen würde ich heute nicht mehr arbeiten, das macht nur krank. Unter Harzt4 Niveau bei Vollzeit würde ich auch nicht arbeiten, da fühlt man sich ja total ausgenutzt.

Ach ja, toll wie die das in Ägypten geschafft haben

11.02.2011 23:08 • #44


Hallo ängstlicheKatze

Ich muss dir hier in allen Punkten völlig zustimmen.

Citalopram hat auch mir sehr geholfen.
Leider habe ich es aber immer, aus Angst vor einer möglichen Abhängigkeit,
nach etwa einem Jahr wieder eigenmächtig abgesetzt. Heute weiss ich, dass
dies ein grosser Fehler war.
Ich will es mir nun wieder verschreiben lassen.

Zum Thema Arbeit kann ich aus Erfahrung folgendes sagen:
Kurzzeitjobs, ständiger Arbeitsplatzwechsel, Zeitarbeit oder 1 Euro-Jobs, haben
in den vergangenen Jahren bei mir nicht zu einem positiven Zugehörigkeitsgefühl
oder einer Intergration geführt, ganz im Gegenteil.
Der ständige Wechsel und die Position immer nur kurzzeitiger "Arbeitsgast" zu sein,
hat meine sozialen Ängste in Laufe vieler Jahre nur noch verstärkt.
Ich denke heute, der Lohn ist im Erwerbsleben nicht alles, besonders wenn im
Privatleben der Ausgleich fehlt (keine Familie und kein soziales Umfeld).

Solche Dinge sind aber leider in der Politik und Wirtschaft kein Thema.

PS:
Bei der Berichterstattung über Ägypten habe ich auch öfters an Berlin gedacht.
Millionen von Menschen ohne wirkliche Chance, und einige Wenige die daran im
absoluten Überfluss verdienen. Soooo gross sind die Unterschiede zwischen
den sozialen Zuständen in Deutschland und Ägypten, beim genauen Hinsehen,
also nicht.

Viele Grüsse, Der Beobachter

12.02.2011 10:34 • #45


Zitat:
Solche Dinge sind aber leider in der Politik und Wirtschaft kein Thema.

Dieser Aussage von 'Beobachter' kann ich absolut zustimmen.

Ich denke, dass unser Wirtschaftssystem immer mehr Menschen psychisch und physisch krank macht. Die Zunahme von Depressionen und Angsterkrankungen bei vielen Menschen spricht für sich. Ich denke, gerade die Situation für Arbeitslose ist in den letzten Jahren immer belastender geworden. Die Einführung von Hartz IV hat alles noch weiter verschlimmert:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/krankenkasse-hartz-iv-macht-krank-8765.php

Aber auch die Belastung von Menschen, die (noch) eine Arbeitsstelle haben, hat stark zugenommen:
http://www.verbraucherweblog.de/kranke-arbeitnehmer-psychische-erkrankungen/

Ich finde die Zahlen, die in den besagten Artikeln genannt werden, erschreckend.

12.02.2011 12:55 • #46


Hallo Mathis

Die Ursachen meiner Ängste liegen zwar nicht in der Arbeitswelt,
sie stammen aus einem weit früheren Zeitraum meiner Kindheit.

Aber die berufliche Rahmenbedingungen in unserem Lande haben
sie in den letzten Jahren zu einer realen Existenzbedrohung werden
lassen.

Angst ist nicht nur ein natürlicher Schutzreflex, oder wie hier im Forum
ein medizinisches Problem, sie ist leider auch ein politisches Mittel um
Menschen unter Kontrolle zu halten.

Viele Grüsse, Der Beobachter

12.02.2011 19:26 • #47


Beobachter, ich nehme zum ersten Mal Tabletten gegen meine Beschwerden und die werde ich auch so schnell nicht wieder absetzen. Ich habe hier schon gelesen, dass man die auch mehrere Jahre nehmen kann. Zuletzt hatte ich schon Angst, irgendwann mal als Obdachlose auf der Straße zu landen, bloß weil ich mich nicht mehr zum Arbeitsamt hintraue. Das war der Grund, der mich zum Arzt getrieben hat.

Echt traurig, dass es in unserem reichen Land überhaupt Obdachlose geben muss, und dass sie, wenn einmal auf der Straße, nur noch ganz schwer eine Wohnung finden.

Mathis, ja, auch die Belastungen der arbeitenden Bevölkerung hat zugenommen. Deshalb bin ich froh, dass ich keine Familie habe für die ich sorgen muss, denn dann wäre der Druck, jeden Mistjob annehmen zu müssen, viel größer. Viele Ehen gehen wegen den großen Belastungen im Job oder bei Arbeitslosigkeit auseinander.

12.02.2011 23:09 • #48


Falco, stimmt, es fehlt die (richtige) Gemeinschaft. Hat man die falschen Leute (Extrembeispiel Mobbing), ist man allein besser dran. Ich denke, jeder zweite psych. Kranke mindestens wäre schlagartig gesund, wenn er die passende Gemeinschaft hätte.

Bei mir ist es auf Arbeit so, mit Arbeit blühe ich auf. Das in dem Maße, wie ich anerkannt und bezahlt werde. Arbeit allein also bringt es nicht. Und abends ist man doch wieder allein, da hast du recht. Ich habe mal eineinhalb Jahre an einer Tankstelle gearbeitet. Eigentlich ein Job, wo man Kontakte ohne Ende knüpfen sollte, noch dazu bei Stammkunden. Nicht ein einziger Kontakt. Was ist es also? Kurzzeitig nicht mehr allein zu sein? Beschränken wir uns darauf und erwarten weiter nichts, dann ist die Arbeit allerdings ein Erfolg. Dummerweise mache ich immer Arbeiten, wo ich bewußt allein bin, sonst platze ich irgendwann und das trifft dann immer die Falschen. Ich suche mir auch körperlich schwere Arbeiten, um es nicht so weit kommen zu lassen. Bin seit 6 Jahren auf einer Messe Mitarbeiter, 16-Stunden-Tage, und trage sonst Zeitungen aus. Ganzen Tag im Büro mit anderen sitzen geht nicht, hätte kein Ventil zum Abbau von Aggressionen und die anderen würden es irgendwann abkriegen.

Katze, Konkurrenz bei der Arbeit ist sowas von übel... aber die Menschen werdem umso schlimmer, je besser der Job wird. Ich weiß nicht, muß man sich dann was suchen außer Konkurrenz. Ich habe schon oft gehört: "ich könnte das nicht machen", verstehe aber nicht, warum. Ich gurke halt gern herum und andere sitzen gern im Büro. Bloß nicht um einen Job prügeln, das ist er nicht wert.

Der genannte Job von dir war auf alle Fälle nichts für die Dauer, wenn du dich da nicht wohlgefühlt hast, aber wenn das Geld stimmt, ich würde mir HEUTE überlegen, ob ich nicht doch den Ar. zusammenkneife und es mitnehme, solange es geht. Früher hätte ich nach einer Aussprache vom Chef sofort geschmissen. Heute denke ich: ihr könnt mich alle mal, und wenn ihr noch so mobbt, ihr bezahlt mir mein neues Isolierfenster, Auto, Traumreise... (Einsetzen nach Belieben). Wenn man dann raus ist, muß man zwar lange durchatmen, aber das Geld bleibt. So denke ich jetzt auch, auch wenn ich die ganze Nacht vor Schmerzen nicht schlafen kann, weils wieder zuviele Zeitungen waren. Egal, die Schmerzen vergehen, das Geld bleibt. Irgendwie muß man ja mal zu was kommen.

Unter Ha(r)tz4-Niveau bei Vollzeit arbeiten heute viele. Solange man sich da rauswinden kann... niemals freiwillig. Es sei denn, es bringt andere Vorteile mit sich. Was ist eigentlich so schlimm daran, obdachlos zu sein. Es ist doch "nur" das Zeug, was dann flötengeht. Man selber kriegt seinen Hintern doch abends sicher in irgendein Heim unter. Problematischer stell ich mir die Hygiene vor. Und die Zeit tagsüber irgendwo, wo es warm ist, herumzubekommen. Es ist so schon schwer, etwas zu finden. "Was, Sie kriegen ALG2? Wir hatten schon genug schlechte Erfahrungen". oder: "Aber nur, wenn die Miete direkt vom Amt auf mein Konto geht." (laß ich mich nicht drauf ein, wäre eine weitere Entmündigung) oder: "zu teuer bzw. zu groß für das Amt" oder: "Sie haben doch hoffentlich Vollzeitarbeit?" oder es ist schlicht zu laut in der Bude oder was anderes. Was meinst du, wie ermüdend und erniedrigend das ist, sich jedesmal wieder neu nackig machen zu müssen und dazu die ganzen Beschränkungen vom Amt in bezug auf Größe und Preis noch beachten zu müssen. Es geht weit über meine Kräfte. Habe auch schon um die 100 E für Anzeigen, Benzin... ausgegeben. Das Amt hilft nicht bei der Wohnungssuche. Gerade jetzt im Frühling, würde ich gern mein Zeug irgendwo unterstellen, zum Amt gehen und sagen: leckt mich alle mal kreuzweise.

Beobachter, wenn der Lohn stimmen würde, meinst du nicht, es würde gleich schlagartig wesentlich besser gehen, auch ohne Familie? Ich gehe mal 100%ig davon aus, denn bei mir wäre es so. Es sollte wenigstens ein Gebiet abgedeckt sein, IRGENDWO eine Stütze sein. Gutes Heim, Familie, Freunde, guter Lohn. Aber wenn GAR NICHTS davon da ist, ist das ein Wunder, wenn sich die Leute Psychopillen ohne Ende einpfeifen? Und gerade das wollen die Regierigen. Die Leute immer schön ruhigstellen, damit ja keiner aufmuckt. Ich nehme keine Pillen mehr, ich brauche einen klaren Kopf, um Überlebensstrategien zu finden. Und bisher ging es auch immer, aber es soll jetzt auch mal aufwärts gehen.

Mathis, das ist schon sehr erschreckend. Und damit hat es sich auch. Gibt es von den gleichen Seiten, die diese Meldungen verbreiten, eine Lösung? Ich werde in diesem schei. System immer wütender und kann nichts dagegen tun, außer irgendwann abwandern...

13.02.2011 09:23 • #49


"Ängste und Depressionen wegen erfolgloser Jobsuche":

alle die Jobsuche einstellen und ab zur Rente. Sie macht nicht glücklicher, aber bringt einen bei Bewilligung erstmal vom Amt weg.

13.02.2011 09:25 • #50


Hallo Eloise1965

Bis vor 10 Jahren hatte ich immer des Glück, trotz sehr vieler Jobwechsel, immer
eine fachlich gute und damit auch sehr gut bezahlte Arbeit zu haben.
Irgendwie habe ich dort auch einen Ausgleich zur fehlenden Familie und später
zum fehlenden privaten sozialen Umfeld gefunden.
Nicht alle Jobs endeten in der vergangenen Zeit mit Mobbing, manche Kündigungen
waren damals noch Betriebsbedingt (Konkurs).
Erst in den letzten Jahren vor meiner Dauerarbeitslosigkeit kamen diese gehäuften
Mobbingkündigungen, oftmals mit unverlangten hohen Abfindungen, hauptsache
weg.
Im Jahre 2001 kam dann nach einer solchen Kündigung mein erster Zusammenbruch
mit anschliessenden 6 Monaten Klinikaufenthalt.

Dumpinglohnjobs kenne ich bis heute selbst noch nicht (Ausnahme 1 Euro Job).

Vor zwei Jahren, kurz vor meinem 50sten Geburtstag, war ich absolut am Ende.
Mein einziger Gedanke war nur noch, mein Leben an diesem Tag zu beenden.
Ich habe mich dann aber doch noch dazu aufgerafft, wohl mehr aus Angst, mich
nochmals in ärztliche Behandlung zu begeben, und auch erstmals Medikamente
(Citalopram) einzunehmen.
Zeitgleich habe ich beim Arbeitsamt um einen 1 Euro-Job als Arbeitsversuch
gebeten, ich wollte und musste wieder etwas tun, aus meiner Wohnung herauskommen.

Mir wurde dann auch ein wunderbarer Job vermittelt, es war eine Elektrowerkstatt
in einer gemeinnützigen Einrichtung, die gebrauchte Haushaltsgeräte für ein
Sozialkaufhaus reparierte. Also absolut mein Fachgebiet, fast mein Traumjob.

Irgendwie hat mein dortiger Vorgesetzter nach einigen Wochen davon erfahren,
dass ich 2001 einmal in einer psychiatrischen Klinik war.
Daraufhin teilte er mir auf drohende und beleidigende Art mit, dass er solche Leute
nicht in seiner Werkstatt haben wolle, ich wurde danach entlassen, exakt einen Tag
vor meinem 50sten Geburtstag.
Selbstverständlich habe ich Strafanzeige gestellt, aber diese wurde aus Mangel an
Beweisen eingestellt. Dies war mein letzter Arbeitsversuch.

Seit diesem Erlebnis bedeutet das Wort Erwerbsarbeit für mich nur noch Angst.
Die Behörden (Arbeitsamt) wissen darüber bescheid, können aber angeblich nicht
helfen.

Seit letzter Woche ist nun das Thema Frührente im Gespräch, bis vor kurzem war
mir ein solcher Gedanke noch fremd.
Aber nun, warum nicht, ich habe nichts mehr zu verlieren ausser meiner Angst.

Habe noch tausend Gedanken im Kopf, Der Beobachter

13.02.2011 15:35 • #51


Hallo Beobachter,

das tut mir leid, wenn ich das so lese. Hast du eine Ahnung, woran diese gehäuften Mobbingkündigungen liegen? Manchmal zieht man das ja auch unbewußt durch Signale, die man sendet, an, und je mehr Erfahrungen dazukommen, umso mehr drückt man das aus. Manchmal ist es auch einfach nur blöd gelaufen, weil jeder Angst um seinen Arbeitsplatz hat und mit den Ellenbogen um sich schlägt. Würde das heute bei einem Job auch wieder Mobbing geben, was meinst du? Ich habe gerade ein Buch namens Mobbing hier zu liegen, soll ich dir das mal schicken, so rein prophylaktisch für den nächsten Job, oder, wo wohntest du nochmal? Ich würde dich und Katze auch gern mal live treffen und alle Leute, die ein wenig von sich schreiben. Habe aber auch die Erfahrung gemacht, daß man das nicht erwarten darf, weil sich viele von vornherein niemals treffen wollen. Ok, ich habe es kundgetan, das reicht.

Du kennst keine Dumpingjobs, ich kenne keine gut bezahlten (980 netto war das Höchste), daher habe ich auch keine Lust mehr zu kämpfen. Man wird nicht jünger und die Wahrscheinlichkeit auf einen gut bezahlten Job sinkt eh kontinuierlich mit steigendem Alter. Bei dir würd ich das als Ausnahme sehen, wenn du bis vor relativ kurzem gut verdient hast. Trotzdem ist die Rente ein kleiner Ausstieg in die Freiheit. An meinem 40. habe ich allein zuhause gesessen und Wäsche gewaschen. Sich umzubringen ist auch keine Lösung. Ich denke, da gibt es sicher DEN Menschen, der sein ganzes Leben auf mich gewartet hat, den ich bloß noch nicht getroffen habe, und dem ich dann unfairerweise die Chance nehme, mich kennenzulernen und den ich dann mit unglücklich machen würde. Mal daran gedacht?

Den Sozialjob hätt ich auch gerne gemacht. Ich liebe es auch, Dinge zu reparieren, herzurichten und dann zu verkaufen. Das würde ich gern in größerem Stil machen mit Sperrmüll, was spricht dagegen: kein Lagerplatz im Moment vorhanden und unsinniger Ärger mit dem Amt, welches solche Vorhaben keinesfalls unterstützt. Wieder ein Argument mehr für die Rente, man kann sich dann besser ausprobieren. Dieser wunderbare Job in der gemeinnützigen Werkstatt, ich dachte, solche Jobs bekämen vorrangig "behinderte" Leute. Ich würde mal sagen, dieser Chef ist da absolut eine Fehlbesetzung. War auch schon ein paarmal stationär. Wen juckt's? Einen Chef hat das nicht zu interessieren. Das ist so eine Sauerei, daß du dagegen nicht angekommen bist. Das kann ich gut nachvollziehen, wenn sich da eine Angst gebildet hat. Es gibt das Hamburger Modell, man fängt mit 4 h täglich an und es wird dann langsam mehr. Es gibt eine Integrationsbehörde, die helfen "Behinderten", wieder in Arbeit zu kommen. Es gibt die Rehaberater in den Jobcentern, die helfen auch den Menschen mit Behindertenausweis. Falls du noch keinen hast, beim Landesamt für Soziales und Versorgung (so heißt das hier) ist er zu bekommen. Dabei ist nicht interessant, ob du wirklich etwas hast oder nicht, sondern "Behinderte" werden weicher angefaßt von den Behörden (meine Erfahrung - mir gehen sie jedenfalls nicht auf den Sack, höchstens durch Untätigkeit, aber nicht mit unglücklichen Jobangeboten).

Nimm die Rente mit Kußhand, dann bist du auch erstmal vom Amt weg (du bist doch hoffentlich keine 3 h täglich mehr arbeitsfähig und kriegst volle EU- Rente) und kannst nach Gusto umziehen, ohne um Erlaubnis zu fragen...

13.02.2011 19:33 • #52


Hey Leute!

Ich erkläre euch kurz meine aktuelle Situation!

Also ich habe vor einem Jahr eine Ausbildung als Automobilkaufmann abgeschlossen und habe innerhalb eines Jahres 4 mal meine Arbeitsstelle gewechselt!!

Anfangs dachte ich es liegt an mir das ich nirgends zufrieden bin, aber ich habe mit Kumpels darüber gesprochen und denen erklärt was bei mir immer so "abgeht" bei den einzelnen Arbeitsstellen... und zwar, ich werde nirgends eingelernt, man lässt mich nach einem Tag immer alles alleine machen, wenn ich Fragen habe, zischt man mich schnippisch an und die Andeutungen "Jetzt sind sie ja schon 3 Tage hier und können diesen Laden immer noch nicht Leiten" kotzen mich echt an. Meine Kumpels sagen das sei nicht normal, und auch ich behaupte das ich da in einen Pechzirkel geraten bin, weil während meiner 3-jährigen Ausbildung war alles super und ich hatte nie so etwas, jetzt arbeite ich schon wieder in einem Betrieb wo man schon nach kurzer zeit (5 Arbeitstage) wieder dumme bemerkungen macht, in den ersten 5 Tagen habe ich 2 Autos verkauft, und man sagt es sei viel zu wenig, dabei sind diese Karren teilweise totaler schrott, aber egal

zurück zum Thema, seit ich mit meiner Ausbildung fertig bin, finde ich nur noch Jobs wo ich schon jetzt nach 2 Wochen überhaqupt kein Bock mehr habe hinzugehen.....

Was soll ich tun?!?!?!?!?!?!?!?!

Danke für eure Hilfe im voraus

22.01.2012 12:40 • #53


Guten Abend,

interessantes Thema hier zu dem ich auch was beitragen kann

Ich bin 36 Jahre jung und habe mittlerweile drei Ausbildungen hinter mir. Nach der dritten Ausbildung habe ich im Anschluss Arbeit in der Schweiz gefunden und bin dann vor ca. 5 Jahren dorthin gezogen. Nunja, habe dann irgendwann den Job verloren und bin seither über 2 Jahre ohne Arbeit und sitze mittlerweile mit Sozialhilfe daheim. Das Amt ist zwar deutlich humaner als in Deutschland dennoch bin ich mittlerweile ziemlich am Ende denn als Deutscher ist es nicht einfach Arbeit zu finden, da man hier oftmals den Anschein hat als würde man nicht akzeptiert werden. Naja und Familie ist auch so 700 km entfernt.

Seit Ende Februar kommt dann nun auch noch die Angsterkrankung hinzu

03.05.2012 18:43 • #54


net1chen2
Hallo erstmal an alle hier!

Mir geht es momentan auch sehr schlecht. Seit Januar 2013 bin ich leider arbeitslos. Nie hätte ich gedacht, dass es so ewig dauert einen neuen Job zu finden. Hinzu kommt noch meine Behinderung, was das Ganze noch schwieriger macht.

Im letzten Jahr im Mai bekam ich nach vielem Betteln und Bitten endlich mal eine Praktikamaßnahme vom Arbeitsamt. Diese begann im August 2013. Seitdem saß ich glücklicherweise nicht nur zu Hause rum, war aber dennoch arbeitslos. Somit bekomme ich seit Januar 2014 bereits Hartz4.
Jedoch bin ich immer wieder gewillt etwas zutun. Somit wollte ich schon immer eine Weiterbildung in der Buchhaltung machen. Immer wieder schüttelte meine Bearbeiterin den Kopf und meinte wozu ich eine Weiterbildung machen möchte. Schließlich hätte ich eine kaufmännische Weiterbildung gemacht.

Diese absolvierte ich in einem BBW. Dennoch fehlten mir immer wieder bestimmte Kenntnisse, um in Arbeit zukommen. Doch eh man da ran kommt, diese Kenntnisse in einer Weiterbildung nachzuholen, dauert es sehr lange.

Nun habe ich endlich einen Bildungsgutschein, doch leider beginnt nirgends eine Weiterbildung.
So langsam ist es echt ätzend. Langsam werd ich manchmal schon richtig depressiv bzw. lustlos, was meinen weiteren Werdegang angeht.

Gehts euch vielleicht auch so? Was kann ich noch ändern?

21.10.2014 18:08 • #55



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser