Eva-Marie
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Der Termin war leider so was von ernüchternd, ich wurde mit müden, schlau klingenden Floskeln abgespeist, auf meine Frage hin, ob ich mich in akuten Krisen an die Ärztin wenden könne, verwies sie mich auf meinen Hausarzt sowie meine ambulante Betreuerin, was ich einfach nur daneben fand. Ich habe wirklich schreckliche Dinge erlebt und habe keine Familie mehr, es gibt wenig Halt für mich in dieser Welt. Und ich bin keine Person, die ständig bei ihren Ärzten auf der Matte steht, eben weil ich mich gleichzeitig so verdammt schäme, überhaupt so bedürftig zu sein. Auch dies habe ich ihr mitgeteilt, woraufhin sie mir sagte, ganz trocken und nüchtern, regulär hätte ich einen Anspruch auf einen Termin in drei Monaten, sie habe immerhin 5.000! Patienten zu betreuen. Ich musste bei dieser Zahl ziemlich schlucken und gleichzeitig spürte ich, dass es vollkommen unangemessen von der Ärztin war, mich mit ihrem Arbeitspensum zu belasten. Aber was soll ich machen? Die psychiatrische Versorgung ist leider so was von schlecht mittlerweile, man kann froh sein, wenn man überhaupt jemanden findet. Aber, wie soll man es gleichzeitig ertragen, nicht gesehen, nicht angemessen unterstützt zu werden? Ständig das Gefühl zu bekommen, zu viel zu sein, ich denke, das kennen viele von euch mit Traumafolgestörungen, oder? Ich habe eine solche Wut auf dieses ganze System, ich weiss gerade nicht, wohin mit mir? Es kommt mir so vor, als würde ich ständig gegen Wände rennen, die andere mir als Türen verkaufen: Holen Sie sich bitte Hilfe, sorgen Sie für sich, bla bla bla. Und dann, wenn man sich Hilfe holt, wirklich um Beistand bittet, gibt es keine Kapazität für Dich - keine Therapieplätze, Psychiater überlaufen, Wartezeiten für Kliniken bis zu einem Jahr. Ist ein langer Text geworden. Kennt jemand diese Situation und was hilft euch da?
• • 05.03.2026 x 1 #1