App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

18

Lala0809

Lala0809
Mitglied

Beiträge:
5
Themen:
1
Danke erhalten:
6
Mitglied seit:
Ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll, aber ich merke, dass ich innerlich einfach nicht mehr zur Ruhe komme.
Ich komme aus einer sehr belastenden Familiengeschichte. Meine Mutter war Alk., und ich hatte schon früh das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein und an allem schuld zu sein. Ich habe immer versucht, alles für alle zu regeln und es allen recht zu machen.
2017 hatte ich eine Fehlgeburt, die mich auch sehr geprägt hat.
Danach ging es weiter: Ich habe meine demente Oma väterlicherseits gepflegt und betreut, während mein Opa Krebs hatte. Sie hat mich nachts um 2 Uhr geweckt, obwohl ich arbeiten musste, und ich habe sogar meinen Urlaub mit der Pflege verbracht.
Auch meine Großeltern mütterlicherseits waren sehr schwierig und toxisch, aber ich habe trotzdem immer alles für sie gemacht. Ein Beispiel: Wir wollten nachts in den Urlaub fahren, und kurz vorher kam der Anruf, dass mein Opa ins Krankenhaus muss und fast gestorben wäre – natürlich habe ich mich auch da wieder um alles gekümmert.
Ich habe mein ganzes Leben eigentlich immer zurückgestellt. Wenn ich mal nicht da war, kamen Sprüche wie „Na, lebst du auch noch?“. Dazu kamen ständige Kritik an meinem Aussehen und meinem Gewicht.
2021 ist meine Mutter an den Folgen ihres Alk. gestorben. Meinen Vater habe ich danach psychisch aufgefangen und unterstützt.
2024 kam dann der nächste Schock: Mein Opa mütterlicherseits wäre fast gestorben. Kurz darauf wurde meine Oma plötzlich schwer krank. Eines Morgens hat mein Opa mich völlig aufgelöst angerufen, ich soll sofort kommen. Wir wohnen im selben Haus, also bin ich runter – wie immer mit dem Gefühl, ich muss alles regeln.
Und dann ist meine Oma trotz Notarzt vor meinen Augen gestorben.
Danach habe ich wieder alles übernommen, meinen Opa aufgefangen, mich gekümmert. Gleichzeitig ist er aber sehr schwierig, narzisstisch, hört nicht zu und kritisiert viel.
Ich habe das Gefühl, ich habe mein ganzes Leben lang funktioniert und alles getragen.
Jetzt bin ich Mama – und seitdem habe ich wahnsinnige Angst um meine Tochter. Bei jeder kleinen Erkältung habe ich sofort Panik, dass etwas Schlimmes passiert. Ich bin ständig innerlich angespannt.
Ich kann mich auf nichts mehr freuen, weil ich immer denke, dass dann wieder etwas passiert. Es ist, als dürfte ich kein gutes Gefühl haben.
Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, wann ich das letzte Mal wirklich Ruhe oder Frieden in meinem Kopf hatte.
Vielleicht kennt das jemand oder kann mir sagen, wie man da wieder rauskommt. Ich fühle mich einfach nur noch erschöpft.

28.04.2026 x 1 #1


11 Antworten ↓

Wofo
Hallo ich kenne das gut
Funktionieren für alles und jeden
Auf dauer wird dich das kaputt
Machen du musst an dich denken
Du musst nicht für jeden
Verantwortlich sein was hilft ist
Abgrenzen nein sagen auch wenn
Es deine Familie ist nimm dir zeit
Für dich und deinen kind wenn du
Es bachtest wird es dir besser
Gehen du bist für alle da und auch
Das macht Anspannung immer
Auf Abruf das nicht gut und führt
Sehr stark das du 24/7 angespannt
Bist das kann man aber lernen du
Abgrenzen nein sagen um sich Selber kümmern


LG

x 1 #2


A


Wunsch nach Seelenfrieden

x 3


Lala0809
@Wofo erst mal ganz vielen lieben Dank für deine Antwort, hast du es denn mittlerweile geschafft mehr auf dich zu achten und diesen "Teufelskreis" zu durchbrechen?

#3


Wofo
@Lala0809

Ja das habe ich und mir geht es
Viel besser damit ich kenne das
Gut aber abgrenzen ist wichtig
Es ist dein leben und man muss
Sich ja nicht alles auftun



LG

x 1 #4


Lala0809
@Wofo ich freue mich wirklich sehr für dich dass es Dir besser geht, das macht mir Mut dass ich das auch schaffen kann

x 1 #5


Gaulin
Hey @Lala0809 , du trägst viel Last. Ich kenne es selbst zu gut. Ich kann dir nur raten, dir nicht alles aufzubürden, opfere dich nicht weiter so auf. Es liegt nicht in deiner Verantwortung, und erst recht nicht alleine. Hast du Geschwister oder gibt es noch andere Familienmitglieder, die sich mit kümmern können? Versuche etwas abzugeben und vorallem dich abzugrenzen.
Hast du schon Therapie gemacht, um all diese toxischen Dinge und Belastungen zu verarbeiten? Sorge in erster Linie für dich selbst, das ist am wichtigsten. Wer ist für dich da? Was ist, wenn mal etwas mit dir ist und du Unterstützung brauchst?

x 2 #6


Butterfly-8539
Zitat von Lala0809:
Ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll, aber ich merke, dass ich innerlich einfach nicht mehr zur Ruhe komme. Ich komme aus einer sehr belastenden Familiengeschichte. Meine Mutter war Alk., und ich hatte schon früh das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein und an allem schuld zu sein. Ich ...

Hallo, das kommt mir alles sehr bekannt vor.

x 1 #7


C
Liebe @Lala0809

Fühle dich einfach erst einmal lieb in den Arm genommen, wenn du magst.

Darf ich fragen, ob Du psychiatrische/psychotherapeutische Unterstützung hast?

Das, was du alles trägst, kannst du nicht tragen. Meine Hochachtung vor Dir!
Ich komme selbst aus einem toxischen Umfeld mit einer Alk. und depressiven Mutter. Leider kann ich dir keinen Lösungsansatz sagen, da ich selbst in Therapie bin. Ich denke, da wird es leider kein Patentrezept geben.
Denn vom Kopf weißt du sicher selbst, dass du dich unbedingt zurück ziehen musst! Es tut mir sehr leid, was du erleben musstest und dass dir für all das, was du leistest, keine Wertschätzung entgegen gebracht wird. Denn glaub mir, in einem gesunden Umfeld würdest du alle Achtung und Wertschätzung bekommen.

Lebst du noch immer im selben Haus? Hast du die Möglichkeit, auszuziehen/wegzuziehen? Ich weiß, dass das nicht leicht ist, da hängt immer viel dran und def Wohnungsmarkt ist leider Katastrophal. Doch falls du es nicht schaffst, dich zu lösen und dich auf dich und deine Tochter zu konzentrieren, würde vielleicht dieser radikale Schlussstrich helfen.

Ich denke, durch deine Tochter erfährst du das erste Mal bedingungslose Liebe und deine Verlustängste sind nun umso größer.

Du bist es wert, wertgeschätzt und geliebt zu werden und so hart es ist und da spreche ich aus Erfahrung;
Du bist niemandem etwas schuldig und du bist nicht für alles und jeden verantwortlich. Es ist DEIN Leben. Und die anderen sind alles erwachsene Menschen. Die können selbst für sich Verantwortung übernehmen. Wenn sie deine Hilfe nicht zu schätzen wissen, dann ziehe dich bitte konsequent zurück. Denn egal wie, du kannst es solchen Menschen nicht recht machen. Nie. Bitte achte gut auf dich und deine Tochter. Sie braucht dich. Das ist deine einzige tatsächliche Verantwortung. Auf dich gut zu achten, gut zu dir zu sein, damit du gut auf deine Tochter acht geben kannst.

Wenn du die Möglichkeit hast, fahre mit ihr in einen Tierpark, genieße die Sonne, schalte dein Handy aus. Lebe im Moment. Nur du und deine Tochter und dieser Moment. Kein Gestern. Kein Morgen. Nur dieser Augenblick und Sonnenlicht.

Und wenn möglich, suche dir bitte Unterstützung. Therapieplätze sind sehr rar, doch gibt es z.B. bei der Diakonie oder Caritas die Möglichkeit, je nach dem, woher du kommst zum Beispiel auch den SPDI der Diakonie.

Du hast zu viel zu lange alleine getragen. Du hast ein Recht auf ein Leben. Auf dein Leben! Bitte suche dir Hilfe, die verdienst du. Das hat nichts mit Schwäche zu tun. Du bist stark!

Ich sende dir viele warme Grüße und viel Kraft und einen baldigen Weg da raus.

Du musst dich nicht verpflichtet sehen, mir auf diesen langen Text zu schreiben. Alles alles Liebe für dich und deine Tochter. Du bist genug und du bist es wert. Vergiss das nie.

x 3 #8


Lala0809
@Gaulin vielen lieben Dank für deine Antwort und es tut mir leid, dass du da auch schon durch musstest oder musst.
Von meiner Familie habe ich nur noch meinen Vater und meinem Opa väterlicherseits, keine Geschwister. Deshalb ist es wahrscheinlich für mich so schwierig mich da abzugrenzen, es gibt ja sonst keinen mehr. Mein Mann unterstützt mich auch aber diese Dynamik einfach mal nein zu sagen fehlt mir einfach. Mittlerweile ist es sogar so, dass mein Vater und Opa jedes Wochenende sowohl Samstags und Sonntags zu uns kommen obwohl ich schon mal gebeten habe,(was mich übrigens sehr viel Überwindung gekostet hat) Sonntags nicht mehr da wollen wir nur für uns sein , also meine Tochter mein Mann und ich, natürlich übergeht man mich da auch.
In Therapie war ich nicht, ich habe irgendwie immer das Gefühl, da es sowieso schon kaum Termine gibt , möchte ich die lieber frei halten für Menschen denen es schlechter geht als mir, ich weiß nicht woran das liegt aber ich habe irgendwie das Gefühl das ich jammere auf hohem Niveau 😔

x 2 #9


Abendschein
Zitat von Lala0809:
Sonntags nicht mehr da wollen wir nur für uns sein , also meine Tochter mein Mann und ich, natürlich übergeht man mich da auch.

Das darfst Du Dir nicht bieten lassen, sie rauben Dich aus und bestimmen über Dich. Du hast jetzt Deine Familie und die steht an erster Stelle. Ich kenne das auch, aber sie sind es gewohnt, das Du nicht nein sagst und sie überhören Dein nein..
Du jammerst nicht, Du sagst was Sache ist. Laß Dir nichts anderes einreden. Sagst Du Nein, bist Du der Sündenbock. Aber das bist Du gar nicht, Du bist eine tolle Frau, bist immer für andere da, gibst Dein Leben auf, aber dieses Muster unterbrichst Du jetzt, dann bist Du zwar in deren Augen, die Dumme, aber das muß egal sein. Sie übergehen Dich, weil sie Dich nicht respektieren, ein Nein paßt da nicht rein, weil es schon immer so war. Sie unterliegen einem Muster, Du bist ihnen egal. Du hast zu parieren und wenn Du das nicht tust, dann sagen sie bestimmt, dann kommen wir gar nicht mehr. Ja, dann eben nicht.
Ich lerne das auch grade, Muster die ich ein Leben lang habe, zu unterbrechen. Das tut ersteinmal weh. Aber Deine Famiie steht jetzt an erster Stelle. Nur Mut, Du schaffst das! 🍀

x 1 #10


Greta__
Ich würde dir dringend zu einer Reha raten. Mit Eilantrag vom Hausarzt.

Du brennst komplett aus und das darf nicht sein.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft. 🌼

x 3 #11


Lala0809
@Comesandgoes ich Danke dir von ganzem Herzen für deine lieben Worte es hat mich wirklich sehr berührt was du geschrieben hast 💖man selbst vergisst irgendwann seinen eigenen Wert weil an allen Seiten gezogen wird und man wirklich nur noch funktioniert wie eine Maschine. Zu deiner Frage wegen der Therapie - Ich bin nicht in Therapie habe aber darüber nachgedacht, aber irgendwie zögere ich, weil ich eben das Gefühl habe, dass es ja doch nicht so schlimm ist und ich da drüber stehen kann. Aber der Punkt an dem es so nicht weitergehen kann ist jetzt erreicht.

Wir wohnen in einem Hochhaus in dem ich auch arbeite, in dem Haus fühlen wir uns eigentlich sehr wohl und lieben es hier zu sein, tolle Gegend, nah bei der Schule und ansonsten auch sehr tolle Nachbarn. Deswegen wäre ein Umzug ein sehr schwerer Schritt, den ich nur dann gehen werde wenn ich es wirklich nicht schaffen sollte aus diesem Muster auszubrechen.
Es tut mir sehr leid, dass du da auch durch musstest, ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass deine Therapie dir helfen kann zu Heilen und du dein Glück und Seelenfrieden findest für ein unbeschwertes glückliches Leben, dass du verdienst! Es fällt mir wirklich sehr schwer mich zu öffnen aber ich befürchte wenn ich jetzt nichts ändere wird es Ewigkeiten dauern wieder glücklich und unbeschwert zu sein. Ich danke dir sehr für deinen Rat und deinen Zuspruch. Alles erdenklich Liebe und Gute für dich, vielen lieben Dank 🌺

x 2 #12


A


x 4






Dr. Reinhard Pichler
App im Playstore