App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

2

MrUnderground99

MrUnderground99
Mitglied

Beiträge:
1
Themen:
1
Danke erhalten:
1
Mitglied seit:
Hallo zusammen,

ich hoffe, hier vielleicht ein paar Gedanken oder Erfahrungen von Menschen zu bekommen, die ähnliche Dinge kennen.

Ich kämpfe schon seit längerer Zeit mit starken Verlustängsten, Bindungsängsten und einem Nervensystem, das gefühlt ständig unter Strom steht. Mein Kopf analysiert permanent alles, hinterfragt jede Emotion, jeden Gedanken und jede Situation.

Ich bin in einer Beziehung und liebe meine Partnerin sehr. Der Gedanke, sie zu verlieren, löst in mir starke Emotionen bis hin zu Tränen aus. Gleichzeitig habe ich immer wieder Phasen, in denen mein Kopf mir sagt, dass ich mich trennen soll oder alleine besser dran wäre. Diese Gedanken fühlen sich aber nicht wie eine echte Entscheidung an, sondern eher wie ein permanenter Druck oder Fluchtimpuls.

Besonders belastend ist, dass ich große Angst habe, anderen Frauen zu begegnen, die ich attraktiv finde. Sobald das passiert, schaltet mein Kopf sofort in einen Alarmmodus. Dann kommen Gedanken wie: „Mit einer anderen Frau wäre es vielleicht einfacher“, „Vielleicht würdest du dort mehr Verständnis oder emotionale Nähe bekommen“ oder „Vielleicht passt jemand anderes besser zu dir“. Das löst starke Schuldgefühle aus und fühlt sich teilweise wie Fremdgehen an, obwohl ich überhaupt keine Absicht habe, jemand anderen kennenzulernen oder meine Beziehung zu gefährden.

Ein weiterer Punkt ist, dass ich mich oft emotional nicht ausreichend abgeholt fühle. Ich bin ein Mensch, der sehr viel über Gefühle spricht, Dinge verstehen möchte und emotionale Resonanz braucht. Meine Partnerin ist eher sachlich, zurückhaltend und braucht oft Zeit, um über Dinge nachzudenken. Dadurch entsteht bei mir häufig das Gefühl, alleine mit meinen Gedanken und Gefühlen zu sein.

Ich merke außerdem, dass ich sehr viel dafür tue, damit es meiner Partnerin gut geht. Ich denke viel mit, plane, überrasche gerne und versuche ständig, auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Gleichzeitig bin ich oft enttäuscht, wenn die Reaktion nicht so ausfällt, wie ich es mir erhoffe. Dabei sagt sie selbst, dass ich vieles davon gar nicht machen müsste.
Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich überall nach Sicherheit suche. Ich möchte absolute Gewissheit haben, dass die Beziehung richtig ist, dass ich mich nie in jemand anderen verliebe und dass ich mich immer sicher fühlen kann. Sobald ich diese Sicherheit nicht spüre, beginnen die Zweifel, Ängste und Gedankenspiralen erneut.

Was mich aktuell am meisten beschäftigt, ist die Frage, ob diese Zweifel und Ängste hauptsächlich aus meinen Bindungs- und Verlustängsten entstehen oder ob sie auf echte Bedürfnisse hinweisen, die in meiner Beziehung zu kurz kommen.

Ich habe große Angst davor, eine falsche Entscheidung zu treffen und einen Menschen zu verlieren, der mir unglaublich wichtig ist.

Kennt jemand solche Gedanken oder Gefühle? Wie seid ihr damit umgegangen?

Vielen Dank fürs Lesen.

12.06.2026 x 1 #1


3 Antworten ↓

Simba1302
Huhu lachen
Mh. Also ich lese so zweierlei heraus. Einerseits lese ich bei dir Bedürfnisse und Dinge heraus , in denen du dich scheinbar nicht genug gesehen fühlst in der Beziehung. Sowas wahrzunehmen, ist erstmal nichts schlimmes . Bei dir scheint es aber so zu sein, dass sofort der Alarmmodus anspringt, du alles in Frage stellst bzw. deine Psyche darauf mit Angst - und Zwangsgedanken reagiert , falls du das nicht kennst, les dich mal dazu ein.
So oder so, ist das eine Überreaktion deines Alarmmodus. Da kann ein Realitätscheck hilfreich sein , erstmal von dem Gedankenwirrwarr distanzieren und runter kommen .
Das zweite wäre, ein Gespräch zu suchen und über die Bedürfnisse etc. zu sprechen. Das gehört in jeder Beziehung dazu , so wächst man ja auch gemeinsam lachen

x 1 #2


A


Wechselbad der Gefühle / Nur Bindungsangst?!

x 3


Feuerschale
Zitat von MrUnderground99:
Was mich aktuell am meisten beschäftigt, ist die Frage, ob diese Zweifel und Ängste hauptsächlich aus meinen Bindungs- und Verlustängsten entstehen oder ob sie auf echte Bedürfnisse hinweisen, die in meiner Beziehung zu kurz kommen.

Es könnte eine Mischung aus beidem sein.
Es liest sich so, als seid ihr eher unterschiedliche Persönlichkeiten und habt ggf. auch einen anderen "Liebesstil".


Und in manchen Dingen sind dann vielleicht deine Bedürfnisse nicht ganz erfüllt, z B hier
Zitat von MrUnderground99:
Ein weiterer Punkt ist, dass ich mich oft emotional nicht ausreichend abgeholt fühle.

Zitat:
Meine Partnerin ist eher sachlich, zurückhaltend und braucht oft Zeit, um über Dinge nachzudenken. Dadurch entsteht bei mir häufig das Gefühl, alleine mit meinen Gedanken und Gefühlen zu sein.

Zitat:
Gleichzeitig bin ich oft enttäuscht, wenn die Reaktion nicht so ausfällt, wie ich es mir erhoffe.

Das muss aber an sich nicht kritisch sein, wenn ihr lernt, miteinander zu kommunizieren....oder euch anzunähern, vielleicht Wünsche auch genauer formulieren....oder die Andersartigkeit eher begreifen ohne sie als Ablehnung zu sehen...


Dann lese ich noch Dinge heraus, wo es eher in Richtung Optimierungsdenken, zwanghaftes Denken usw geht.
Zitat von MrUnderground99:
Mein Kopf analysiert permanent alles, hinterfragt jede Emotion, jeden Gedanken und jede Situation.

Zitat:
Diese Gedanken fühlen sich aber nicht wie eine echte Entscheidung an, sondern eher wie ein permanenter Druck oder Fluchtimpuls.

Zitat:
Besonders belastend ist, dass ich große Angst habe, anderen Frauen zu begegnen, die ich attraktiv finde.

Zitat:
Sobald ich diese Sicherheit nicht spüre, beginnen die Zweifel, Ängste und Gedankenspiralen erneut.


Ich denke, das gilt es für dich rauszufinden, wo bist du wirklich unerfüllt, wie könnt ihr da miteinander umgehen und ggf. noch das ein oder andere aussprechen oder ändern...
und wo spielt da eine ideale Vorstellung, ein Zwang, Perfektion, Angst eine Rolle, die dich ständig in den Vergleich und Zweifel treiben?

#3


Stefielein1
Ja ich bin in der Beziehung mit meinem Mann auch sehr ähnlich wie du „gewesen“ - habe aber auch gemerkt, dass dieses beinahe „klammern“ und abhängig vom Partner sein mir selbst und auch meiner Beziehung nicht gut tut. Ich hab dann mit der Zeit immer öfter darauf geachtet, Dinge zu priorisieren die mir gut tun und nicht jede Emotion abhängig von meinem Partner zu machen. und versucht zu lernen, dass der andere Part eben doch ein eigenständiger Mensch ist und anders fühlt / denkt / handelt und das okey ist, solange die Grundwerte kompatibel sind. Aber echte Sicherheit, solltest du nicht im außen suchen sondern in dir - dir dementsprechend halt geben können.

Gleichzeitig würd ich aber auch das Gespräch mit der Partnerin suchen und ihr deine Ängste „sachlich - nicht zu emotional ^^“ erklären. Vielleicht findet ihr gemeinsam eine Lösung wie sie dir ein Stück weit mehr Sicherheit geben kann?

#4






Dr. Reinhard Pichler
App im Playstore