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Naja ob der Titel jetzt so unbedingt passt, ich weiß es nicht...Ich weiß gar nichts mehr...Also im Gegensatz zu einigen oder vielen hier in diesem Forum, stecke ich nicht in einer Beziehung. Ich schaffe es scheinbar nicht einmal eine Beziehgung aufzubauen..Und das wo ich mich sehr sehr schmerzhaft nach Liebe, Zuneigung und Geborgenheit sehne.

Tja vor 2 Monaten hab ich einen netten Mann hier übers Forum kennengelernt. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Egal was es war, wir konnten über alles schreiben und reden. Der Kontakt wurde immer intensiver. Es war sehr sehr schön und ich hab mich nach ewig langer Zeit mal wieder einer Person öffnen können. Er meinte, er würde mich sehr mögen, an mich denken, mein Vertrauen nie enttäuschen wollen etc.

Naja und seit 2 Wochen kommt kaum noch etwas...liegt vielleicht daran, dass die Telefonrechnung durch das smsen ziemlich erhöht war und dass er jetzt ne WG mit 3 anderen Jungs gegründet hat....
Allerdings ist sein Handy jetzt fast nur noch aus...er reagiert nicht/kaum noch...

Tja deshalb schlag ich mich jetzt mit diesen verflixten Ängsten und Zweifeln rum. Das macht mich ganz verrückt....Einerseits glaub ich einfach nicht daran, dass er nur mit mir gespielt hat aber andererseits bin ich schon so oft auf die Nase gefallen....

Da schleichen sich dann immer wieder die Gedanken ein wie " Warum reagiert er denn auf nichts mehr?", "Warum ruft er nun nicht mehr an, wo er es doch versprochen hat?", "War das alles wirklich nur Show, wo er mir doch mehrmals versichert hat, dass er es ernst meint?"
Ich weiß nicht mehr was ich machen oder denken soll......

So oder so ähnlich geht es mir eigentlich immer....Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu anhänglich, viel zu verzweifelt darum bemüht, endlich auch mal eine Beziehgung aufzubauen....viel zu überängstlich darin eine andere Person zu vertrauen und an mich ran zu lassen....

Was meint ihr dazu? Kennt das vielleicht jemand? Habt ihr evtl einen Rat für mich?

LG

07.11.2010 15:41 • 10.12.2010 #1


12 Antworten ↓


Hi, da bist du ja wieder!



Ich empfinde das als ausgesprochenes Glück, wenn man auf dem falschen Weg ist und immer wieder auf die Schnauze fällt... es braucht meistens nur etwas zeitlichen Abstand um das zu begreifen.

point of return



Ein übliches Internetspielchen seinerseits, das man nicht überbewerten sollte, würde ich sagen.

Abhaken... fertig... los...



lg

08.11.2010 19:44 • #2



Verlustangst vs. Einsamkeit vs. Selbstvorwürfe

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Nee nix abhaken. Er hat sich ja gemeldet und sich entschuldigt. Hat momentan hat ziemliche Probleme auf der Arbeit....Naja ich muss mich vielleicht mal in Geduld und Vertrauen üben. Ist halt nur nicht so einfach....weil mir meine Gefühle bzw. meine Ängste immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen.

Gibt es irgendwelche Tipps, wie ich das händeln kann?

11.11.2010 09:44 • #3


Hei,

tja, irgendwelche Tipps, wie man das handhaben kann. Schwierig. Denn ich merke ziemlich gut, dass Du selbst es nicht schaffst, über Deinen Schatten zu springen, wie man so sagt. Und ich selbst hatte vom Grundsatz her ziemlich ähnliche Probleme, dass ich in einen Teufelskreis geraten bin von Selbstvorwürfen, Angst, dem Gefühl völlig unliebeswürdig zu sein usw., usw.

Ich selbst habe es nicht geschafft, daraus asuzubrechen, es war nötig, dass jemand von außen her mir die Hand gereicht hat.

Aber zurück zu Deinen eigentlichen Fragen: Ich sehe, dass Du sehr, sehr unsicher bist, ob das, was Du selbst tust jeweils richtig ist. Dein Selbstbild ist das, was Du beim Beobachten und Analysieren dessen, wie sich andere Dir gegenüber verhalten, herausliest und hineininterpretierst.

Ich möchte Dir Mut machen und gut zureden, Dich auf all Deine guten Seiten zu konzentrieren. Lobe Dich einmal selbst, sage Dir, dass Du wertvoll bist. Das bist Du nämlich.

Und bitte, bitte versuche, ganz besonders bei dem, wie sich Menschen, die Dir etwas bedeuten (so wie dieser mann), nicht sofort auf einen Fehler deinerseits zu schließen. Es ist nämlich überhaupt gar nicht so, dass deren Verhalten von dem gesteuert wird, wie Du Dich verhälst. Versuche zu verstehen, dass auch diese Menschen zu allererst nur so handeln, weil sie es für sich als richtig empfinden. Wenn also jemand nicht sofort auf eine frage deinerseits antwortet, dann bedeutet das in 99% der Fälle NICHT, dass er sauer auf Dich wäre. Es bedeutet im Regelfall, dass er es bisher vergessen hat, sich vielleicht auch nicht traut oder sonst irgendwas.

Tja, das wollte ich Dir gerne sagen.

Hast Du jemanden, mit dem Du Dich austauschen kannst, also jetzt außerhalb dieses Forums?

12.11.2010 21:04 • #4


Aufgund des Mangels an Selbstliebe verharrt man oft in unzufriedenstellenden Verhältnissen. Die Zuwendung anderer soll den eigenen Mangel kompensieren.
Davor schrecken aber andere instinktiv zurück - hat doch jeder i.d.R. genug mit sich selbst zu tun. Manchmal passiert eben, dass jemand aufgrund seines guten Willens zu viel verspricht, ihm aber schon kurze Zeit danach die Tragweite und die mangelnde Zweckmäßigkeit seiner Zugeständnisse bewußt wird. Dann schreckt er zurück. Danach bereut er es wieder, und entweder er bleibt in diesem Karussell stecken - das nennt sich Co-Abhängigkeit -, oder er geht eben.

14.11.2010 10:24 • #5


Zitat von Jens-Dirk:
Ich selbst habe es nicht geschafft, daraus asuzubrechen, es war nötig, dass jemand von außen her mir die Hand gereicht hat.
Darf ich fragen wie sich das zugetragen hat?

14.11.2010 10:27 • #6


Danke Jens-Dirk. Du hast den Nagel absolut auf den Kopf getroffen. In Allem.
Aber ich versuche mich in Geduld und Vertrauen zu üben.
Da die Person, die mir so am Herzen liegt, versucht mich zu beruhigen und mir die Angst zu nehmen, klappt das sogar ganz gut.
2 Mal bin ich eingebrochen und beide Male hat er mir gut zugeredet, versucht mir die Angst zu nehmen. Und das hat echt gut getan.....und daran denke ich, wenn sich die Zweifel bemerkbar machen....Naja Übung macht den Meister.
Meine beste Freundin hilft mir dabei....Ihr ging´s Anfangs mit ihrem Freund ähnlich.
Auch versuche ich mich mit neuen Hobbies vom Grübeln abzuhalten....

Wer hat dir denn geholfen da rauszukommen? Und wie habt ihr´s geschafft?

@Vent: Das stimmt. Ich muss an meine Selbstliebe arbeiten. Das versuch ich auch nach Kräften. Auf die Stärkung meiner Selbstliebe durch andere Personen vertrau ich nicht...Damit kann man ganz schnell auf die Nase fallen. Auch hab ich die Person von der Verantwortung versucht frei zu sprechen....aber davon will er nix wissen.
Naja mal gucken was kommt.....

LG

14.11.2010 19:19 • #7


Manche spielen auch freiwillig und gerne mit. Du bist es sicher wert -

14.11.2010 22:33 • #8


Hallo Ihr,

zur Nachfrage, wie es bei mir dazu kam, dass ich heute sehr viel mutiger, stärker und ruhiger durch die Welt gehe (Ein bisschen könnt Ihr das auch in meinem Vorstellungstext finden):

Ich hatte schon immer extrem mit Schüchternheit zu kämpfen. Mit einer Schüchternheit, die richtiggehend zu ganz massiven Ängsten führte und es mir in manchen Fällen beinahe unmöglich machte, mit anderen Menschen und insbesondere Frauen zu kommunizieren. Dazu kam, dass ich ganz oft - eigentlich immer - der Meinung war, dass ich mich dumm verhalten hätte und dass aufgrund meiner Dummheit, meiner Äußerungen, meines Verhaltens usw. sich andere von mir zurückziehen würden bzw. ich eben völlig uninteressant sei.

Vor einigen Jahren dann kam ich mit einer Frau zusammen, aber die Beziehung zu ihr endete in einer Katastrophe und ließ mich in einem Zustand zurück, der komplett zweigeteilt war: Nach außen hin funktionierte ich super, aber innerlich war ich richtiggehend tot. Ich habe schwarze Zeiten und Momente erlebt, die wünsche ich keinem Menschen. Und habe ganz massiv und bewusst mit Selbstmordgedanken gespielt, teilweise schon fertig geplant, wie ich mich umbringen würde.

Glücklicherweise war dann da meine Feigheit zu groß und es kam nicht zum Selbstmord. Aber ich habe jahrelang quasi nur als Hülle existiert, dahinvegetiert. Leben konnte man das beim besten Willen nicht mehr nennen.

Ich habe jedoch immer und immer gehofft und vor allem wirklich gebetet, also Gott gebeten, irgendwie dort rauszukommen. Mir war insbesondere absolut bewusst, dass ich selbst niemals aus dem Dunkel rauskommen würde, weil das meine Fähigkeiten einfach überstiegen hätte. Und dann ist es wirklich passiert: Ich war bei einer Discoveranstaltung und während ich getanzt habe, haben mir aus der ganzen großen Menge an Menschen zwei Augen mitten ins Herz geblickt.

Tja, ich habe ihr an diesem Abend einfach erst einmal nur meine Visitenkarte gegeben und sie gebeten, sich zu melden. Und das hat sie getan. Und dann habe ich etwas erlebt, was mir noch niemals zuvor in meinem Leben begegnet war: Bei dieser Frau hatte ich keine Angst. Ich denke, es gibt hier sehr viele Menschen, die mit Angst zu kämpfen haben, mit dieser furchtbaren einengenden Angst, mit diesem stählernen Gefängnis, mit diesem Käfig, der einem einsperrt, abwürgt, hilflos macht. Stellt Euch einmal vor, dass diese Angst auf einmal weg ist. Der Käfig ist offen. Da gibt es eine Freiheit, die Dich beinahe fliegen lässt.

Und so ist es geschehen. Mit der Handreichung durch diese Frau konnte ich Fuß fassen, sie hat mir mich selbst in einem völlig neuen Licht gezeigt, mir meine Einzigartigkeit bewiesen, einfach nur durch ihr Da-Sein. Sie hat mir gar nicht bewusst geholfen. Und darum ging es auch gar nicht. Aber sie hat mich gelehrt, meine eigene Seele wirklich selbst zu sehen. Ich habe eben nicht mehr nur auf die Reaktionen anderer geblickt, um mich darüber zu identifizieren, sondern ich habe in mich selbst hineingeschaut.

Das ist also meine Geschichte. Eigentlich nicht wirklich spektakulär, von außen gesehen. Aber in mir, da hat sich einfach alles verändert. Und ich kann nur jedem wünschen, dass er es ebenso erfahren kann, dass er sich selbst erkennen lernt, zu sich selbst finden kann.

15.11.2010 17:03 • #9


Doch... spektakulär.

Wenn du dir die Frau für deine Zukunft wegdenken würdest... was bleibt zurück?
Das alte Kein-Bild-von-dir, oder das Neue-schöne-Bild-von-dir?

15.11.2010 23:48 • #10


Es bleibt mein Ich, mein Selbst, mein Wissen um meine Stärke. Es bleibt vor allem das Wissen, dass Hilfe gekommen ist, und dass diese Hilfe auch wieder kommen wird, wenn ich sie brauche.

Ich muss dazu auch sagen, dass ich mit dieser Frau nicht zusammen bin, auch wenn wir eine so tiefgehende, intensive, alles bestimmende Beziehung hatten. Jedoch keine Beziehung im landläufigen Sinn sondern in allererster Linie eine seelische, gestige, spirituelle Nähe. Schon auch begleitet von körperlicher Nähe, diese Körperlichkeit war aber immer nur der Ausdruck der tiefen, inneren Verbundenheit unserer Persönlichkeiten.

Wir mussten uns trennen, schmerzhaft zwar einerseits, doch bewusst und offenen Auges. Wir haben uns beide entschieden, uns nicht mehr zu sehen, nicht mehr zu schreiben, nicht anzurufen. Aber ich trage ihre Liebe in meinem Herzen und sie die meine in ihrem. Wir wussten und wissen leider beide, dass ein gemeinsames Zusammenleben niemals wirklich funktionieren würde. Und so haben wir uns gegenseitig wieder freigegeben.

Klar, nicht immer läuft bei mir alles rund und problemlos. Gerade vor ein paar Tagen hatte ich einen ganz massiven Durchhänger, eine ziemlich beschissene Nacht. Ich dachte, dass ich so einfach nicht mehr weiterleben will. Aber mit dem neuen Morgen kam die Erinnerung an ganz viele Worte von ihr und ich konnte wieder aus dem Teufelskreis. Herausschauen zuerst und dann auch herauskommen. Das stärkt und macht Mut.

16.11.2010 09:08 • #11


Ich find´s auch sprektakulär und ich freu mich sehr, dass du deinen Weg aus deiner persönlichen Hölle gefunden hast.
Das gibt mir die Hoffnung, dass auch ich den Weg finden werde, mit mir selbst ins Reine zu kommen.
Ich drück die Jens-Dirk ganz fest die beiden Daumen, dass dir dein Glück bestehen bleibt.

16.11.2010 13:42 • #12


Zitat von mängelexemplar:
Nee nix abhaken. Er hat sich ja gemeldet und sich entschuldigt. Hat momentan hat ziemliche Probleme auf der Arbeit....Naja ich muss mich vielleicht mal in Geduld und Vertrauen üben. Ist halt nur nicht so einfach....weil mir meine Gefühle bzw. meine Ängste immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen.

Gibt es irgendwelche Tipps, wie ich das händeln kann?


ich denke mal, dass Du dir immer die Schuld für sein Fehlverhalten gibst und ihm alles Recht machen willst - auch alles verzeihst. Sei einfach mal nicht erreichbar für ihn. So merkt er, dass Du auch ohne ihm auskommst und sei ruhig mal frech, ausfallend. Das schadet nicht. Er merkt dann, dass er kein Anhängsel, sondern einer selbstbewussten Frau
gegenübersteht.

10.12.2010 14:30 • #13



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