App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

2

R

Rachelsarah
Mitglied

Beiträge:
510
Themen:
23
Danke erhalten:
417
Mitglied seit:
Hallo an alle,

Ich weiß gerade nicht mehr weiter. Zu der Vorgeschichte (ist wichtig, sorry für den langen Text). Übrigens sieht man auf meinem Profil auch einen Teil der Geschichte. Ich hatte hier damals auch geschrieben...

Ich habe, bis ich knapp 40 Jahre alt war, bei meinen Eltern gelebt. Das war von Anfang an eine extrem traumatische Beziehung. Ich habe Gewalt von ihnen miterlebt als Jugendliche, meine Eltern sind Alk., aggressiv (zu mir und zu sich selbst), depressiv, und sehr stur. Sie haben sich noch nie professionelle Hilfe (weder körperlich, noch psychisch) gesucht. Jedes Mal, wenn ich das vorgeschlagen habe, gab es große Streits.

Ich habe mich trotz, dass es mir damit extrem schlecht ging, immer übermäßig um sie gekümmert. Ich war immer bei ihnen, bin sogar mit meinem damaligen Partner mit ihnen 3x im Jahr in Urlaub gefahren. Und das war jedes Mal der Horror. Nur Streit, nur Alk. Exzesse, etc.

Mein Partner hat sich vor einem Jahr nach 13 Jahren Beziehung von mir getrennt. Er selbst nennt als Hauptgrund, dass sich bei mir/uns alles nur noch um meine Eltern gedreht hat und ihn deren Verhalten kaputt gemacht hat. Ich konnte mich gefühlsmäßig gar nicht mehr auf unsere Beziehung konzentrieren. Er konnte auch nicht mehr sehen, wie ich leide. Es hat unsere Beziehung und auch ihn psychisch kaputt gemacht. Schließlich musste er das alles auch mit tragen.

Ich war damals so am Ende, dass ich 6 Monate stationäre Therapie machen musste. In dieser Zeit habe ich auch auf Anraten meiner Therapeutin nur sehr wenig Kontakt zu meinen Eltern gehabt. Allerdings musste ich nach der Therapie wieder bei ihnen einziehen. Ich war 3 extrem schwere Wochen mit jeder Nacht lautstarken Streits dort und bin schließlich aus gezogen, nachdem es einen über Stunden andauernden Streit mitten in der Nacht und ohne dass ich etwas getan hätte, mit meinen Eltern gab, der da endete, dass meine Mutter unter Alk. meine Tür eingeschlagen hatte und mir was antun wollte.

Seit dem habe ich mich stark ab gegrenzt. Ich habe zum ersten Mal mit 42 Jahren eine eigene Wohnung, neue Freunde und bin endlich am Heilen gewesen. Ich fühle mich in meiner Wohnung zum ersten Mal in meinem Leben sicher. Auch, was die Trennung meines Ex angeht, auch da geht es mir sehr viel besser. Endlich fühlte ich mich frei und ich hatte sogar Ängste verloren, die mich mein Leben lang begleitet hatten. Ich konnte endlich unbeschwerter leben und baue mir gerade alles neu auf.

Jetzt hatte mein Vater einen Herzinfarkt (meine Eltern sind beide Mitte 70) vor 4 Wochen und ist momentan in Reha. Meine Mutter ist alleine daheim und sehr hilflos (was mich triggert und fertig macht). Sie braucht täglich Essen und mein Bruder und ich fahren abwechselnd mehrmals die Woche zu ihr. Bei den momentanen Spritpreisen ist das der Horror für mich. Ich habe zusätzlich große Geldprobleme, da ich Erwerbsminderungsrente bekomme und nicht voll arbeiten kann.

Meinen Bruder behandelt sie einigermaßen normal. Mir macht sie durchweg Vorwürfe, weil ich nicht mehr dort wohne, jetzt wo sie mich braucht (sie hat mich immer gebraucht und ich war bis vor 6 Monaten immer da). Ich sei an sich eine schlechte Tochter und es sei kein Wunder, dass mich niemand zur Partnerin will. Das sagt sie öfter wörtlich. Übrigens seit ich denken kann.

Sie leidet unter schweren Traumata, schweren Depressionen mit Psychosen, starkem Verfolgungswahn und unter Demenz, die vielleicht von den Depressionen kommt. Keine Ahnung, denn sie geht weder zum Arzt, noch zum Therapeuten. Gestern meinte sie, sie wolle zu keinem Therapeuten und es sei meine Aufgabe, ihr da zu helfen. Ich sei wörtlich "dafür zuständig als Tochter". Bin ich übrigens auch schon immer. Meine Mutter hat schon als ich Kind war. Ihre Traumata an mich weiter gegeben. Sie hat mich in der letzten Nacht mehrmals angerufen, um mich anzumotzen, weil ich nie für sie da wäre.

Mir selbst geht es seit 4 Wochen wieder sehr viel schlechter. Ich schlafe kaum noch normal, ich habe keinen Appetit mehr, ich bekomme wieder Panikattacken, schrenke mein Leben wieder ein und habe richtig große Schuldgefühle. Auch mit meinem Bruder habe ich andauernd Streit, weil er nicht versteht, wie sehr mich das belastet und weil er dauernd verlangt, dass ich mich um sie kümmere.

Ich kann einfach nicht mehr aber ihre Hilflosigkeit, die ich selbst von mir nur zu gut kenne, bringt mich immer wieder dazu, ihr helfen zu wollen. Obwohl sie oder mein Vater vor einem Jahr, als es mir extrem schlecht ging, nicht eine Sekunde für mich da waren. Es gab auch damals nur Streit und Vorwürfe zu mir wegen der Trennung meines Partners.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich kann sie und meinen Vater, der nächste Woche wieder aus der Reha zurück kommt (was meiner Mutter große Angst macht, weil sie befürchtet, dass das alles nochmal passiert) doch nicht alleine lassen!? Sie isst kaum noch, trinkt nicht genug, verlässt das Haus nicht, bewegt sich nicht und baut immer mehr ab.

Aber ich selbst kann und will mein hart aufgebautes Leben nicht mehr aufgeben. Ich hatte endlich angefangen zu heilen und jetzt geht das alles wieder zurück.

Danke, dass ich mir das alles von der Seele schreiben durfte. Das hat gut getan...

02.05.2026 #1


6 Antworten ↓

Nachtsocke
@Rachelsarah, Liebes, ich kann gar nicht schreiben, was ich denke und fühle, nachdem ich Deinen Text gelesen habe.
Furchtbar, wie sie seit Geburt mit Dir umgehen, Dich behandeln und ungerechtfertigte und unerfüllbare Forderungen stellen.
Dein Körper signalisiert Dir, dass das alles nicht richtig, sondern falsch ist.
Du bist zu NICHTS, ABSOLUT GAR NICHTS, verpflichtet, außer Dir selbst.
Sie ziehen Dich mit ihrem toxischen Leben ins Verderben, also geh!
Du darfst das!
Und es ist das einzig Richtige wenn Du gesund leben möchtest.

#2


A


Psychisch kranke Mutter quält mich

x 3


Lokalrunde
Was soll man dazu jetzt sagen? Du bist durch diese familiären Begebenheiten am Ende angekommen, hochgradig Co-abhängig und vermutlich ein Mensch, von dem man weiß, dass man wegen seines Helfersyndroms ausgenutzt werden kann. Es spielt keine Rolle, dass es deine Eltern sind, ich habe selber durch meinen Vater Ähnlichkeiten zu dir.

Dein Leben inklusive deiner Jugend ist wie bei mir aus dem Ruder gelaufen. Ich habe dies mit Mitte 30 in einer Rehamaßnahme erkannt, dass ich mein eigenes Leben für andere aufgeopfert habe und dabei immer noch ein schlechtes Gewissen hatte. Irgendwann sind alle Grenzen aber überschritten und man fragt sich: Warum habe ich das mit mir machen lassen, daneben gestanden, während andere in der Familie mein Leben mit Füßen treten?

Ganz schnell und knallhart raus aus dieser Sippe, zieh endlich deine Notbremse und befreie dich von diesen, ich finde dafür kein anderes Wort, Blutsauger und Kräfteräubern! Verkneife dir jegliche Art von Mitleid, dass hatte man mit dir dein ganzes Leben nicht. Diese Menschen haben ihren Weg gewählt und dich mit auf diese (ihre) Reise genommen welche dein ganzen Leben bestimmt hat. Das ist fast Folter, zumindest psychisch. Treffe deine Entscheidung ganz schnell und raus aus dieser prekären Lage, sie zerstört dein Leben und du hast nur dies eine. Eigene Hilfe solltest du dir auch schnell suchen weil man so was nicht verkraftet und Hilfe benötigt um wieder ein gesundes und schönes Leben zu haben. Alles Gute dir und ich hoffe du erkennst deine aussichtslose Lage mit dieser Familie.

x 2 #3


Saina91
Hey,

Also ich finde es ganz schlimm, wie Deine Eltern Dich manipulieren und missbrauchen. Dass Du Dich komplett aufopferst und Deine Mutter Dich noch beleidigt. Bin wirklich geschockt.

Bitte grenze Dich da ab! Es bringt nichts, wenn Du auch noch kaputt gehst. Du musstest dein Lebenlang zurückstecken und jetzt darfst du auch mal an Dich denken. Sag Deiner Mutter, dass du ihretwegen keinen Partner findest, weil sie dich aussaugt wie ein Vampir. Soll sie in ein Heim gehen.
Ich wollte nicht, dass meine Kinder meinetwegen ihr Leben aufgeben.

#4


Oliver1967
Kann mich den anderen nur anschließen. Zeit loszulassen.

#5


Thanatopist
Als erstes physische Distanz schaffen. Recherchiere wie du dich von Co-Abhängigkeit befreien kannst.

#6


Kruemel_68
@Rachelsarah Ich schließe mich den anderen hier an - Du musst zu Deinem eigenen Schutz dringend eine Grenze ziehen und Abstand schaffen. Das wird für Dich alles andere als einfach, da Du ja nicht freiwillig immer wieder helfend einspringst, sondern da eine Programm folgst, dass seit Deiner Kindheit bei Dir läuft und Du engmaschige, therapeutische Unterstützung brauchst, um da rauszukommen.

Hast Du in irgendeiner Form aktuell noch therapeutische Unterstützung? Das wäre echt hilfreich aktuell. Falls nicht ist es wahrscheinlich utopisch, schnell an Hilfe zu kommen. Aber ich würde es trotzdem versuchen.

Der zweite, wichtige Schritt ist Abstand. So viel Abstand wie möglich. Ganz praktisch bedeutet das im Alltag so viel wie möglich zu delegieren. Das Essen z.B. könnte über Essen auf Rädern geliefert werden. Dann könnte man vielleicht schon mal den Prozess für eine Pflegegradeinschätzung anstoßen. Ab Pflegestufe 2 gibt es mehr Möglichkeiten, externe Hilfe mit an Bord zu holen.

Aber all das musst Du auch wollen und durchhalten. Du musst die Vorwürfe Deiner Familie aushalten, wenn Du sagst: "Ich bin nicht mehr zuständig." Und dafür wirst Du gute, therapeutische Unterstützung benötigen.

#7






Dr. Reinhard Pichler
App im Playstore