Hey, ich bin in der Vergangenheit öfter in Situationen geraten, in die ich eigentlich gar nicht rein wollte, vor allem auf sexueller Ebene.
Beispielsweise wollte jemand, mit dem ich etwas hatte oder den ich gerade kennengelernt hatte Sex mit mir.
Eigentlich habe ich mich dabei unwohl gefühlt und wollte es nicht wirklich. Gleichzeitig fiel es mir aber oft extrem schwer, Nein zu sagen bzw. konnte ich es in dem Moment einfach nicht. Es war wie eine Blockade.
Irgendwann wusste ich dann oft gar nicht mehr, was ich machen oder sagen sollte, und habe dann einfach gar nichts mehr gemacht. Ich bin dann wie in eine passive Rolle gegangen, habe die Situation weiterlaufen lassen und mich ihr quasi unterworfen, obwohl ich es eigentlich nicht wollte. Wenn es extrem "schlimm" war hab ich auch oft dissoziert währenddessen um den Sex gegen meinen Willen auszuhalten.
Ich würde sagen, dass manche Männer das wahrscheinlich nicht einmal richtig bemerkt haben.
Andererseits bin ich aber auch häufig an ziemlich dominante Männer geraten, denen meine Bedürfnisse schlichtweg egal waren und die sehr drängend waren oder eine gewisse Erwartungshaltung vermittelt haben. Dadurch hatte ich dann oft das Gefühl auch irgendwie in der Pflicht zu sein.
Seit ich mit meinem jetzigen Freund zusammen bin, ist das zum Glück sehr viel besser geworden bzw. besteht dieses Problem eigentlich gar nicht mehr.
Was mich aber bis heute extrem beschäftigt, sind die Vorwürfe und Schuldgefühle wegen der Situationen aus der Vergangenheit. Gerade weil ich eben nicht klar Nein gesagt, sondern die Situationen teilweise einfach habe weiterlaufen lassen, fällt es mir schwer, mir da selbst zu verzeihen bzw. mit den Schuldgefühlen umzugehen.
Kennt jemand dieses Verhalten oder hat vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht? Und falls ja: Was hat euch geholfen, mit diesen Schuldgefühlen umzugehen?
• • 21.08.2026x 1#1
5 Antworten ↓
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Gedeon Mitglied
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Zitat von Alice321:
Was hat euch geholfen, mit diesen Schuldgefühlen umzugehen?
Schuldgefühle oder schlechtes Gewissen? Du hast dich benutzen lassen um deren Erwartungen zu erfüllen. Meinst du das so?
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#2
A
Erfahrung mit Fawning beim Sex + Schuldgefühlen danach
x 3
Alice321 Mitglied
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@Gedeon war zum Teil so aber zum Teil auch dieses hilflose Gefühl aus der Situation nicht rauszukommen.
Was meinst du mit schlechten Gewissen, wem gegenüber?
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#3
Sonnenzauber Mitglied
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@Alice321 hatte ich ganz oft früher bei ONS aber war immer ziemlich betrunken, von dem her kann ich mich nur an die Hälfte erinnern. Hatte aber nie dissoziiert oder Schuldgefühle. Am besten therapeutisch aufarbeiten, mir hat das damals nicht „geschadet“ langfristig gesehen. Viele Männer sind so aber ich war damals auch sehr jung so wie du. Denke sowas haben viele schon erlebt, die auch viel im Nachtleben unterwegs waren und sich ausleben wollten. Mit dem Alter wird man einfach erfahrener.
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x 1#4
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Gedeon Mitglied
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Zitat von Alice321:
@Gedeon war zum Teil so aber zum Teil auch dieses hilflose Gefühl aus der Situation nicht rauszukommen. Was meinst du mit schlechten Gewissen, wem gegenüber?
Dass du es mit dir hast machen lassen, es zugelassen hast. Aber anscheinend warst du ja nicht in der Lage, nein zu sagen oder dich zu wehren. Wurdest du auch mal genötigt?
Im Kern beschreibt das schlechte Gewissen den inneren moralischen Kompass, der anschlägt, während das Schuldgefühl das konkrete emotionale Nachbeben ist, wenn man eine Grenze überschritten hat.
Schuldgefühl: Es entsteht im Nachhinein, wenn man das Gefühl hat, jemandem geschadet, eine Pflicht verletzt oder einen Fehler gemacht zu haben.
Dann passen die Schuldgefühle wohl besser - oder doch beides? Keine Ahnung. Sorry für die Verwirrung. 🤦♂🤦♂
Ich denke und habe es auch so erfahren dass das Fawning eine tief automatisierte Reaktion sein kann, wo man sich selber seine Bedürfnisse und Grenzen auch kaum mehr spürt und Dinge automatisch ablaufen. Entweder wie das Gegenüber es will oder wie man meint, welche Erwartungen da sind, was von einem erwartet wird (eine Art Drehbuch)
Ich kenne das auch ganz gut...hab Jahrzehnte gebraucht, um bei mir anzukommen. Was ich dann immer schade fand war, dass es keine echte Begegnung gibt oder so ein eigenes Tempo....ein lebendiges Spiel von Nähe und Distanz....sondern mehr wie so ein getrieben sein. Oder durchziehen, bis es vorbei ist, wer immer das dann auch definiert, was zu passieren hat und wann es vorbei ist. (Ende vom Sxx oder was auch immer).
Dann hab ich Lösungen gesucht. Wie kann man das automatisierte aufhalten, wie kann es achtsamer sein? Bei den zwei Versuchen etwa wo ich das mal angesprochen habe oder Berührung achtsamer, langsamer gestalten wollte wurd ich dann auch eher angeguckt wie ein Auto, es gab Verständnislosigkeit.Und das waren beides keine besonders dominanten Gegenüber....vielleicht unerfahren und dann so "was soll das? Quatsch" Reaktion.
@Alice321 Es klingt gut, dass es in deiner jetzigen Partnerschaft kein Thema mehr ist und du diese Erfahrung dann nicht mehr machst. Das heißt, in deiner Gegenwart kannst du gute Erfahrungen, stimmige Erfahrungen machen?
Und jetzt beschäftigt dich, warum es vorher so war wie es war? Ist das schlechte Gewissen dir selbst gegenüber, dass du in dem Moment nicht gut und deutlich für dich sorgen konntest?
Fawning gilt ja als Traumareaktion....man hat nicht die Möglichkeit stimmig in sich zu reagieren, Nähe und Distanz zu regulieren.
Es hängt auch vieles vom Gegenüber ab, also dass es auch mal anders sein kann weil man deutlich sich wahrnimmt oder gut klarkommt irgendwie.
Andererseits kann manchmal auch einfach der falsche Zeitpunkt sein wo man wen trifft. Ob man zu sich kommt und sich äußern kann, oder ob man in eine so gefällige nette Rolle fällt, dass ein Gegenüber das gar nicht merkt, also gar nicht bewusst ausnutzt, sondern denkt, ja alle Zeichen stehen jetzt auf Nähe und mehr.
Das kann ein Gegenüber nicht immer erkennen. Wenn man es erst hinterher schafft zu benennen "Da war ich gar nicht da, das war gar nicht so ich" fällt ein Gegenüber auch oft aus allen Wolken, weil es dachte/fühlte, war alles gut, war alles freundlich und einvernehmlich....Ich habe da einige vor den Kopf gestoßen.
Auf der anderen Seite bin ich mir auch nicht sicher, ob alle Begegnungen bei mir immer so freiwillige waren,a uch wenn sie freundlich und nett erschienen. Man kann ja selber in so einer Art "Das hat jetzt so zu sein" Gefühl sein und das Gegenüber auch...Also ich hatte da auch kein gutes Gefühl wenn ich im Aitomatikmuster laufe oder auch ein Gegenüber mir jetzt nicht aufrichtig zugewandt wäre oder z B nicht wirklich auf mich stünde und ich könnte es nicht merken, weil er nicht nein sagen kann und ja signalisiert....das macht komische Emotionen dann auch wie eben diese Art von Schuldgefühlen oder das Gefühl, da liegt etwas völlig daneben...
Dass du im Heute aber bei dir sein kannst und Nähe zulassen kannst mit dem Partner, das scheinen doch sehr große Schritte zu sein und gute Möglichkeiten 🍀 Was ist denn bei ihm anders?