Hallo ihr Lieben,
ich habe mich auch schon sehr lange nicht mehr gemeldet.
Im Stillen habe ich auch weiter gekämpft, jeden Tag auf ein Neues.
Als ich heute ins Forum schaute, habe ich den Beitrag von Liliane gelesen und mir sind die Tränen gekommen, weil ich mich irgendwie so freute für dich und natürlich, weil ich mir das so sehr wünsche.
Ich will auch gar nicht weit ausholen,ich trage das alles insgesamt rum,mit Pausen, auf zwei Beziehungen verteilt.
Viele Fortschritte habe ich in meiner Therapie gemacht und viel über mich gelernt,vor allem dass meine Ängste, Beziehungsängste sind, dass sich mein Zwang auf mein ganzes Leben ausweitet...jeden Tag arbeite ich aufs neue und oft fühlt es sich alles sinnlos an...irgendwie findet mein Hirn immer wieder etwas neues,was dann meine Beziehung belastet,bloß damit ich mich nie wirklich einlassen kann...dabei wünsche ich es mir sehr und ich weiß, dass meine Probleme absolut gar nichts mit meinem Partner zu tun haben und trotzdem ist es oft sehr schwer.
Ich kann nur sagen wie Blumen, ich hoffe in den schlimmen Phasen, in denen ich keine Gefühle habe,in denen ich erkalte,schlimme Gedanken habe,Distanz spüre und am liebsten wegrennen will,in denen jede Annäherung,jedes liebe Wort meines Freundes Fluchtdrang auslöst und das obwohl ich ihn wirklich liebe, auf die guten Phasen. Die guten Phasen zeichnen sich bei mir irgendwie durch ein Gefühl von Freiheit aus, frei zu lieben und zu lieben,zu genießen. Kann das nicht wirklich beschreiben...aber es macht sich dann Hoffnung und Leichtigkeit breit, ich bin dann frei, kein Zwang etwas zu fühlen und schwups irgendwie kommt die Liebe von selbst.
Oft gelingt mir das nicht...ich weiß aber, dass meine ZG und Zwänge aus einer Angst vor Verlust, Angst vor Abhängigkeit rühren...ich kann nur eines sagen, es hat nichts mit dem Partner zu tun...
Ich kenne das übrigens auch total mit den Gedanken umgehen zu können, aber dieses eklige Distanzgefühl ist sehr schlimm und nicht wegzuschalten.
Mein Zwang findet auch immer neue Wege...vor allem befasst er sich mit vermeintlichen Schwächen meines Freundes...Bsp: Ich bin wie besessen davon,dass mein Freund einen Master machen muss (weil ich nach dem Bachelor einen machen möchte, er arbeitet seit seinem Studium schon und ist damit happy). Das ist wirklich wie, wenn ich davon besessen bin, so wie als würde ich ihn dann mehr lieben oder mir sicher sein können? Ich finde das grauenhaft, weil ich ja weiß wie oberflächlich das ist, aber ich bin wirklich zwanghaft damit beschäftigt, wie seine berufliche Entwicklung wird etc. Fragen wie ist er intelligent genug/gebildet bla bla bla. Ich schäme mich auch total...weil ich so gar nicht sein will.
Dazu kommt, dass ich ihn in gegegebenen Situationen mit anderen vergleiche.Kennt ihr das auch?
Das finde ich so anstrengend...ständig dieses Vergleichen mit anderen...
und das alles sinnloserweise...ich weiß nämlich, dass ich einen tollen Mann an meiner Seite habe,um den mich viele beneiden und ich beschäftige mich oft krank-zwanghaft nur mit Fehlern.
Naja, ich wünschte ich könnte euch auch einen dieser tollen " Ich habe es geschafft"- Berichte geben, aber ich bin noch nicht dort angekommen.
Trotzdem muss ich sagen, dass ich denke ich trotz allem, auf einem guten Wege bin und ich viel an mir arbeite.
Naja,ich danke dir,Liliane für deinen Beitrag, der mich heute wirklich berührt hat und ich hoffe, dass auch ich irgendwann all diese Worte schreiben kann und dass ich ZG/Beziehungsangst und und und in den Griff bekomme.
Liebe Grüße
