@sunnyday02: Ja, das kommt mir sehr bekannt vor. Gerade wenn du sagst, er hatte bereits mit einer Depression zu kämpfen, ist es recht wahrscheinlich, dass als Nebensymptom Zwangsgedanken auftreten. Liegt alles am Serotoninmangel. Was du jetzt als allererstes tun kannst ist, den Druck rauszunehmen. Es ist schön, dass du bescheid weißt, was er eventuell haben könnte- dass er es dir nicht erklären muss und du dich widerrum darauf einstellen musst, ohne Ahnung zu haben. Das gibt dir einen Vorteil und du kannst aus der Erfahrung der Leute hier bestimmt Hilfe ziehen.
Was mir in meiner schlimmsten Phase am Anfang geholfen hätte/hat ist, Druck rauszunehmen (egal ob Trennung oder nicht- diese Trennung ist in seinem jetztigen Zustand wohl mehr eine Panikreaktion gewesen).
Bleib ihm als Freundin erhalten. Sag ihm, du akzeptierst seine "Entscheidung", würdest ihm aber gern als eine Art familiärer Bestandteil in seinem Leben zur Seite stehen. Das Problem ist nämlich oftmals zunächst der Begriff "Beziehung" und alle Verantwortlichkeiten, die dieses Wort mit sich bringt. Sag ihm, du würdest ihn trotzdem gern begleiten bis er wieder psychisch stabil ist, immerhin bedeutet man sich etwas. Und eine Vertrauensperson ohne Druck ist so wichtig in dieser Phase. Ich denke, wenn er aus seinen Depressionen wieder halbwegs raus ist, werden auch die ZGs zurückgehen. Nimmt er ADs? Macht er eine Therapie? Falls nicht, hilf ihn bei den Arztbesuchen. Ich hätte das damals nicht allein hingekriegt. Wäre mein Mann nicht dagewesen (obwohl sich die Gedanken ja gegen ihn richteten) und hätte mich immer wieder begleitet, aufgefangen und beruhigt, wüsste ich nicht, wie ich die Zeit überstanden hätte.
@Tinkabelle: Ja, diese Stimmungsschwankungen sind echt schlimm. Man fühlt sich wie ein rohes Ei. Ich weiß das mittlerweile und versuche vorallem meine Aggressionen, die schnell auftreten können, mit Humor zu nehmen.
@khaleesi91: Die Angst, verrückt zu werden hatten ich und ich glaube, viele anderen auch. Besonders am Anfang. Da heißt es, Zähne zusammenbeißen und durchstehen. Es wird irgendwann wieder besser!
Und an alle anderen: Krass, dass sich alle Symptome so ähneln. Auch das mit dem Nach-Hause-Kommen ist bei mir so stark präsent. Dasselbe, wenn er mich von der Arbeit abholt. Immer, wenn wir uns etwas länger nicht gesehen haben. Ich denke auch, es ist die Angst vor der Angst. Das nervige ist halt dieses schreckliche Gefühl, das in einem aufsteigt und dass es oft eine Weile dauert, bis es wieder geht.
Ansonsten geht es mir gut! Seit knapp 2 Wochen bin ich so etwa 75% meiner ZGs los. Ich habe meine eigene kleine Strategie entwickelt, die ganz gut klappt. Das ist schön, weil ich mich wieder mal auf mich selbst besinnen kann und es mittlerweile auch wieder so ist, dass es mir meistens egal ist ob ich ihn jetzt liebe oder ob irgendetwas in der Beziehung nicht 100%ig ist. Ich bin in dieser Beziehung mit ihm, es ist schön, wir verstehen uns und passen aufeinander auf. Punkt. Selbst komische Träume sorgen nicht mehr für ZGs, die mir vorher den Boden unter den Füßen weggerissen hätten.
Ich denke, meine Therapie bringt mich wirklich sehr gut voran zurzeit. Alle Glaubenssätze werden komplett über den Haufen geschmissen und ich habe die Wochen gemerkt, wie ich mich generell mehr und mehr entspannte. Vor diesem "Ding" war ich schon recht vorn dabei wenn es um Wertevorstellungen ging nach dem Motto: So oder so muss das! Mittlerweile werfe ich meinen strikten Lebensplan über Bord und denke mehr und mehr: Egal was kommt, ich gehe gestärkt aus der Sache und ich kriege alles hin. Diese Lockerheit (die ja vor diesem Ding auch da war) hilft jetzt auch wieder der Beziehung. Es geht vorwärts

Soviel von mir. Ich hoffe, euch jetzt es ansonsten halbwegs gut
