Zitat von aldia249:
Ja ich kenn das auch.
Dazu kommt: ich habe letztens mit einer Freundin gesprochen und ihr erzählt, dass ich generell vom reinen "rein-raus"-Akt nicht kommen kann, aber dass
es für mich auch so schön ist... dann meinte sie, dass das ja überhaupt gar nicht sein kann und es an der Beziehung liegt, weil sie das auch immer dachte und dann eben ihren Traummann getroffen hat, bei dem das alles komplett anders ist und der Sex ja das aller tollste..
Sofort sind mir natürlich sämtliche blöden Denkmuster und Angstgedanken gekommen...
Plötzlich hat es sich mit meinem Partner so angefühlt, als ob ich das eigentlich gar nicht will. Noch dazu habe ich mir die Frage gestellt, ob mir der Sex überhaupt jemals mit ihm Spaß gemacht hat und ob ich mir alles nicht nur eingeredet habe. Und natürlich schaukelt sich das dann hoch zu " Beziehung ohne guten Sex kann doch gar nicht funktionieren?!" und "lieb ich ihn eigentlich / will ich das ganze eigentlich?"
Einfach schrecklich... Jede Lust dahin.
Kennt ihr das? Wie geht ihr damit um?
Ich kenne das mit vielen anderen Themen auch. Und ich glaube, dass es nur mit uns zu tun hat und du das Muster durchschauen kannst.
Schau doch mal die Situation an:
Jemand gibt dir einen Input oder Glaubenssatz, wie eine Beziehung sein SOLLTE. Und ab da läuft dann alles in dir automatisch.
Du prüfst, ob das in deiner Beziehung so sein könnte.
Du stellst ein Mangel fest, egal ob durch den Einfluss der anderen Person oder deine eigenen Erwartungen.
Du schließt daraus, dass du dich trennen musst, weil du dir nicht selber vertrauen kannst, dass es auch so passt.
Da du aber Anerkennung und Liebe brauchst (denn das Selbstvertrauen reicht auch nicht für die Trennung, mal provokativ gesagt) befindest du dich in einem Zwiespalt. Du checkst 100 andere Gründe ab, warum die Person doch passen muss.
Wie wir wissen: noch mehr Gründe helfen nicht, das Gefühl muss aus dir kommen.
Wenn du die gleiche bleibst, wird dich in der nächsten Beziehung ein anderer Glaubenssatz aus der Bahn werfen.
Es ist unsere Entscheidung, das, was von außen kommt, persönlich zu nehmen.
Oder ob wir versuchen, gedanklich ein wenig Raum zu lassen. Für weniger Kennzahlen, sondern für unsere Einzigartigkeit und diesen lieben Partner, den man sowieso nicht messen kann. Und selbst wenn man Vergleiche anstellen könnte, er immer noch ein Mensch ist, für den man sich nur komplett mit allem drum und dran entscheiden kann.