Hallo zusammen,
ich melde mich auch nochmal. Wollte mich hier nicht anmelden, einmal meine Sorgen los werden und mich dann nicht mehr melden. Das ist nicht meine Art, aber ich hatte "Forum-Verbot" von meiner Therapeutin. Da meine Gedanken ja den ganzen Tag kreisen und kreisen und kreisen, hat sie gesagt ich muss versuchen diese weg zu schieben. Ich darf gerne am Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt nachdenke, aber eben nur begrenzt. Das ständige lesen im Internet ist dem natürlich nicht zuträglich und daher habe ich wirklich mal versucht ein paar Wochen nicht zu lesen und zu schreiben. Jetzt halte ich es aber nicht mehr aus und ich habe gelsen, gelesen und gelsen. Das tat irgendwie gut und es ist immer wieder gut zu wissen, dass man nicht alleine dasteht. Habe das "Forum-Verbot" also für mich aufgehoben und versuche es halt so zu regeln, dass ich nur so 2-3 Mal in der Woche hier reinschaue.
Erstmal muss ich Euch allen ein Kompliment machen. Es ist so schön zu lesen, wie hier jeder jeden unterstützt und versucht dem anderen aufbauende Worte zukommen zu lassen. Wenn ich Eure Beiträge so lese, habe ich eher das Gefühl, dass ich es hier mit ganz starken Menschen zu tun habe. Wenn ich zum Beispiel Beiträge von Dir Mermaide lese, habe ich das Gefühl, dass Du unglaublich reif bist. Bestimmt viel reifer als ich mit meinen 37 Jahren. Kompliment, Du bist noch so jung, aber reflektierst Dein Leben schon so sehr. Das ist toll und zeichnet einen guten Charakter aus.
Ich habe mir in letzter Zeit oft Gedanken über mich gemacht und habe mir oft gewünscht ich sei ein weniger oberflächlicher, dann sei mein Leben sicherlich einfacher. Oft sehe ich Leute, die so unbeschwert durch das Leben gehen. Ja, sie denken nicht nach, sind oberflächlich, nicht so sensibel, aber glücklich. Manchmal wäre ich gerne so, dann müsste ich mich nicht jeden Tag mit so vielen Gedanken rumplagen. Aber dann lese ich Eure Beiträge und erkenne, dass es etwas sehr gutes ist so sensibel zu sein, sich um andere Gedanken zu machen, sich selbst zu vergessen etc. Danke, dass Ihr mir das zeigt.
Das wollte ich jetzt mal los werden, denn trotz aller Zwänge haben wir sicherlich einen tollen Charakter und es ist auch eine Stärke ein wenig zerbrechlicher als andere zu sein.
Mir geht es immer noch nicht gut. Es hält jetzt schon seit 11 Monaten an und ich habe das Gefühl je länger es dauert, detso fremder wird mir mein Freund. Ich entferne mich innerlich richtig, da ich einfach nur noch Angst vor dieser inneren Zerissenheit habe. Merke richtig, dass ich manchmal total Angst habe ihn anzugucken, da ich Angst davor habe zu erkennen, ich könnte ihn wirklich nicht mehr lieben. Es ist so anstrengend und nach wie vor wache ich jeden Morgen mit dieser blöden inneren Unruhe auf

. Bin mittlerweile an dem Punkt angekommen, dass ich wohl doch mal auf Medikamente ausweichen werde

, da ich einfach auf der Stelle trete und trotz Therapie da nicht rauskomme. Ich möchte so gerne unser Familienleben genießen können. Ich kann mir jeden Tag so gut vorstellen, wie es sich anfühlen könne, komme da aber nicht an. Ich habe so eine süße Tochter und mein Freund ist immer für uns da, kümmert sich und ist so unglaublich und ich kann es nicht fühlen
Und jetzt kommt der Hammer, er hat mir am letzten Donnerstag nach 11 Jahren einen Heiratsantrag gemacht. Super romantisch und ich habe auch "ja" gesagt, aber jetzt geht das "Kopfkino" erst recht rund. Ich hoffe das war die richtige Entscheidung und ich merke nicht kurz vorher, dass ich ihn wirklich nicht mehr liebe! Ich kann mir den Tag jetzt schon soooo schön vorstellen und ich möchte das auch, aber ich weiß jetzt schon, dass ich an dem Tag nichts fühlen werde und dann frage ich mich wieder, ob das tolle Gefühl nur eine Sehnsucht ist und die Realität "keine Liebe" bedeutet. Ach, warum kann es nicht einfach aufhören?
Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend!
LG