Guten morgen zusammen,
ich habe hier auch schon mal mitdiskutiert. Leider habe ich es in den letzten zwei Wochen weniger getan, weil ich es mal ausprobieren wollte, ob es was bringt, wenn ich die Finger von dem Forum lasse. Also wirklich was verändert hat dies auf jeden Fall nicht. Ab jetzt diskutiere ich wieder mit!

Ich bin schon etwas ruhiger geworden. Ich habe das auch alles verstanden. Nun war ich bei einem Erstgespräch bei einem Verhaltenstherapeuten. Ich habe ihm meine ganze Geschichte erzählt von A - Z. Weil bei mir fingen die Ängste mit ganz anderen Sachen an als mit den Gefühlen. So, und als wir auf das Thema mit meiner Freundin kamen, hat er Aussagen gemacht, die mich wieder voll ins Tief gezogen haben. Ich war die letzten ca. 4 Jahre in einer Gesprächstherapie und die Therapeutin hat mich von Anfang an behandelt. Als ich dann plötzlich keine Gefühle mehr für meine Freundin hatte, habe ich mich auch an sie gewendet. Sie meinte, das sind Zwangsängste, die meine Gefühle unterdrücken. Und das habe ich auch geglaubt. Und nun war ich eben bei einem Verhaltenstherapeut. Dieser meinte, dass man dies nicht so einfach sagen kann und dass er sich nicht sicher ist, ob es wirklich Zwangsängste sind. Es können auch die Gefühle wirklich weg sein und bla bla. Dies hat mich wieder total verunsichert. Gestern abend war meine Freundin da. Und dann waren halt wieder ein paar komische Situationen in denen ich wieder drüber nachdenken musste, ob es ein Zeichen für Gefühle oder gegen Gefühle war. So, zum Schluss war ich so aufgewühlt, dass ich geheult habe. Ich habe meine Freundin aber nichts von mitbekommen lassen, bin in einen anderen Raum gegangen, weil ich sie nicht zu sehr verletzen und mit reinziehen möchte. Nun bin ich einfach wieder total verunsichert, ob ich denn noch Gefühle habe oder nicht. Bei mir hat das Problem vor ca. 6 Wochen angefangen, vll auch schon 7. Und seid dem Spüre ich einfach garnichts mehr. Ich habe halt nur noch Gedanken, die laut meiner ersten Therapeutin alles überlagern und unterdrücken. Das wäre ja auch eine logische Aussage.
Ich kopiere mal nochmal meinen ersten Beitrag hier rein, damit sich jeder über mein Problem informieren kann:
Hallo liebe User,
ich erzähle euch erstmal meine Leidensgeschichte: Ich leide bereits seit 4 bis 5 Jahren an Zwängen und Ängsten. Es fing alles an mit Angst vor Krankheiten, Angst vergessen zu haben etwas ausgemacht zu haben usw. Allgemein zusammengefasst alles Kontrollängste. Dazu kommen dann Zwänge wie z. B. ein paar mal kontrollieren, ob der Herd auch wirklich aus ist. Die Ängste und Zwänge haben sich immer mehr und weiter ausgebreitet. Bestes Beispiel ist das Auto fahren. Ich traue mich nicht mehr alleine Auto zu fahren, weil mir sonst immer Gedanken kommen wie „Ich habe jemanden überfahren oder einen Unfall verursacht“. Diese Zwänge und Ängste ziehen sich mittlerweile durch mein ganzes Leben. Ich habe z. B. immer Angst einer Person Schaden zugefügt zu haben, wenn ich an ihr vorbei gegangen bin. Es wird immer schlimmer. Nun ist das schlimmste passiert, was passieren konnte. Ich habe keine Gefühle mehr für meine Freundin. Diese ist die und das einzige, was mir immer Kraft im Leben gibt. Das hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich jemals an den Gefühlen zu meiner Freundin zweifle. Ich war über beide Ohren verliebt und kann mir eine gemeinsame Zukunft sehr gut vorstellen. Vor 2 bis 3 Wochen kam es dann zu einer komischen Situation. Dort lagen wir im Bett und plötzlich kamen mir Gedanken wie „Ich glaube, das passt nicht mehr“oder „Ich glaube, ich habe keine Gefühle mehr für meine Freundin“. Und diese Gedanken ziehen sich bis heute. Es ist nie etwas vorgefallen wie ein großer Streit oder eine Krise. Alles war harmonisch, alles war sehr gut. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich keine Gefühle mehr für meine Freundin habe. Von jetzt auf gleich soll alles kaputt sein. Dann habe ich mit meiner Psychotherapeutin darüber gesprochen und sie meinte, dass sie sich sicher ist, dass meine Zwänge und Ängste meine Gefühle unterdrücken. Dies würde erklären, warum ich momentan nichts fühle. Und dass, wenn ich die Zwänge und Ängste besiegt habe, dass dann meine Gefühle wieder da sind wie sie immer schon waren. Andererseits verstehe ich mich mit der Familie von ihr sehr gut. Ich habe auch Angst, dass ich sie vielleicht nur noch lieben will, weil ich die Familie nicht verlieren will. Oder dass ich sie nur noch lieben will, weil ich sie nicht enttäuschen will. Obwohl dies eigentlich ja Zwangsgedanken sind.
Ich bin momentan wirklich sehr am Ende. Ich grübel momentan immer weiter, ob ich nun noch Gefühle habe oder nicht. Ich nehme jetzt auch schon Medikamente und habe bald einen Termin bei einer Verhaltenstherapie. Ich denke immer weiter nach, über nichts anderes als über meine Gefühle. Ich habe oft sehr schlimme Panikzustände und heule dann auch. Meine Freundin ist jetzt eine Woche in Urlaub (seid heute) und ich fühle bereits seit einer Woche nichts. Zumindest meiner Meinung nach. Ich warte förmlich auf die Gefühle. Ist das einfach zu viel Druck?
War oder ist vielleicht jemand in der gleichen Situation und kann mir davon berichten? Rat und Tipps geben? Wie soll ich weiter vorgehen? Meine größte Angst ist es, dass ich wirklich keine Gefühle mehr habe? Kommt wirklich alles durch die Zwangsängste?
Jeder, der etwas sagen kann, antworte bitte.
Ich würde mich über Beiträge sehr freuen.
Liebe Grüße
Engel123