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Flame

Ich freue mich,dass mein Vater endlich in Rente geht.
Er hat noch solange gearbeitet,wie er konnte aber nun schafft er es halt nicht mehr so.

Jetzt fühle ich mich noch überflüssiger als ich mich eh schon fühlte im Bezug auf meine Eltern.
Sie brauchen mich gar nicht mehr!

Früher war das für mich eine gefühlte Belastung,dass sie mich brauchen aber jetzt,wo sie mich nicht mehr brauchen fühle ich mich so unnütz!

Einerseits freu ich mich für meine Eltern ,dass es ihnen gut geht und andererseits bin ich völlig überflüssig!
Mama meint,es geht nicht um´s brauchen nur darum,dass man gerne zusammen ist und sich lieb hat.
Mein Mann sagt ähnliches auch immer.

Aber ich brauche eine Aufgabe.Etwas,was mein Dasein rechtfertigt,versteht ihr das?

27.03.2017 10:02 • 09.05.2017 x 1 #1


18 Antworten ↓


BellaM85


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Hi!
Wie meinst du das in Bezug auf deine Eltern? Möchtest du da eine Aufgabe haben ?

27.03.2017 10:09 • x 1 #2


Flame


ich hab mich irgendwie immer auch für sie verantwortlich gefühlt.
Obwohl es meistens meine Eltern waren,die mich stabilisiert haben.

Ich hab einfach das Gefühl,sie brauchen mich nicht mehr.
Obwohl Mama mir immer wieder vesrsichert,dass sie mich lieben und nie auf mich verzichten mögen.

27.03.2017 10:12 • #3


BellaM85


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Ah okay!
Ja du hast doch sicherlich auch dein eigenes Leben oder?
Du kannst ja weiterhin auch für sie da sein aber du musst sie auch selbst leben lassen und auch du musst selbst leben.
Ich hänge auch sehr an meinen Eltern und die sind so oft im Urlaub usw fällt mir auch schwer aber ich bin auch erwachsen und hab Kinder Wege trennen sich immer im Leben!

27.03.2017 10:17 • x 1 #4


Flame


Ja,ich hab mein eigenes Leben ( mit Mann ohne Kinder) aber innerlich war ich doch noch ziemlich auf meine Eltern fixiert.
Mir wird das jetzt erst so bewusst.

Ich muss halt lernen,mein eigenes Leben zu leben.

27.03.2017 10:22 • x 1 #5


Luna70

Luna70


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Flame, die Zeit in der sie dich brauchen, kommt noch früh genug. Und dann wirst du dir vielleicht wünschen, sie würden dich ein bisschen weniger brauchen.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, was die Rente von deinem Vater nun verändert in deinen Augen.

27.03.2017 10:25 • x 2 #6


BellaM85


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Ja die Zeit wird wirklich noch kommen wie Luna schon sagt!
Meinst du diese Veränderungen in Form von die werden jetzt vielleicht mehr unterwegs sein zb reisen? Weil ich verstehe das ehrlich gesagt au h nicht so ganz!

27.03.2017 10:29 • #7


Flame


Wenn Papa mehr zuhause ist,brauche ich ja nicht mehr im Haushalt helfen.
Er putzt dann selbst die Fenster und macht die Böden.

Ich weiss,andere wären froh,wenn die Eltern selbstständiger wären so wie meine.
Ich weiss,ich sollte lieber dankbar dafür sein,dass sie ohne mich klarkommen.

Aber das wirft mich halt auch komplett auf mich selbst zurück.
Das macht es so schwer.
Fühle mich unausgefüllt in meinem Leben.

27.03.2017 10:32 • x 1 #8


BellaM85


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Ach so darum geht es dir jetzt verstehe ich dich!
Du hilfst also viel mit im Haushalt etc und dein Vater übernimmt dann deine Aufgaben!
Ich würde jetzt auch sagen freu dich doch darüber das ist doch super aber doch verunsichert das!
Warte doch erstmal ab wie es laufen wird und dann kannst du dir immer noch andere Aufgaben oder auch Hobbys suchen. Vielleicht wird es besser laufen als du jetzt denkst!

27.03.2017 10:38 • x 1 #9


Flame


Ich werde nicht umhin kommen,mir einen anderen Lebenssinn zu suchen als meine Eltern.
Im Grunde bin ich natürlich froh,dass es ihnen gut geht!

Es war halt früher lange so,dass ich dachte,SIE brauchen MICH.
In Wirklichkeit habe ich immer SIE gebraucht und das ist schon krass,wenn man das realisiert.

Hab da schon solche Gedanken,dass es ihnen bestimmt besser gegangen wäre,wäre ich gar nicht erst auf die Welt gekommen.
schei. Depressionen

27.03.2017 10:44 • x 1 #10


Luna70

Luna70


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Zitat von Flame:
Es war halt früher lange so,dass ich dachte,SIE brauchen MICH.
In Wirklichkeit habe ich immer SIE gebraucht und das ist schon krass,wenn man das realisiert.


Eigentlich braucht man sich doch gegenseitig, finde ich. Zumindest in der Lebensphase in der die Kinder erwachsen, die Eltern aber noch nicht pflegebedürftig sind.

Ich glaube, du siehst das alles ein bisschen schwarz. Es wird halt anders, aber es muss ja nicht schlechter werden. Vielleicht plant deine Vater für seinen Ruhestand größere Projekte wie Renovierungen und ist froh wenn du dann mithilfst. Oder er will etwas unternehmen, bei dem er sich über deine Begleitung freut. Deine Mutter ist ja nicht mehr ganz gesund wenn ich das in Erinnerung habe und wird nicht alles mitmachen können.

27.03.2017 15:22 • x 3 #11


Flame


Das stimmt,Mama hat Gicht.
Inzwischen hab ich auch schonmal nach dem Positiven gesucht:
Papa wird mehr Zeit haben und wir können dann auch öfter klönen.
Und ja,das Schlafzimmer wollte er z.B. schon lange mal streichen,da kann ich ihm dann zur Hand gehen.
Das Bad hab ich alleine gestrichen,dementsprechend sieht es aber auch aus....nicht gerade fachmännisch aber meine Eltern waren froh,dass es überhaupt gemacht wurde.

Mama meinte ja auch sie "brauchen" mich als Tochter und nicht als Putzfrau,ich hab ihr aber schon angedroht,dass ich trotzdem noch putzen werde und da hat sie gelacht und sich gefreut.
Denke,es ist schon gut so,wie es ist.

27.03.2017 15:29 • x 3 #12


BellaM85


3704
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Ja hi!
Siehst du jetzt denkst du ja zum Glück schon wieder positiver über die Sache
Ich würde auch sagen warte erstmal ab und guck wie sich alles entwickeln wird
Du wirst sicherlich weiterhin deine Aufgaben durchführen können
Und ich denke auch man braucht auch gegenseitig

27.03.2017 16:16 • x 1 #13


Flame


Meine Eltern haben nun eine Art "Ersatzfamilie".
Die Nachbarin (Mitte 40) plus Kind (9 Jahre) kommen regelmässig und inzwischen hat die Nachbarin einen Lebensgefährten.
Dieser versteht sich mit meinen Eltern inzwischen auch sehr gut und auch speziell mit Papa.

Ich kann meine Eifersucht nicht ganz ausschalten,sie ist aber auf ein erträgliches Mass geschrumpft.

Damals hatte Mama mir angeboten,gegenüber von ihnen einzuziehen....
Ich wollte das definitiv nicht und nun lebe ich ja seit fast 8 Jahren 50 km entfernt.
Als ich vor 7 Jahren wegzog,hab ich da gar nicht so im Detail drüber nachgedacht.
Es fühlte sich aber gut an,ein eigenes Leben zu haben.

Im Nachhinein hatte ich manches mal schlimme Schuldgefühle,dass ich als Einzelkind so weit weg gezogen bin und auch kein Enkelkind oder einfügsamen Schwiegersohn präsentieren konnte.

Jetzt haben meine Eltern beides ,nur halt nicht verwandt.

Inzwischen denke ich,es war schon ganz richtig so.

Meine Eltern haben jetzt ihr Leben und ich habe meins.

15.04.2017 11:57 • #14


Icefalki

Icefalki


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Zitat von Flame:
Meine Eltern haben jetzt ihr Leben und ich habe meins.


Jetzt bist aber erwachsen geworden. Aber schön. Genau das ist die richtige Einstellung.

15.04.2017 13:49 • x 2 #15


MissPanicRoom


Ich find das sehr schön Flame das du los lassen kannst...davon ist meine Mutter noch weit entfernt...ich bekomme oft anrufe das sie mich tag täglich vermisst und mich gerne mit ihren Enkeln bei sich haben würde...aber ich sage ihr auch immer das wir so auch miteinander verbunden sind...und so langsam begreift sie das auch...ich habe nämlich auch schon erwähnt, das ich sie nicht pflegen kann im Alter, das ihr Mann das machen sollte...naja so einen weiten Unterschied haben wir ja nicht...19 Jahre...aber trotzdem...ich könnt das nicht alles auf mich nehmen, erstens kenne ich mich nicht damit aus und würde sicher mehr Fehler machen als das ich ihr Recht machen würde...und zweitens musste ich schon meine Großmutter pflegen, da war ich 12 Jahre alt...und da merkt man halt das man sich viel zu sehr aufopfert...meine Tante z.B sie wusste auch nichts mit sich anzufangen, als Opa starb...sie hat sich ja Jahrelang für ihre Eltern als Einzige aufgeopfert...ich denke kein Elternteil wünscht sich das man daran selber zugrunde geht, und mit einem schlechten Gewissen deswegen rum läuft...ich tue nach wie vor mein bestes...meine Mama ist ja Knochenkrank, aber sie ernährt sich ja gesund und macht noch Sport und hat ihre Hündin und Mann und ich denke, das ich sie öfters besuchen würde wenn es mal so weit kommen sollte, aber mehr würde es da nicht geben, das weiß sie aber auch...Wir haben da offen miteinander geredet, und das ist gut so...weil ich damals nicht die Chance hatte, mehr zu reden mit meinen Großeltern...was ich möchte und was nicht...man muss los lassen...meine Kinder muss ich auch mal gehen lassen...mein Kater vermisse ich auch aber er hat ein schönes Leben im freien in seinem Katzenrudel...kann ihn ja deswegen auch nicht nur aus meiner Liebe wegen in die Wohnung quälen...ist ja nix...

los lassen gehört immer dazu und ist ein schwerer Schritt...du kannst sehr stolz sein auf dich liebe Flame <3 hab dich lieb

Grüßle
MissPanicRoom

15.04.2017 16:33 • #16


Flame


Ach,das ist lieb von euch...danke...

Es war in der Tat schwer,meine Eltern loszulassen bzw. freizulassen,mir war das gar nicht bewusst,wie sehr ich speziell meiner Mutter noch am Rockzipfel hing und das mit 37 Jahren,obwohl ich mit 17 ausgezogen bin....
Jetzt fühle ich mich wesentlich besser und kann ihnen ihr Glück gönnen und fühle mich auch selbst frei,mein eigenes Leben geniessen zu dürfen.
Das hatte ich mir vorher nicht so richtig erlaubt.War aber vieles unbewusst.

Vor allem merke ich jetzt,dass ich meinen Eltern näher bin als vorher obwohl jeder sein eigenes Leben hat also es ist gar keine Trennung sondern einfach eine andere Ebene und verbunden bleiben wir trotzdem immer.

@MissPanicRoom

Mit dem Thema Pflege hab ich mich auch schon intensiv auseinandergesetzt,die,die schonmal jemanden gepflegt haben raten fast alle dazu,sich möglichst viele externe Hilfen zu organisieren damit man möglichst viel Qualitätszeit mit den Eltern verbringen kann.
Das ist auch für die Eltern (im Pflegefall) viel würdevoller.

Ich finde es super,dass Du offen mit Deiner Mutter gesprochen hast,so kann sich jeder auf die Zukunft einstellen und ich hätte es ganz genauso gemacht.

15.04.2017 16:51 • x 2 #17


MKirchner


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Grüße Dich,
also für mich hört sich das so an, als ob sich da bei Dir die Beziehung zu Deinen Eltern "rum gedreht" hat.
So schreibst Du das ja auch. "Es war halt früher lange so,dass ich dachte,SIE brauchen MICH."

KINDER brauchen ihre ELTERN. Nicht anders herum.
Eltern sind "die Großen". Kinder "die Kleinen".

Wenn Kinder schon früh an fangen, "für ihre Eltern zu sorgen", verdreht sich die ganze Familiendynamik und man kommt schnell in "ungesunde" Dynamiken.

Hast Du mal dran gedacht eine Familienaufstellung zu machen, um da Licht auf das Verhältnis zu Deinen Eltern zu werfen?

Grüße

09.05.2017 10:21 • #18


Flame


Bis jetzt noch nicht aber ich geh eh morgen in eine psychosomatische Klinik,da werd ich das ganze Thema eh nochmal aufdröseln.
Danke für den Tip mit der Familienaufstellung!

09.05.2017 11:35 • #19




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