Hallo zusammen, mich belastet aktuell eine starke Angststörung. Momentan vor allem die Angst krank zu sein. Ständig finde ich neue Symptome und denke an das schlimmste. Dazu der Schwindel, der mich seit Monaten mal mehr mal weniger begleitet. Heute hat mich ein Restaurantbesuch wieder sehr belastet. Wir waren eingeladen, ich habe etwas gegessen und merkte nach einiger Zeit, wie mein Magen zu machte, kein Appetit mehr, ich wurde sehr müde und es war einfach nur anstrengend. Wir sind dann zeitnah gegangen.
Ich merke immer mehr, dass meinem Partner die ganze Situation stört. Und er sagt auch, dass es so nicht weitergehen kann. Gestern sagte er mir, dass ich mich mal zusammenreißen soll, ihm ginge es auch nicht immer gut.
Alles mit mir ist schwer planbar und man weiß nie, ob und wie es klappt. Dazu kommt, dass wir zwei kleine Kinder haben. Mein Mann macht und organisiert aktuell schon echt viel, das ist mir sehr bewusst! Aber aktuell kommen so langsam auch Sorgen um die Beziehung auf und das macht die ganze Sache noch schlimmer, weil ich noch mehr nachdenke und mich das alls stresst.
Jetzt meine Frage: Wie gehen eure Partner mit der Angststörung um?
Meine hatte mir zu Beginn der Beziehung schon gesagt, dass sie mit sowas nicht klarkommt. Dennoch wollte sie es versuchen. Inzwischen weiß ich, dass sie damit nicht klarkommt....
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Wie gehen eure Partner mit der Angststörung um?
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SilentRoG Mitglied
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Hast du eine offizielle Diagnose? Bist du in Therapie?
es gibt Information Seiten im Internet, damit sich Partner und Freunde, Verwandte informieren lassen. Dann, wenn man sowas nicht selbst hat, kann man es auch schlecht nachempfinden.
Für dich ist wichtig, das ganze zu therapieren. Für deinen Partner ist wichtig, das ganze überhaupt erst mal zu verstehen.
Man bekommt sowas super unter Kontrolle und kann damit leben, aber man braucht natürlich Zeit zum üben und zum verstehen.
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Dori83 Mitglied
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Mein Mann kommt super damit klar. Er ist sehr verständnisvoll ❤
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Elly79 Mitglied
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Mein Mann kommt damit klar, aber ich glaube es ist nicht immer super einfach. Ich bin aber auch jemand der sofort in Therapie gegangen ist und wirklich viel an sich arbeitet.
In deiner Restaurantsituation z.b. gehe ich mittlerweile einfach ein paar Runden um den Block und versuche mich zu beruhigen, wenn es nicht geht, gehe ich alleine.
Mir war wichtig, meinen Partner nicht mehr einzuschränken als nötig und das läuft gut. Er findet genau das richtige Maß darin mich im wirklich schlimmen Fall zu unterstützen und in weniger schlimmen Fällen mich zu ermutigen in die Konfrontation zu gehen.
Wir waren allerdings auch schon 10 Jahre zusammen als die Agoraphobie bei mir ausbrach.
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Ango Mitglied
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@SilentRoG Bei mir wurde eine generalisierte Angststörung diagnostiziert. In Therapie bin ich seit kurzem
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Bua Mitglied
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@Ango Ich habe auch sowas, auch wenn es noch nicht diagnostiziert wurde. Aber es belastet sehr. Jeden Tag was Neues...
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KleineWanze Mitglied
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@Ango Für meinen Mann ist es auch schwer und oft nicht gut nachvollziehbar.Als wir uns kennenlernten,war ihh gesund.Nach 3Jahren kam die Angst und Panikstörung,seit dem geht es auf und ab.Mein Mann hat sich danach bewusst für mich und die Krankheit entschieden,aber trotzdem ist es nicht immer leicht.Wir haben zwei Mädels und keine Unterstützung in der Kinderbetreuung.Das saugt oft Energie und in stressigen Phasen hat er für meine Befindlichkeiten auch weniger Verständnis.Ich bin seit 2012 immer mal wieder in Therapie.Seit diesem Jahr nehme ich auch wieder Citalopram.Ich hatte vorher eine 10jährige Pause.Meine Macke belastet unsere Beziehung,keine Frage.Aber mein Mann ist auch nicht immer einfach und irgendwie bekommen wir es immer wieder hin.Ich wollte vor zwei Jahren gerne eine Paartherapie machen,aber keine Chance.Das hat nich enorm geärgert.Aber ich habe jetzt meinen Frieden damit geschlossen.Wenn mein Mann mir mal wieder blöde wegen meiner Macke kommt,ignorier ich ihn einfach für die nächsten Tage.Und wie schon mein Vorredner schrieb,ist es auch einfach schwer nachvollziehbar für jemanden,der nicht die Macke hat.Es fällt mir ja auch nicht immer leicht,oft sogar schwer meinem Mann zu erklären,was bei mir gerade los ist.Meist merkt er nicht mal,wenn ich eine Panikattacke habe.Ich bin mittlerweile aber auch echt gut im stillen Leiden. Vielleicht könnte Euch ja eine Paartherapie weiterhelfen?
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Greta__ Mitglied
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Ein Partner ist ein Partner und kein Therapeut, das darf man nie vergessen.
Ehrlichkeit, Offenheit ist wichtig, aber ein Partner sollte nicht 24/7 alles mittragen müssen. Ein Partner ist ein eigenständiger Mensch, mit Wünschen, Träumen, Hobbies, Freunden, Arbeit etc. pp. und braucht auch seinen eigenen Space und das man umgekehrt auch für den Partner da ist.
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Ango Mitglied
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@Bua Was hast du denn genau und wie gehst du damit um?
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Ango Mitglied
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@Greta__ Danke für deinen Beitrag! Das wird mir dadurch nochmal mehr bewusst. Ich erwarte auch definitiv keine Therapie von ihm.
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Ango Mitglied
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@KleineWanze Ich versuche auch oft einfach nichts zu sagen und es mit mir selbst auszumachen, aber gerade das in sich hineinfressen ist ja auch nicht gesund und kontraproduktiv. Ich habe mir vorgenommen, erstmal so mit ihm zu reden.
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Bua Mitglied
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Zitat von Greta__:
Ein Partner ist ein Partner und kein Therapeut, das darf man nie vergessen. Ehrlichkeit, Offenheit ist wichtig, aber ein Partner sollte nicht 24/7 ...
Das stimmt. Ich mache auch viele Dinge mit mir selbst aus bzw. versuche es, aber sie lässt mir da keinen Raum.
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Bua Mitglied
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@Ango Insbesonfere die generalisierte Angststörung macht mir zu schaffen.
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Backspast Mitglied
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Meine Frau ist oft genervt davon aber alles in allem weniger genervt als ICH es bin. Sie sagt schon immer Humorvoll "Na... welchen Krebs vermutest du denn" wenn ich ihr neue Symptome berichte. Sie ist Krankenschwester und sieht halt täglich, wie bestimmte Krankheiten in der Realität aussehen.
Ich mache mir zwar viele Gedanken und habe oft Kopfkino ABER ich verzichte auf keinerlei Aktivitäten und mache ALLES mit. Ich lasse zwar meine Gedanken durch die Angst bestimmen ABER nicht mein Leben. Somit funktioniert das alles eigentlich sehr gut.
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Kruemel_68 Mitglied
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@Ango Mein Mann zieht im Großen und Ganzen die ganzen Jahre recht gut mit. Das Problem ist halt, dass sich jemand, der noch nie eine Angststörung oder eine Depression hatte, sich nicht vorstellen kann, wie sich das anfühlt und wie es einen einschränken kann. Das man nicht einfach nur Angst hat oder schlecht drauf ist, sondern das sich einfach nichts mehr normal anfühlt. Und es unglaublich kräftezehrend ist.
Ich habe immer so gut es geht versucht, ihm klarzumachen, warum ich jetzt bestimmte Dinge nicht tun kann. Am schwierigsten war für ihn zu verstehen, dass es nicht immer gleich ist. Manchmal klappen bestimmte Dinge, und manchmal wieder nicht. Er ist ein Logikmensch und für ihn ist a+b=c. Immer. Das es keinen kontinuierlichen Heilungsweg gibt, hat er bis heute nicht wirklich verstanden.
Ich bin aber auch jemand, der von Anfang an immer gesagt hat, dass ich alles in meiner Macht stehende tue, um da wieder raus zu kommen. Und wenn es die fünfte oder sechste Therapie ist. Und ich versuche, ihm bei einigen Dingen so gut es geht entgegen zu kommen. Obwohl mich eine Urlaubsreise immer wieder komplett in meinen sch. rein kickt, fahre ich 1x im Jahr mit ihm in Urlaub, damit er sich auch mal erholen kann. Allerdings unter meinen Bedingungen: Kein Flug, nur in Deutschland, keine Rundreisen, nicht zu viele Ausflüge. Wir nehmen dann immer ein gutes 4-Sterne-Wellnesshotel, da er Sauna sehr liebt und dabei gut entspannen kann. Mit dem Kompromiss sind wir die letzten Jahre ganz gut durchgekommen.
Was aber auch wichtig ist, ist ein klares Statement: ich habe nicht irgendwelche Anwandlungen, sondern ich bin krank. Ich habe mir das nicht ausgesucht und finde es auch nicht lustig. Ich kann mich nicht einfach "zusammenreißen" und ich kann auch nichts dafür. Und das sage ich auch unverblümt, wenn mal wieder blöde Sprüche kommen. Manchmal rutschen sie ihm einfach nur so raus, aber manchmal meint er es auch ernst, weil er ja auch mega gefrustet ist.
Es braucht wirklich eine klare Kommunikation, am besten proaktiv: "Ich bin heute schlecht drauf, weil ich gerade mit Symptom XY kämpfe. Es hat nichts mit Dir zu tun." "Heute habe ich keinen guten Tag, ich schaffe den Restaurantbesuch heute nicht." "Heute geht es mir ganz gut, Wollen wir kurzfristig den letztens ausgefallenen Restaurantbesuch nachholen?" Damit habe ich ganz gute Erfahrungen gemacht.
@Ango Hallöchen, Ich habe seit 19 Jahren Emetophobie und seit neustem einen neuen Mann an meiner Seite.
Er unterstützt mich komplett, fragt wie es mir geht ob ich meine Tabletten genommen habe, wenn es mir nicht gut geht versucht er mich abzulenken und sagt mir…Schatz alles gut es ist dein Kopf…
Aber ich merke auch das es ihn innerlich belastet.
Gestern wollten wir schön essen gehen, im Restaurant, wo das Essen kam konnte ich es dann nicht essen ich bekam Panik und mir wurde schlecht.
In dem Moment isst er es dann aber ich merke das er traurig ist weil es mir wieder nicht gut geht. Leider weiß ich da auch nicht was ich da machen soll weil man es ja nicht ändern kann.
Ich finde es schwierig wenn man so spricht das du dich zusammenreißen sollst, denn wenn man nicht weiß wie das ist kann man auch nichts dazu sagen, Unterstützung und Verständnis ist glaube das wichtigste was du gerade brauchst.