Fakt ist, wenn in Krankenhäusern wieder mehr Hospitalisierte kommen, vor allem mehr Intensivpatienten, dann gehen diese Intensivbetten zu Lasten von Patienten, bei denen wieder Eingriffe oder Operationen verschoben werden müssen, weil diese Eingriffe ein Intensivbett benötigen.
Und ein normaler Intensivpatient braucht sein ICU-Bett im Durchschnitt 5-7 Tage, ein Corona-Intensivpatient dagegen im Durchschnitt 4-6 Wochen.
Zusätzlich ist der Pflegepersonalschlüssel ein anderer: für nomale ICU-Patienten braucht es pro Patient pro Tag 2,5 Pflegepersonen, bei Corona sind es pro Pat. 4,5.
Nicht dazugerechnet Pflegehilfspersonal.
Und diese Corona-Intensivpatienten sind zu 95% vermeidbar, wenn sich alle, die geimpft werden könnten, auch impfen lassen würden.
Wie kommen Menschen, die eventuell einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen, dazu, Angst haben zu müssen, dass es kein freies Intensivbett mehr gibt, weil es durch Corona eine Überlastung gibt?
Maßnahmen sind also durchaus gerechtfertigt, wenn sich alle diejenigen impfen lassen würden, bei denen es möglich ist.
Die Risiken von Covid 19 sind größer als die der Impfung.
Wenn man in die Länder mit den höchsten Impfquoten schaut, wie Portugal, Spanien, Malta, Italien, Dänemark, Norwegen, etc. - die müßten jetzt schon ausgestorben sein.
Die Menschen wollen die "Freiheit" haben zu entscheiden, ob sie sich impfen lassen - was ist aber mit der Freiheit derjenigen, die sie anstecken, wenn sie sich infizieren, und die sich nicht impfen lassen konnten, oder von Kindern unter 12?
Mir stellt es immer die Haare auf, wenn verharmlost wird, dass man nur Leute kennt, die keine Symptome haben, oder nur einen leichten Schnupfen - warum füllen sich dann die Krankenhäuser wieder?
Weil`s dort grade eine lustige Party gibt?
Ich hatte schon Corona, gleich zu Beginn der Pandemie, und ich wurde IM Krankenhaus angesteckt, da gab es noch keine Maßnahmen in den Krankenhäusern, weil ich unter den ersten Infizierten war - ich kann nicht sagen, dass es wie eine Grippe war, hatte schon 2x eine echte Influenza, es war 100 Mal schlimmer.
Derzeitige Studien besagen, dass ca. 23-30% der Infizierten einen asymptomatischen Verlauf haben - also haben 70-75% Symptome.
Und auch wenn man einen leichten Verlauf hatte, haben wir bereits 15-20% long covid Patienten, die monatelang und länger darunter leiden, oft nicht mehr arbeitsfähig sind, die meisten hatten KEINEN schweren Verlauf.
Auch Kinder sind davon betroffen.
Covid 19 ist nicht harmlos, auch wenn es für viele keine schwere Erkrankung ist - man weiß vorher nicht, ob man zu den Glücklichen gehört.
Ein Schuldfreund von mir ist letzten November mit 54 Jahren innerhalb von 10 Tagen an Corona verstorben.
Ebenso meine beiden Schwiegereltern in Italien im März letzten Jahres.
Und ich habe Menschen aus dem engsten Bekannten- und Verwandtenkreis daran verloren, nachdem sie wochenlang auf Intensiv waren und um ihr Leben gekämpft haben, und den Kampf dann verloren haben.
Wenn alles so harmlos wäre, dann gäbe es nicht schon 19 Monate weltweit diese Pandemie, und die ganze Welt kämpft immer wieder mit schlimmen Wellen.
Endlich gab es die Impfung, auf die man sehnlichst gewartet hat, und nun geht mehr als ein Drittel der Menschen, die geimpft werden könnten, nicht hin, sondern bleibt weiterhin der Meinung: "eh alles nicht so schlimm."
Doch es ist schlimm, und anscheinend will man weiterhin diese Maßnahmen, denn wenn genug geimpft wären, könnte man wie z.B. Dänemark, oder Norwegen, wieder in den Normalmodus übergehen, und vor allem, wenn sich alle Erwachsenen, die geimpft werden könnten, sich auch impfen lassen, dann würde man dadurch auch die Kleinen schützen, die noch nicht geimpft werden können.
Ich könnt mich nun in der Luft zerreißen, oder alles wieder schönreden, aber die Realität ist eben nicht so, dass Covid nur ein Hüsterchen ist, sonst hätte nicht die ganze Welt damit zu kämpfen.
Bleibt gesund und LG!