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Ihr Lieben, ihr habt wirklich mein Mitgefühl.
Ich kann mir vorstellen, dass es anstrengend sein muss, damit zu leben.
Aber ich muss euch etwas zu dem Thema aus meiner Therapie für Tinnitus erzählen:
Desto mehr ihr euch daran aufhängt und fokussiert, desto schlimmer wird es. Es wird nicht weg gehen, wenn ich nicht dran denkt, aber es wird erträglicher. Zum Teil sehe ich hier ein ganz starkes Problem mit der Akzeptanz eueres aktuellen Zustandes.
Eine kleine Geschichte meinerseits, die zwar euch nicht die Lösung geben wird, aber vielleicht etwas unterstreicht, was ich damit meine.
Seit ich 14 bin, habe ich Antidepressiva genommen. Wenn ich Nebenwirkungen hatte, habe ich sie nicht gemerkt. Tatsächlich merkte ich sie erst, als sie weg waren.
Meine Spucke im Mund war immer säuerlich gewesen. Aber das hat mich nicht besorgt, wo es ja für mich normal war. Als ich das Medikament absetzte, war es weg.
Eigentlich ist es ja was sehr gutes. Spucke sollte nach nichts schmecken! Mein Gehirn allerdings war deswegen in Alarmbereitschaft. Auch meine Zungeoberfläche war plötzlich anders.
Eigentlich war sie immer rau gewesen, nun ist sie glatt. Mein Gehirn hat das auch als unnormal eingestuft.
Das hat mich die letzten Wochen noch ziemlich mitgenommen und erst seit nun fast zwei Wochen hat es aufgehört mich zu belasten.
Wieso? Weil mein Arzt geguckt hat und es ist nichts. Es ist alles normal.
Es hat was gebraucht, aber mein Gehirn hat sich angepasst.
Nun hat es sich erledigt.
Auch als ich meinen Tinnitus bekam, war er unerträglich. Ich dachte, ich werde nie wieder froh und womit habe ich das so jung verdient?
Mit der richtigen Therapie konnte ich lernen diesen neuen Umstand zu akzeptieren.
Ich werde damit mich immer mal etwas mehr, mal weniger herumschlagen. Zwischendurch bin ich auch frustriert.
Aber es ist wichtig zu akzeptieren, damit das Gehirn weiß, dass es sich wieder auf die wichtigen und schönen Dinge des Lebens konzentrieren darf.
Einen trockenen Mund habe ich auch schon immer und aktuell ist er sehr schlimm - vermutlich, weil ich etwas gegen Magensäure nehme. Oder ich habe Stress.
Morgens kenne ich den trockenen Mund und die Lippen sind zugeklebt und teilweise werde ich davon auch wach. Das ist sehr unangenehm, das ist war.
Aber wisst ihr, was mir eine "normale" Person dazu sagte? "Trink ein Glas Wasser, dann gibt sich das. Ist doch nicht schlimm, wenn es nur am Morgen so ist."
Das ist einfach gesagt, aber eigentlich hat sie recht. Es ist nur morgens. Es ist nicht den ganzen Tag.
Man kann damit leben.
Ihr beide müsst euch einfach einmal ordentlich untersuchen lassen und wenn nichts gefunden wird, müsst ihr euch mit dem Gedanken anfreunden, dass es so bleiben könnte.
Und dabei müsst ihr lernen, dass es nicht schlimm ist. Das die Sonne trotzdem aufgeht und der nächste Urlaub dennoch bevorsteht.
Vielleicht könnte euch eine Therapie dabei helfen.
Ihr habt euer Glück augenscheinlich verloren, aber eigentlich wird es gerade nur von Schatten verdeckt. Es ist immernoch da. Nur euer Herz hat hat den Weg verloren.
@Sabine69
Gehe bitte zum Arzt. Das ist wichtig.
Vor allem wenn du Sodbrennen hast. Das ist ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
Aber das kann vielleicht behandelt werden. Lasse dich nicht von deiner Angst lähmen.
Tue das, was zum Glück führen kann. Nicht das, was dich in deiner Verzweiflung hält.