Pfeil rechts

Hallo, liebe Teilnehmer!

Ich habe mich gerade hier angemeldet und möchte gerne mein Problem loswerden...

In drei Wochen habe ich eine OP an der Nase - ein Tumor soll dort entfernt werden...Ich hatte immer noch gehofft, daß sich das im Laufe der Zeit von selbst zurück bildet, denn der Besuch von Ärzten, alles was damit zusammenhängt, die Angst vor Schmerzen lassen mich panisch werden. Nun hatte ich mich überwunden, bin zum Arzt gegangen und das Ergebnis ist gleich die Hölle für mich persönlich! Ich hatte noch nie einen Eingriff, nicht mal beim Zahnarzt....

Zwar hat der Chirurg recht einfühlsam etc. reagiert, aber die Panik, die mich nun täglich regelmäßig überkommt, läßt mich zweifeln, ob ich den Termin überhaupt schaffen kann. Immer wieder überkommt mich die Angst, Tag und Nacht, ich kann an nichts anderes mehr denken und würde am liebsten fliehen.

Sollte ich die Op dann schaffen, so habe ich Angst vor eventuellen Schmerzen und insbesondere, wochenlang das Haus nicht mehr verlassen zu können mit einer Wunde; dann eine Narbe an einer derart exponierten Stelle. Ich bin sehr auf mein Aussehen bezogen und weiß, daß ich dann wirklich nicht mehr unter Menschen gehen möchte und werde...Wieder neue Panik vor der Zukunft!

Ich fühle mich in einer derartigen Sackgasse, daß ich nicht mehr weiter weiß...

Vielleicht kann mich ja jemand aufmuntern oder mir einen Ratschlag geben...ich freue mich über jede Reaktion,

Solaris

02.06.2015 14:46 • 13.06.2015 #1


8 Antworten ↓


Bekommst du eine Lokalanästhesie?
Das brennt kurz etwas aber dann spürt man nichts mehr, wenn der Arzt operiert.

(Habe mir schon 18 Muttermale damit herausschneiden lassen, eines war am Entarten)

Möchtest du nicht mit einem Verband auf der Nase nach draußen gehen.
Was kann dabei denn Schlimmes passieren, dass dich jemand deswegen ansieht?

Wie groß die Narbe wird hängt von viele Faktoren ab, vielleicht kannst du sie ja ganz gut abdecken!

02.06.2015 15:08 • #2



Riesige Angst vor Haut-OP im Gesicht

x 3


Liebe Solaris,

zuerst einmal Herzlich Willkommen bei uns Psychos
Ich kann deine Angst sehr gut verstehen, mir wurde einmal ein auffälliges Muttermal an der linken Brust entfernt, ich hatte auch tagelang vorher Panik. Die "OP" war dann so schnell vorbei und so harmlos, dass ich mich schon wieder über meine unbegründetet Angst geärgert habe. So wird das bei dir auch sein. Klar, man ist immer aufgeregt, das ist komplett normal, aber für den Arzt ist das Routine. Wo genau sitzt denn das Übel? Am Nasenrücken, Nasenflügel? Und wie groß ist es? Hast du Angst, dass es was böses ist, wegen Tumor oder was genau ist das für ein Gebilde? Mir hat ein Arzt mal erklärt, dass ALLE Veränderungen, Beulen, Geschwülste whatever Tumore genannt werden. Sogar ein Pickel ist quasi ein Tumor.
Was hat der Arzt denn über die Heilung gesagt? Wie lange muss die Nase verpflastert sein? Denk einfach daran, dass das Ding dann weg ist und (im schlimmsten Falle) auch nichts mehr auslösen kann. Sollte es zu einer Narbe kommen, egal, Narben verblassen und Narben machen interessant

Liebe Grüße

02.06.2015 15:11 • #3


Vielen, vielen Dank für die schnellen und aufmunternden Worte von Euch - das hätte ich nie gedacht, daß sich sofort jemand mit meinem Problem beschäftigt!

Ich kann nur sagen "HUT AB" bei Euch, die sich die Muttermale so problemlos wegschneiden lassen können - für mich klingt das fast wie ein Bericht aus einer anderen Welt.

Leider wird erst bei der OP klar, um was es sich genau handelt und wieviel weggeschnitten werden muß...das bestimmt dann auch die Deckung und die Dauer der Heilung, auch die Größe der Narbe. So weiß über die "realen Fakten" so gut wie gar nichts und das Kopfkino wirft für mich nur Horrorszenarien aus...

Ich bin sonst sehr selbstbewußt und straight, aber bei dem Thema Ärzten und alles, was damit im Zusammenhang steht, kann ich nicht mehr klar denken und meine Angstgefühle überrollen mich. Zum Glück bin ich bisher ohne OPs etc. durchgekommen, was die Angst letztendlich vor "dem ersten Mal" noch viel größer macht.

Meine Vernunft sagt, daß es gemacht werden muß, aber meine Gefühle laufen nur Panik!

Ich danke Euch schon mal herzlich für das Lesen und auch für die Anteilnahme!

Solaris

03.06.2015 12:05 • #4


Liebe Solaris,

haha bei meiner Entfernung des Muttermals am Brust hab ich nen kleinen Kreislaufkollaps bekommen. Das war so irre. Ich war (natürlich) vorher auch total panisch, dann wurde ich aufgerufen. Der Arzt fragt noch: alles okay? Ich nicke: hmmm...und dann merk ich schon irgendwie wird mir schwummerig. Ich hab wohl auch dementsprechend geguckt und dann durfte ich mich erstmal hinlegen und sie haben mir nen Stuhl unter die Beine geschoben. Wenn schon, dann bitte richtig Panik. Drama Baby Ich glaub der Eingriff hat zweieinhalb Minuten gedauert, ich hab nix gemerkt, auch nicht die Spritze für die Lokalanästhesie. Hinterher war mir das soooo peinlich. Ich glaub ich hab jetzt nen Eintrag in meiner Krankenakte Drei Wochen später beim Fäden ziehen (es ist alles ohne Komplikationen verheilt und das Muttermal war im übrigen harmlos, also alles fürn Hintern...) hat mich die Arzthelferin jedenfalls gefragt, ob ich mich hinlegen will. Und ich: nee nee, danke, heute gehts
Na ja, ich kann dir nur sagen, geh hin und schalte dich ab. Das Personal übernimmt alles weitere, du brauchst nur deine Nase hin halten.
Ich hatte übrigens auch mal eine Muttermal-Entfernung per Laser am Kinn, das war aber aus ästhetischen Gründen. Da hat die Spritze etwas gepiekt (drei Einstiche) aber hat auch alles wunderbar geklappt. Danach sah ich aus wie Pflaster-Girl, aber das war mir egal.
Wann genau ist dein Termin?

03.06.2015 12:59 • #5


Hallo Fensterbank!

Vielen Dank für Deine genaue Schilderung...es tut mir gut zu lesen, daß ich nicht die einzige Kandidatin bin, die sich so "anstellt"...

Irgendwie ist mir das alles auch peinlich, aber andererseits ist jeder eben so, wie er ist und hat seine ganz eigenen Empfindungen...Ich habe beobachtet, daß gerade sehr sensitive, empathische Menschen, die auch oft eine große Fantasie haben, mit großer Angst in vielen Situationen reagieren. Das ist dann eben die Kehrseite der Medaille der guten Eigenschaften, finde ich.

Wie beruhigend zu lesen, daß alles bei Dir so schnell über die Bühne gegangen ist! Weißt Du zufällig noch, wie lange die Heilung gedauert hat? Wie groß war die betroffene Stelle?

Noch genau drei Wochen bis zum Termin und ich schiebe immer Panik, natürlich besonders, wenn ich zur Ruhe komme und die Ablenkung gering ist...Gestern Nacht bin ich wieder schweißgebadet aufgewacht und hatte Horrorszenen vor Augen...

Na, heute Nacht wird es hoffentlich besser...Eine gute Nacht auch Dir,

Solaris

03.06.2015 23:22 • #6


Hallo Solaris,

wie groß war die Stelle...hm ca. ein Durchmesser von 3-4mm, die Narbe ist (natürlich) immer noch sichtbar, allerdings muss ich sie selber suchen, sie fällt kaum auf. Die Fäden wurden nach 13 Tagen gezogen und es ist ganz wunderbar verheilt. Hatte auch keinerlei Wundschmerzen, obwohl es auch an einer Stelle ist, die viel unter Zug steht. Das einzig nervige war, dass ich 2 Wochen nicht duschen durfte, weil die ganze Geschichte nicht nass werden durfte.

Ich kann mir vorstellen, dass du Panik schiebst, ging mir ja nicht anders. Ich find das immer nur so traurig, dass man selbst weiß, dass es gar nicht so schlimm ist und man den anderen nicht beruhigen kann.

Zitat von Solaris:
Ich habe beobachtet, daß gerade sehr sensitive, empathische Menschen, die auch oft eine große Fantasie haben, mit großer Angst in vielen Situationen reagieren. Das ist dann eben die Kehrseite der Medaille der guten Eigenschaften, finde ich.


Das stimmt tatsächlich. Ich hab auch eine seeeehr lebendige und große Fantasie...und sehr sensibel und empathisch...manchmal schon zu viel des Guten...

Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, du kannst dich auch gerne mal per PN melden

Viele Grüße

04.06.2015 12:12 • #7


Nun hatte ich gestern die ambulante OP und es war so schrecklich für mich, wie ich es mir nicht hätte schlimmer vorstellen können...

Im Anschluß habe ich den ganzen Tag nur noch geweint und geschrien, so schlimm war mein Angstgefühl und der Schock.

Heute fühle ich mich, als ob ich von einem Mähdrescher erfaßt wurde, alles tut weh, aber das Schrecklichste ist, daß nun all meine Überwindung, meine Hoffnung weg ist und ich nicht mal weiß, ob ich zum Fädenziehen gehen kann. Nun stehe ich leider wieder ganz am Anfang und mein Zutrauen ist absolut Null.

Hat jemand ein Idee, wie ich die negativen Bilder und Gefühle weg bekommen kann?

Vielen Dank fürs Lesen von Solaris

13.06.2015 12:31 • #8


evivanvalence
Ohweh! Ich schreib dir jetzt auch mal,hab so schon immer mitgelesen;)

Warum war es denn fuer dich so schlimm? Normalerweise sollte man wegen der spritze ja nichts merken.. Erzähl mal..

13.06.2015 13:06 • #9





Dr. Matthias Nagel