blåklint

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Hallo,
...bin neu hier...bin 36, und habe 2 kleine Töchter (3&5)...

Seit einem halben Jahr habe ich fürchterliche Angst, krank zu sein. Ich weiss gar nicht, warum dass so übermächtig wurde! ....eine Erklärung wäre, dass so ziemlich zur gleichen Zeit erst meine beste Freundin, dann noch eine gute Freundin eine Brustkrebsdiagnose bekam. Meine andere beste Freundin bekam kurz zuvor Gebärmutterhalskrebs, und eine gute Bekannte die Diagnose Darmkrebs im Endstadium. Alles so innerhalb von 4 Wochen, alle so alt wie ich, Mütter mit kleinen Kindern... Damals war ich megagestresst im Job, und meine Kinder haben mir seit Jahren den nächtlichen Schlaf geraubt. Dazu läuft es in meiner Ehe nicht sooo super, jedenfalls bekam ich aufeinmal...Zyklusstörungen. Wegen den Zwischenblutungen und Rückenschmerzen etc. bin ich sogar erst nach 4 Wochen zum FA, scheinbar war ich da also noch nicht so 'überängstlich'..... Bei der Vorsorgeuntersuchung war alles super und kein Grund, an irgendwas Schlimmes zu denken. Der Frauenarzt verschrieb mir eine Pille gg. die Zyklusstörungen.

Und ab dann ging es voll ab - es ist ja nicht neu, dass Pillen krasse Nebenwirkungen haben, u.a. auch Angst & Panikattacken. Ich weiss nur, dass ich weiterhin Blutungen hatte, mir deswegen tierische Sorgen gemacht habe. Auch die Unterleibsschmerzen & Rückenschmerzen & Verspannungen wurden sogar noch schlimmer. Mein FA hat mir dann 2 Runden Klopper-Antibiotika wg. VERDACHT auf eine Entzündung verschrieben, obwohl ich keine erhöhten Entzündungswerte im Blut hatte. Jedenfalls bekam ich dann auch noch Magen-Darm-Probleme und meine Angst wuchs, dass die Ursache nicht um Unterleib, sondern im Darm liegt.

Aufeinmal konnte ich nicht mehr schlafen, hatte nächtliche Panikattacken und Atemnot, Hitzewallungen, ich dachte, ich werde wahnsinnig oder falle gleich tot um. Habe mich dazu schlapp und schrecklich gefühlt. Trockener Mund, Kreislaufprobleme, nervöser Husten,...alles. Bin 3x in die Rettungsstelle, dort wurde nie was gefunden. Mein Hausarzt hat mich dann zur Darmspiegelung geschickt, die 3 Wochen, die ich darauf warten musste, bin ich fast gestorben. Gefunden wurde nichts.

Ein anderer Hausarzt...hat dann die Hormonwerte abgenommen und festgestellt, dass zwar alle meine Blutwerte gut sind, aber Östron astronomisch hoch. Offenbar habe ich das Östrogen in der Pille anders verstoffwechselt, was vielleicht ein Grund für meine Ängste & Symptome sein könnte.

Dann habe ich die Pille abgesetzt, und sofort ging es mir im Kopf besser. Aber nach den wochenlangen Angstattacken und Schlafmangel (höchstens 2h jede Nacht) war ich total hinüber...Dann hat sich bei mir auch noch eine Eierstockzyste gebildet, die geplatzt ist und per Not-OP entfernt wurde. In der Woche danach hat sich ein Zahn entzündet, der gezogen wurde. Als ob man das noch so gebrauchen könnte...Das war so ein Zahn, der hat seit 10 Jahren rumgemuckt und war schon tot. Beim Ziehen meinte der Arzt dann, dass die Bakterien schon tlw. den Knochen weich gemacht hatten. Sowas würde z.B. bei Leuten mit Diabetes oder Krebs oder so vorkommen. Kopfkino, BIG TIME!

Hechelnd bin ich zu einer Lungenärztin, die mich geröntgt hat: unauffällig, grosser Lungenfunktionstest & Belastungstest & Provokationstest, alles i.O.. Sie hat mich u.a. dahin geschickt, weil mein Calziumwert im Blut minimal erhöht war. Während ich beim Radiologen sass, googelte ich auf meinem Telefon: meistens Hinweis auf Bronchialkarzinom. Bin fast gestorben in der Kabine. Und dann war da nichts.

Dann war ich noch beim Internisten, Sono aller Bauchorgane: nix. Beim Kardiologen, Herz Ultraschall & EKG: nix. Beim Internisten wg. Schilddrüse: alles ok.
Beim Orthopäden: muskuläre Verspannungen, mehr Sport! Beim HNO, Kehlkopfspiegelung: nix. Grosses Blutbild, nix. Rheumamarker, nix.
Bei 5 verschiedenen Gynäkologen, alles okay. Mein Hausarzt hat leicht erhöhte Zuckerwerte festgestellt, und mir Antidepressiva verschrieben (traue mich nicht, die zu nehmen...hab es 1x probiert, die Wirkung war fürchterlich). Habe beim Gastroenterologen auf eine Magenspiegelung bestanden, die habe ich aber erst in 2 Monaten...

Mein Hausarzt hat mir eine Überweisung zur Psychotherapie gegeben, wg. somatoformer Störung. Er ist der Meinung, ich bin kerngesund und habe rein gar nichts. Habe sogar sofort einen Platz für die Therapie bekommen, war schon 2x da, und die Frau ist ganz nett (abwarten). War auch eigentlich bereit, alles auf die 'psycho-Schiene' zu schieben, und was dagegen zu tun- denn ein Problem habe ich auf jeden Fall mit übermässiger Angst!

Und dann: sitze ich vor 5 Tagen in der Badewanne, und fühle einen kleinen Knoten rechts an der Brust, eher unter der Achsel. Mir ist total schwindlig geworden...
Ich hatte gerade meine Tage bekommen. Jedenfalls bin ich zur Ärztin, die meinte: na, das ist nichts Schlimmes, eine Zyste, oder ein Lymphknoten. Und hat mich dann zum Radiologen überwiesen. Dort wurde im Ultraschall festgestellt, dass es tatsächlich ein geschwollener Lymphknoten ist. Dann wurde noch eine Mammographie gemacht, da war auch nix, ausser ein paar mikrokleine Kalkablagerungen. Ich soll in 4 Wochen wiederkommen, mal gucken, ob der Lymphknoten dann noch geschwollen ist. Die Radiologin wusste allerdings nicht, warum der nun geschwollen ist. Jedenfalls wäre da kein Krebs, ich soll mir mal keine Sorgen machen.

Aber in meinem Kopf: Brustkrebs, der gerade entsteht, wg, der verdammten Pille & den Hormonen. Hodgkin-Lymphom, irgendwo. Und das ist halt ein befallener Lymphknoten. Oder Krebs irgendwo anders, und das zeigt sich jetzt...
Ansonsten denke ich noch an MS, Parkinson (hatte meine Oma), irgendwas fieses neurologisches, weil ich schon so Missempfindungen in den Armen und Händen habe, Gelenkschmerzen. Oh Mann. Wenn ich das schreibe, merke ich, wie durch ich bin...

Dabei ist der Witz: ich war bestimmt in den letzten 5 Jahren nicht beim Arzt, weil ich mich für topfit hielt. (Oder ich hatte eh keine Zeit, wegen den Kindern).
Hatte sogar mal einen total krass angeschwollenen Lymphknoten am Hals vor zwei Jahren, da dachte ich nur, ach das geht schon wieder weg. Ist er auch.

Heule z.Zt. öfter, weil ich sicher bald sterbe und dann sehe ich meine beiden kleinen Mädchen und kriege fast einen Zusammenbruch, weil ich sie nicht aufwachsen sehen kann, usw....Total schrecklich. In meinem Kopf schreibe ich ihnen Briefe mit Tips fürs Leben, weil ich ja bald nicht mehr da bin...

Habe so eine schei. Angst, so dass ich unter Daueranspannung stehe...!Es ist echt traurig. Ich weiss auch gar nicht, ob ich noch die Energie habe, zu weiteren Ärzten zu laufen. Oder den Lymphknoten beim Internisten nochmal anschauen zu lassen...

Ich warte lediglich auf Blutergebnisse vom Endokrinologen, wg. der weiblichen Hormone nun nach dem Pille absetzen...Stichwort Östrogendominanz. Aber nun denke ich, es ist ja eh zu spät, denn jetzt habe ich ja schon Krebs bekommen....

Ich hoffe echt, ein paar gute Tips zu bekommen...und Leute, die Erfahrung damit haben - was soll ich nur tun?

13.05.2015 18:01 • 04.09.2015 #1


5 Antworten ↓


Perle

Perle


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Hallo, nachdem Du nun eine ganze Ärzte-Odyssee hinter Dich gebracht hast und letztlich weißt, dass Du gesund bist, hast Du das einzig Richtige getan: Psychotherapeutische Behandlung!

Mir ging es vor einem Jahr ähnlich, bin auch von Arzt zu Arzt gerannt und es hat einige Zeit gedauert, bevor ich akzeptieren konnte, dass meine Seele laut nach Hilfe ruft und ich sie gepflegt ignoriert habe. Da wusste sie sich nicht mehr anders zu helfen, also über somatoforme Störungen auf sich aufmerksam zu machen! Du siehst, Dein Körper funktioniert im Prinzip super, auch wenn Du das im Moment noch nicht sehen kannst.

Was meint Deine Therapeutin denn? Evtl. Generalisierte Angststörung mit Hypochondrie?

LG, Martina

13.05.2015 18:54 • #2


NoraMarie


Hallo, .mir war gerade echt schwindelig, als ich deinen Text gelesen habe....pust.
Die Ärzte haben nichts körperliches gefunden. Das sollte dich eigentlich erstmal beruhigen.
Tut es aber anscheinend nicht, da muss doch was sein ?!

Nein, mein Gedanke ist, dass du total überforderst bist, kann das sein?

Das kenne ich auch, dann kann mich auch niemand beruhigen.
Das Gefühl, da muss doch was sein ist eigentlich ein Zeichen dafür, dass du dich nicht entspannen kannst!

Lass diese Gedanken mal für erstmal einen Tag ganz weg....Nimm dir diesen einen Tag um dich total zu entspannen...Lass alles los, nimm dir eine Auszeit...Ist das möglich, dass du mal ganz für dich sein kannst?
Du hast mit Sicherheit keiner dieser Krankheiten, das ist nur die Angst, dass du das alles nicht perfekt meisterst! Musst du nicht, niemand musst das!

13.05.2015 20:30 • #3


blåklint

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Hallo Martina,

vielen Dank für die Antwort!
ja, Angststörung, auf jeden Fall. Ich weiss, dass ich mir das irgendwie eingehandelt habe, und ich habe keine Ahnung, wie ich das alleine in den Griff bekomme...
Ich denke, dass das wohl latent schon immer etwas vorhanden war, aber so lange ich busy durchs Leben marschiert bin, hatte ich wohl keine Zeit, dem ganzen so viel Raum zu geben...
Psychische Erkrankungen liegen in der Familie, mütterlicher- als auch väterlicherseits. Meine andere Oma hat sich das Leben genommen, die habe ich nie kennengelernt. Meine Mutter hat ebenfalls eine (unbehandelte) Angststörung, meine Schwester eine generalisierte Angststörung (war ewig & 10 Jahre in Therapie) mit hypocondrischen Auswüchsen und Depressionen...lediglich mein Vater ist 'normal', und ich dachte bisher, ich komme eher nach ihm...

Meine Therapeutin ist spezialisiert auf somatoforme Störungen, Burn-out, Stress, Angst etc...Aber bisher hat sie leider nicht so viel gesagt, so dass ich keine Ahnung habe, wohin die Reise da führt...Ich sass da bisher und habe etwas unstrukturiert vor mich hergeredet...?hm.

Das Problem ist: ich habe ja schon so körperliche Dinge: die Zysten-OP, der Zahn, jetzt der geschwollene Lymphknoten...Immer wieder gibt es Anlass, dass ich mich verrückt mache...
Dann dieses dumme Beispiel dieser guten Bekannten, mit dem Darmkrebs. Die hatte 2 Jahre lang Bauchschmerzen, das wurde auf Stress geschoben, und sie wurde sogar zur Mutter-Kind-Kur geschickt...Und dann kommt dann sowas bei raus, Krebs im Endstadium, Heilungschancen eher gering. Und mein Hausarzt sagt mir, bei meinen Blutwerten kann man eine Tumorerkrankung ausschliessen, aber ich nehme mal an, bei der Frau wurde wohl auch mal Blut abgenommen..?tja.

Ja, ich denke auch, dass mein Körper nach Hilfe ruft. Das hatte ich schon vor der 'Störung' bemerkt...momentan bin ich wohl in vielen Bereichen meines Lebens nicht glücklich, und meinen Körper habe ich in den letzten Jahren eher sträflich behandelt...

Wie hast du das wieder in den Griff bekommen?

14.05.2015 06:38 • #4


blåklint

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Hallo Nora-Marie,

danke auch dir! ja, überfordert - das bin ich. Ich denke, mir macht es Angst, dass ich das alles nicht unter Kontrolle habe, was mit meinem Körper passiert...Und dass ich, je länger ich diese Panik habe, ihm noch mehr schade - durch wenig Schlaf, Hyperventilieren, Aufregung, Stress...und die körperlichen Symptome sich eigentlich eher verschlimmern, inklusive Gewichtsabnahme etc. pp (was ich schon wieder darauf zurückführe, krank zu sein...)

Ich habe gerade die beiden Kleinen aus dem Kindergarten genommen und wir sind eine Woche ans Meer gefahren. Wir gehen an den Strand, und in den Wald, und es ist total gut, aus der Stadt & Hektik rauszukommen...Es ist schön, diese Zeit mit ihnen zu haben, und es tut mir echt gut. Trotzdem kreisen meine Gedanken den GANZEN Tag nur darum, um den Lymphknoten etc...Ich habe keine Ahnung, wie ich das abstellen kann...!

14.05.2015 06:46 • #5


samsung


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hallo,

mich würde interessieren, wie es dir jetzt geht?
ich kann mich sehr gut in deine lage versetzen, weil ich selbst immer wieder reinkippe in meine ängste und sorgen. und wenn ich richtig viel streß habe, ist es natürlich am schlimmsten...

ganz liebe grüße und alles gute!

04.09.2015 02:55 • #6



Dr. Matthias Nagel


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