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Guten Tag!
Ich kenne deine Problematik auch sehr gut und hab Erfahrung damit. Ich hatte auch ein seltsames Gefühl in der Brust, anschließend Panikattacke samt RTW und ab da ständiger Fokus auf Herz. Ebenfalls begleitet von Symptomen.
Zitat von Ayleen: Das Gefühl als würde ich keine Luft kriegen , Ausatmung fällt mir total schwer ( phasenweise) es fühlt sich an als ob ich irgendwo eine Blockade habe, die es nicht zulässt richtig atmen zu können.
Das ist häufig durch die komplette Anspannung, die du auf Grund der Angst manifestiert hast. Das sorgt für Verspannungen und Blockaden, sobald du dann spürst, dass du "schlecht Luft bekommst", steigt auch wieder die Angst.
Mir hat es immer geholfen, bei Belastung auf die Atmung zu achten, da merkte ich, dass sie funktioniert, denn ein gesunder
Körper holt sich Luft, wenn er sie braucht.
Zitat von Ayleen: Manchmal kommen aus dem nichts Schwindel Attacken und das Gefühl ich falle um und sterbe jetzt.
Das ist ein klassisches Paniksymptom. Ich gehe mal davon aus, dass du keinen Drehschwindel hast, sondern eher so eine Art Benommenheit oder?
Dein vegetatives Nervensystem wird völlig angespannt sein, das kann gerne dafür sorgen.
Zitat von Ayleen: Außerdem hab ich das stolpern kann arg wen ich zb. Lache , Wasser trinke, mich bücke, oder meine Haare binde.
Bei Bewegungen dieser Art wird der Brustkorb sanft zusammen gepresst, das kann gerne Herzstolpern auslösen, ähnlich, wie ein sehr voller Magen oder Luft im Bauch, ist normal.
Zitat von Ayleen: Ich Trau mich nicht mehr alleine zuhause zu duschen, weil ich denke ich könnte ein Herzinfarkt kriegen und mich findet keiner und ich ertrinke.
Ganz ganz schlecht. Das ist Vermeidungsverhalten und dein Kopf zwingt dich dazu, das verstehe ich, aber das füttert den Kreislauf, dann brennen sich immer mehr Szenarien in dein Gehirn, die du vermeiden willst. Nicht mehr alleine sein, kein Sport mehr usw. Wie schon vorher gesagt, geht ja dann deine Kondition flöten, du hast nach 10 Treppenstufen wirklich Luftnot und einen 130er Puls und denkst wieder, du stirbst -> Teufelskreis.
Will jetzt nicht die Tipps meiner Vorredner schlecht machen, aber lass meiner Meinung so einen Mist wie Beta Blocker, du bist gesund, da brauchst du auch sowas nicht.
Die Problematik ist in deinem Kopf und da du hier bist, scheint dir das durchaus bewusst zu sein. Du bist gerade arg von Angst gesteuert und diese torpediert ein rationales Denken komplett.
Ganz sachlich gesagt hast du panische Angst vor einem Herzleiden, z.B. Herzinfarkt, Herzstillstand etc.
Dann muss man sich erstmal ein paar Fragen stellen: Warum sollte das überhaupt passieren können in deinem Alter? Rauchst du? Hast du starkes Übergewicht? Gibt es Vorerkrankungen oder familiäre Vorbelastungen?
Solltest du diese Fragen alle mit nein beantworten, müsstest du nun versuchen, die Logik reinzulassen, denn die würde sagen "eigentlich kann ich ja gar keinen Herzinfarkt bekommen". Zusätzlich bist du ja sogar ärztlich gecheckt.
Dazu musst du verstehen, dass die Psyche starken Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem hat. Normalerweise sind Sympathikus und Parasympathikus da ausgeglichen unterwegs, wenn du entspannen willst, kommt der Parasympathikus zum Einsatz, wenn du Gas gibst, der Sympathikus.
Auf Grund der Angst und Anspannung, ist der Sympathikus bei dir aber auf Vollgas, das heißt, du stehst völlig unter Strom, dass kann für Herzrasen (und Stolpern) sorgen, für Schwindel, Enge in der Brust etc.
Frage ist jetzt, wie du da am Besten heran gehst! Also du bist schon relativ gut drin, daher ist meiner Empfehlung auf jeden Fall therapeutische Unterstützung, zusätzlich könnte man auch dem Hausarzt die Ängste erklären, die meisten sind da sehr zuvorkommend, wenn sie merken, es kommt von der Psyche. Bei einem Therapeuten kann man eventuell auch "versteckte" Auslöser finden, bei mir war es eine unterbewusste Unzufriedenheit mit meinem damaligen Lebensstil.
Ein großer Baustein ist außerdem die Konfrontation, also in deinem Fall nach und nach wieder mit körperlicher Bewegung anfangen. Und damit meine ich vorsichtig, erstmal jeden Tag spazieren gehen. Wenn man merkt, es geht, dann ne längere Runde und irgendwann vielleicht mal richtig Sport. Nach und nach wirst du merken, dass dein Körper sehr wohl funktioniert und genau das musst du dir jedes Mal einspeichern! Mache auch einfach laute Selbstgespräche, sage dir selbst laut "guck, ich kann das ja!"
Sollte dir das mit der Bewegung erstmal schwer fallen, kann man übergangsweise auch mit Freunden oder Familienmitgliedern zusammen spazieren oder in deren Beisein Sport machen. Mir hat es damals zu Beginn geholfen, dass meine Frau mit im Wohnzimmer saß, als ich meine ersten Versuche startete, wieder Sport zu machen. Soll aber wirklich nur für den Übergang sein, dann irgendwann muss das alleine klappen.
Ein weiterer Gedanke, den ich irgendwann mal für mich als hilfreich empfunden hab, war, dass man natürlich niemals sicher ist. In der Therapie hab ich gelernt, dass man einfach sterblich ist. Sollte ich jetzt trotz der ärztlichen Untersuchungen und meinem gesunden Lebensstil mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,01% tot umfallen, dann sei es so.
Hoffe, ich konnte dir damit ein wenig helfen.