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Hallo an alle Leidensgenossen,
wie schafft ihr es, trotz eurer Ängste zu verreisen?
Ich leide seit Jahren unter starken Panikattacken und Krankheitsängsten, brauche eigentlich immer meine gewohnte Umgebung und vertraute Menschen um mich. Trotzdem würde ich so gerne verreisen, ich träume seit langem davon, nach Rom zu fahren. Dieses Frühjahr habe ich es mir fest vorgenommen, jetzt gab es keine Ausflüchte mehr, heute habe ich gebucht und nächste woche soll es losgehen, zusammen mit meinem Mann. Ich habe im Moment keine akuten Körpersymptome, die mich hindern würden, obwohl es nur eine Frage der Zeit ist, bis wieder was kommt. Ich habe schon ein Last-Minute-Angebot genommen, langes Planen wäre undenkbar. Aber auch jetzt frage ich mich: Bin ich in einer Woche wirklich gesund?
Was, wenn ich wieder eine Halsentzündung bekomme?
Oder meine Magenprobleme?
Meine Beine krampfen seit Tagen stark, wenn eine schwere Mangelerscheinung dahinter steckt?
Ich weiß, ich würde die Reise (eigentlich nur 4 Tage) nie schaffen, wenn jetzt irgend eine Krankheit dazukommt.
Wie macht ihr das?
Ich konnte heute Nacht schon kaum schlafen, wie soll ich das aushalten?
Aber nur vergraben und das Leben vorbei ziehen lassen, ist doch auch keine Lösung!

05.03.2012 13:28 • 27.06.2020 #1


14 Antworten ↓


Genau vor dem Problem steh ich auch.Wollen im Mai für ne Woche in den Schwarzwald.Also 1.Notfallmedis mitnehmen. 2.abklären ob an dem Ort auch ein Arzt od ne Klinik ist.3.für unterwegs Knautschball,MP3,Lesestoff,Kaugummi,Wasser.

05.03.2012 13:53 • #2



Krankheitsängste und Urlaub

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Ich sehe mich schon wieder scheitern.

Vorletzter Urlaub: 2007 - Ostsee: vorzeitig abgebrochen wegen Erkältung (lag nur mit Fieberthermometer am Strand und mit meinem Blutdruckmessgerät im Bett)

Letzter Urlaub 2008 - Prag: die absolute Hölle, auch für meinen Mann, durchgehendes Herzrasen, Puls nie unter 110, sind wieder heim gefahren, zuhause in die mir vertraute Notaufnahme, eine Faustan bekommen und beschlossen, nie wieder zu verreisen.

Ich wollte so gerne nach Rom, träume schon lange davon, hab Kunstgeschichte studiert und es ist eine Schande, dass ich nicht einmal normal sein kann!
Werd wohl am Montag (eigentlich Abreisetag) die Reiserücktrittsversicherung nutzen müssen, mich über die 100 Euro Selbstbeteiligung schwarz ärgern und meinen Traum begraben. Seit 2 Tagen nicht mehr geschlafen, fühle mich schwach und kränklich. Ich hasse diese Ängste so sehr! Und mich auch!
Kennt ihr das?
Wie kann man sich da trotzdem noch mögen, obwohl einem die Psyche jede Freude am Leben nimmt?

06.03.2012 12:21 • #3


Hallöchen

Maggie46 hat recht, Notfallplan erstellen. Das Beruhigt den Kopf. Du darfst nicht viel drüber nachdenken (so schwer das ist). Und wenn Symptome auftauchen "musst" du trotzdem fahren, sonst nimmt das alles niee ein ende. Hatte das vor 2 wochen. Meine Freundin überraschte mich mit einer Berlin reise (war vorab bezahlt). 3 Tage vorher hatte ich Atemprobleme, bekam einen knubbel am Hinterkopf und war extrem verspannt/verkrampft (Nacken schmerzte, Beine zogen etc.). Am Tag der abreise sagte ich ihr ab . Eine stunde später war alles wieder ok bei mir!! Im Juni will ich nach Südtirol (Meran), mit meinen Eltern. Es kann kommen was will "ICH FAHRE" und wenn ich unterwegst 1000 Tode sterbe! Das ist wie mit deiner Rom Reise. Ich will auch unbedingt nach Südtirol!

Gruß silvia

06.03.2012 14:14 • #4


Hallo,

Ich kann dich sehr gut verstehen ich habe auch immer Angst vor dem verreisen. Meistens ist es ja so das genau dann die Probleme beginnen weil man sich es unbewusst ja immer einredet das was passieren wird.

Ich war im Sommer 2011 in Italien und hatte stark mit Herzrasen zu kämpfen - es war wirklich der Horror - habe den Urlaub aber nicht abgebrochen. Als der Abreisetag da war gings mir aufeinmal wieder super. Also ich glaube das ist einfach nur das Unterbewusstsein und man muss dagegen angehen.

Du darfst den Urlaub auf keinen Fall absagen. Was hast du schon groß zu verlieren? Sollte es dir wirklich beschissen gehen kannst du noch immer nach hausefahren. Aber du darfst dir nicht schon im vorhinein einreden das es nicht gut gehen wird. Rede dir ein das alles super wird versuche dich auf den Urlaub zu freuen. Ich weis das es schwer ist ich kämpfe selbst immer damit aber nur so kannst du es schaffen. Wenn du den Urlaub wieder absagst gibst du deiner Angst damit wieder die Bestätigung das Sie stärker ist. Genau das darf aber nicht sein.

Ich drucke dir ganz fest die Daumen das du die Kraft hast den Urlaub anzutreten und mit positivem Denken wird der Urlaub sicher super =)

Lg Staicy

06.03.2012 17:16 • #5


Danke - ihr seid sehr lieb!
Ja, genau solche beruhigenden Worte habe ich gebraucht und gesucht ...
Ich hab zumindest noch nicht abgesagt, aber ich muss immer noch ein paar Tage zittern. Das nächste Mal verreise ich nur noch spontan und mit Auto - diese Warte-Woche macht echt mürbe.
Na mal schauen, die Körpersymptome nehmen zu, ich halt euch auf dem Laufenden.
Und silvi2910 und maggie - wenn der Urlaub bei euch vor der Tür steht, könnt ihr euch gerne vorher hier nochmal melden, dann trete ich euch in den Hintern!

07.03.2012 13:51 • #6


Hallo!

Also so schlimm ist es bei mir zum Glück (noch) nicht, wobei unsere Urlaubsreisen sich in den letzten Jahren auch nur noch auf Deutschland beschränkt haben, da ich riesige Angst vor dem Fliegen habe. Momentan haben wir eh nicht so viel Geld, dass ein USA-Urlaub etc. überhaupt "drin" wären, aber ich ein paar Jahren muss ich da wohl auch mal gegensteuern.

Ich habe übrigens genauso große Angst, wenn Menschen, die ich gern habe, mit dem Flugzeug fliegen. Ich hasse es einfach.

Vor einigen Wochen bin ich ein paar Stunden mit dem ICE unterwegs gewesen und habe gemerkt, dass das auch nicht mehr geht. Ich hatte eine Panikattacke in der Bahn!

Schiff geht auch nicht mehr, seitdem ich 1x mit der Fähre nach England gefahren bin und der Seegang so schlimm war.

Ich HASSE die Autobahn - besonders wenn mein Mann fährt. Aber irgendwie muss man ja ankommen. Auto ist mir momentan noch am liebsten, weil ich da das Gefühl habe, ich hätte eine gewisse Kontrolle.

Dass ich im Urlaub erkranken könnte, finde ich nicht so schlimm, da ja immer und überall Kliniken in der Nähe sind. Auch in Italien braucht man sich da keine Gedanken machen. Anders wäre es vielleicht z.B. in Thailand etc. - da wäre ich mir dann nicht so sicher.

Vielleicht so einen ADAC Auslandsschutz abschließen? Vielleicht gibt das noch mehr Sicherheit, denn falls etwas ist, wird man sogar mit dem Hubschrauber abgeholt! Gut, wenn man Angst vor dem Fliegen hat wie ich, dann ist das auch nicht wirklich beruhigend.

ROM soll eine wunderschöne Stadt sein - bitte lass Dir das Erlebnis nicht nehmen! Man lebt schließlich nur 1x und es wäre schade, wenn man sich nur noch zuhause einbuddelt!

LG
die Angsthäsin

07.03.2012 16:17 • #7


krümelmonster
Obwohl ich regelmässig von Panikattacken und alles was dazu gehört heimgesucht werde, bin ich noch nie soviel gereist, wie in den letzten 5 Jahren:
USA Roadtrip, Irland/Schottland Roadtrip, Vietnam, Singapur, Hongkong, usw, und teilweise Orte da gabs weit und breit kein Arzt oder Spital; und dieses Jahr gehts nach Japan

Aber es war jedesmal traumhaft, ich würde mir jetzt schwere Vorwürfe machen, wenn ich das alles abgeblasen hätte.

Und ja ich hatte Momente mit Attacken oder Bauchschmerzen/Durchfall, Fieber, Schwindel, Atemnnot und alles mögliche und trotzdem lebe ich noch.

Alle meine Ängste, Panikattacken und Symptome trage ich sowieso mit mir herum, die sind doch völlig ortsunabhängig. Im behüteten Zuhause sind sie einfach erträglicher und deshalb weniger bedrohlich, aber soll ich deswegen auf das Reisen verzichten? Nein, lieber nehm ich meine Angst mit und zeige ihr die grosse weite Welt, sie soll auch was davon haben

Deshalb: nicht soviele Gedanken machen, was alles schreckliche passieren könnte, sondern Koffer packen und versuchen zu geniessen. Es geht nicht immer gleich gut, aber das trifft auf "gesunde" ebenso zu, wie für uns. Alle haben gelegentlich auf Reisen verschiedene Wehwehchen nur interpretieren sie sie nicht gleich als Katastrophe.

Die Welt zu bereisen lohnt sich! Egal ob nah oder fern!

07.03.2012 18:42 • x 1 #8


Ja eben, man lebt nur 1x und ich habe mich schon so lange eingebuddelt!
Bin jetzt 30 Jahre und habe langsam so etwas wie Torschluss-Panik.
Seit 19 Jahren lebe ich nur so nebenher, im Mittelpunkt stand immer die Angst und sie hat mir soviel verdorben!
Und wer gibt mir die Jahre zurück? Niemand. Sie sind für immer verloren. Und wenn ich nicht langsam etwas anders mache und anfange, mein Leben zu genießen (aber wenn das so einfach wäre) dann bin ich irgendwann mal alt und es ist vorbei und alles, was war, war Angst! Ich habe bisher so viel gemieden, habe so viele Reisen nicht gemacht, so viele Verabredungen mit Freunden verpasst, so viele Abstriche im Beruf gemacht, mir immer gesagt, dass ich eine Schwangerschaft nie schaffen würde und es deshalb gelassen.
Aber jetzt? Ich bin so unzufrieden. Und meine Jugendjahre kommen nie wieder.
Aber es ist echt schwer, die letzten Nächte waren Horror, die Angst vor der Reise lässt nicht locker, ja, krümelmonster, krank kann man überall werden, aber die vertraute Umgebung gibt mir immer etwas mehr Sicherheit. Ich würde immer heim wollen, wenn ich krank bin. Aber du hast natürlich recht, ich lese mir eure Kommentare immer wieder durch und sie helfen mir. Also danke dafür!
Fühl mich seit heute leicht erkältet, wenn das jetzt losgeht, wird es brenzlig.
Oh weh.

08.03.2012 21:16 • #9


Guten Morgen!
Nach 3 Stunden Schlaf (00:15 - 03:30) bin ich schon wieder hellwach und supernervös ...
Schnauze voll.
Bin so kaputt, hab gar keine Kraft mehr mich aufzuregen.

09.03.2012 06:26 • #10


27.06.2020 17:30 • x 1 #11


Ich denke wenn du einmal unterwegs bist lässt die Anspannung nach,ich wünsche es dir.
Sonne Meer,leckeres Essen,relaxen,Gemütlichkeit....es wird schon kommen

27.06.2020 17:34 • x 3 #12


Das wünsche ich mir so sehr!

27.06.2020 17:54 • x 1 #13


Diese Angst zeigt sich gerade so furchtbar mit falschem Atmen. Immer dieses tiefe einatmen wollen.

27.06.2020 17:56 • #14


Calima
Zitat von chsrsen:
Diese Angst zeigt sich gerade so furchtbar mit falschem Atmen. Immer dieses tiefe einatmen wollen.


Eine Hyperventilation bringt dich da nicht raus. Nimm dir zumindest die Hände vor den Mund und atme in diese aus und ein. Sonst hast du gleich noch eine ganz andere Symptomatik.

Urlaub ist cool. Genieß ihn, statt dich in sinnlose Ängste zu steigern und dir alles zu verderben.

27.06.2020 19:18 • x 1 #15



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