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YoungTreeFrog24

YoungTreeFrog24
Mitglied

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Hallo zusammen,

Ich bin 24 Jahre alt und leide seit 1,5 Jahren an einer generalisierten Angststörung sowie an einer hypochondrischen Störung. Ein stationärer Aufenthalt und Psychotherapie haben bis jetzt nicht den erwünschten Erfolg gebracht.

Die Herzangst besteht dauerhaft, abgesehen davon reihen sich Ängste vor Schlaganfällen, Krebs, Aneurysmen, etc. munter aneinander. Ich habe täglich das Gefühl, gleich zu sterben. Natürlich kommen massive Panikattacken und alle möglichen Symptome (Herzstolpern, Schmerzen in der Brust, Kopfschmerzen, Schwindel, Präkollaps, Bauchschmerzen…) dazu.

Mein Leben ist massiv eingeschränkt und ein normaler Alltag kaum möglich. Sport schon garnicht. Ich bin dauerhaft damit beschäftigt, meinen Puls zu kontrollieren, EKGs auf der AppleWatch zu machen, meine Sauerstoffsättigung zu kontrollieren und meinen Blutdruck zu messen.

Habt ihr Ratschläge für mich? Was hat euch vielleicht geholfen?

Liebe Grüße, Freddi

21.01.2026 #1


28 Antworten ↓


CosmicPancake
Hallo Freddi,
danke das Du Deine Geschichte teilst. Da wo Du bist, war ich auch. Der wichtigste Tipp, den ich Für geben kann: Schmeiß die Apple Watch weg. Wenn Du nicht aufhörst Deine Vitalfunktionen zu überwachen, kann es nicht besser werden. Dein Körper funktioniert autonom und eine Überprüfung bringt nichts. Wenn Du das nicht machst, brauchst Du dir auch über alles weitere keine Gedanken machen. Dann wird's nicht besser.

Edit:
Das Blutdruckmessgerät und den SpO2 Sensor natürlich auch wegwerfen. Finger weg von allen Gefäßen.

x 1 #2


A


Herzangst und Sorge vor plötzlichem Tod

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YoungTreeFrog24
@CosmicPancake Ist wahrscheinlich ein guter Ratschlag. Die AppleWatch suggeriert eine gewisse Sicherheit, sorgt aber auch für eine absolute Hyperfixierung auf Vitalparameter. Ich weiß nicht ob ich es so schnell hinbekomme, diese Angewohnheit loszulassen, aber einen Versuch ist es bestimmt wert. Danke für deinen Rat

#3


CosmicPancake
Nach dir Uhr einfach ab. Der Körper ist keine Maschine, die Du aufgrund von Messwerten steuern kannst. Der Körper ist aber eine Maschine, die du durch das Messen steuern kannst. Sterben tust Du so oder so. Deine Apple Watch kann dir jetzt ein Spitzen EKG aufzeichnen und trotzdem kannst Du im nächsten Moment tot umkippen weil Dein Herz einfach aufhört zu schlagen. Das suggeriert überhaupt keine Sicherheit. Das suggeriert Kontrolle über etwas zu haben, dass nicht kontrollierbar ist.
All diese Dinge, die Du machst, haben bei Gesunden keinerlei Nutzen. Da gibt es nichts schön zu reden. Unerwartete, den Tod bringende Ereignisse treten einfach so auf. Da würde dir auch nicht helfen im Krankenhaus zu leben. Ich habe in der Therapie gelernt mich immer zu fragen: Und dann?
Was passiert, wenn Du nicht mehr kontrollierst? Dann weißt Du keine Werte mehr. Und dann? Fühlst Du dich unsicher ob alles in Ordnung ist? Und dann? Kriegst du eine Panikattacke? Und dann? Geht die wieder vorbei.

#4


Bbbb
Wie hoch ist dein Puls im allgemein und abends ?

Gruß

#5


YoungTreeFrog24
Ist unterschiedlich.
Ruhepuls ist beispielsweise 54, jetzt gerade liegend im Bett bei 75

#6


YoungTreeFrog24
@CosmicPancake Das Problem ist die panische Angst vor dem Tod. Es läuft alles darauf hinaus. Am Ende des Tages habe ich nur Angst davor, nicht mehr zu sein. Deswegen ist diese fälschliche Sicherheit zwar nicht real, bietet jedoch Linderung

#7


YoungTreeFrog24
@Bbbb bei Panikattacken auch gut und gerne mal 150+

#8


Bbbb
Zitat von YoungTreeFrog24:
@Bbbb bei Panikattacken auch gut und gerne mal 150+

Versehre und in Ruhe ?

#9


YoungTreeFrog24
@Bbbb wie gesagt, im Normalfall zwischen 54 und 60

#10


CosmicPancake
@YoungTreeFrog24 Das mit der Linderung denkst du nur. In Wirklichkeit ist das Messen Teil des Problems. 5 Flaschen Bitburger bringen mir auch Linderung, wenn ich da jeden Tag mache, sind sie aber das Problem.
Die Kunst ist den Tod zu akzeptieren, denn die Realität sieht so aus: Wir werden alle sterben. Was würde passieren, wenn Du tatsächlich morgen um 12 Uhr tot umfällst?

#11


Afraid
Zitat von YoungTreeFrog24:
Habt ihr Ratschläge für mich? Was hat euch vielleicht geholfen?

Hi 🙋🏻‍♀
Ich fühle genau, was du sagst. Auch ich habe unter anderem eine Angststörung aus der sich dann eine Herzneurose und die Angst vor dem plötzlichen Herztod entwickelt hat

Geholfen hat mir ebenfalls meine Apple Watch zu entsorgen. Ich habe irgendwann über 30 EKG‘s am Tag geschrieben. Bei jeder Bewegung auf meinen puls und die Veränderung geschaut und mich dadurch nicht selten in massive Panik reingesteigert. Ich kann dir sagen, dass es nur noch schlimmer wird, je länger du die Uhr trägst. Irgendwann reichen 30 EKGs nicht mehr, es wird dir keine Sicherheit mehr bringen und dann kommst du an dem Punkt an dem ich war und verlässt das Haus nicht mehr. Vermeidest Bewegung, versuchst nur zu liegen, ruhig zu atmen, den Puls bei 60 zu halten. Du musst damit aufhören. Schon alleine, weil die Uhren oftmals falsche Werte anzeigen. Zum Beispiel halbieren sie manchmal den Puls oder verdoppeln ihn. Dann siehst du, dass du nachts einen Puls von 34 hattest und drehst völlig durch. Dabei ist das ein Fehler der Uhr. Genauso wie sie oft fälschlicherweise Vorhofflimmern bei mir angezeigt hat. Und selbst der Arzt konnte mich diesbezüglich nicht beruhigen, weil ich ihm nicht mehr geglaubt habe.

Mir geht es jetzt seit knapp 2 Jahren ohne Uhr so viel besser. Meine Gedanken drehen sich noch immer um gefährliche Herzrhythmusstörung und ich bin eingeschränkter, als andere. Aber ich mache wieder Sport (zuhause, denn dort fühle ich mich mit sehr hohem Puls noch am sichersten) , versuche dadurch zu akzeptieren, dass der Puls selbst bei einer Panikattacke auf 180 gehen darf, ohne dass ich sterbe. Ich messe nur noch beim Arzt und verlasse auch wieder das Haus. Wenn du etwas ändern willst, Pack die Uhr weg. Nicht bald, sondern jetzt. Du bist noch so jung… Du wirst nicht morgens einfach aufwachen und nicht mehr das Bedürfnis haben das ganze überwachen zu wollen. Du brauchst da echte Hilfe und keine Apple Watch.

Alles Gute dir 🍀

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P
Zitat von YoungTreeFrog24:
Hallo zusammen, Ich bin 24 Jahre alt und leide seit 1,5 Jahren an einer generalisierten Angststörung sowie an einer hypochondrischen Störung. Ein ...

Letztendlich sind Ängste Gedanken, die dann zu unangenehmen Gefühlen führen.
Und: Je schlechter es einem körperlich geht, desto schlechter auch das mentale.

Heilung liegt also - wenn kein Trauma bearbeitet werden muss oder eine große externer Stressor beseitigt werden muss - in einer "gesunden Lebensweise" (was aus mehreren Säulen besteht) und der Stärkung des Mindsets.

Bei letzterem hat mir u.a. die Akzeptanz und Commitment Therapie (ACT) geholfen. Mir gefällt "Das Leben annehmen". Hier geht es darum, wie man mit negativen Gedanken umgehen kann.

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Molly1605
@YoungTreeFrog24 Angst davor zu haben nicht mehr zu sein verschwendet die Zeit, die du bis dahin hast. Den Wunsch danach alles kontrollieren zu können und im Griff zu haben gibt nur trügerische Sicherheit. Eigentlich verkürzt es die Lebensdauer sogar, denn der Stress dem du damit dauerhaft ausgesetzt bist, ist schlecht für deinen Körper. Also wenn du Angst vor diesen Krankheiten hast, dann wird es sie nicht verhindern nur weil du Angst vor ihnen hast. Verändere das, was du verändern kannst und das ist dein Lebensstil. Lege den Fokus auf Entspannung zu erlernen und dein Nervensystem positiv zu beeinflussen, das dankt dir dann auch dein Herz 😊

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Afraid
Bei Hypochondrie sind so Aussagen wie einfach den „Fokus auf Entspannung legen“ oder „Akzeptanz“ in der Theorie echt schön, aber in der Praxis viel zu einfach gesagt. Wenns doch nur so leicht wäre…

Liegt wirklich eine diagnostizierte Hypochondrie vor, sollte das in einer Therapie aufgearbeitet werden.

#15


evelinchen
Zitat von Afraid:
Bei Hypochondrie sind so Aussagen wie einfach den „Fokus auf Entspannung legen“ oder „Akzeptanz“ in der Theorie echt schön, aber in der Praxis viel zu einfach gesagt. Wenns doch nur so leicht wäre…

Genau wie bei Depressionen.
Wenn ich schon solche Aussagen wie "Geh spazieren ,mache Sport" höre , kriege ich Puls.

x 2 #16


Molly1605
Naja sagen wir mal so… was wird einem denn in der Therapie beigebracht. Genau… den Fokus zu verändern. Das ist eben ein Teil der Veränderung, die man lernen muss. Und der TE hat nach Tipp und Ratschlägen gefragt. Also das war einer.

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Molly1605
@evelinchen aber auch das gehört zur Therapie und zum Weg aus der Depression raus auch dazu. Und es handelt sich um Ratschläge nicht um Zwangsmaßnahmen. Und Sport ist bewiesenermaßen ein sehr effektives Hilfsmittel um Depressionen zu behandeln

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Afraid
@Molly1605 sehe ich anders. Ein Tipp wäre dann professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Entspannung empfehlen ist mir wie gesagt zu einfach und spielt die Erkrankung deutlich herunter. Aber das ist auch nur meine Meinung.

In einer Therapie lernt man den ganzen Weg dahin. Da kommt keiner und sagt „verändere mal den Fokus“. Zumindest lief das bei mir zum Glück anders, sonst wäre ich wohl nie wieder hingegangen

#19


evelinchen
Zitat von Molly1605:
aber auch das gehört zur Therapie und zum Weg aus der Depression raus auch dazu

Ich kann da nur von mir schreiben und ich hätte mir nicht vorstellen können überhaupt aus dem Haus zu gehen , oder gar unter Menschen.
In schlimmen Phasen wollte ich einfach nur meine Ruhe haben.
Meistens kommen ja solche Ratschläge von Menschen , die diese Krankheit nie erlebt haben.

#20


A


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