Was ich hier bisher nicht gelesen hab, außer ich habs übersehen:
Wurdest du ärztlich gecheckt? Das ist ja A und O bei solchen Symptomen, also zumindest mal zum Hausarzt.
Das ist ja der ersten Gedanken, den man packen muss: ICH BIN GESUND!
Und dann muss man ja Techniken erlernen, mit denen man lernt, Symptome anders zu bewerten und den Körper neu kennenlernen. Dafür sollte man eine Therapie machen, Klinikaufenthalte sind für mich nicht annähernd so effektiv, da wird man ja quasi nur so weit aufgepäppelt, dass man wieder in den Alltag kann, bei einer tief verwurzelten Hypochondrie ist aber ein längere Verhaltenstherapie hilfreich.
Was dir aber bewusst sein muss: Du musst einiges dafür tun, gerade bei Hypochondrie bzw. Herzneurose kann man seiner Angst nicht wirklich entfliehen, das Ding, was dir Angst macht, hängt ja schließlich in deiner Brust.
Da muss dann viel mit Strategien zum Aushalten gearbeitet werden, zusätzlich Autosuggestion, beispielsweise sich nach Panikattacken sagen "guck, doch nicht die Pumpe😉 " oder "warum sollte ich mit 24 einen Herzinfarkt oder Herztod erleiden". Dafür brauch man meiner Meinung nach zumindest einen vernünftigen Arztbesuch auf den man sich gedanklich berufen kann. Mit EINEM ärztlichen Abchecken muss da dann aber gut sein, es ist auch wichtig kein Ärzte-Hopper zu werden.
Für mich die Reihenfolge:
1. Arzt aufsuchen und durchchecken lassen, sofern nicht geschehen.
2. Um Therapieplatz bemühen.
3. In der Therapie dann auf Basis der bescheinigten Gesundheit Strategien lernen, um seinem Körper wieder zu vertrauen, gewisse Symptome wieder neu bewerten, um sie besser auszuhalten bzw. zu beruhigen.
4. Den Körper wieder belasten, vielleicht mal langsam spazieren, irgendwann Ausdauersport, um sich zu beweisen, dass der Körper ganz toll funktioniert und das sogar alleine ohne deine Kontrolle😄
Der Weg dahin ist schwierig, aber möglich, bei mir hat es auch gedauert, hier und da kommt es mal wieder durch, spielt aber keine große Rolle mehr. Der schwerste Punkt war für mich, die Belastung wieder aufzunehmen, da kann man zu Beginn auch vielleicht einen Freund oder so hinzunehmen, um erstmal ein wenig Sicherheit zu bekommen.
Ich bringe gerne immer noch einen kleinen Punkt, der aber nicht jedem hilft, mir wurde er aber in der Therapie vermittelt:
Du bist sterblich, egal, was passiert. Du kannst ärztlich gecheckt sein und morgen trotzdem tot umfallen, zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,01%, aber so ist das Leben. Den Gedanken zu verinnerlichen hilft, die Angst vor dem Tod einzudämmen.
Ich hab den Onkel Doktor gefragt, er sagte ich bin gesund, dazu mache ich regelmäßig Sport und versuche mich größtenteils gesund zu ernähren. Ich hab also alles getan, was ich kann, den Rest kann ich nicht beeinflussen, dann sei es nun mal so.