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Liebes Forum,

sicher kennt ihr solche Posts zur Genüge. Hab mir auch lange überlegt, ob es überhaupt Sinn macht, einen weiteren dieser unzähligen Krankheitsposts abzusetzen, aber andererseits gehts hier sicher den Meisten so wie mir grade und manchmal tut etwas Austausch und Beruhigung sicher ganz gut.

Was ist los?
Ich habe aufgrund anhaltender neurologischer Beschwerden (Kribbeln in Arm, Händen, manchmal auch Gesicht; Hautbrennen an verschiedenen Stellen, Zuckungen an verschiedenen Stellen und Muskeln/Fasern) in letzter Zeit ziemlich Angst bekommen, dass dies MS oder ALS oder sonstige neurologische Erkrankungen sein könnten.

Ich wurde zwar neurologisch mehrfach durchgecheckt: Nervenreizmessung (ENG), Muskelmessungen (EMG), VEP, SEP, Gleichgewichtstests, Vibrationstests, MRT vom Gehirn. Gott sei Dank immer alles ohne Befund.

Die Beschwerden halten aber an und die Beruhigung lässt mit anhaltenden Beschwerden mehr und mehr nach und schwankt doch wieder in Verunsicherung und Angst um: was, wenn man damals (August / September) nur noch nix fand, aber vielleicht mittlerweile jetzt?

Komisch ist halt auch, dass diese Beschwerden kurz nach einem Zeckenstich im Juni eintraten und seitdem mehr oder weniger ständig da sind. Kein Tag ohne irgendwelchen komischen Beschwerden.

Ob das wirklich alles psychisch sein kann, oder ob da von diesem blöden Zeckenviech irgendwas reingeimpft wurde, das mir jetzt solche Beschwerden macht? Borreliosetests waren wohl negativ, aber das soll ja kein Garant sein, dass auch tatsächlich nichts da ist. Außerdem gibts ja neben Borrelien noch andere Viecher, was Zecken so in sich haben.

Mich hat das Ganze jetzt schon ziemlich in ein großes Loch gestürzt: in schlimmen Momenten seh ich mich schon langsam dahinraffen, schlimme, unheilbare Diagnosen erhalten, ja, an Sterben musste ich auch schon denken (nicht Selbstmord, sondern eher aufgrund irgendwelcher unheilbaren Krankheiten, die sich durch die Beschwerden jetzt ankündigen).

Am liebsten würde ich sämtliche Untersuchungen direkt nochmal machen, so überzeugt bin ich manchmal, dass man sicher JETZT was findet.

Kennt das wer? Ich weiß nicht, was ich noch machen soll, oder wie ich da wieder rauskommen soll. Wenn ich doch ständig täglich Kribbeln und sonstige Empfindungsstörungen habe, muss doch was Ernstes dahinterstecken?

Ich bin total fertig!

01.12.2020 19:45 • 24.02.2021 #1


64 Antworten ↓


Wind
Bist du vielleicht aufgrund deiner Angst sehr angespannt? Das Kribbeln und Brennen kenne ich sehr gut. Manchmal hatte ich auch eine Art Taubheitsgefühl, ich spürte die Haut irgendwie als fremdes Objekt, als wäre mein Bein eingeschlafen. Im Bett habe ich regelmässig stark gezuckt vor dem Einschlafen. Das kam Schubweise mit meiner Angst, was bei dir vielleicht auch zutreffen könnte.

Ich bemerke mittlerweile gar nicht mehr, wie verspannt ich bin, erst wenn die Symptome kommen, merke ich wieder, wie viel Stress ich mir mache.

Achte doch mal bewusst darauf und versuche dich zu entspannen, mal den Körper locker zu lassen. Vielleicht wird es besser.

01.12.2020 21:26 • x 1 #2



Anhaltende neurologische Beschwerden machen mir Angst

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Ein sogenannter MS-Schub scheint sehr unwahrscheinlich zu sein (ich weiß wovon ich rede, denn ich habe MS seit 2006), weil das letzte MRT war im September unauffällig sprich keine 'Entzündungsherde' zu sehen. Diese Beschwerden können ganz verschiedene Ursachen haben. Es könnte auch von der Halswirbelsäule kommen. Da sind solche Beschwerden nicht selten (habe selbst eine 'instabile' Halswirbelsäule). Natürlich kann auch die Angst/Anspannung sowas auslösen, auch das habe ich oft erlebt. Also an MS und sonstigen neurologischen Erkrankungen glaube ich eigentlich weniger. Ein Zeckenstich kann natürlich eine Hirnhautentzündung auslösen, aber auch hier wieder Entwarnung, denn das hätte man auf den MRT-Aufnahmen gesehen und bliebe nicht unentdeckt. Schwierig zu sagen, was bei dir los ist. Was sagt dein Hausarzt dazu?

01.12.2020 21:48 • x 1 #3


Zitat von Wind:
Bist du vielleicht aufgrund deiner Angst sehr angespannt?


Klar bin ich das. Das ganze Jahr schon. Anfang des Jahres hatte ich totale Angst, ich hätte mir meinen Darm/Bauch verletzt nach einem kleinen Radunfall an Silvester. Prompt hatte ich monatelang anhaltenden Bauchschmerzen. Zig Untersuchungen ergaben nix.

Dann kam überschneidend dann die Angst vor Corona mit dazu. Und als im Juni dann der Zeckenstich kam, waren plötzlich alle Bauch/Darmbeschwerden wie weggeblasen und seitdem hab ich jetzt "zeckentypische" neurologische Beschwerden... Man könnte also schon eine Art Muster erkennen, dass dies alles durch meine Krankheitsangst getriggert ist.

Leider ist aber halt grade das Thema Borreliose so undurchsichtig und man kann eigentlich nie sicher sein, ob man es jetzt hat oder nicht, da man es nie direkt nachweisen kann. So muss ich also ständig davon ausgehen, dass ich mir durch die Zecke jetzt was eingefangen habe und das nun meine Beschwerden sind, trotz negativer Antikörpertests auf Borreliose. Aber wie gesagt, die sind leider eben nicht 100% verlässlich.

01.12.2020 22:08 • #4


Calima
Zitat von EinsamerStern:
Aber wie gesagt, die sind leider eben nicht 100% verlässlich.

Keine Diagnose ist das. Es gibt immer ein Restrisiko. Man kann sich damit verrückt machen oder darauf vertrauen, dass alles gut ist.

01.12.2020 22:12 • x 1 #5


Zitat von Calima:
Keine Diagnose ist das. Es gibt immer ein Restrisiko. Man kann sich damit verrückt machen oder darauf vertrauen, dass alles gut ist.


Ja, du hast Recht. Aber ich denke mir dann: wenn tatsächlich nix ist, dann sollten doch die Beschwerden mal langsam aufhören. So bleibt das halt alles aufrecht und die Verunsicherung bleibt.

01.12.2020 22:17 • #6


Hallo2020
Zitat von EinsamerStern:
Ja, du hast Recht. Aber ich denke mir dann: wenn tatsächlich nix ist, dann sollten doch die Beschwerden mal langsam aufhören. So bleibt das halt alles aufrecht und die Verunsicherung bleibt.


Aber die Beschwerden können doch garnicht aufhören wenn die innerliche Anspannung deinen Körper immer weiter oder immer wieder verspannt. Glaub mir, das kommt von Verspannungen. Wieso ich so sicher bin? Weil du sehr sehr gut untersucht bist und ich die von dir beschriebenen Beschwerden schon seit fast 2 Jahren jetzt immer mal wieder habe und bei mir ist auch nichts ^^

Das einzige was mir noch einfallen würde, wäre die Schilddrüse. Wurde die auch untersucht? Die kann auch ähnliche Beschwerden auslösen.

01.12.2020 22:22 • x 1 #7


Zitat von Hallo2020:
^^Das einzige was mir noch einfallen würde, wäre die Schilddrüse. Wurde die auch untersucht? Die kann auch ähnliche Beschwerden auslösen.


Ja, die wurde auch untersucht. Da ist auch nix. Ich weiß nicht mehr, bei wievielen Ärzten ich seit Juni (oder generell dieses Jahr) nun war...

Du hast die gleichen Beschwerden? Komisches Kribbeln in verschiedenen Orten, Taubheitsgefühle hin und wieder, Hautbrennen, wechselnde Muskelschmerzen in verschiedenen Stellen? Das wären alles typische Zeckensymptome, aber auch nach Antibiotika immer noch vorhanden.

01.12.2020 22:25 • #8


Hallo2020
Zitat von EinsamerStern:
Ja, die wurde auch untersucht. Da ist auch nix. Ich weiß nicht mehr, bei wievielen Ärzten ich seit Juni (oder generell dieses Jahr) nun war... Du hast die gleichen Beschwerden? Komisches Kribbeln in verschiedenen Orten, Taubheitsgefühle hin und wieder, Hautbrennen, wechselnde Muskelschmerzen in verschiedenen Stellen? Das wären alles typische Zeckensymptome, aber auch nach Antibiotika immer noch vorhanden.



Jap, 1zu1 die gleichen Beschwerden. Immer mal wieder, seit gut 2 Jahren.

01.12.2020 22:29 • #9


Und gab's einen Auslöser bei dir? Eventuell auch eine Zecke? Oder kam das einfach aus dem Nichts?

01.12.2020 22:32 • #10


Hallo2020
Also der Arzt bei dem ich war hat einen Borreliose test gemacht der auch positiv war, kann sein das alles dadurch ausgelöst wurde, aber ist doch auch i. Wie schnuppe mMn, so lange es nichts schlimmes ist.

01.12.2020 22:49 • #11


Zitat von Hallo2020:
Also der Arzt bei dem ich war hat einen Borreliose test gemacht der auch positiv war, kann sein das alles dadurch ausgelöst wurde, aber ist doch auch i. Wie schnuppe mMn, so lange es nichts schlimmes ist.


Naja, aber Borreliose kann ziemlich böse werden, wenn es wirklich eine war. Die sollte man eigentlich schon immer schnell behandeln.

01.12.2020 22:52 • x 1 #12


Hallo2020
War bei mir aber schon abgeklungen und wenn sie böse wird, dann nicht erst nach paar Monaten. Könnten borreliose spätfolgen sein hat mir der Arzt gesagt, war mir wie gesagt aber auch egal so lange nicht eine ernsthafte Erkrankung dahinter steckt die mich tötet, aber da denkt ja jeder anders ^^

Ich glaube trotzdem das diese Beschwerden eher von Verspannungen und Angst kommen, sind eben sehr typisch dafür, zudem wurdest du wie gesagt sehr gut untersucht.

Knackt zufällig dein Kiefer beim langsam auf machen?

01.12.2020 23:02 • #13


Zitat von Hallo2020:
Knackt zufällig dein Kiefer beim langsam auf machen?


Manchmal, aber eher selten.

01.12.2020 23:13 • #14


Hallo2020
Naja manchmal reicht schon. Hast du dich schonmal mit cmd auseinander gesetzt? Das kann auch diese Symptome auslösen.

https://www.cmd-arztsuche.de/alles-uebe...-symptome/

01.12.2020 23:17 • x 1 #15


HierundHeute
Hallo

All deine Symptome, die du beschreibst, habe ich, wenn ich unter großem Stress leide, Angst- oder Panikphasen habe. Der Körper verspannt sich, ist in Alarmbereitschaft und damit voller Adrenalin. Bei mir zuckts dann wirklich überall, sogar mein Bein spielt dann verrückt, aber es geht vorbei, sobald sich mein Kopf einigermaßen beruhigt. Mir hilft persönlich Bewegung und Tee ganz gut Meine Psychologin hat mir gesagt, dass die Psyche und der Körper ein sehr enges Zusammenspiel haben und das eine nicht ohne dem anderen reagieren kann.

Ich leider selber an eine neurologische Krankheit und die Symptome sind eindeutig von deinen zu unterscheiden. All meine Mitpatienten, die ich bereits kennengelernt habe, haben mir genau das ebenfalls bestätigt. Mir persönlich hilft diese Erkenntnis immer, wenn meine Psyche mal wieder macht, was sie will

02.12.2020 14:45 • x 2 #16


portugal
Das sind doch bestimmt psychosomatische Beschwerden. Hat das noch kein Arzt angesprochen?

02.12.2020 14:56 • #17


koenig
Zitat von HierundHeute:
All deine Symptome, die du beschreibst, habe ich, wenn ich unter großem Stress leide, Angst- oder Panikphasen habe


Das kann ich so auch bestätigen. Derzeit habe ich auch eine nervöse Phase würde ich sagen. Es juckt mich dann oft an verschiedenen Stellen, wenn ich zur Ruhe komme. Aber auch alle anderen Symptome, die du beschreibst, kenne ich.

02.12.2020 15:02 • x 2 #18


Hallo,
ich erlebe so etwas ähnliches. Ich habe seit mindestens einem Monat immer solche kurzen kalten Stellen, die aber von außen nicht kalt sind. Meine Zunge brennt und sticht auch oft. An manchen (seltenen) Tagen sind die ganz weg aber kommen gefühlt immer häufiger und an mehreren Stellen. Ich war schon bei der Kieferchirurgin (laut ihr liegt es nicht an meinen Zähnen/Kiefer) und sogar beim Osteopathen. Phsyiotherapie habe ich auch schon 12 Sitzungen hier mir. Das meine HWS nicht unschuldig an diesen empfindungen ist, kann ich mir schon vorstellen, aber ich tue ja schon alles mögliche um die Beschwerden zu lindern. Da fragt man sich dann schon, ob doch was anderes dahinter steckt

02.12.2020 23:03 • #19


Also zu allerst muss ich euch allen hier erstmal danken für eure ermutigenden und tröstenden Worte! Das hilft mir momentan wirklich. Ihr müsst wissen, dass ich da in letzter Zeit wirklich durch die Hölle gehe, vor allem mit Blick auf Ängste, was diese Symptome jetzt sein könnten und dass man das bisher bloß noch nicht richtig entdeckt hat und in Wirklichkeit schon was unheilbares und endgültiges dahintersteckt. Das macht mich wirklich fertig.

Was ich vergessen hatte zu erwähnen: zu meinem Beschwerdebild gehören auch so kleinere Zuckungen. Die Muskelzuckungen hatte ich ja schon erwähnt, aber die meine ich nicht. Ich beobachte manchmal so leichte, bewegungsartige Zuckungen, nichts starkes, aber so ne ganz kleine Bewegung. Zum Beispiel, dass das Bein bzw. der Oberschenkel dann mal ein ganz klein wenig in eine Richtung zuckt, wie als ob ich ihn dort hinbewegen würde.
Am vergleichbarsten ist das mit diesen Einschlafzuckungen (die kennt ihr vermutlich und die sind laut Google und Neurologen wohl auch ganz normal): kurz vorm Einschlafen, im Dämmer-Modus hab ich manchmal wirklich heftige Zuckungen, das geht dann schon fast in Richtung Treten oder Strampeln, zwar nur einmalig, nicht mehrmals hintereinander, aber teilweise wirklich so ein heftiger Ruck/Tritt nach vorne. Da bewegen sich dann auch wirklich deutlich die Beine.

So heftig ist das bei den oben genannten Zuckungen natürlich nicht, da ist es nur ganz minimal, aber auch das hatte ich so vorher noch nie. Gerade eben legte ich meine Hand auf eine warme Wärmflasche. Und eventuell durch die Wärme hat nach kurzer Zeit irgendetwas im Daumen angefangen zu zucken, sodass dieser sich deutlich sichtbar ein ganz klein wenig immer etwas nach rechts und wieder zurück bewegt/gezuckt hat.

Keine Ahnung, was das sein soll, aber ich sagte ja oben schon: seit dem Zeckenstich ist bei mir neurologisch irgendwie alles durcheinander. Obwohl sie in den ganzen Untersuchungen bisher nix fanden. Soll das denn wirklich psychisch sein? Diese Zuckungen?

Ich weiß gar nicht, wie das psychisch funktionieren soll, denn offensichtlich werden hier ja Nerven so gereizt, dass Bewegungen und Zuckungen von Gliedmaßen entsteht. Das muss ja dann doch eine neurologische Beteiligung sein?!

02.12.2020 23:22 • x 1 #20



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