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Hallo liebe Community, ich bin seit einiger Zeit stille mitleserin und möchte mich erstmal bei allen Leuten für die ehrlichen und offenen Beiträge bedanken! Irgendwie hilft es einem ein wenig, wenn man sieht das man nicht der einzige Mensch auf dem Planet ist, der mit dieser schei. zu kämpfen hat.

Nun zu mir, ich bin 25 Jahre alt und Mama einer fast 3-jährigen Tochter. Ich habe seitdem ich 19 bin schon Angst schlimme Krankheiten (Krebs) zu haben aber es hielt sich in Grenzen... verschwand oft und kam dann wieder....

Doch seitdem ich mama bin lebe ich in ständiger täglicher Angst, dass ich irgendeine Art von Krebs habe, die schon Metastasen gestreut habe und ich bald sterben werde und meine Tochter nicht aufwachsen sehe... meine Gedanken sind oft sogar so schlimm, das ich nicht in die Zukunft denken kann da ich mir einrede bei zB ihrer Einschulung sowieso schon tot zu sein
Diese ständige Angst schränkt mich im Alltag mit meiner Tochter sehr stark ein da ich oft in Gedanken versunken in die Krankheiten bin, dadurch dann ruhig schlecht gelaunt, müde und einfach nur schlapp bin... an manchen Tagen kann ich nichtmal mehr lachen so sehr lähmt mich die Angst....
hat jemande ähnlich Erfahrungen gemacht?
Danke schonmal im Voraus
Lg Anna

07.07.2017 21:53 • 21.03.2018 #1


5 Antworten ↓


BellaM85
Hallo liebe Anna!

Ich kenne das Problem das hab ich auch nach meinen 2 Schwangerschaften ganz stark bekommen. Wir sind auch nicht die einzigen.
Es gibt hier einen Thread der heißt: mamis von Kleinkindern mit angststörungen, guck doch da mal rein. Da bin ich auch drin.
Da kann man sich super über Probleme und Ängste austauschen

Lg

07.07.2017 22:41 • #2



Angst vor Krebs seit Geburt meiner Tochter

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Hotin
Hallo Anna3003,

schön, dass Du auch hier ins Forum gekommen bist.
Zitat:
Doch seitdem ich mama bin lebe ich in ständiger täglicher Angst, dass ich irgendeine Art von Krebs habe, die
schon Metastasen gestreut habe und ich bald sterben werde und meine Tochter nicht aufwachsen sehe...
meine Gedanken sind oft sogar so schlimm, das ich nicht in die Zukunft denken kann da ich mir einrede bei zB
ihrer Einschulung sowieso schon tot zu sein

Das Du als Mutter solche Gedanken bekommst, halte ich nicht für außergewöhnlich.
Da Du Deine Tochter vermutlich über alles liebst, wird es manchmal schwer sein, Dich von dem Krankheitsgedanken zu trennen.
Zitat:
Diese ständige Angst schränkt mich im Alltag mit meiner Tochter sehr stark ein da ich oft in Gedanken versunken
in die Krankheiten bin, dadurch dann ruhig schlecht gelaunt, müde und einfach nur schlapp bin... an manchen Tagen
kann ich nichtmal mehr lachen so sehr lähmt mich die Angst....


Angst schränkt uns ständig täglich ein. Deshalb reden wir hier miteinander,
um uns möglichst nicht so stark einschränken zu lassen.

Bei der Betrachtung des Angstgefühls gibt es eine sachliche und eine gefühlsmäßige Seite.

Du entscheidest ganz stark mit, von welcher Seite Du das betrachten willst.

Sachlich gesehen ist die von Dir beschriebene Angst überflüssig.
Wir können kaum beeinflussen, ob wir später mal schwer krank werden, oder nicht.
Damit will ich sagen.
Ob Du Angst davor hast, oder keine Angst davor hast, in Deinem Leben wird immer das Gleiche passieren.
Sobald Du dies verstanden und akzeptiert hast, sollte Deine Angst hoffentlich schon schwächer werden.

Gefühlsmäßig, ist jeder Mensch in der Lage, sich durch eine selbst gebildete Angstschleife in Unruhe zu versetzen.
Fast alle hier im Forum und auch Du, machen dies täglich.
Daher empfehle ich Dir, viele Gedanken mehr sachlich zu betrachten.
Du selbst weißt, dass Dir das mehr helfen wird.

Und Dein Leben wird dann wieder lebenswert.

Viele Grüße

Bernhard

07.07.2017 22:46 • #3


anemone83
Liebe Anna!
Ich kann Dir sehr gut nachfühlen, da ich das gleiche Problem habe. Bei mir fing es einige Monate nach der Geburt meines 1. Sohnes im Jahr 2010 an. Meine Mutter hatte vor 16 Jahren Brustkrebs (mittlerweile geheilt). Bei mir fing es an dass ich mir einbildete, einen Knoten in der Brust zu spüren. Ich suchte 3 verschiedene Ärzte auf und alle bestätigten mir, dass es kein Knoten ist. Aber die Angst hielt an. Es ging sogar so weit, dass ich mehrere Male am Tag meine Brust abtastete und natürlich jedes mal etwas anderes "besorgniserregendes" feststellte. Ich dachte, ich werde verrückt vor Angst.

Dies zog sich viele Monate bis ich irgendwann beschloss, die Macht der Gedanken auf körperlicher Ebene abzubauen. Ich begann, mehrmals die Woche zu joggen und gleichzeitig suchten mein Mann und ich wieder mehr den Kontakt zur Außenwelt - gingen aus, lernten neue Freunde kennen. Und siehe da - irgendwann waren die Ängste weg.

Das hielt auch eine ganze Zeit so an. 2014 dann kamen bei mir ziemlich viele Stresssituationen zusammen - wir bauten mit meinen Eltern gerade ein Haus, da bekam mein Vater einen schweren Schlaganfall. Ich meisterte trozdem alle Aufgaben, ohne mit der Wimper zu zucken für eine Zeit. Und plötzlich kam die Panik wieder.

Anfang 2015 habe ich dann eine Therapie begonnen, die ich nun letzte Woche beendet habe. Und ich muss sagen, es tat unheimlich gut und ich habe sehr viel über meine Ängste gelernt. Ich weiß nun, dass meine Ängste mit Stress und Überforderung zu tun haben und dass sie mich oft von Gefühlen ablenken, die ich mir nicht eingestehen will, wie 2014 z.B. die Trauer über den Schlaganfall meines Vaters.

Es klingt banal, aber ich musste erst wieder lernen, Gefühle einzugestehen und auszuleben, damit sie nicht in Form von Angst wieder in mein Leben kommen. Zur Zeit führe ich ein Tagebuch und wenn die Krankheitsangst kommt, nehme ich mir bewusst ein paar Minuten für mich alleine, klappe das Buch auf und sage zu mir: Ok, was will die Angst Dir mitteilen, was belastet Dich wirklich? Und dann schreibe ich alles auf und danach geht es mir besser.

Ich habe akzeptiert, dass die Angst meine Schwachstelle ist und immer sein wird. Aber ich weiß mittlerweile eben, was sie mir sagen will. Und wenn ich gerade zu viel Stress habe und die Angst mich warnt, dann höre ich darauf, schalte einen Gang runter und tue etwas für mich. Und das hilft mir ungemein! Ich kann Dir auch eine CD empfehlen, die ich mir immer anhöre, wenn es gerade ganz schlimm ist: Was Deine Angst Dir sagen will von Andreas Winter.

Die CD hilft Dir, Deine schlimmsten Ängste zu Ende zu denken und auch das nimmt der Angst die Macht. Bevor Du Dich noch länger quälst, überlege doch auch mal, ob eine Therapie für Dich in Frage kommt. Es ist so schade, dass uns so viel schöne Zeit aufgrund der Ängste verloren geht - Man kann sie so viel besser nutzen!

Ich wünsche Dir alles Gute!

09.07.2017 10:56 • x 2 #4


Hallo zusammen, der Thread ist ja schon ein bisschen älter, aber ich schreibe trotzdem mal...Ich hab mich in euren Schilderungen total wiedererkannt. Seit der Geburt meiner Tochter habe ich dauernd wahnsinnige Angst, an einer schweren Krankheit zu leiden. Langsam halte ich das nicht mehr aus...
Bin froh über Erfahrungsberichte, wie ihr dagegen angeht! Liebe Grüße

21.03.2018 10:29 • #5


Hallo Angsthaesin,

hast du viel Verantwortung allein zu tragen? Woher kommen die Ängste? Ist es Stress, Überforderung? Hast du zu wenig Freiräume?
Wie war die Geburt? Sind die Hormone wieder in Ordnung?
Vielleicht sind das hilfreiche Fragen für dich!
Bei mir waren die Ängste aus der Überforderung heraus, zu viel alleinige Verantwortung, Müdigkeit und Erschöpfung.
Ich wünsche dir alles Gute

21.03.2018 11:17 • #6




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